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Ziele, Zahlen oder gute Vorsätze?- Warum Sie 2017 die Wunschfee einladen sollten

Der Jahresbeginn ist traditionell die Zeit der guten Wünsche für andere und der guten Vorsätze für uns selbst. Geht es Ihnen auch so?

Vorsätze, Ziele, Zahlen, Planungen, To Do-Listen und viel Arbeit

Eine Buchhalterin bei der Arbeit im Büro mit Taschenrechner

Beginnen Sie selbst das Jahr auch wie viele andere Menschen mit guten Vorsätzen, Zielen und Planungen? Gerade die Selbstständigen kennen es zur Genüge. Am Jahresanfang wird gebrütet, kalkuliert und gerechnet.  Kaum eine Zeitschrift oder ein Blog, die sich nicht mit dem Thema befassen. Es ist irgendwie zur Routine geworden, das Jahr mit guten Vorsätzen zu beginnen und hohe Ziele zu setzen. Zumindest höher müssen sie sein, als die vom letzten Jahr es waren. Oft sind die Zielvorgaben für das neue Jahr lineare Fortschreibungen der Zahlen des alten Jahres. Sie sind in aller Regel ein Ausdruck des Schneller, Höher, Weiter und des allgegenwärtigen Wachstumsgedanken, der allem zugrunde liegt.

10 % Umsatzsteigerung, 10 % mehr Kunden, 10 % Prozent Fettabbau, 10 % Muskelbaufbau, dreimal pro Tag Gemüse……

Ist das nicht ziemlich demotivierend?

Gute Wünsche nur für die anderen

Grukarte - Neujahr 2017Die guten Wünsche zum neuen Jahr bekommen immer die Anderen. Aber auch die guten Wünsche an die Lieben, an Freunde, Verwandte und Kollegen sind meist knapp und auf die ersten drei Tage beschränkt. Wer ab Mitte Januar noch gute Wünsche zum neuen Jahr ausspricht oder versendet, wird manchmal schon schief angesehen. Zumindest empfinde ich das so. Doch was ist eigentlich danach mit den Wünschen?

Was ist aus Ihren Wünschen geworden?

Im Kindesalter haben die meisten kleinen Menschen noch viele Wünsche. Oft sind diese Wünsche phantasievoll und manchmal sogar magisch. Meistens haben diese Wünsche auch noch gar nicht so viel mit Geld zu tun. Manche Wünsche sind mit Geld zu realisieren und viele eben nicht. Kinder wünschen sich oft ganz wundervolle Dinge, wie Frieden für alle Menschen oder Zeit mit ihren Eltern und glückliche Momente. Leider lehrt das Leben sie dann häufig, dass die Erfüllung solcher Wünsche oft an Wunder grenzen und welche große Rolle das Thema Geld im Leben der großen Menschen spielt. Manche Eltern haben wenig Geld und deshalb wenig Zeit für Ihre Kinder. Manche Eltern haben viel Geld und können viele Wünsche ihrer Kinder erfüllen, aber sie haben trotzdem wenig Zeit.

Child relaxing on the beach against sea and sky background. Summer vacation and travel concept

So lernen Kinder dann mit der Zeit, ihre Wünsche einzuschränken. Vielleicht haben Sie als Erwachsene dann das Wünschen ganz verlernt. Es ist, als ob sie dann als Erwachsene einen Deckel auf dem Kopf und ein Zwangskorsett tragen. Doch sind Wünsche wirklich nur Kinderkrankheiten?

Magie der Wünsche als Keimzellen der Visionen

Viele Menschen, die im Leben etwas Großartiges vollbracht haben und glücklich und erfolgreich waren, haben sich ihre Wünsche bis ins Erwachsenenalter erhalten. Wünsche sind oft die Keimzellen großer Innovationen. Nicht selten steckten hinter wegweisenden Erfindungen ziemlich phantastische Wünsche, wie beispielsweise der Wunsch fliegen zu können oder zum Mond zu reisen. Auch in finanzieller Hinsicht ist der Erfolg bei vielen Menschen von einem Wunsch oder einem Traum beseelt, den sie sich im Leben erfüllen möchten.

Wiederbelebungsversuche für Ihre Wünsche

Gerade nach längeren schwierigen Phasen oder wiederholten finanziellen Rückschlägen ist es sehr schwierig, sich die Fähigkeit zum Wünschen erhalten zu können. Viele Wünsche werden aufgegeben, weil der bekannte Weg auch der vermeintlich sichere Weg ist. Wer würde heutzutage schon einen sicheren Arbeitsplatz aufgeben, um sich in das Abenteuer einer beruflichen Selbstständigkeit zu stürzen, wenn dieses Abenteuer allzu ungewiss ist? Wer würde Wünsche oder Träume hegen, die mit einem recht bescheidenen Einkommen nicht realisierbar sind?

Doch manchmal kann es durchaus lohnend sein, dass Sie Ihre Wünsche ein wenig wiederbeleben. Oft ist es nur der Deckel auf dem Kopf oder die scheinbare Sicherheit, die Ihre Wünsche wie hinter Gardinen verschwinden lassen haben. Solche Gardinen können Wünsche leicht als Spinnereien erscheinen lassen. Warum schreiben Sie im Rahmen Ihrer Jahresplanung nicht auch einfach mal wieder eine Wunschliste. Was spricht dagegen?

Von der Wunschfee lernen

Im Finanz Coaching frage ich meine Kundinnen und Kunden oft, ob ich Ihnen eine ungewöhnliche Frage stellen darf. Wenn Sie bejahen, bitte ich Sie, sich vorzustellen, dass in der folgenden Nacht eine gute Fee im Traum erscheint und Ihnen einen sehnlichen Wunsch erfüllt. Dann frage ich sie, was am nächsten Morgen anders ist und woran sie dies bemerken würden.

lost tooth child dressed as tooth fairy with gifts and money

Es ist immer wieder beeindruckend und spannend, welche Schilderungen und Beschreibungen dann kommen. Es ist auch eindrucksvoll, wie sich plötzlich die private oder berufliche Situation verändert hat oder welche Problemlösungen plötzlich auftauchen.

Gerade letzte Woche sagte eine Kundin am Ende des Coaching Gesprächs lachend: „Na da bin ich ja gespannt, wann die gute Fee jetzt kommt.“ Sie hatte gerade zuvor innerhalb von 45 Minuten ein sehr umfassende Konzept präsentiert, eine umfangreiche Liste mit Aktivitäten entwickelt und außerdem auch für sich selbst noch einige Vorsorgemaßnahmen formuliert, um in stressigen Zeiten gut für sich zu sorgen. Ich war mal wieder fasziniert und tief beeindruckt, welches Potential allein die Vorstellung von der guten Fee freigesetzt hatte.

Egal ob die gute Fee nun erscheint oder nicht, sie hat in jedem Fall schon einiges bewirkt. Vieles, was vorher noch unmöglich oder sehr diffus erschien, war hinterher plötzlich sehr viel klarer und strukturierter.

Laden Sie für 2017 die gute Wunschfee ein

Vielleicht kann auch bei Ihnen die gute Wunschfee Ihre schlummernden Potentiale oder Talente wecken. Laden Sie doch die gute Fee einfach mal ein und machen Sie vorher eine Wunschliste. Sie sollten aber vorher einen Wunschtest machen. Denn nur, wenn Ihnen Ihre Wünsche wirklich am Herzen liegen und Sie auch bereit sind, selbst etwas dafür zu tun, macht die Sache wirklich Sinn. Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn der gewünschte Zielzustand bereits eingetreten wäre. Woran würde Sie es bemerken? Was wäre anders als jetzt? Welche Vorboten der Wunscherfüllung gab es schon mal früher in Ihrem Leben? Was können Sie davon jetzt noch nutzen oder wieder aktivieren?

Es ist wirklich manchmal fasziniert, was solche Gedankenspiele und Fantasiereisen freisetzen können und welche Tatkraft aus Ihnen erwächst.

Was die Wunschfee gar nicht mag

Es gibt auch Wünsche, die die gute Wunschfee nicht erhört. Das sind Wünsche, die Ihnen nicht wirklich am Herzen liegen und bei denen Sie selbst nichts zur Erfüllung beitragen. Manche Menschen leben in der Hoffnung, es wird schon irgendwie alles gut gehen. Wenn ich diese Menschen beobachte, habe ich den Eindruck, dass Sie mit ihrem Verhalten der Wunschfee eher entgegenarbeiten. Das, was diese Menschen tun und das, was sie sagen, spricht dann nicht dieselbe Sprache. So etwas mag die Wunschfee leider gar nicht. Dann weiß sie nicht, woran sie ist. Also prüfen Sie Ihre Wünsche gut.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen wundervolle Wünsche für 2017
und ein wundervolles Abenteuer mit der guten Wunschfee

 

Herzlichst
Ihre

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Kornelia Rendigs ist Diplom-Ökonomin und arbeitet seit 23 Jahren als freie Anlageberaterin hauptsächlich – aber nicht ausschließlich – für und mit Frauen. Seit Januar 2016 ist sie die erste zertifizierte FCM Finanz Coach®. Als Finanz Coach unterstützt sie Menschen bei allen finanziellen Fragen und Problemen und ist darauf spezialisiert, dysfunktionale Glaubenssätze und Projektionen zum Thema Geld aufzudecken und aufzulösen.

Weitere Informationen zu Kornelia Rendigs und Kontakt:
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Geld und Emotionen – Wie bringen Sie Bankkonto und Emotionskonto in Einklang?

Geld und Emotionen gehören zusammen wie Licht und Schatten, denn Geld ist nunmal ein sehr emotionales Thema. Das wurde lange Zeit völlig außer Acht gelassen. Die Ökonomen gingen davon aus, dass der Mensch ein rational handelndes Wesen ist: der Homo Oeconomicus. Bei diesem modellhaften Wesen ging man davon aus, das er stets  rational, kalkuliert und am Nutzen orientiert auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.

