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Equal Pay Day – 5 Gründe warum Finanzplanung für Frauen so wichtig ist

 

Am 18. März ist wieder Equal Pay Day.  Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren und ich kann Sie nur herzlich ermutigen, an einer der zahlreichen Veranstaltungen teilzunehmen.

Noch immer werden Frauen schlechter bezahlt als Männer. Das ist schlimm. Ungerecht ist es auch.

Doch Rechte allein genügen oft nicht, um Unterschiede auszugleichen. Es gehört auch Verantwortung dazu, um die eigenen Rechte wahrzunehmen. Frauen kümmern sich nicht gerne um ihre Finanzen. Das weiß ich aus 25 Jahren Finanzberatungserfahrung. Doch gerade das hat fatale Folgen und führt unweigerlich in die Altersarmut.

Dies sind die Gründe, warum gerade Frauen eine Finanzplanung brauchen:

Die wichtigsten 5 Gründe, warum Sie als Frau eine Finanzplanung brauchen:

1. Gender Pay Gap – Die ungleiche Bezahlung

Geringere Bezahlung führt auch zu geringeren Rentenansprüchen. Beim Tod des Ehepartners oder im Fall einer Scheidung hat dies verheerende Folgen. Dann bleiben nur noch die sehr viel geringere Witwenrente oder ein paar Rentenpunkte durch den Versorgungsausgleich. Deshalb ist es gerade für Frauen so wichtig, in die eigene Vorsorge zu investieren und dies auch in der Familien-Finanzplanung zu berücksichtigen.

2. Sorge und Betreuung für die Familie

Vermögensaufbau für FrauenFrauen stellen noch immer viel häufiger die eigene Berufstätigkeit zurück, um Kinder oder pflegebedürftige Eltern zu betreuen. Dies beeinflusst nicht nur das verfügbare Familieneinkommen sondern auch die Altersvorsorge.

Wenn Frauen in der Kindererziehungsphase die eigene Berufstätigkeit einschränken oder sogar vorübergehend aufgeben, dann schränken sie häufig ihre Sparverträge und Rentenverträge für die Ruhestandsplanung ein. Ihre Partner arbeiten in aller Regel weiterhin Vollzeit. Sie zahlen volle Beiträge in die Rentenversicherung ein und bedienen auch die Verträge zur privaten Absicherung weiter.

3. Trennung und Scheidung

Trotz der hohen und immer noch steigenden Scheidungsraten, wird dieses Risiko in der Lebens- und Finanzplanung von Frauen kaum berücksichtigt? Gerade aber Frauen sind von Scheidungen viel härter betroffen, wenn sie Ihre Karriere zugunsten der Kinder zurück gestellt haben und wenn dann die minderjährigen Kinder nach der Scheidung bei Ihnen leben. Im Scheidungsrecht ist ein finanzieller Ausgleich für solche Probleme nicht mehr vorgesehen. Frauen haben keinen Anspruch mehr für Unterhalt nach der Scheidung, wenn ihre Kinder schon älter als drei Jahre sind. Ihnen kann dann zugemutet werden, den Lebensunterhalt für sich und teilweise auch für die Kinder zu erwirtschaften.

Der „Was-wäre-Wenn-Fall“ wird selten zu Beginn einer Familien- und Finanzplanung berücksichtigt. Gerade hier ist ein Umdenken erforderlich und gute Beratung nötig. Die Finanzplanung einer Familie sollte auch dieses Risiko berücksichtigen und bestenfalls schriftlich festgelegt werden.

4. Höhere Lebenshaltungskosten

Untersuchungen in den USA haben aufgezeigt, dass Frauen nicht nur höhere Kosten für Kosmetik, Kleidung und anderen persönlichen Lebensbedarf haben. Sie zahlen auch häufig beim Immobilien- oder Autokauf höhere Preise als Männer. Frauen lieben das Feilschen und Verhandeln nicht besonders und sind häufig auch schlechter informiert als Männer.

Sicherlich ist es leider nicht möglich,  diese höheren Kosten generell zu vermeiden oder die Unterschiede zu beseitigen. Welche von uns hat schon den Mut und die passende Kopfform für einen Herrenhaarschnitt? Doch viele Kaufentscheidungen können im Rahmen einer soliden Finanzplanung, die auch langfristige Ziele wie den Ruhestand berücksichtigt, anders getroffen werden.

Die Einstellung, „ich lebe doch heute und nicht später“, ist eben auch eine sehr kurzfristige Haltung, die dann später zur Ruhestandsarmut führen kann.

5. Gender Investment Gap – schlechtere Finanzanlagen und Renditen

Untersuchungen in den USA zeigen, dass Frauen häufig viel mehr sparen als Männer. Jedoch kommt weit weniger dabei für sie heraus. Auch wenn es in Deutschland keine wirklich zuverlässigen Studien dazu gibt, sieht es aus meiner Erfahrung als Finanzberaterin hier keineswegs besser aus. Noch immer sparen Frauen viel mehr auf schlecht verzinsten Tagesgeldkonten und Bausparverträgen oder sogar Sparbüchern. Auch wenn die Zinsen dort allmählich gegen Null gehen und die Inflation bereits die Substanz aufzehrt, verändert sich nur wenig und vor allem langsam. Frauen investieren viel seltener in langfristig profitablere Investmentfonds und wenn dann nur mit sehr geringem Aktienanteil.

