Wie Sie Risiko vermeiden ohne sich aller Chancen zu berauben

BLOG-Serie: Risiken verstehen und besser entscheiden

Gastblog von Lothar Schmidt „ls-finanzcoaching.de“

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Ist es nicht erschreckend, wie viele Risiken bei Finanzentscheidungen lauern? Lähmt Sie der Gedanke? Haben Sie Angst, etwas falsch zu machen?

Das muss nicht sein. Sie haben es in der Hand, Risiken zu reduzieren oder gar zu vermeiden.

Risiken gibt es in allen Lebensbereichen. Sie halten uns nicht davon ab,

  • am Straßenverkehr teilzunehmen, trotz Lebensgefahr – ZIEL: von A nach B kommen
  • Wohnungen zu beziehen, trotz Einbruchsgefahr – ZIEL: eigenes zu Hause
  • Sport zu treiben, trotz Verletzungsgefahr – ZIEL: Fitness

Ist das Ziel attraktiv genug, relativieren sich Risiken. Wo ein Risiko ist, ist eine Chance.

Jeder Anfang ist schwer. Doch mit zunehmender Erfahrung weicht Komplexität der Routine. Wir lernen, mit Risiken intuitiv umzugehen. Wir fürchten uns nicht länger, sollten aber aufmerksam bleiben.

Nehmen Sie sich Zeit

Erinnern Sie sich, wie Sie Ihr letztes Handy, den letzten Urlaub oder Ihr Auto ausgesucht haben? Wie viel Prospekte haben Sie gewälzt, wie viele Geschäfte besucht, wie viele Zeitschriften gelesen?

Und wann haben Sie zuletzt mit Ihrem Finanzberater gesprochen? Haben Sie sich da auch so viel Zeit genommen? – Nein? Warum nicht?

War es nicht wichtig?

Oder hat es einfach nicht so viel Spaß bereitet wie Handy, Urlaub oder Autokauf?

War es gar zu wichtig und damit zu überwältigend?

War es zu abstrakt und wenig greifbar?

Portrait Of A Couple Sitting On Couch Enjoying Success

Der Sinn von guten Finanzentscheidungen ist es, Ihnen mehr Zeit und Geld für die Dinge im Leben zu verschaffen, die Ihnen wirklich wichtig sind.

Nehmen Sie sich Zeit. Investieren Sie diese Zeit in Ihren Entscheidungsprozess.

  • Fragen Sie sich, was Sie konkret brauchen, um entscheiden zu können.
  • Definieren Sie erst Ihr konkretes Ziel bevor Sie eine Lösung suchen.

Vermeiden Sie Unklarheiten

 

Sind Sie sicher, dass Ihr Gesprächspartner das Gleiche unter „Risiko“ versteht wie Sie?

Halb leer - halb voll - Alles Ansichtssache

Ist Ihnen bewusst, was Sie selber unter „Risiko“ verstehen?

Ist Ihnen bekannt, was Ihr Gesprächspartner unter „Risiko“ versteht?

Was, wenn Ihr Partner oder Finanzberater mit dem gleichen Wort „Risiko“ etwas ganz anderes meinen: Gefahr – Chance – Ungewissheit – Ereignis – Gefühl …?

Gleichen Sie im Gespräch Ihre Sichtweisen ab. Suchen Sie eine Lösung mit der alle Seiten leben können. Nutzen Sie wissenschaftlich fundiertes Risikoprofiling als Basis für Ihr Gespräch.

Bedenken Sie die Folgen

Spekulieren Sie nicht, wie wahrscheinlich ein Ereignis eintritt. Oftmals sind Sie ohnehin befangen. Ein Drittel aller Ehen wird geschieden, doch die wenigsten Menschen glauben, dass es ihnen passieren wird.

Konzentrieren Sie sich auf die Auswirkungen.

Was bedeutet eine Scheidung für Ihr Familienwohnheim und den Kredit? Verlieren Sie Ihr Haus, nur, weil Sie sich nicht einig sind? Kann ein Ehevertrag das verhindern?

Welche Erbschaftssteuer löst Ihr Tod aus und sind Ihre Erben in der Lage diese zu bezahlen?

Woher beziehen Sie Ihr Einkommen, wenn Sie nicht mehr arbeiten? Woraus können Sie Ihren Lebensunterhalt bestreiten? Sind Sie bereit sich einzuschränken?

Halten Sie die Auswirkungen klein

Die Dosis macht das Gift. Zuviel auf eine Karte setzen kann „tödlich“ sein.

Streuen Sie Ihr Risiko indem Sie breit streuen. Bevorzugen Sie Fonds statt Einzelwerte.