Die Realität wurde dabei außen vor gelassen. Aber die Realität sieht nun mal anders aus. Menschen handeln nicht immer rational. Wobei sich auch die Frage stellt: Was ist überhaupt rational? Das kann sich je nach Erkenntnisstand und gesellschaftlichem Meinungsbild relativ schnell ändern.

Der Fühler und der Denker

Optimist vs PessimistIm wesentlichen gibt es in jedem von uns zwei Komponenten: einen Fühler und einen Denker. Das ist ein Team, das sich mit verschiedenen Methoden wechselseitig Ergebnisse liefert. Der Körper ist er für den Fühler zuständig. Er macht die Gefühle oder auch Emotionen genannt. Das Gehirn lässt sich eher dem Denker zuordnen. Es liefert die Erklärungen. Beide funktionieren jedoch nicht unabhängig voneinander. Sie arbeiten wechselseitig und die Unterschiede lassen sich nicht immer eindeutig fassen.

„Sei doch nicht so emotional“

wtüendDa in unserer Kultur der Denker als wertvoller und wichtiger bewertet wird als der Fühler, werden Gefühle zu einer unwichtigen Privatsache erklärt, die man nicht so ernst nehmen sollte. Sie leben in einer Zeit, in der die linke Hirnhemisphäre favorisiert wird. Deshalb füttern Sie diese wahrscheinlich mit immer mehr Wissen, Daten, Fakten, Informationen und Bewertungen. So werden Sie dann mehr und mehr zur Datenträgerin.

„Sei doch nicht so emotional“ oder „du bist aber emotional“,  damit kann man Sie verunsichern zurückweisen oder Ihre Worte infrage stellen.  Es wirkt vielleicht auf Sie, als ob Sie bei einer unanständigen Tat erwischt worden wären. Sie interpretieren womöglich: „So darf ich nicht sein. Das ist nicht richtig. Dann mag man mich nicht.“ Die mögliche Konsequenz: Sie versuchten nach außen, so wenig Gefühlsregungen wie möglich zu zeigen. Unter Umständen nehmen Sie Ihre Gefühle irgendwann selbst nicht mehr wahr.

Sind Geldgefühle esoterisch?

chinese-coins-167824_640 (1)Beim Thema Geld und Finanzen ist das Missverhältnis besonders ausgeprägt. Als ich vor einigen Jahren einen Vortrag über die emotionale Seite des Geldes und seine psychoaktive Wirkung gehalten habe, kam im Anschluss eine Zuhörerin auf mich zu und fragte:

„Machen Sie jetzt auch in Esoterik?“

„Interessant“,  dachte ich, wie fremd  die Vorstellung geworden ist, dass das Thema Geld und Emotionen zusammen hängen.  Doch gerade das Thema Geld hat sehr viel mit Gefühlen zu tun und das ist auch relativ einfach nachvollziehbar.

Das emotionale Konto

Eine Frau mit offenen Rechnungen hat viele Schulden. Arbeitslosigkeit und Privatkonkurs

Stellen Sie sich einfach vor, Ihr emotionales Konto funktioniert so ähnlich wie ihr Bankkonto. Es gibt dabei eine Plus-Seite und eine Minus-Seite. Es gibt außerdem auch Eingänge und Ausgänge. Beim Bankkonto ist die Währung in Euro oder Dollar. Bei ihrem emotionalen Konto ist die Währung Gefühlseinheiten.

Genau wie auf Ihrem Bankkonto, gibt es  praktisch immer nur ein Ergebnis: Entweder ist ihr Konto im Plus oder ihr Konto ist im Minus. Dieses Ergebnis erzeugt dann eine bestimmte Gefühlsregung oder Befindlichkeit. Dieser Zustand ist sogar anhand Ihrer körperlichen Reaktionen messbar. Dabei lassen sich Unterschiede in Ihrer Pulsfrequenz Ihrer Hauttemperatur oder ihrer im Körper befindlichen Hormone messen.

Im Plus-Zustand erleben sie etwas deutlich anderes als im Minus- Zustand. Das macht den Unterschied. Auf ihrem emotionalen Konto wird auf der Plus-Seite Erfolg gesammelt. Sie haben die gewünschten Ergebnisse. Sie erleben das, was in Ihrer Absicht lag und was sie sich gewünscht haben. Deswegen fühlen Sie sich gut.

Auf der Minus-Seite geht es immer um Defizite. Es geht um Mangel und unerfüllte Bedürfnisse. Sind Sie im Minus, ist das ein Handlungssignal. Die biologische Aufgabe wäre dann, etwas zu tun,  um diesen Mangel auszugleichen. Wie auch beim Bankkonto geht häufig schneller etwas vom Konto runter, als dass es aufgefüllt wird. Ausgeben ist leichter als Einnehmen.

Wenn Bankkonto und Emotionskonto nicht im Einklang sind

Probleme entstehen, wenn Ihr emotionales Konto und ihr Bankkonto nicht in die selbe Richtung laufen. Die Buchungen erfolgen dann nicht auf derselben Seite. Ein Eingang auf der Plus-Seite ihres Bankkontos kann auf Ihrem emotionalen Konto auf der Minus- Seite verbucht werden.

Wie kann das passieren?

Geld und Emotionen - Mädchen mit TaschengeldNehmen wir einmal beispielhaft an,  Sie wären ein Kind und hätten zum ersten Mal in Ihrem Leben Taschengeld bekommen. Sie würden sich vielleicht fürchterlich darüber freuen, nun endlich Taschengeld bekommen zu haben. Dementsprechend würden Sie diese Erfahrung ganz enthusiastisch auf der Plus-Seite als Erfolg und positives Erlebnis buchen. Ihr Körper würde auf diesen Erfolg mit den emotionalen Signalen Zufriedenheit und Freude reagieren und die entsprechenden Hormone ausschütten.

Bei einem anderen Kind könnte dieselbe Erfahrung zu einer ganz anderen Reaktionen führen. Wenn alle anderen Kinder in der Schule erheblich mehr Taschengeld bekommen oder wenn sich dieses Kind einem Geschwisterteil gegenüber benachteiligt fühlt, kann es sein, dass dieser Geldeingang auf der Minus-Seite des emotionalen Kontos gebucht wird. Geld und Emotionen können also je nach Interpretationen ganz unterschiedlich bewertet werden.

Wie „alte Buchungen“ auf dem Emotionskonto das Bankkonto beeinflussen

sparschwein_rissDas Fatale an den Buchungen auf dem emotionalen Konto liegt darin, dass diese Buchungen im Gehirn abgespeichert werden. Das ist von der Evolution so vorgesehen, damit Menschen Lerneffekte erzielen können, in dem sie sich vor zukünftigen negativen Gefühlen schützen. Dementsprechend kann es sein, dass auch im Erwachsenenalter Eingänge auf dem Bankkonto irgendwie komische negative Gefühle erzeugen.

Da negative Gefühlserfahrungen  zu einer Vermeidungshaltung führen, werden zukünftige Buchungen auf der Plus-Seite des Bankkontos wahrscheinlich eher vermieden als angestrebt werden.

Noch fataler daran ist, dass diese Vermeidungshaltung oft gar nicht bewusst und die eigentliche Ursuche oft nicht mehr bekannt ist.

Was also tun?

Controlling auf dem Emotionskonto

Um die Ergebnisse auf dem Bankkonto zu ändern, ist es hilfreich erst einmal Controlling auf dem Emotionskonto vorzunehmen. Dabei werden die Fehlbuchungen der Vergangenheit gesucht. Das Ziel dabei ist, Umbuchungen auf dem Emotionskonto vorzunehmen, um zukünftig positive Gefühle zu erzeugen und die Vermeidungshaltung zum Positiven zu verändern.

Das hört sich jetzt ganz einfach an, ist es aber leider in der Praxis nicht immer. Je nachdem wie stark die negativen Gefühle in der Vergangenheit waren, sträubt sich der Körper nämlich im wahrsten Sinne mit Händen und Füßen.

Das erfordert ein behutsames Vorgehen und manchmal auch die Unterstützung anderer.

Kalkulation auf dem Emotionskonto

Wie Sie nach erfolgreichem Controlling in Sachen Emotionskonto nun die nächsten Schritte planen und sich dabei auch entsprechend motivieren, dazu habe ich im letzten Blog  „5 Tipps, damit es nicht „so schwer sein muss“ mit den Finanzen“ schon einige Hinweise gegeben.

Für die Umsetzung finden Sie außerdem Anregung im Beitrag „Die 10 wichtigsten Schritte um Durchblick bei Ihren Finanzen zu bekommen“.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ganz viele positive Buchungen auf der Plus-Seite!

Herzlichst
Ihre

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Feng Shui für die Finanzen

Aufräumen und Entrümpeln

buddha-611566_640Umzüge sind bekanntlich eine gute Gelegenheit für das Ausmisten und Entrümpeln. Und während ich so mit dem Umräumen und Einräumen vor, während und nach meinem Büro-Umzugs beschäftigt war, fiel mir auch prompt ein Büchlein wieder in die Hand mit dem Titel „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston.

Das passte haargenau und das Happening auf dem Recyclinghof an einem sonnigen Samstag morgen war total befreiend.

Was für materielle Dinge gilt, sollte natürlich auch genauso für die Finanzen gelten. Denn gerade nach einem Umzug ist so manches überflüssig oder anpassungsbedürftig. Also machte ich mich auch gleich noch in diesem Punkt an die Arbeit. Eine alte Hausratversicherung, die teurer war als die neue mit doppelt so hoher Fahrrad-Diebstahl-Deckung, zwei überflüssige Tagesgeldkonten, die sowieso keine Zinsen mehr bringen und ein paar anderer Verträge fielen der Entrümpelungsaktion zum Opfer.

Ein wirklich erhebendes Gefühl!