Da Frauen sich im Hinblick auf die eigene Risikobereitschaft, das Wissen über Finanzanlagen und auch den Bedarf im Ruhestand sehr unsicher sind, fällt es ihnen auch sehr viel schwerer als Männer, daran etwas zu ändern.

Umso dringender benötigen Frauen eine Finanzplanung, die Ihnen vor Augen führt, wie hoch der Kapitalbedarf im Ruhestand ist, wie hoch die erforderlichen Rücklagen sein müssen und welchen Einfluss die Höhe der Rendite dabei hat.

So könnten Ihre ersten Schritte in Sachen Finanzplanung aussehen Klick um zu Tweeten

1. Lassen Sie sich eine Ruhestands- und Finanzplanung erstellen, die Ihre bisherige Vorsorge analysiert und den Bedarf errechnet, um die Lücke zu schließen.
2.  Informieren Sie sich über Risiken und deren  finanzielle Auswirkungen, wie Krankheit, Berufsunfähigkeit, Tod des Partners oder Trennung und Scheidung und lassen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner beraten
3. Legen Sie für ihr persönliches Risikobudget fest.
4. Erstellen Sie Ihre persönliche Finanzstrategie für den Ruhestand und für alle anderen Ziele. Ihre Finanzberaterin wird Sie gerne bei der Planung und Umsetzung unterstützen.
5. Befassen Sie sich regelmäßig mit Ihren Ausgaben und Einnahmen und streichen Sie entbehrliche Ausgaben. Gerade dieser Punkt ist extrem wichtig, denn immer wieder sammeln sich Ausgaben an, die durchaus verzichtbar sind. Kostenüberprüfung und -reduzierung ist und bleibt ein Thema. Zwischen Geiz und Verschwendung ist eine Menge Interpretationsspielraum. 😉

Sicherlich gibt es interessantere Themen als die Finanzen. Doch wenn Sie Ihre Finanzen dauerhaft vernachlässigen, werden sich Ihre Finanzen so entwickeln, wie auch Ihr Kind, Ihr Hund oder Ehemann sich entwickeln würde, wenn Sie es oder ihn vernachlässigen würden.

Kümmern Sie sich um Ihre Finanzen

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Finanzplanung und einen erfolgreichen Equal Pay Day.

Die Sicherheitsillusion mathematischer Modelle oder wie Sie bessere Finanzentscheidungen treffen

Das tiefe Sicherheitsbedürfnis

In Zeiten von Flüchtlingskatastrophen, Terroranschlägen und  wirtschaftlichen Krisen wird das Bedürfnis nach Sicherheit bei den Menschen besonders groß. Das gilt auch für die Ersparnisse. Besonders den Deutschen wird ein großes finanzielles Sicherheitsbedürfnis nachgesagt.

Gehören Sie auch zu den Menschen, die Aktien für Teufelszeug halten?

Horten auch Sie Ihr Geld auf Sparbüchern, Tagesgeldkonten und in anderen vermeintlich sicheren Anlageformen, um ja keinen Cent zu verlieren?

Und sind frustriert, weil es keine Zinsen mehr gibt?

Glauben Sie, Ihr Geld ist dort in Sicherheit?
Was ist eigentlich wirklich sicher?

Mit Mathematik die Vergangenheit fortschreiben

Wegweiser Sicherheit RisikoIn kaum einer Branche und Wissenschaft bemühen sich  Experten mehr um todsichere Prognosen wie in der Finanzwirtschaft und in der Wirtschaftswissenschaft.  Risikovermeidung ist das oberste Gebot –  Ja kein Geld verlieren das Ziel. Dafür werden Algorithmen programmiert, mathematische Modelle konstruiert und Computergestützte Risikomodelle implementiert.

Genau hier beginnen die Probleme: Da füttern Menschen die Computer mit Daten, um Risiken berechnen zu können. So als könnten Sie dann in die Zukunft schauen. Kann das funktionieren? Können Experten wirklich vorhersagen, wie sicher eine Geldanlage ist? Wie machen Sie das?

Ist das nicht ein bisschen wie Alchemie?

Value at Risk (VaR)

ball-862122_640Ein sehr beliebtes Mathematisches Modell ist die Value at Risk (VaR) oder Wert im Risiko Methode. Das von JP Morgan in den Neunzigern entwickelte Modell nutzt die Statistik, um das Risiko für eine Finanzposition zu errechnen, beispielsweise für ein Portfolio von Wertpapieren. Der VaR gibt an, welche Verlusthöhe (Maximalverlust) innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.

Das könnte so lauten: Zu 95 Prozent der Fälle wird dieses Portfolio aus Aktien, Renten und Rohstoffen im Wert von 100 Millionen Euro in einem Zeitraum von einem Monat einen maximal erwarteten Verlust von fünf Millionen Dollar aufweisen.

Klingt gut oder?