Meiden Sie Klumpen-Risiken. Wer bei BASF arbeitet, von BASF eine Betriebsrente bezieht, BASF-Aktien besitzt und BASF-Anleihen und dazu noch ein oder mehrere Immobilien am BASF-Standort, der hat ein Klumpen-Risiko. – Wie anfällig auch Weltkonzerne sind ,erleben gerade die Mitarbeiter bei VW.

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Finanzierung auf Kredit erhöht das Risiko.

Wer nicht liquide ist, hat keine Handlungs-Optionen mehr.

 

Schätzen Sie Ihre Möglichkeiten realistisch ein

Es ist gesunder Menschenverstand gefragt:

Nur was Sie verstehen, können Sie kontrollieren.

Sie sind nicht Warren Buffet oder ein Hedgefonds. Viele Vorbilder haben ganz andere Ressourcen (Geld, Beziehungen, Informationen, Erfahrungen …).

Nehmen Sie sich nichts vor, was Sie nicht leisten können: Regelmäßige Transaktionen, richtiges Timing, permanente Überwachung.

Kalender gute Vorstze

Nur was Sie durchhalten hat die Chance, nachhaltig erfolgreich zu sein. Wie wichtig sind Ihnen Ihre Finanzen? Haben Sie eine Strategie, die Sie motiviert?

Schwankungen und Verluste dürfen nicht dazu führen, dass Sie Ihre angstfreie Zone verlassen. Geraten Sie erst einmal in Panik, besteht die Gefahr aus dem fahrenden Zug zu springen. Das geht selten gut. Testen Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft und stellen Sie Ihre Anlage darauf ab.

Holen Sie sich Unterstützung

 

Immer wenn viel auf dem Spiel steht ist es sinnvoll einen Spezialisten einzuschalten:

Mortar board and diploma isolated on white.

  • Fehlende Übersicht

Ein Finanzplaner zur Standortbestimmung und um Szenarien zu rechnen

  • Ihr gesamtes Vermögen

Ein Notar oder Fachanwalt für Erbrecht hilft Testament, Ehevertrag, Vollmachten aufzusetzen.

  • Ihr künftiges Lebenseinkommen

Eine Maklerin hilft die richtige Berufsunfähigkeits-Versicherung zu finden.

  • Auslandsinvestments

spezialisierte Steuerberater / Anwälte kennen ausländisches Recht (Ferienimmobilie, Beteiligung)

  • Ihre Strategie und Ihr Seelenfrieden

Ein Finanzcoach hilft Ziele zu finden, Risikobereitschaft zu klären, Tun zu reflektieren

 

Weniger ist mehr

 

Perfektionismus ist fehl am Platz

Wir neigen dazu, immer das Beste haben zu wollen. Nicht wenige Menschen zögern, Finanzentscheidungen zu treffen aus Angst, es später zu bereuen. Was, wenn es doch noch eine bessere Möglichkeit gegeben hätte?

Bezüglich der Zukunft herrscht Ungewissheit. Keiner weiß heute mit Gewissheit, welche Anlageform auf Sicht von zehn Jahren die bessere ist. Erst in zehn Jahren werden wir das rückwirkend feststellen. Das ist der Grund warum ich Sie nicht zu einer Anlageform missionieren will, wie so viele Finanzberater. Meine Maxime lautet stattdessen. Tun Sie das, was Sie am meisten motiviert zu sparen. Dann werden Sie in zehn Jahren mehr haben, als der Perfektionist, der sich nicht entscheiden kann oder zwischendurch aus Unsicherheit die Pferde wechselt.

Gras wächst nicht schneller, wenn Sie daran zupfen

Schauen Sie regelmäßig, aber weniger oft hin. Ihr Lohn wird mehr Ruhe und Gelassenheit sein.

 

Sie haben wichtige Eventualitäten durchdacht. Haben ein robustes Portfolio und die gröbsten Fehler vermieden. Machen Sie sich nicht selber nervös. Je öfter Sie nachschauen, je mehr Schwankungen werden Sie sehen, je eher die Gefahr die Ruhe zu verlieren.

Das gleiche gilt für Nachrichten. Wer alle Nachrichten aufnimmt, der verliert leicht die Orientierung. Schalten Sie den Nachrichtenlärm runter, nur dann hören Sie die wichtigen Signale.

So erreichen Sie Ihre Ziele und vermeiden die größten Risiken auf dem Weg dorthin.

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Nächste Woche geht es weiter mit dem Thema Risikobereitschaft und wozu es wichtig ist, die eigene Risikobereitschaft zu kennen.

Herzlichst

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
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