Aller Anfang ist schwer

Chaotischer ArbeitsplatzAm Anfang der Feng Shui-Finanz-Entrümpelungsaktion steht meistens erstmal die Papierkram-Entrümpelung. In zwanzig Jahren Finanzberatung habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass allein das Sortieren und Abheften von Versicherungs-, Bank- und Depotunterlagen doch sehr viele meiner Kundinnen und Kunden vor einige Probleme stellte. Da wird das Ausmisten, Loslassen und Entsorgen „gefühlt“ ganz schnell zum existenziellen Sicherheitsrisiko.

In den Briefkästen finden sich oft Pakete mit Beitragsrechnungen durchmischt von Werbeangeboten für neue Versicherungen, Änderungen der Geschäftsbedingungen, Online-Nutzungsbedingungen, Versicherungsbedingungen und so weiter und so fort.

„Sicherokratie“ bis zur Orientierungslosigkeit: Warum weniger manchmal mehr ist

In unserem modernen Staat, in dem jede Sicherheitslücke durch noch mehr Bürokratie und damit auch Papierkram geschlossen werden muss, wird aus der staatlich auferlegten „Sicherokratie“ für Bürgerinnen und Bürger leicht Orientierungslosigkeit.

Wenn Sie also Unsicherheit verspüren hinsichtlich dessen, was Sie aufheben müssen und was Sie getrost entsorgen können, holen Sie sich lieber fachlichen Beistand, bevor Sie gänzlich den Überblick verlieren.

Kein Grund für Schamgefühle

meditation-338446_640Auf alle Fälle besteht kein Grund dazu, Schamgefühle zu entwickeln. Denken Sie immer daran, dass große Banken und Versicherungen gut daran verdienen, Sie in Unsicherheit und Unwissenheit zu halten und deshalb viel dafür tun, diesen Zustand zu erhalten. Auch die Politik trägt leider nur sehr wenig dazu bei, dass Finanzkonzerne das viele „Kleingedruckte“ im Sinne der Barrierefreiheit lesbar und verständlich gestalten. Und dabei auch noch etwas Papier einsparen, um unsere Umwelt zu schonen.

Ich frage mich in letzter Zeit oft, wer den Kundinnen und Kunden bei diesen Aufgaben zukünftig beistehen wird, wenn alles nur noch „online“ und „direkt“ abläuft. Ich – für mein Teil – sitze jedenfalls doch recht häufig mit meinen vor allem älteren Kundinnen beisammen und sortiere, erkläre und unterstütze beim Entrümpeln. Also trauen Sie sich! Fragen Sie Ihre Finanzvermittler, Banker und Berater. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es ja auch noch die Honorarberater und die Verbraucherschützer. Die werden Sie gerne dabei unterstützen. Es ist sicherlich sinnvoll für einen guten Rat, mal etwas Geld zu investieren, um sich anschließend gut aufgeräumt mit Durchblick und wahrscheinlich dann auch sicherer zu fühlen.

Und nun an’s Eingemachte

chinese-coins-167824_640 (1)Nachdem Sie erfolgreich Ordnung geschaffen und den formalen Papierkram ausgemistet haben, steht der nächste Schritt an: Feng Shui für Ihre Finanzen

Finanz- und Vorsorge-Entscheidungen werden meistens situativ und bezogen auf bestimmte Lebensphasen und Lebenssituationen getroffen. Manche wurden sogar von anderen, von den Großeltern oder Eltern getroffen und wie ein vererbter Ballast mitgeschleppt. Das können Unfallversicherungen, Lebensversicherungen oder Sparverträge sein, die Ihre Eltern mal in jungen Jahren für Sie abgeschlossen haben und die Sie nun weiter bedienen. Manchmal machen solche Dinge gar keinen Sinn mehr oder entsprechen überhaupt nicht Ihren Vorstellungen und Ihren Werten.

Von den Erblasten befreien

Ich selbst habe in jungen Jahren eine solche Erfahrung gemacht, als ich nach dem Tod meiner Großmutter ein Aktienpaket erbte. Als ich einer Intuition folgend die Aktien verkaufen wollte, bekam ich von meiner Familie zu hören: „ Du kannst doch das Erbe deiner Großmutter nicht verhökern!“ Der Niedergang des Handelsunternehmens Coop entpuppte sich dann Ende der achtziger Jahre laut Presse als größter Wirtschaftskrimi der deutschen Nachkriegsgeschichte. Und damit war Omas Erbe futsch.

lotus-978659_640Deshalb kann es sinnvoll sein, mit solchen Erblasten aufzuräumen. Da diese Erblasten manchmal gar nicht bewusst sind, muss die Finanz-Feng Shui-Aktion unter Umständen erstmal im Inneren beginnen. Dazu kann ein Finanzcoaching hilfreich sein.

Manchmal sind es auch nur ganz banale Dinge. Eine Kundin hatte quasis die Unfallversicherung von ihren Eltern geerbt. Da diese auch immer noch den Beitrag zahlten, wollte sie auch nicht daran rühren. Als ich bei der Versicherungsgesellschaft nachfragte, erfuhr ich, dass es sich noch immer um den Kindertarif handelte und sie gar keinen Versicherungsschutz mehr hatte. Man hätte die Versicherung umstellen können, aber darüber mochte sie auch nicht mit ihren Eltern reden. Also redete ich erst einmal länger mit ihr, bis sie dann mit ihren Eltern redete.

Das können schon mal sehr schmerzhafte Prozesse sein, die finanziellen Erblasten zu entrümpeln. Karen Kingsten schreibt in Ihrem Feng Shui Buch über den geerbten Krempel:

buddha-167966_640„Von wem auch immer Sie ihn bekommen haben, nun ist derjenige in der geistigen Welt, wo es keine Anhaftung an das Materielle und keinen Krempel mehr gibt! Deshalb werden die Verstorbenen Ihr Bedürfnis verstehen, ihn loszuwerden.“

Ich bin überzeugt, das gilt für den finanziellen Krempel mindestens genauso. Also dürfen Sie nun das Vermächtnis Ihrer Vorfahren als Grundsteinlegung und Ermächtigung ansehen, um erfolgreich Ihr eigenes Ding zu machen.

Das Buch „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston ist bei rororo erschienen. Außerdem empfehle ich unbedingt auch Karens Blog.

In diesem Sinne:

Viel Erfolg bei Ihrer
Finanz-Feng Shui-Frühjahrs-Entrümpelungs-Aktion!

Herzlichst

Ihre

Kornelia Rendigs

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Ausbildungskosten: Vorsicht vor der Schuldenfalle

04Immer mehr Menschen sind heutzutage nach dem Abschluss einer Ausbildung oder eines Studiums hoch verschuldet, oft im fünfstelligen Bereich. Wenn dann hinterher das Einkommen nicht entsprechend hoch ist, wartet unter Umständen die lebenslange Schuldenfalle.

Mortar board and diploma isolated on white.

Ausbildungen kosten Geld, oft sogar viel Geld. Außer bei einer betrieblichen Ausbildung, die – glücklicherweise- in Deutschland so organisiert ist, dass die Auszubildenden ein Ausbildungsgehalt bekommen.  Alle anderen Ausbildungen und Fortbildungen müssen bezahlt werden und der Lebensunterhalt kommt noch oben drauf.

Selbst das BaföG für Studentinnen und Studenten ist seit den 80gern keine echte Förderung mehr,  sondern nur noch ein Darlehen, das Sie irgendwann zurück zahlen müssen.

Für alle diejenigen, die nicht von Ihren Eltern unterstützt werden, beginnt dann das Berufsleben in aller Regel mit Schulden. Vielleicht gehören auch Sie dazu oder stehen noch ganz am Anfang und vor dieser Entscheidung.

Deshalb ist es wichtig ein paar grundlegende Überlegungen anzustrengen, damit die Ausbildung oder das Studium später nicht in der Schuldenfalle endet:

1. Wozu wollen  Sie diese Ausbildung oder dieses Studium machen? Was motiviert Sie?

Ich habe ein ZielDas ist ein ganz wichtige Frage, die oft vernachlässigt wird. Leider erlebe ich im FinanzCoaching immer wieder, dass die Ziele und damit der eigentlich Zweck einer Aus- oder Fortbildung oder eines Studiums im Vorfeld viel zu wenig  berücksichtigt werden.

Sicherlich ist in jungen Jahren der Berufsweg noch nicht ganz klar, aber mal ganz ehrlich: Wenn Sie das Reisen und das Leben aus dem Koffer, das Abenteuer und ungewisse unregelmäßige Einkünfte hassen wie die Pest, ist es dann wirklich sinnvoll, dass Sie sich beispielsweise für ein Archäologie Studium hoch verschulden?

(Und wenn Sie diese Frage jetzt sehr plausibel beantworten können, dann weiß ich: Sie sind auf dem richtigen Weg, denn Sie haben sich mit diesen Fragen schon auseinander gesetzt. Glückwunsch!)

Als Anregung für Ihre Zielplanung oder Ihren Selbstfindungsprozess habe ich die folgenden Fragen zusammen gestellt:

  • Was haben Sie für Pläne nach dem Studium oder der Ausbildung?
  • Was wollen Sie damit anfangen?
  • Ist es eine Investition in Ihre berufliche Zukunft, die sich dann auch finanziell auszahlen könnte?
  • Oder dient es eher der persönlichen Weiterentwicklung?
  • Gibt es Alternativen, die vielleicht weniger kostspielig sind?
  • Was könnten Sie sonst noch unternehmen, um Ihr Berufsziel zu erreichen, ohne sich hoch verschulden zu müssen?
  • Wie stark „brennen“ Sie wirklich für diesen Beruf?
Achtung Denkfalle:

Wenn Sie sich für eine teure Ausbildung verschulden, nur um irgendjemand etwas zu beweisen, kann Sie das teuer zu stehen kommen. Ich meine nicht nur die finanzielle Belastung durch einen Studienkredit. Viel schlimmer ganz es sein, wenn Sie danach Ihr Leben lang einen Job machen müssen, der Ihnen keinen Spaß.