Das Angenehme daran ist, dass diese hoch komplexe Computerberechnung, die mit vielen Daten, Zahlen und Fakten aus der Vergangenheit gefüttert wurde, dann doch letztendlich nur eine Zahl ausspuckt, nämlich den erwarteten Maximalverlust.

sunset-787826_640„Das verstehen auch Banker, die sich mehr mit ihrem Golfhandicap als mit höherer Mathematik beschäftigen.“,

so schrieb zumindest das Handelsblatt.

 

Von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen

Problematisch ist die Grundannahme, die der ganzen Sache zugrunde liegt: Wahrscheinlichkeitsrechnung auf Basis der Statistik setzt voraus, dass die Zukunft genauso oder zumindest sehr ähnlich wie die Vergangenheit wird.

cube-689618_640Das mag ja bei einem Würfel noch funktionieren. Der hat sechs Seiten und ob sie ihn nun hundert Mal oder tausend Mal durch die Gegend kullern, ändert nicht viel an der Wahrscheinlichkeit eine sechs zu würfeln. (Es sei denn, Sie feilen an ihm herum…)

Doch in der Finanzwelt sieht es anders aus. Selbst wenn Sie einen Computer hätten, der so groß ist wie die ganze Erde, wäre das Ergebnis nicht sehr sicher, denn die Welt ändert sich ständig. Da kann das Fortschreiben der Vergangenheit zu großen Fehlern führen. Das hat auch die letzte Finanzkrise sehr deutlich gezeigt. Da gingen die Ratingagenturen weiterhin von der Annahme steigender Immobilienpreise aus, um die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen im amerikanischen Hypotheken-Sektor zu berechnen. Dass auch die Immobilienmärkte keine Einbahnstraße sind, schienen diese Experten nicht auf dem Schirm zu haben.

Der Faktor Mensch

Es bleibt auch immer ein unkontrollierbarer Faktor: der Mensch. Menschliches Verhalten – und um nichts anderes handelt es sich bei dem Ausbruch einer großen Wirtschaftskrise -, lässt sich nicht mit mathematischer Präzision voraussagen.

Genauso absurd ist die Erwartung, mit dem VaR-Modell die Verlustverteilung in einem Portfolio mit 95-prozentiger Sicherheit für einen längeren Zeitraum berechnen zu können. Das wäre ungefähr so, als würden die Meteorologen das Wetter für die nächsten 365 Tage prognostizieren. Beim Wetter erwartet das kein Mensch, aber bei den Entwicklungen an den Finanzmärkten wird   von dieser Annahme ausgegangen.

Wie sicher ist denn nun Ihr Geld auf dem Sparkonto?

Kontoauszug, Kontoauszüge, Bank, Postbank, Papier, Kreditinstitut, Soll, Haben, Saldo, Guthaben, Girokonto, Bankgeschäfte, bargeldloser Zahlungsverkehr, SEPA, Wertstellung, IBAN, BIC, Kontonummer, Euro, EUR, Dispositionskredit, Dispo, Zinssatz, Überziehung, geduldete Überziehung, Umsatz, Umsätze, Zinsen, Sparen, Sparkonto, Buchung, Finanzstatus, Geld, Kontostand, Minuszins, Minuszinsen, Negativzins, Negativzinsen, Negativverzinsung, Unschärfe, Hamburg, Januar 2015, Bild Nr.: N49207

Die Modelle waren ursprünglich auf kurze Zeiträume ausgelegt. Gerechnet wurde für einen Handelszeitraum von einem Tag oder einem Monat. Vor allem gaben sie nicht vor, fast hundertprozentige Sicherheit zu erreichen. Das geschah erst, als sich die Aufsichtsbehörden dazu entschlossen, VaR zum Präzisionsinstrument für die Messung von Risiken im Kreditportfolio einer Bank für die Dauer eines Jahres zu machen. Doch gerade in einer Krise wie der Subprime-Krise 2008 erwiesen sich die Parameter als höchst unzuverlässig, denn viele der Parameter verhielten sich ganz anders als dies in den Modellen angenommen wurde.

Auch deutsche Banken verwenden Value-at-Risk-Modelle zur Berechnung der bankaufsichtlichen Eigenmittelunterlegung für die Marktpreisrisiken des Handelsbuchs. Zwar sind die Auflagen seit der Krise noch einmal verschärft worden. Doch vom Grundsatz her hat sich nicht viel geändert.

Wie sicher nun die Überlebensfähigkeit unserer deutschen Banken in der nächsten Krise sein wird, ist eine andere Frage. Doch bisher war das Geld dort sicher.

Könnte das eine Sicherheitsillusion sein, der Sie unterliegen?

Die Truthahn-Illusion

Turkey in the saucepanDie Truthahn-Illusion ist ein Begriff aus der Verhaltsökonomik, der Risikointelligenz berschreibt. Aus Sicht des Truthahns wird die Wahrscheinlichkeit, gefüttert und umsorgt zu werden und in Sicherheit zu sein von Tag zu Tag größer, da er keinerlei andere Erfahrung macht. Mit jeder Fütterung steigt sein Vertrauen und seine gefühlte Sicherheit, bis plötzlich Thanksgiving vor der Tür steht. Der Mann, der ihn solange umsorgt hat, kommt plötzlich nicht mit dem Futter sondern mit dem Messer .