2. Ist Ihre Lebensplanung kompatibel mit der geplanten Ausbildung und Berufsrichtung?

Vermögensaufbau für FrauenNatürlich ist Ihre Lebensplanung mit Anfang zwanzig noch nicht so klar und festgeschrieben, dass Sie diese Frage schlussendlich konkret beantworten können. Aber manche Sachen sind vielleicht doch schon klar, zum Beispiel ob Sie mal Kinder haben möchten. Das ist gerade für Frauen bei manchem Berufen schwierig. Wenn der Beruf mit Reisen und Auslandsaufenthalten verbunden ist, könnte es schwierig sein,  ihn mit der Familienplanung unter einen Hut zu bringen. Dann ist es gut einen Plan B zu haben und sich zumindest schon mal im Vorfeld Gedanken zu machen, wie der Studienkredit getilgt werden kann.

4. Wie groß ist Ihre Motivation?

motivation-361782_640Während die anderen Absolventinnen durchstarten und Geld verdienen können, müssen Sie vielleicht noch Ihre BaföG Schulden oder Ihren Studien-Bankkredit tilgen. Das kann sehr demotivierend sein.

Geldschulden können für manche Menschen sehr belastend sein, vor allem wenn die Perspektiven nicht so rosig sind, sie irgend wann zurück zahlen zu können. Manchmal kann es lange dauern und das ursprünglich Ziel kann nur auf Umwegen erreicht werden. Oder es wird ganz verworfen, weil andere Dinge in den Vordergrund treten.

Sind Sie bereit, auch Durststrecken auszuhalten und trotzdem den Studienkredit abzahlen zu müssen? Gibt es sonst vielleicht andere Optionen, z.B. ein Abendstudium oder alternative Ausbildungsgänge mit geringeren Kosten und kürzerer Studien- oder Ausbildungsdauer?

4. Wie seriös ist der Ausbildungsträger?

school-543041_640Kaum eine Branche in Deutschland boomt so derartig wie der Ausbildungs- und Fortbildungs-markt. Private Ausbildungsträger erfinden ständig neue Ausbildungen. Vor allem im Bereich der persönlichen Weiterentwicklung und der spirituellen Heilung erscheint mir das Angebot ständig zu wachsen. Gerade in diesem Feld ist es ganz wichtig genau hinzuschauen, ob die Ausbildungskosten wirklich gerechtfertigt sind, welche Intention Sie dabei verfolgen und ob es Alternativen gibt. Gerade in diesem Bereich gibt es häufig problematische Vertragsbedingungen und unklare Zahlungsmodi. Was ist, wenn Sie die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen oder abbrechen müssen? Wann und wie müssen die Ausbildungskosten gezahlt werden?

Ein seriöses Ausbildungsinstitut hat kein Problem damit, Ihre kritischen Fragen zu beantworten. Das sollten Sie sich in jedem Fall wert sein.

5. Wie sieht Ihr Finanzplan aus?

Genauso wichtig wie die eigene Lebensplanung ist, mit der Ihr Vorhaben kompatibel sein sollt, ist natürlich die Finanzplanung. Das gehört ebenso die Finanzierung der Studien- und Ausbildungskosten wie auch im Anschluss die Tilgung des Kredits, den Sie unter Umständen aufnehmen mussten.

Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass es unglaublich schwierig und hart sein kann, ein Studium aus eigener Kraft zu finanzieren. Dazu bedarf es einer hohen Motivation, einer großen Portion Ehrgeiz und eines langen Atems. Es ist aus meiner Sicht deshalb ganz wichtig, dass Sie sich im Vorfeld genau überlegen, wie hoch ihr finanzieller Bedarf während der Ausbildung oder Studienzeit ist. Wie können Sie ihn decken? Wie viele Stunden müssen Sie dafür nebenbei arbeiten? Welches Einkommen können Sie dabei erzielen? Und lässt sich das überhaupt mit dem Lernen vereinbaren?

Sicherlich können Sie nicht alles im Vorfeld bis ins letzte Detail klären, doch es kann hilfreich sein, wenn Sie diese Fragen schon mal im Geist alle durchgegangen sind. Wenn Sie jetzt schon Antworten auf die wichtigsten Fragen haben und wenn Ihre Ziele klar sind, dann werden Ihnen auch leichter Antworten einfallen, falls mal nicht alles so läuft wie geplant.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg!

Herzlichst

Ihre

Kornelia Rendigs

 

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„Finanzielle Freiheit“

1. Teil der Geldillusionen: Die „Finanzielle Freiheit“

In den nächsten des Ausgaben des Geld-Blogs und Newsletters möchte ich Sie auf ein paar Phänomene aufmerksam machen, die ich  unter der Rubrik „Geldillusionen“ als beachtenswert identifiziert habe.

Seitdem ich mich sehr intensiv mit der Frage befasse, „Was ist Geld überhaupt?“ läuft mir ständig die Wortkreation Finanzielle Freiheit“ über den Weg.

Happy young business woman relaxing sitting in her office under money rain making money dollar bills cash falling down. Stress free time management good earnings profit concept

Besonders häufig findet sie Verwendung in Büchern und Vorträgen, die ich  unter dem Motto „Wie werde ich reich?“ subsumieren würde. Vor allem Multi-Level-Marketing Unternehmen und Strukturvertriebe scheinen diesen Begriff gerade zu vergöttern.

„Schaffen Sie sich ein passives Einkommen. Erschaffen Sie sich finanzielle Freiheit!“

 

Klingt ja wirklich zu schön um wahr zu sein. Kann das funktionieren? Wie denken Sie darüber? Und wenn ja:

  1.  Was lässt Sie glauben, dass Geld oder genug Geld oder noch mehr Geld Sie frei sein lässt?
  2. Wie steht es wirklich um Ihre „finanzielle Freiheit“? Kann das funktionieren?

Bei meinen intensiven Recherchen bin auf Felix Martins Buch: „Geld, die wahre Geschichte/Über den blinden Fleck des Kapitalismus“ gestoßen und habe fasziniert seine wirklich spannenden Ausführungen zur Geschichte des  Geldes verfolgt. Seiner Meinung nach diente Geld dazu, die traditionelle Klassengesellschaft zu überwinden. Bei den Griechen konnten plötzlich arme Bauern mit Hilfe des Geldes zu Status und Ansehen gelangen.

War das wirklich so?

Oder interpretieren wir das vielleicht nur so?

Werden vielleicht Historiker in 1000 Jahren sagen, die sexuelle Befreiung in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts verdanken wir den langen Haaren?

Hippie middle-aged peaceful man wearing red headband, sunglasses and blue denim shirt while making the victory sign and holding a white handmade heart shape, portrait on spiral colorful background

Da wir heute nicht wissen, wie die später ticken, können wir auch nicht ahnen, was die später für Schlussfolgerungen ziehen. Aber werden die dann noch wissen, wie wir heute ticken?

Heute heißt „Finanzielle Freiheit“, dass Menschen nicht arbeiten müssen. Sie können von Ihren Zinsen leben.

Wobei das auch immer schwieriger wird bei Zinsen, die gegen Null tendieren.Es könnte auch heißen, dass Menschen nicht mehr angestellt arbeiten müssen. Die Frage ist nur: Was fangen diese Menschen dann mit Ihrer Zeit an?

Viele Menschen die arbeitslos sind, vermissen doch gerade Ihre Arbeit, Ihren Job, die Kollegen und vor allem auch

das geregelte Leben.

Hamster rusoDas Problem an der Sache ist, dass Geld uns keine „Finanzielle Freiheit“ schenken kann. Die Sache mit der „Finanziellen Freiheit“ ist nur eine Projektion. Wer sich nicht frei fühlt, wird sich auch mit 5 Milliarden Dollar auf dem Konto noch immer unfrei fühlen wie ein Hamster im Rad.

Wann immer eine Summe X erreicht worden ist, wird wieder eine „Gap“ , eine Lücke da sein. Der Verstand versucht immer, die Lücke zu schließen und deshalb muss weiter gerackert werden  auf dem niemals enden wollenden Weg zur

„Finanziellen Freiheit“

Es ist das selbst erschaffene innere Gefängnis, das Menschen auf dem Weg zur „Finanzielle Freiheit“ in die selbst gewählte Sklaverei führt und sie nicht mehr ruhen und rasten lässt.

Deshalb seien Sie wachsam!

Schauen Sie erst einmal was Sie „unfrei“ sein lässt und wie Sie sich gedanklich oder materiell aus diesem Gefängnis befreien können. Wenn Sie dann wieder frei sind, haben Sie die aller besten Chancen finanziell erfolgreich zu sein.

In diesem Sinne: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Nächste Woche geht es dann weiter mit der „Finanziellen Sicherheit“. In diesem Sinne

Herzlichst

Ihre

Kornelia Rendigs

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Gute (Finanz)-Vorsätze: 5 Tipps zum besseren Gelingen

Finanzpsychologie: So treffen Sie gute Finanzentscheidungen und erzielen bessere Ergebnisse

 

Kalender gute VorstzeGehören Sie auch zu den Menschen, die an Silvester beim Bleigießen in Sektlaune gute Vorsätze für das Neue Jahr formulieren und Sie Mitte Januar schon wieder vergessen haben?

Trösten Sie sich. Sie stehen nicht allein da. Regelmäßig im Januar sind die Medien voll von Beiträgen zu diesem Thema. Die einen mit Tipps zum besseren Gelingen und die anderen mit den neusten Ergebnissen irgend welcher Studien mit den neuesten Erkenntnissen, die aber irgendwie auch nicht viel Neues bringen.

Leider sind die meisten Vorsätze dann aber Mitte Januar bereits wieder verworfen. Also heute oder spätestens morgen.

Über gute Vorsätze zum Thema Geld und Finanzen, wird eher selten berichtet.  Doch es gibt sie!

Damit Ihre Vorsätze von mehr Erfolg gekrönt sind und Sie nicht im Dezember 2016 auf den letzten Drücker noch wichtige Finanzentscheidungen mit wenig Zeit zum Überlegen treffen müssen, habe ich diese wichtigen Tipps für Sie:

Tipp 1: Finden Sie heraus, was Sie motiviert im Leben und wie Sie diese Motivation für Ihre Finanz-Vorsätze nutzen können

Ein großes Manko bei den guten Vorsätzen ist häufig, dass Sie mit „ich muss“ oder schlimmer noch „ich müsste“ oder „ich sollte“ beginnen.

Das kann nicht funktionieren!

Wer den Konjunktiv wählt, hat das „Hintertürchen“ im Unterbewusstsein schon dazu gebucht und sicherlich auch eine passende Rechtfertigung, wie „keine Zeit“ oder „ich kann’s mir nicht leisten“.

Aktivieren Sie Ihr Belohnungszentrum im Gehirn!

motivation-361782_640Was motiviert Sie im Leben? Ist es Anerkennung? Sind es gute soziale Bindungen? Ist es materielle Sicherheit?  Oder sind Sie ein sehr leistungsorientierter Typ?

Wie können Sie das für Ihre finanziellen Angelegenheiten nutzen und welche Rolle spielt Geld dabei? Ist es für Ihre gefühlte Sicherheit wichtig, den Überblick zu haben? Fühlen Sie sich sicherer, wenn Sie die größten Risiken bestmöglich versichert haben? Liegt Ihnen die Sicherheit Ihrer Familie besonders am Herzen? Ist es Ihnen wichtig, dass Ihre Kinder eine gute Ausbildung bekommen? Oder träumen Sie schon lange von einer Reise zu Ihrem Traumziel?

All das könnten Beweggründe sein, dass Sie sich mit Ihren Finanzen befassen. Fangen Sie einfach dort an, wo Ihre Motivation am größten ist oder fangen überhaupt einfach an. Werden Sie aktiv.

Tipp 2: Definieren Sie positive Ziele

Überlegen Sie sich Ziele, die Sie wirklich motivieren und die realistisch sind. Wenn möglich, sollten diese Ziele auch noch messbar sein und ein Datum bekommen.

Wenn Sie Probleme haben, Ihre Ziele zu formulieren oder durch checkered-flag-309862_640häufige Misserfolge im Leben immer wieder demotiviert wurden, suchen Sie sich Unterstützung. Manchmal können ein paar Coaching-Sitzungen ware Wunder bewirken, damit Sie Ihr Licht wieder leuchten lassen und Selbstvertrauen und Zuversicht finden, um eigene Ziele zu formulieren. Gönnen Sie sich die Unterstützung auch, wenn nicht gleich alles auf Anhieb klappt.

Tipp 3: Visualisieren Sie Ihre Ziele

sunset-787826_640Wenn es um ein Sparziel geht, überlegen Sie sich wie Sie dieses genießen werden. Überlegen Sie sich, wie Sie Ihren Ruhestand erleben wollen. Was wollen Sie unternehmen oder welches Hobby möchten Sie noch beginnen? Und dann malen Sie ein Bild davon. Malen Sie Ihre Traumreise oder Ihr Traumhaus oder machen Sie eine Collage aus zusammengesuchten Bildern. (Das muss keinem hohen künstlerischen Anspruch genügen. Es ist nur für Sie.)

Auch wenn sich das jetzt „esoterisch“ finden, probieren Sie es doch einfach mal aus. Solche Visualisierungen habe eine große Wirkung für die innere Programmierung. Ein Bild zu malen, ist nun wirklich kein allzu großes Risiko. Sie müssen es ja den anderen nicht zeigen und können mit dem Malen warten, bis die Familie aus dem Haus ist.

Tipp 4: Suchen Sie sich Unterstützung

Aus der Gesundheitspsychologie ist bekannt, das soziale Unterstützung wichtig ist, wenn Menschen etwas in Ihrem Leben verändern wollen. Suchen Sie sich Menschen, die bereit sind Ihre Erfahrungen mit Ihnen zu teilen ohne Ihnen Ratschläge zu erteilen.

Vermögensaufbau für FrauenOder suchen Sie sich eine gute Finanzberatung und zahlen Sie  ein Honorar dafür. Das reduziert das Risiko an unseriöse Produktverkäufer zu geraten. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzten und scheuen Sie sich nicht, Fragen zu erstellen.

Sie wissen doch: Es gibt eine dummen Fragen, nur dumme Antworten.

Tipp 5: Vereinbaren Sie Termine

Termine oder auch „Deadlines“ sind wichtig, um Vorhaben zu konkretisieren und nicht aus den Augen zu verlieren. Vereinbaren Sie deshalb unbedingt Termine mit sich selbst, mit Ihrer Finanzplanerin oder Coach, Steuerberaterin oder wer auch immer gerade an der Reihe ist, damit Sie einen gewissen Handlungsdruck haben. Das hilft ungemein gegen Prokastination. (Das ist das Fremdwort für Aufschieberitis.)

Und wenn Sie wirklich mal einen Termin nicht halten könnten, greifen Sie zum Telefon und verschieben ihn einfach. Das ist kein Grund vor lauter Scham im Boden zu versinken. Auch Beraterinnen sind ja nur Menschen und haben dafür Verständnis.

Und noch ein Extra-Tipp:

possible-410241_640Lassen Sie sich nicht entmutigen. Weder durch anfängliche Misserfolge noch durch die negativen Äußerungen Ihrer Mitmenschen oder die Beiträge in den Medien. Mit schlechten Nachrichten lässt sich leider nun mal gutes Geld verdienen.

Und hören Sie nicht auf alle klugen Ratschläge und Finanztipps. Was für andere gut und richtig ist, muss für Sie noch lange nicht passen. Die einschlägigen Verbraucherschutz-Medien haben nämlich hilfsweise den „Otto-Normalverbraucher“ kreiert.

Finden Sie, dass Sie wie „Otto-Normalverbraucher“ aussehen?

Wichtig ist, dass Sie wieder Vertrauen und Zuversicht in Ihre eigenen Entscheidungen entwickeln und Ihre Intuition stärken. Los geht’s

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen für Ihre Ziele, Pläne, Vorhaben und Maßnahmen viel Erfolg und gutes Gelingen.

Herzlichst

Ihre

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

Die Sicherheitsillusion mathematischer Modelle oder wie Sie bessere Finanzentscheidungen treffen

Das tiefe Sicherheitsbedürfnis

In Zeiten von Flüchtlingskatastrophen, Terroranschlägen und  wirtschaftlichen Krisen wird das Bedürfnis nach Sicherheit bei den Menschen besonders groß. Das gilt auch für die Ersparnisse. Besonders den Deutschen wird ein großes finanzielles Sicherheitsbedürfnis nachgesagt.

Gehören Sie auch zu den Menschen, die Aktien für Teufelszeug halten?

Horten auch Sie Ihr Geld auf Sparbüchern, Tagesgeldkonten und in anderen vermeintlich sicheren Anlageformen, um ja keinen Cent zu verlieren?

Und sind frustriert, weil es keine Zinsen mehr gibt?

Glauben Sie, Ihr Geld ist dort in Sicherheit?
Was ist eigentlich wirklich sicher?

Mit Mathematik die Vergangenheit fortschreiben

Wegweiser Sicherheit RisikoIn kaum einer Branche und Wissenschaft bemühen sich  Experten mehr um todsichere Prognosen wie in der Finanzwirtschaft und in der Wirtschaftswissenschaft.  Risikovermeidung ist das oberste Gebot –  Ja kein Geld verlieren das Ziel. Dafür werden Algorithmen programmiert, mathematische Modelle konstruiert und Computergestützte Risikomodelle implementiert.

Genau hier beginnen die Probleme: Da füttern Menschen die Computer mit Daten, um Risiken berechnen zu können. So als könnten Sie dann in die Zukunft schauen. Kann das funktionieren? Können Experten wirklich vorhersagen, wie sicher eine Geldanlage ist? Wie machen Sie das?

Ist das nicht ein bisschen wie Alchemie?

Value at Risk (VaR)

ball-862122_640Ein sehr beliebtes Mathematisches Modell ist die Value at Risk (VaR) oder Wert im Risiko Methode. Das von JP Morgan in den Neunzigern entwickelte Modell nutzt die Statistik, um das Risiko für eine Finanzposition zu errechnen, beispielsweise für ein Portfolio von Wertpapieren. Der VaR gibt an, welche Verlusthöhe (Maximalverlust) innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.

Das könnte so lauten: Zu 95 Prozent der Fälle wird dieses Portfolio aus Aktien, Renten und Rohstoffen im Wert von 100 Millionen Euro in einem Zeitraum von einem Monat einen maximal erwarteten Verlust von fünf Millionen Dollar aufweisen.

Klingt gut oder?

Das Angenehme daran ist, dass diese hoch komplexe Computerberechnung, die mit vielen Daten, Zahlen und Fakten aus der Vergangenheit gefüttert wurde, dann doch letztendlich nur eine Zahl ausspuckt, nämlich den erwarteten Maximalverlust.

sunset-787826_640„Das verstehen auch Banker, die sich mehr mit ihrem Golfhandicap als mit höherer Mathematik beschäftigen.“,

so schrieb zumindest das Handelsblatt.

 

Von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen

Problematisch ist die Grundannahme, die der ganzen Sache zugrunde liegt: Wahrscheinlichkeitsrechnung auf Basis der Statistik setzt voraus, dass die Zukunft genauso oder zumindest sehr ähnlich wie die Vergangenheit wird.

cube-689618_640Das mag ja bei einem Würfel noch funktionieren. Der hat sechs Seiten und ob sie ihn nun hundert Mal oder tausend Mal durch die Gegend kullern, ändert nicht viel an der Wahrscheinlichkeit eine sechs zu würfeln. (Es sei denn, Sie feilen an ihm herum…)

Doch in der Finanzwelt sieht es anders aus. Selbst wenn Sie einen Computer hätten, der so groß ist wie die ganze Erde, wäre das Ergebnis nicht sehr sicher, denn die Welt ändert sich ständig. Da kann das Fortschreiben der Vergangenheit zu großen Fehlern führen. Das hat auch die letzte Finanzkrise sehr deutlich gezeigt. Da gingen die Ratingagenturen weiterhin von der Annahme steigender Immobilienpreise aus, um die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen im amerikanischen Hypotheken-Sektor zu berechnen. Dass auch die Immobilienmärkte keine Einbahnstraße sind, schienen diese Experten nicht auf dem Schirm zu haben.