Genauso unterliegen immer wieder Menschen dieser Truthahn-Illusion . Wer konnte sich schon vorstellen, dass eine Bank wie Lehman Brother pleite macht. Sogar die Experten gingen ja von weiterhin steigenden Immobilienpreisen aus vor der Subprime-Finanzkrise.

Wie gewinnen Sie Sicherheit bei Ihren Finanzentscheidungen?

Eine Sache ist absolut sicher: Sie wissen nicht mit 100 %iger Sicherheit, was morgen passiert. Jedenfalls nicht bis ins letzte Detail. Sie können vielleicht eine 95 %ige Wahrscheinlichkeit erreichen, wenn Sie nicht aus dem Haus gehen, nicht die Tür öffnen, auf keinen Fall den Gasherd betätigen und am besten den ganzen Tag im Bett bleiben.

Trotzdem könnte theoretisch immer noch das Haus über Ihnen zusammen brechen!

Genaus so sieht es mit Ihren Finanzentscheidungen aus.

Wenn Sie Ihr Geld zu 100 % auf dem Tagesgeldkonto parken oder alles immer nur ins Eigenheim stecken, ist das so , als ob Sie das Haus nicht mehr verlassen, aber trotzdem nicht wirklich sicher sind. (Sie wissen zumindest nicht sicher, ob Sie so das Risiko der Altersarmut verhindern können.)

Bei dieser Frage geht es also nie darum, wie Sie jeglichen Verlust vermeiden.

Es geht vielmehr um die Frage,

  • wie Sie mit überschaubaren Risiken Ihr(e) Ziel(e) erreichen,
  • wie Sie Ihre Zahlen im Blick haben und wissen, an welchen Stellschrauben Sie drehen können oder müssen,
  • wie Sie (wieder) selbst das Steuer in die Hand nehmen und sich dadurch sicher und weniger ausgeliefert fühlen.

Mehr Entscheidungskompetenz für mehr Entscheidungssicherheit

Statt sich auf die Aussagen anderer und die Berechnungen mathematischer Entscheidungsmodelle zu verlassen und dann vielleicht verlassen zu sein, trainieren Sie Ihre Finanz-und Entscheidungskompetenz. Gehen Sie auch mal ein (überschaubares) Risiko ein und machen Sie sich bewusst, welche Risiken Sie unbewusst schon eingegangen sind.

  • Lassen Sie sich von Ihrer Finanzplanerin oder Ihrem Finanzplaner ausrechnen, wie Sie Ihr(e) Finanz-Ziel(e), beispielsweise die gewünschte Rentenhöhe,  erreichen können.
  • Lassen Sie ausrechnen, wie viel Geld Sie monatlich dafür zurücklegen müssen je nach angenommener Rendite und Besteuerung?
  • Ermitteln Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft und entscheiden Sie dann, wie viel Risiko Sie eingehen wollen.
  • Machen Sie sich zur Gewohnheit, diese Zahlen alles zwei bis drei Jahre überprüfen zu lassen
  • Treffen Sie klare Entscheidungen, wofür Sie sparen und trennen Sie diese „Töpfe“
  • Überprüfen Sie Ihre Finanzanlagen hinsichtlich der angestrebten Ziele und der eingegangenen Risiken regelmäßig mindestens einmal pro Jahr
  • Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es am Anfang noch nicht so klappt oder Sie noch nicht den Zielerreichungs-Betrag zurücklegen können, aber verlieren sie die Sache nicht aus den Augen

Laut Professor Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung helfen mathematische Modelle in einer Welt der Unsicherheit nicht weiter, da die zugrunde gelegten Parameter und Daten viel zu gering sind um realistische Aussagen zu treffen. Stattdessen brauchen Menschen bei Finanzanlagen einfache Regeln  und vor allem eine solide Basis an Wissen und gefühlter (Selbst-)Sicherheit mit den Finanzthemen.

Wer könnte diese Regeln besser festlegen und umsetzen als Sie selbst?

Was tun wenn es nicht so klappen will?

Wie FinanzCoaching die Intuition stärken kann

Job interview or business meeting under two woman sitting at desk: adviser and customer.

Manchmal klappt es nicht so mit dem Geld und den Finanzen wie erhofft. Obwohl Sie sich doch die aller größte Mühe geben.

Woran kann das liegen?

Haben Sie schon einmal negative Erfahrungen mit Geld oder Finanzthemen gemacht? Dann geht es Ihnen wie viele Menschen. Oft werden negative Erfahrungen in die Zukunft fortgeschrieben oder bestimmte Verhaltensweisen, negative oder positive Eigenschaften werden auf Geld projiziert. Auch das findet meist unterbewusst statt und kann die eigene Finanzentscheidungskompetenz sehr lähmen oder schwächen.

Auch negative Emotionen und Erfahrungen können dazu führen, dass Sie vielleicht unterbewusst nichts mit Finanzthemen zu tun haben wollen, sich nicht genug kümmern oder fast zwanghaft immer wieder die falschen Finanzentscheidungen treffen.

Solche unterbewussten Projektionen, Denkblockaden oder „Erfolgshemmer“ können Sie durch Finanzcoaching auflösen und wieder selbst – bewusst und intuitiv – mit und ohne Geld – das Steuer in die Hand nehmen.

Dafür stehen wir – Lothar Schmidt in Landau und Kornelia Rendigs in Bremen – gerne zur Verfügung. Übrigens: Finanzcoaching funktioniert auch ganz prima als Telefoncoaching.

Nächste Woche wird Lothar Schmidt dann über Finanzentscheidungen in der Partnerschaft berichten und wie sie als Paar auf einen gemeinsamen Nenner kommen können.

Dieser Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

Kennen Sie Ihr finanzielles Risikoprofil?

Wer Geld anlegt oder Kredite aufnimmt, dem geht es, wie im Verkehr. Er muss mit jeder Lage klar kommen. Sowohl an den Märkten wie auch in unserem Leben herrscht mal freie Fahrt, mal Stau und mal Chaos.

Wer sich selber richtig einschätzen kann, vermeidet Kurzschlussreaktionen. Es bringt wenig ständig, die Spur zu wechseln. Und es ist äußerst ungesund, in voller Fahrt aus einem fahrenden Auto zu springen.

In Stress-Situationen zeigen wir oft unser wahres Ich. Dafür müssen wir uns nicht schämen. Wer sich selber gut einschätzen kann, der hat ein solides Fundament und kann mit solchen Situationen souverän umgehen.

Risikoprofil

Es ist gut, sein Risikoprofil zu kennen:

 

Die eigene Risikobereitschaft richtig einzuschätzen.

Die Risikowahrnehmung zu steuern

Die eigene Situation richtig einzuschätzen:

Welches Risiko kann ich tragen ohne zu viel auf’s Spiel zu setzen (Risikotragfähigkeit)?

Oder umgekehrt:

Welches Risiko muss ich eingehen, um überhaupt eine Chance zu haben, mein Ziel erreichen zu können (benötigtes Risiko)?

Sich selber gut einschätzen: Finanzielle Risikobereitschaft

 

Stress Level 1

 

Der Umgang mit Risiko löst Emotionen aus. Unsere Risikobereitschaft wird in der Kindheit geprägt. Auch wenn in Familien gilt „Über Geld spricht man nicht.“, so sind Kinder doch hervorragende Beobachter. Vieles, was uns heute prägt im Umgang mit Geld, haben wir uns von unseren Eltern abgeschaut.

Es gelingt uns selten, unsere finanzielle Risikobereitschaft selber gut einzuschätzen. Das hängt damit zusammen, dass wir falsche Schlüsse ziehen: Wer vom Zehnmeter Brett springt kann trotzdem ein sehr vorsichtiger Anleger sein. Und das unsere Einschätzung von unserer Wahrnehmung verzerrt wird. Das Phänomen, Risiken zu über- oder unterschätzen haben wir bereits an anderer Stelle ausgeführt.

 

Angstfrei in der Risiko-Komfortzone

 

Finanzielle Risikobereitschaft – auch Risikotoleranz genannt – zeigt nicht nur Ihre Fähigkeit mit Risiko umzugehen, sondern auch das Ausmaß von Ängsten.

Risikotoleranz lässt sich definieren,
als das Ausmaß in dem Personen bereit sind Risiken einzugehen, in Erwartung eines besseren Ergebnisses.

Finden Sie für sich die richtige Balance. Wir sprechen hier von Ihrer Risiko-Komfortzone.

Zu geringes Risiko bedeutet: Sie lassen Chancen aus.
Zu hohes Risiko bedeutet: Angst, womöglich Panikreaktionen.

Finanzielle Risikobereitschaft messen

 

Unsere finanzielle Risikobereitschaft ist ein relativ konstantes Merkmal Ihrer Persönlichkeit. Gewöhnlich bleibt sie ein Leben lang gleich, mit der Tendenz im Alter etwas zu sinken.

Es lohnt sich für Sie, Ihre finanzielle Risikobereitschaft zu kennen. Sie lässt sich messen. Ihren Wert können Sie mit dem anderer Anleger vergleichen. Dazu dient die Normalverteilungskurve. Mittlere Werte sind relativ häufig, aber auch extreme Werte sind ganz „normal“. Denn es ist „normal“, dass wir Menschen unterschiedlich sind. Es ist klug, dies bei der Anlage zu berücksichtigen.

Risiko-Profil

 

Was bringt Ihnen wissenschaftlich fundiertes Risikoprofiling?

 

Es bedarf fundierter Kenntnisse in Psychometrik, vieler Testergebnisse und großer Erfahrung, um valide und verlässlich zu messen. Weltweit führend ist der australische Anbieter FinaMetrica.

„Wie leicht können Sie sich anpassen, wenn finanziell etwas schief läuft?“

„Wenn Sie an das Wort „Risiko“ denken, welches Wort fällt Ihnen als erstes ein?“

„Um wieviel dürfte der Gesamtwert Ihrer gesamten Investitionen sinken, bis Sie sich unwohl fühlen?“

Die Antworten auf diese und weitere Fragen ergeben ein Gesamtbild. Ihr Finanzberater kann überprüfen, wie realistisch Ihre Erwartungen sind. Die Antworten auf die Fragen sind gute Anknüpfungspunkte für ein vertieftes Gespräch.