Der Faktor Mensch

Es bleibt auch immer ein unkontrollierbarer Faktor: der Mensch. Menschliches Verhalten – und um nichts anderes handelt es sich bei dem Ausbruch einer großen Wirtschaftskrise -, lässt sich nicht mit mathematischer Präzision voraussagen.

Genauso absurd ist die Erwartung, mit dem VaR-Modell die Verlustverteilung in einem Portfolio mit 95-prozentiger Sicherheit für einen längeren Zeitraum berechnen zu können. Das wäre ungefähr so, als würden die Meteorologen das Wetter für die nächsten 365 Tage prognostizieren. Beim Wetter erwartet das kein Mensch, aber bei den Entwicklungen an den Finanzmärkten wird   von dieser Annahme ausgegangen.

Wie sicher ist denn nun Ihr Geld auf dem Sparkonto?

Kontoauszug, Kontoauszüge, Bank, Postbank, Papier, Kreditinstitut, Soll, Haben, Saldo, Guthaben, Girokonto, Bankgeschäfte, bargeldloser Zahlungsverkehr, SEPA, Wertstellung, IBAN, BIC, Kontonummer, Euro, EUR, Dispositionskredit, Dispo, Zinssatz, Überziehung, geduldete Überziehung, Umsatz, Umsätze, Zinsen, Sparen, Sparkonto, Buchung, Finanzstatus, Geld, Kontostand, Minuszins, Minuszinsen, Negativzins, Negativzinsen, Negativverzinsung, Unschärfe, Hamburg, Januar 2015, Bild Nr.: N49207

Die Modelle waren ursprünglich auf kurze Zeiträume ausgelegt. Gerechnet wurde für einen Handelszeitraum von einem Tag oder einem Monat. Vor allem gaben sie nicht vor, fast hundertprozentige Sicherheit zu erreichen. Das geschah erst, als sich die Aufsichtsbehörden dazu entschlossen, VaR zum Präzisionsinstrument für die Messung von Risiken im Kreditportfolio einer Bank für die Dauer eines Jahres zu machen. Doch gerade in einer Krise wie der Subprime-Krise 2008 erwiesen sich die Parameter als höchst unzuverlässig, denn viele der Parameter verhielten sich ganz anders als dies in den Modellen angenommen wurde.

Auch deutsche Banken verwenden Value-at-Risk-Modelle zur Berechnung der bankaufsichtlichen Eigenmittelunterlegung für die Marktpreisrisiken des Handelsbuchs. Zwar sind die Auflagen seit der Krise noch einmal verschärft worden. Doch vom Grundsatz her hat sich nicht viel geändert.

Wie sicher nun die Überlebensfähigkeit unserer deutschen Banken in der nächsten Krise sein wird, ist eine andere Frage. Doch bisher war das Geld dort sicher.

Könnte das eine Sicherheitsillusion sein, der Sie unterliegen?

Die Truthahn-Illusion

Turkey in the saucepanDie Truthahn-Illusion ist ein Begriff aus der Verhaltsökonomik, der Risikointelligenz berschreibt. Aus Sicht des Truthahns wird die Wahrscheinlichkeit, gefüttert und umsorgt zu werden und in Sicherheit zu sein von Tag zu Tag größer, da er keinerlei andere Erfahrung macht. Mit jeder Fütterung steigt sein Vertrauen und seine gefühlte Sicherheit, bis plötzlich Thanksgiving vor der Tür steht. Der Mann, der ihn solange umsorgt hat, kommt plötzlich nicht mit dem Futter sondern mit dem Messer .

Genauso unterliegen immer wieder Menschen dieser Truthahn-Illusion . Wer konnte sich schon vorstellen, dass eine Bank wie Lehman Brother pleite macht. Sogar die Experten gingen ja von weiterhin steigenden Immobilienpreisen aus vor der Subprime-Finanzkrise.

Wie gewinnen Sie Sicherheit bei Ihren Finanzentscheidungen?

Eine Sache ist absolut sicher: Sie wissen nicht mit 100 %iger Sicherheit, was morgen passiert. Jedenfalls nicht bis ins letzte Detail. Sie können vielleicht eine 95 %ige Wahrscheinlichkeit erreichen, wenn Sie nicht aus dem Haus gehen, nicht die Tür öffnen, auf keinen Fall den Gasherd betätigen und am besten den ganzen Tag im Bett bleiben.

Trotzdem könnte theoretisch immer noch das Haus über Ihnen zusammen brechen!

Genaus so sieht es mit Ihren Finanzentscheidungen aus.

Wenn Sie Ihr Geld zu 100 % auf dem Tagesgeldkonto parken oder alles immer nur ins Eigenheim stecken, ist das so , als ob Sie das Haus nicht mehr verlassen, aber trotzdem nicht wirklich sicher sind. (Sie wissen zumindest nicht sicher, ob Sie so das Risiko der Altersarmut verhindern können.)

Bei dieser Frage geht es also nie darum, wie Sie jeglichen Verlust vermeiden.

Es geht vielmehr um die Frage,

  • wie Sie mit überschaubaren Risiken Ihr(e) Ziel(e) erreichen,
  • wie Sie Ihre Zahlen im Blick haben und wissen, an welchen Stellschrauben Sie drehen können oder müssen,
  • wie Sie (wieder) selbst das Steuer in die Hand nehmen und sich dadurch sicher und weniger ausgeliefert fühlen.

Mehr Entscheidungskompetenz für mehr Entscheidungssicherheit

Statt sich auf die Aussagen anderer und die Berechnungen mathematischer Entscheidungsmodelle zu verlassen und dann vielleicht verlassen zu sein, trainieren Sie Ihre Finanz-und Entscheidungskompetenz. Gehen Sie auch mal ein (überschaubares) Risiko ein und machen Sie sich bewusst, welche Risiken Sie unbewusst schon eingegangen sind.

  • Lassen Sie sich von Ihrer Finanzplanerin oder Ihrem Finanzplaner ausrechnen, wie Sie Ihr(e) Finanz-Ziel(e), beispielsweise die gewünschte Rentenhöhe,  erreichen können.
  • Lassen Sie ausrechnen, wie viel Geld Sie monatlich dafür zurücklegen müssen je nach angenommener Rendite und Besteuerung?
  • Ermitteln Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft und entscheiden Sie dann, wie viel Risiko Sie eingehen wollen.
  • Machen Sie sich zur Gewohnheit, diese Zahlen alles zwei bis drei Jahre überprüfen zu lassen
  • Treffen Sie klare Entscheidungen, wofür Sie sparen und trennen Sie diese „Töpfe“
  • Überprüfen Sie Ihre Finanzanlagen hinsichtlich der angestrebten Ziele und der eingegangenen Risiken regelmäßig mindestens einmal pro Jahr
  • Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es am Anfang noch nicht so klappt oder Sie noch nicht den Zielerreichungs-Betrag zurücklegen können, aber verlieren sie die Sache nicht aus den Augen

Laut Professor Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung helfen mathematische Modelle in einer Welt der Unsicherheit nicht weiter, da die zugrunde gelegten Parameter und Daten viel zu gering sind um realistische Aussagen zu treffen. Stattdessen brauchen Menschen bei Finanzanlagen einfache Regeln  und vor allem eine solide Basis an Wissen und gefühlter (Selbst-)Sicherheit mit den Finanzthemen.

Wer könnte diese Regeln besser festlegen und umsetzen als Sie selbst?

Was tun wenn es nicht so klappen will?

Wie FinanzCoaching die Intuition stärken kann

Job interview or business meeting under two woman sitting at desk: adviser and customer.

Manchmal klappt es nicht so mit dem Geld und den Finanzen wie erhofft. Obwohl Sie sich doch die aller größte Mühe geben.

Woran kann das liegen?

Haben Sie schon einmal negative Erfahrungen mit Geld oder Finanzthemen gemacht? Dann geht es Ihnen wie viele Menschen. Oft werden negative Erfahrungen in die Zukunft fortgeschrieben oder bestimmte Verhaltensweisen, negative oder positive Eigenschaften werden auf Geld projiziert. Auch das findet meist unterbewusst statt und kann die eigene Finanzentscheidungskompetenz sehr lähmen oder schwächen.

Auch negative Emotionen und Erfahrungen können dazu führen, dass Sie vielleicht unterbewusst nichts mit Finanzthemen zu tun haben wollen, sich nicht genug kümmern oder fast zwanghaft immer wieder die falschen Finanzentscheidungen treffen.

Solche unterbewussten Projektionen, Denkblockaden oder „Erfolgshemmer“ können Sie durch Finanzcoaching auflösen und wieder selbst – bewusst und intuitiv – mit und ohne Geld – das Steuer in die Hand nehmen.

Dafür stehen wir – Lothar Schmidt in Landau und Kornelia Rendigs in Bremen – gerne zur Verfügung. Übrigens: Finanzcoaching funktioniert auch ganz prima als Telefoncoaching.

Nächste Woche wird Lothar Schmidt dann über Finanzentscheidungen in der Partnerschaft berichten und wie sie als Paar auf einen gemeinsamen Nenner kommen können.

Dieser Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

Kennen Sie Ihr finanzielles Risikoprofil?

Wer Geld anlegt oder Kredite aufnimmt, dem geht es, wie im Verkehr. Er muss mit jeder Lage klar kommen. Sowohl an den Märkten wie auch in unserem Leben herrscht mal freie Fahrt, mal Stau und mal Chaos.

Wer sich selber richtig einschätzen kann, vermeidet Kurzschlussreaktionen. Es bringt wenig ständig, die Spur zu wechseln. Und es ist äußerst ungesund, in voller Fahrt aus einem fahrenden Auto zu springen.