Aufgabe Ihres Finanzberaters ist es, Ihnen ein Portfolio vorzuschlagen, dass Ihrer finanziellen Risikobereitschaft und Ihren Ertragserwartungen entspricht. Bevor es an die Umsetzung geht, sollten Sie und Ihr Finanzberater einen Blick auf Ihre konkrete Situation werfen.

Risikoprofil

Die Eigene Situation richtig einschätzen

 

Risikotragfähigkeit

Wieviel Risiko kann ich mir leisten?

Im Kontext Ihrer Finanzen: Können Sie sich das Risiko leisten, ohne dass es Sie stark beeinträchtigt:

  • Sie Ihren Lebensstandard einschränken müssten
  • Kredite nicht mehr zurückzahlen könnten
  • Sie auf die Hilfe anderer angewiesen wären

Meist besitzen wir ein gutes Gefühl dafür, was nicht passieren darf.

 

Aber auch die umgekehrte Frage nach dem benötigten Risiko ist zu stellen:

Wieviel Rendite (und damit Risiko) benötigen Sie, um Ihr Ziel zu erreichen?

Dahinter steckt die Erkenntnis, dass je höher die angestrebte Rendite, je höher das Risiko.


Die Vermögensformel:
Vermögen (Ziel) = Kapital x Zeit x Zins


Können Sie nicht mehr Geld zur Seite legen oder länger sparen, bleibt Ihnen ggf. nur noch das Risiko zu erhöhen, wenn Sie Ihr Ziel nicht gleich aufgeben wollen.

So ermitteln Sie Ihr persönliches Risikoprofil:

In vier Schritten zu einer angstfreien Anlage

  1. Schritt

Ermitteln Sie zunächst Ihre finanzielle Risikobereitschaft mit einem wissenschaftlich fundierten Risikoprofiling-Test.

  1. Schritt

Werfen Sie mit Ihrem Finanzberater einen Blick auf Ihre konkrete Situation. Prüfen Sie Ihre Risikotragfähigkeit bzw. Ihr benötigtes Risiko.

  1. Schritt

Wählen Sie ein konkretes Portfolio und ausgehend von 1) und unter Berücksichtigung von 2). Es sollte in Ihrer Komfortzone

4.Schritt

Steuern Sie Ihre Wahrnehmung. Schauen Sie regelmäßig, aber nicht zu oft auf die Kurse. Relevant ist nicht, wie sich jedes einzelne Wertpapier entwickelt, sondern Ihr Vermögen in Summe. Meiden Sie den „Nachrichtenlärm“.

Ihr Risikoprofil hilft Ihnen, sich und andere besser zu verstehen. Gerade, wenn Sie gemeinsam mit einem Partner und/oder einem Finanzberater Finanzentscheidungen treffen, ist Risikoprofiling besonders wertvoll. Hierzu mehr im nächsten Artikel in vierzehn Tagen.

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

 

„Hilfe die Welt geht unter“: Wie Wahrnehmungs-Risiken den Blick verstellen

BLOG-Serie: Risiken verstehen und besser entscheiden

So wie es unterschätzte Risiken gibt, so gibt es auch überschätzte Risiken.

Gehören Sie auch zu den Menschen, die Aktien für etwas sehr „Gefährliches“ halten und in der ersten Jahreshälfte 2015 fürchteten, der EURO würde untergehen und mit ihm der Rest der Welt?

Das ist nicht weiter verwunderlich. Es ist immer eine Frage der Wahrnehmung, wie Sie ein Risiko bewerten und wie stark Geschäftsmann steht vor leuchtendem Euro-Portal in einer Griechenland-Wandes Ihnen Angst macht und Unbehagen verursacht. Wenn ein Thema so präsent ist in den Medien, dann ist es kein Wunder, dass es Ihre volle Aufmerksamkeit hat. Dazu kommt noch die Macht der Worte. Die Berichterstattung über die Griechenland- und EURO-Krise war ja nicht gerade sachlich. Mit der Angst lässt sich nun mal gutes Geschäft machen. Das wissen auch die Menschen, die ihre Geschichten verkaufen müssen.

Besonders Großereignisse, von denen viele Menschen betroffen sind, erregen besonders unsere Aufmerksamkeit. Obwohl jedes Jahr viel mehr Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr tödlich verunglücken als bei Flugzeugunglücken, wird ein einziger Flugzeugabsturz viel stärker und beängstigender wahrgenommen. Das liegt daran, dass es so viele Opfer auf einmal gibt und dass dies unserer Betroffenheit viel stärker weckt als die über das Jahr verteilten Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang.

Bei den Kursschwankungen an den Aktienbörsen ist es ähnlich. Viele Menschen sind betroffen und die Kursverluste werden dazu noch viel stärker wahr genommen als die Kursgewinne. Alle Medien auf allen Kanälen berichten, als hätte der Weltuntergang bereits begonnen. Kein Wunder also, wenn Sie Aktien für gefährlich halten.

Verlustaversion – loss aversion

collapseBei den Kursschwankungen an den Börsen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Jeder Verlust wird viel stärker wahrgenommen als ein Gewinn. Wahrscheinlich geht es Ihnen auch so, dass Sie sich über Verluste viel mehr ärgern, als Sie sich über Gewinne freuen. Beispielsweise ärgert man sich über den Verlust von 100 € mehr, als man sich über den Gewinn von 100 € freut.

Herausgefunden haben dies der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann und sein Kollege Amos Tversky und als Verlustaversion (englisch: loss aversion) bezeichnet.

Das führt dazu, dass Kursschwankungen an den Börsen gegenüber anderen Verlustrisiken sehr stark überbewertet werden. Obwohl sich die Aktienkurse erfahrungsgemäß wieder erholen, nehmen viele Menschen lieber den inflationsbedingten permanenten Wertverlust in Kauf.

Soziale Risiken

Haben Sie auch schon mal erlebt,  dass Ihnen jemand sehr überzeugend einen Sachverhalt erklärt hat. Und obwohl Sie nichts als „Bahnhof“ verstanden haben,  trauten Sie sich nicht nachzufragen? Sie hatten Angst, „blöde Fragen“ zu stellen, weil Sie befürchteten, dass Sie dann inkompent wirken könnten? Oder Sie hatten Schamgefühle, fühlten sich vielleicht begriffsstutzig?  Gerade bei komplexen Finanzmarktprodukten haben sich in der Vergangenheit viele Anleger nicht getraut, kritisch nachzufragen. Dabei waren die Banker häufig selbst nicht in Lage, diese Produkte richtig zu verstehen, geschweige denn zu erklären.

SchafherdeAuch wenn der Herdentrieb einsetzt wird es häufig problematisch. Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen, als bei einer Geburtstagsfeier in der Nachbarschaft sämtliche Gespräche nur noch um Aktien und Neuemmissionen kreisten. Wer da noch nicht mal ein Aktiendepot besaß und nie eine Emission gezeichnet hatte, stand doch ziemlich blöd dar.  Wie langweilig und von gestern war da  meine Investmentfonds-Philosophie. Ein Jahr später bei der nächsten Geburtstagsparty sprach niemand mehr darüber. Zu groß waren nun die Schamgefühle.

Die Angst, ein soziales Risiko einzugehen, mal nein zu sagen, wenn die anderen wie eine Hammelherde dem Trend nachlaufen oder oder auf einer Party mal die Außenseiterin zu sein, weil die eigene Investment-Philosophie anders aussieht, wird häufig überschätzt. Da funktioniert unser Gehirn häufig noch wie in der Steinzeit, als es den sicheren Tod bedeutet hätte, aus der Horde außengestoßen zu werden. Wenn Sie  Angst haben, Ihren Finanzberater als Freund zu verlieren, wenn Sie mal kritisch nachfragen oder sogar nein sagen, dann könnte es gut sein, dass Sie dieses sozial Risiko in Relation zu möglichen Verlust weit überschätzen. Auch „Nein-Sagen“ ist lernbar und verringert dauerhaft die Angst vor dem sozialen Risiko.

 Das Fehlentscheidungsrisiko

Eine Frau mit offenen Rechnungen hat viele Schulden. Arbeitslosigkeit und Privatkonkurs

Die Angst vor einer Entscheidung, die sich im Nachhinein als falsch erweisen könnte, lässt Menschen häufig so lange abwarten und verharren, dass sie nicht mehr rechtzeitig reagieren können und  zum Opfer der Ereignisse werden. Nicht nur im Finanzdienstleistungssektor wird heutzutage lieber einem mathematischen Modell oder einem Algorithmus das Entscheiden und Handeln überlassen, als selbst eine Entscheidung zu treffen. Dann liegt die Verantwortung bei anderen, wenn es schief geht. Oder der Fehler lag eben im System. Viele Menschen treffen lieber erst gar keine Anlageentscheidung aus Angst vor einem Fehler. Obwohl auch keine Entscheidung zu treffen, ja eine Entscheidung ist, nämlich die Entscheidung dafür, sich zu entscheiden. Deshalb ist das Risiko eine Fehlentscheidung zu treffen in aller Regel völlig überbewertet.

Also treffen Sie ruhig Entscheidungen, lieber viele kleine als gleich die ganz Große, denn wir Menschen lernen hauptsächlich aus unseren Fehlern. Wer viele Fehler macht, lernt auch viel und wer häufig Entscheidungen, gewinnt Entscheidungssicherheit. Nur Mut!

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

 

Risiken verstehen und besser entscheiden

Welche Risiken Ihre Finanzentscheidungen beeinflussen


RonSmothermon-falsches Gefühl von Sicherheit

Sie treffen tagtäglich hunderte von Finanzentscheidungen in unserer monetarisierten Welt – nicht nur beruflich auch privat.

Viele Ihrer Finanzentscheidungen sind Ihnen als solche nicht mal bewusst. Viele treffen Sie unbewusst.  Oder Sie entscheiden nach Kriterien, die Ihnen nicht bewusst sind. Einen  wichtigen Einfluss auf Ihre  Finanzentscheidungen haben vor allem  die finanziellen Risiken, je nachdem wie sie  diese wahrnehmen, einschätzen und bewerten.