In Stress-Situationen zeigen wir oft unser wahres Ich. Dafür müssen wir uns nicht schämen. Wer sich selber gut einschätzen kann, der hat ein solides Fundament und kann mit solchen Situationen souverän umgehen.

Risikoprofil

Es ist gut, sein Risikoprofil zu kennen:

 

Die eigene Risikobereitschaft richtig einzuschätzen.

Die Risikowahrnehmung zu steuern

Die eigene Situation richtig einzuschätzen:

Welches Risiko kann ich tragen ohne zu viel auf’s Spiel zu setzen (Risikotragfähigkeit)?

Oder umgekehrt:

Welches Risiko muss ich eingehen, um überhaupt eine Chance zu haben, mein Ziel erreichen zu können (benötigtes Risiko)?

Sich selber gut einschätzen: Finanzielle Risikobereitschaft

 

Stress Level 1

 

Der Umgang mit Risiko löst Emotionen aus. Unsere Risikobereitschaft wird in der Kindheit geprägt. Auch wenn in Familien gilt „Über Geld spricht man nicht.“, so sind Kinder doch hervorragende Beobachter. Vieles, was uns heute prägt im Umgang mit Geld, haben wir uns von unseren Eltern abgeschaut.

Es gelingt uns selten, unsere finanzielle Risikobereitschaft selber gut einzuschätzen. Das hängt damit zusammen, dass wir falsche Schlüsse ziehen: Wer vom Zehnmeter Brett springt kann trotzdem ein sehr vorsichtiger Anleger sein. Und das unsere Einschätzung von unserer Wahrnehmung verzerrt wird. Das Phänomen, Risiken zu über- oder unterschätzen haben wir bereits an anderer Stelle ausgeführt.

 

Angstfrei in der Risiko-Komfortzone

 

Finanzielle Risikobereitschaft – auch Risikotoleranz genannt – zeigt nicht nur Ihre Fähigkeit mit Risiko umzugehen, sondern auch das Ausmaß von Ängsten.

Risikotoleranz lässt sich definieren,
als das Ausmaß in dem Personen bereit sind Risiken einzugehen, in Erwartung eines besseren Ergebnisses.

Finden Sie für sich die richtige Balance. Wir sprechen hier von Ihrer Risiko-Komfortzone.

Zu geringes Risiko bedeutet: Sie lassen Chancen aus.
Zu hohes Risiko bedeutet: Angst, womöglich Panikreaktionen.

Finanzielle Risikobereitschaft messen

 

Unsere finanzielle Risikobereitschaft ist ein relativ konstantes Merkmal Ihrer Persönlichkeit. Gewöhnlich bleibt sie ein Leben lang gleich, mit der Tendenz im Alter etwas zu sinken.

Es lohnt sich für Sie, Ihre finanzielle Risikobereitschaft zu kennen. Sie lässt sich messen. Ihren Wert können Sie mit dem anderer Anleger vergleichen. Dazu dient die Normalverteilungskurve. Mittlere Werte sind relativ häufig, aber auch extreme Werte sind ganz „normal“. Denn es ist „normal“, dass wir Menschen unterschiedlich sind. Es ist klug, dies bei der Anlage zu berücksichtigen.

Risiko-Profil

 

Was bringt Ihnen wissenschaftlich fundiertes Risikoprofiling?

 

Es bedarf fundierter Kenntnisse in Psychometrik, vieler Testergebnisse und großer Erfahrung, um valide und verlässlich zu messen. Weltweit führend ist der australische Anbieter FinaMetrica.

„Wie leicht können Sie sich anpassen, wenn finanziell etwas schief läuft?“

„Wenn Sie an das Wort „Risiko“ denken, welches Wort fällt Ihnen als erstes ein?“

„Um wieviel dürfte der Gesamtwert Ihrer gesamten Investitionen sinken, bis Sie sich unwohl fühlen?“

Die Antworten auf diese und weitere Fragen ergeben ein Gesamtbild. Ihr Finanzberater kann überprüfen, wie realistisch Ihre Erwartungen sind. Die Antworten auf die Fragen sind gute Anknüpfungspunkte für ein vertieftes Gespräch.

Aufgabe Ihres Finanzberaters ist es, Ihnen ein Portfolio vorzuschlagen, dass Ihrer finanziellen Risikobereitschaft und Ihren Ertragserwartungen entspricht. Bevor es an die Umsetzung geht, sollten Sie und Ihr Finanzberater einen Blick auf Ihre konkrete Situation werfen.

Risikoprofil

Die Eigene Situation richtig einschätzen

 

Risikotragfähigkeit

Wieviel Risiko kann ich mir leisten?

Im Kontext Ihrer Finanzen: Können Sie sich das Risiko leisten, ohne dass es Sie stark beeinträchtigt:

  • Sie Ihren Lebensstandard einschränken müssten
  • Kredite nicht mehr zurückzahlen könnten
  • Sie auf die Hilfe anderer angewiesen wären

Meist besitzen wir ein gutes Gefühl dafür, was nicht passieren darf.

 

Aber auch die umgekehrte Frage nach dem benötigten Risiko ist zu stellen:

Wieviel Rendite (und damit Risiko) benötigen Sie, um Ihr Ziel zu erreichen?

Dahinter steckt die Erkenntnis, dass je höher die angestrebte Rendite, je höher das Risiko.


Die Vermögensformel:
Vermögen (Ziel) = Kapital x Zeit x Zins


Können Sie nicht mehr Geld zur Seite legen oder länger sparen, bleibt Ihnen ggf. nur noch das Risiko zu erhöhen, wenn Sie Ihr Ziel nicht gleich aufgeben wollen.

So ermitteln Sie Ihr persönliches Risikoprofil:

In vier Schritten zu einer angstfreien Anlage

  1. Schritt

Ermitteln Sie zunächst Ihre finanzielle Risikobereitschaft mit einem wissenschaftlich fundierten Risikoprofiling-Test.

  1. Schritt

Werfen Sie mit Ihrem Finanzberater einen Blick auf Ihre konkrete Situation. Prüfen Sie Ihre Risikotragfähigkeit bzw. Ihr benötigtes Risiko.

  1. Schritt

Wählen Sie ein konkretes Portfolio und ausgehend von 1) und unter Berücksichtigung von 2). Es sollte in Ihrer Komfortzone

4.Schritt

Steuern Sie Ihre Wahrnehmung. Schauen Sie regelmäßig, aber nicht zu oft auf die Kurse. Relevant ist nicht, wie sich jedes einzelne Wertpapier entwickelt, sondern Ihr Vermögen in Summe. Meiden Sie den „Nachrichtenlärm“.

Ihr Risikoprofil hilft Ihnen, sich und andere besser zu verstehen. Gerade, wenn Sie gemeinsam mit einem Partner und/oder einem Finanzberater Finanzentscheidungen treffen, ist Risikoprofiling besonders wertvoll. Hierzu mehr im nächsten Artikel in vierzehn Tagen.

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
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Von Angsthasen und Helden

BLOG-Serie: Risiken verstehen und besser entscheiden

Wussten Sie eigentlich, dass die Risikobereitschaft bei unterschiedlichen Menschen auch sehr unterschiedlich ausgeprägt ist?

O.k. das war jetzt eher eine rhetorische Frage.

Hase Kaninchen Vektor von der SeiteJa natürlich kennen wir alle die „Angsthasen„, die sich früher nicht mal trauten, vom Startblock zu springen und die „Tollkühnen„, die gleich auf den Fünfer kletterten. Die  „Mutigen“ waren meist solange die „Helden“ bis sie sich mal wehgetan hatten. Dann waren sie plötzlich nur noch die Leichtsinnigen oder …… – was auch immer.

Schwarz-Weiss Denken

Offensichtlich lieben wir Menschen Schubladen, Kategorien und Extreme. Das macht das Leben einfacher. Und wir neigen ein bisschen zu Schwarz-Weiß-Malerei. Kennen Sie das auch? Ich will mich davon nicht frei sprechen. Das scheint in den Genen zu stecken. Wahrscheinlich war das in der Steinzeit wichtig, um blitzschnell lebenswichtige Entscheidungen treffen zu können.

Angst und Gier

vector illustration of a smiling financial shark and a frightened piggy bank

So ähnlich ist es nun auch bei der Geldanlage.  Auch da gibt es vemeintlich „ängstliche“ und „mutige“ Anlegerinnen. Gewinner sind meistens die Mutigen, weil sie höhere Renditen erzielen. Meistens –  nicht immer. Wenn Sie eine  Bauchlandung machen, dann heißen sie schnell die „Gierigen“.

Denn an der Börse wird zwischen „Angst“ und „Gier“ unterschieden. Obwohl da auch noch ganz andere Faktoren zum Tragen kommen. Das hatte ich in meinem Artikel zum Herdentrieb bereits beschrieben. Menschen laufen mit der Herde, weil sie sich dort sicher fühlen, nicht nur aus Gier.

Der blinde Fleck

Von Angst zum Mut als Konzept auf einem Straßenschild

Doch zwischen „schwarz“ und „weiß“ oder“ Angst“ und „Mut“ oder wie auch immer Sie es nennen , liegen viele verschiedene Nuancen. Und genau hier liegt der blinde Fleck. Die Risikobereitschaft – auch die finanzielle – ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Sie ist quasi angeboren, wie die Augen- oder Haarfarbe oder das Temparament.

Deshalb können Sie sich auch eine höhere Risikobereitschaft nicht antrainieren. Das wäre so, als wollten Sie sich eine andere Haarfarbe antrainieren. Das würde bei der Haarfarbe auch niemand von Ihnen erwarten. Bei Geldanlagen sieht das etwas anders aus. Vom Verbraucherschützer über Bank- und Finanzberater bis zu den Medien, erzählen Ihnen alle, was Sie tun müssten und was Sie lassen sollten. Doch ist das auch, was Sie wollen und brauchen?