Selektive Wahrnehmung

Ein wichtiger Aspekt ist Ihre selektive Wahrnehmung. Genauso wie auf der physischen Ebene Ihr Blickfeld begrenzt ist, so ist es auch im

Adolescent girls with boxes on their heads texting with their smart phones, social networks and isolation concept

mentalen Bereich begrenzt. Sie nehmen bewusst nur das auf, worauf Sie Ihre  Aufmerksamkeit lenken. Nur diese Informationen schaffen es dann auch in Ihr Gedächtnis, auf das Sie ja bei Entscheidungen zurückgreifen müssen. Der Nobelpreisträger und Psychologe  Daniel Kahneman bezeichnet das als

WYSIATI (What you see is all there is). 

Emotionen statt Zahlen

Dazu kommt, dass Sie bei Ihren Finanzentscheidungen und beim Abwägen der Vorteile und Risiken manchmal ganz schön emotional

Optimismus; Optimistisch; Optimist; Pessimist; Pessimistisch; Positiv; Negativ; möglich; gegensätzlich; Gegensätze; halb voll; Motivation; halb leer; Glas; erfolgreich; Kraft; Coaching; Coach; Therapie; Diskussion; Gespräch; Lebenseinstellung; Lebensstil; Ziel; ziele; erreichen; Zeit für neues; unmöglich; Männchen; Strichmännchen; argumentieren; Sonne; regen, Depression, Novemberdepression, Lichttherapie, Sprechblase

reagieren. Und genau diese Emotionen werden auch in Zukunft Ihre Finanzentscheidungen beeinflussen. Sie wirken leider viel stärker als alle Zahlen, Daten und Fakten – je nachdem wie Sie es erleben, empfinden und was für ein Typ Sie sind.

Risikobewertung

Noch ein wichtiger Aspekt ist die Frage, wie Sie die  finanziellen Risiken bewerten.

Joe and john are right, but their points of view are different. It's for that they are disagree. They don't see the same thing

Einige finanzielle Risiken werden Sie wahrscheinlich  über- und andere dagegen unterbewerten.

Risikoaversion und Sicherheitsillusion

Das führt dazu, dass Sie wie die meisten Menschen  mit einer teils übersteigerten Risikoaversion in Bezug auf bestimmte Risiken und teils in einer großen Sicherheitsillusion andere Risiken betreffend leben.

Bei der Beurteilung finanzieller Risiken gilt das Augenmerk meist den Risiken der Geldanlage, speziell dem Risiko, einen Teil seiner Ersparnisse durch bestimmte Ereignisse oder Umstände wieder zu verlieren. Doch das Spektrum finanzieller Risiken ist weitaus größer und komplexer und kann aus veränderten Lebensumständen, persönlichen oder gesundheitlichen Krisen oder aus unvorhergesehenen Ereignissen resultieren.

Welche finanziellen Risiken gibt es?

Die folgende Aufzählung dazu kann nur einige Beispiele aufzeigen 3d Männchen Rollator und Rollstuhlund keineswegs dem Anspruch der Vollständigkeit genügen, zumal wir in einer Welt der Unsicherheit bzw. Unvorhersagbarkeit leben, in der längst noch nicht alle Risiken bekannt sind.

• Verlust der Arbeitskraft durch Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit
• Todesfall eines Ehepartners oder Elternteils oder wichtigen unternehmerischen Entscheidungsträgers
• Trennung und Scheidung
• Unterhaltspflichten
• Langlebigkeitsrisiko
• Altersarmut
• Pflegebedürftigkeit
• Verlust materieller Werte wie Wohnung, Eigenheim oder Betriebsstätte
• Unerwartete Zahlungsverpflichtungen (Steuern, gekündigte Kredite, Sozialversicherungsabgaben u.a.)
• Veränderte politische Rahmenbedingungen

Spezielle und allgemeine Risiken der Geldanlage 

Totalverlustrisiko
• Kursrisiko
• Zinsrisiko
• Währungsrisiko
• das Insolvenzrisiko des Emittenten
• Konjunkturlage
• Entwicklung des Börsenmarktes

Bei der Beurteilung der unmittelbaren Risiken spielen die persönlichen Erfahrungen und emotionalen Erlebnisse eine ebenso collapsegroße Rolle wie bei den Risiken der Geldanlage.

Deshalb möchten wir, mein Finanzcoaching-Kollege Lothar Schmidt und ich,  in der folgenden Blog Serie einige finanzielle Risiken vorstellen .  Wir werden deren Hintergründe näher erläutern und dabei auch auf die psychologische, die emotionale und die mathematische Risikobewertung eingehen, die uns als Menschen und als Finanzentscheiderinnen und –entscheider tagtäglich vor neue Herausforderungen stellt.

 

Wir, das sind:

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Lothar Schmidt, Finanzcoach 

und

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Kornelia Rendigs, Dipl.-Ök., Finanzcoach und Anlageberaterin

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts

„Risiken verstehen und besser entscheiden“

von Kornelia Rendigs „Vermögen & Zukunft“ und Lothar Schmidt „Die private Finanzentscheidung“.

Am kommenden Freitag informiert Lothar Schmidt zum Thema „unterbewertete Risiken“.

Herzlichst

Kornelia Rendigs

 

Am 6. Oktober 2015 findet wieder ein Schnupper und Netzwerkabend zum Geldworkshop und Finanzcoaching statt.

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
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