Der kleine Unterschied

Rope jumping.Dazu kommt noch ein anderer Aspekt. Ob ein Mensch todesmutig von einem Berg springt, sagt überhaupt rein gar nichts darüber aus, ob er auch bei seiner Geldanlage eine hohe Risikobereitschaft besitzt. Das sind zwei Paar ganz verschiedene Schuhe. Also schließen Sie nicht einfach von Ihrer körperlichen Risikobereitschaft auf Ihre finanzielle Risikobereitschaft. Das könnte fatale Folge haben, wenn Sie dann bei der nächstbesten Krise Torschlusspanik bekommen und Fehlentscheidungen treffen.

Es gibt auch noch eine soziale, ethische oder unternehmerische Risikobereitschaft. Auch da kann die Ausprägung jeweils ganz unterschiedlich sein und ganz anders als bei der finanziellen Risikobereitschaft. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.

Das Dilemma

Nun fragen Sie sich vielleicht, wozu das alles wichtig ist. Wozu sollten Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft kennen? Eigentlich wollen Sie doch überhaupt gar kein Geld verlieren. Es soll einfach sicher angelegt sein.  Aber was heißt schon sicher?

sinkende ZinsenWenn die Zinsen inzwischen so niedrig sind, dass Sie bei einer vermeintlich sicheren Geldanlage nicht mal mehr den Kaufkraftverlust durch die Inflation ausgleichen können, ist das dann sicher? Es fühlt sich sicher an, weil die Zahlen auf dem Konto die gleichen bleiben. Da steht kein Minus auf dem Kontoauszug. Doch in Kaufkraftverlust sieht das anders aus.

Eigentlich müssten Sie also ein höheres Risiko eingehen, um Ihre finanziellen Ziele für den Ruhestand, die Ausbildung der Kinder oder für andere Ziele erreichen zu können.

Theoretisch wissen Sie ja auch, dass sich die Aktienkurse in der Vergangenheit immer wieder erholt haben und dass die Renditen langfristig höher waren als bei verzinslichen Anlagen. Sie müssen das dann bloß eine Zeit lang aushalten können, wenn es mal nach unten geht.

Die richtige Mischung macht’s

Comfort Zone written on a wooden cube in office deskUnd genau da liegt das Problem. Wenn dieser „gefühlte Verlust“ oder das Minus vor den Zahlen nun so weit außerhalb ihrer Komfortzone liegt, dass Sie jetzt die Panik ergreift und Sie fluchtartig, dass Börsenparkett verlassen bzw. Ihre Aktien oder Fonds verkaufen, dann machen Sie wirklich Verluste. Denn dann geben Sie den Aktien nicht mehr die Chance, sich wieder zu erholen.

Das Problem der Messbarkeit: Wieviel Risikoanteil ertrage ich überhaupt

Deshalb ist es ganz wichtig, dass Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft kennen, damit Sie genau wissen innerhalb welcher Grenzen Ihre Komfortzone liegt und Sie ein Minus auf dem Konto auch mal vorübergehend aushalten können. Auch Ihr Berater oder Ihre Beraterin sollte diese Komfortzone kennen, um Ihnen den geeigneten Anlagevorschlag anbieten zu können.

Doch wie ermitteln Sie Ihre eigene finanzielle Risikobereitschaft? Dafür gibt es ja keine Messlatte und kein Thermometer.

Auch dafür gibt es eine Lösung. Diese verrät Ihnen mein Kollege Lothar Schmidt nächste Woche in der nächsten Ausgabe unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

„Hilfe die Welt geht unter“: Wie Wahrnehmungs-Risiken den Blick verstellen

BLOG-Serie: Risiken verstehen und besser entscheiden

So wie es unterschätzte Risiken gibt, so gibt es auch überschätzte Risiken.

Gehören Sie auch zu den Menschen, die Aktien für etwas sehr „Gefährliches“ halten und in der ersten Jahreshälfte 2015 fürchteten, der EURO würde untergehen und mit ihm der Rest der Welt?

Das ist nicht weiter verwunderlich. Es ist immer eine Frage der Wahrnehmung, wie Sie ein Risiko bewerten und wie stark Geschäftsmann steht vor leuchtendem Euro-Portal in einer Griechenland-Wandes Ihnen Angst macht und Unbehagen verursacht. Wenn ein Thema so präsent ist in den Medien, dann ist es kein Wunder, dass es Ihre volle Aufmerksamkeit hat. Dazu kommt noch die Macht der Worte. Die Berichterstattung über die Griechenland- und EURO-Krise war ja nicht gerade sachlich. Mit der Angst lässt sich nun mal gutes Geschäft machen. Das wissen auch die Menschen, die ihre Geschichten verkaufen müssen.

Besonders Großereignisse, von denen viele Menschen betroffen sind, erregen besonders unsere Aufmerksamkeit. Obwohl jedes Jahr viel mehr Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr tödlich verunglücken als bei Flugzeugunglücken, wird ein einziger Flugzeugabsturz viel stärker und beängstigender wahrgenommen. Das liegt daran, dass es so viele Opfer auf einmal gibt und dass dies unserer Betroffenheit viel stärker weckt als die über das Jahr verteilten Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang.

Bei den Kursschwankungen an den Aktienbörsen ist es ähnlich. Viele Menschen sind betroffen und die Kursverluste werden dazu noch viel stärker wahr genommen als die Kursgewinne. Alle Medien auf allen Kanälen berichten, als hätte der Weltuntergang bereits begonnen. Kein Wunder also, wenn Sie Aktien für gefährlich halten.

Verlustaversion – loss aversion

collapseBei den Kursschwankungen an den Börsen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Jeder Verlust wird viel stärker wahrgenommen als ein Gewinn. Wahrscheinlich geht es Ihnen auch so, dass Sie sich über Verluste viel mehr ärgern, als Sie sich über Gewinne freuen. Beispielsweise ärgert man sich über den Verlust von 100 € mehr, als man sich über den Gewinn von 100 € freut.

Herausgefunden haben dies der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann und sein Kollege Amos Tversky und als Verlustaversion (englisch: loss aversion) bezeichnet.

Das führt dazu, dass Kursschwankungen an den Börsen gegenüber anderen Verlustrisiken sehr stark überbewertet werden. Obwohl sich die Aktienkurse erfahrungsgemäß wieder erholen, nehmen viele Menschen lieber den inflationsbedingten permanenten Wertverlust in Kauf.

Soziale Risiken

Haben Sie auch schon mal erlebt,  dass Ihnen jemand sehr überzeugend einen Sachverhalt erklärt hat. Und obwohl Sie nichts als „Bahnhof“ verstanden haben,  trauten Sie sich nicht nachzufragen? Sie hatten Angst, „blöde Fragen“ zu stellen, weil Sie befürchteten, dass Sie dann inkompent wirken könnten? Oder Sie hatten Schamgefühle, fühlten sich vielleicht begriffsstutzig?  Gerade bei komplexen Finanzmarktprodukten haben sich in der Vergangenheit viele Anleger nicht getraut, kritisch nachzufragen. Dabei waren die Banker häufig selbst nicht in Lage, diese Produkte richtig zu verstehen, geschweige denn zu erklären.

SchafherdeAuch wenn der Herdentrieb einsetzt wird es häufig problematisch. Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen, als bei einer Geburtstagsfeier in der Nachbarschaft sämtliche Gespräche nur noch um Aktien und Neuemmissionen kreisten. Wer da noch nicht mal ein Aktiendepot besaß und nie eine Emission gezeichnet hatte, stand doch ziemlich blöd dar.  Wie langweilig und von gestern war da  meine Investmentfonds-Philosophie. Ein Jahr später bei der nächsten Geburtstagsparty sprach niemand mehr darüber. Zu groß waren nun die Schamgefühle.

Die Angst, ein soziales Risiko einzugehen, mal nein zu sagen, wenn die anderen wie eine Hammelherde dem Trend nachlaufen oder oder auf einer Party mal die Außenseiterin zu sein, weil die eigene Investment-Philosophie anders aussieht, wird häufig überschätzt. Da funktioniert unser Gehirn häufig noch wie in der Steinzeit, als es den sicheren Tod bedeutet hätte, aus der Horde außengestoßen zu werden. Wenn Sie  Angst haben, Ihren Finanzberater als Freund zu verlieren, wenn Sie mal kritisch nachfragen oder sogar nein sagen, dann könnte es gut sein, dass Sie dieses sozial Risiko in Relation zu möglichen Verlust weit überschätzen. Auch „Nein-Sagen“ ist lernbar und verringert dauerhaft die Angst vor dem sozialen Risiko.

 Das Fehlentscheidungsrisiko

Eine Frau mit offenen Rechnungen hat viele Schulden. Arbeitslosigkeit und Privatkonkurs

Die Angst vor einer Entscheidung, die sich im Nachhinein als falsch erweisen könnte, lässt Menschen häufig so lange abwarten und verharren, dass sie nicht mehr rechtzeitig reagieren können und  zum Opfer der Ereignisse werden. Nicht nur im Finanzdienstleistungssektor wird heutzutage lieber einem mathematischen Modell oder einem Algorithmus das Entscheiden und Handeln überlassen, als selbst eine Entscheidung zu treffen. Dann liegt die Verantwortung bei anderen, wenn es schief geht. Oder der Fehler lag eben im System. Viele Menschen treffen lieber erst gar keine Anlageentscheidung aus Angst vor einem Fehler. Obwohl auch keine Entscheidung zu treffen, ja eine Entscheidung ist, nämlich die Entscheidung dafür, sich zu entscheiden. Deshalb ist das Risiko eine Fehlentscheidung zu treffen in aller Regel völlig überbewertet.

Also treffen Sie ruhig Entscheidungen, lieber viele kleine als gleich die ganz Große, denn wir Menschen lernen hauptsächlich aus unseren Fehlern. Wer viele Fehler macht, lernt auch viel und wer häufig Entscheidungen, gewinnt Entscheidungssicherheit. Nur Mut!

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

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