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Von Angsthasen und Helden

BLOG-Serie: Risiken verstehen und besser entscheiden

Wussten Sie eigentlich, dass die Risikobereitschaft bei unterschiedlichen Menschen auch sehr unterschiedlich ausgeprägt ist?

O.k. das war jetzt eher eine rhetorische Frage.

Hase Kaninchen Vektor von der SeiteJa natürlich kennen wir alle die „Angsthasen„, die sich früher nicht mal trauten, vom Startblock zu springen und die „Tollkühnen„, die gleich auf den Fünfer kletterten. Die  „Mutigen“ waren meist solange die „Helden“ bis sie sich mal wehgetan hatten. Dann waren sie plötzlich nur noch die Leichtsinnigen oder …… – was auch immer.

Schwarz-Weiss Denken

Offensichtlich lieben wir Menschen Schubladen, Kategorien und Extreme. Das macht das Leben einfacher. Und wir neigen ein bisschen zu Schwarz-Weiß-Malerei. Kennen Sie das auch? Ich will mich davon nicht frei sprechen. Das scheint in den Genen zu stecken. Wahrscheinlich war das in der Steinzeit wichtig, um blitzschnell lebenswichtige Entscheidungen treffen zu können.

Angst und Gier

vector illustration of a smiling financial shark and a frightened piggy bank

So ähnlich ist es nun auch bei der Geldanlage.  Auch da gibt es vemeintlich „ängstliche“ und „mutige“ Anlegerinnen. Gewinner sind meistens die Mutigen, weil sie höhere Renditen erzielen. Meistens –  nicht immer. Wenn Sie eine  Bauchlandung machen, dann heißen sie schnell die „Gierigen“.

Denn an der Börse wird zwischen „Angst“ und „Gier“ unterschieden. Obwohl da auch noch ganz andere Faktoren zum Tragen kommen. Das hatte ich in meinem Artikel zum Herdentrieb bereits beschrieben. Menschen laufen mit der Herde, weil sie sich dort sicher fühlen, nicht nur aus Gier.

Der blinde Fleck

Von Angst zum Mut als Konzept auf einem Straßenschild

Doch zwischen „schwarz“ und „weiß“ oder“ Angst“ und „Mut“ oder wie auch immer Sie es nennen , liegen viele verschiedene Nuancen. Und genau hier liegt der blinde Fleck. Die Risikobereitschaft – auch die finanzielle – ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Sie ist quasi angeboren, wie die Augen- oder Haarfarbe oder das Temparament.

Deshalb können Sie sich auch eine höhere Risikobereitschaft nicht antrainieren. Das wäre so, als wollten Sie sich eine andere Haarfarbe antrainieren. Das würde bei der Haarfarbe auch niemand von Ihnen erwarten. Bei Geldanlagen sieht das etwas anders aus. Vom Verbraucherschützer über Bank- und Finanzberater bis zu den Medien, erzählen Ihnen alle, was Sie tun müssten und was Sie lassen sollten. Doch ist das auch, was Sie wollen und brauchen?

Der kleine Unterschied

Rope jumping.Dazu kommt noch ein anderer Aspekt. Ob ein Mensch todesmutig von einem Berg springt, sagt überhaupt rein gar nichts darüber aus, ob er auch bei seiner Geldanlage eine hohe Risikobereitschaft besitzt. Das sind zwei Paar ganz verschiedene Schuhe. Also schließen Sie nicht einfach von Ihrer körperlichen Risikobereitschaft auf Ihre finanzielle Risikobereitschaft. Das könnte fatale Folge haben, wenn Sie dann bei der nächstbesten Krise Torschlusspanik bekommen und Fehlentscheidungen treffen.

Es gibt auch noch eine soziale, ethische oder unternehmerische Risikobereitschaft. Auch da kann die Ausprägung jeweils ganz unterschiedlich sein und ganz anders als bei der finanziellen Risikobereitschaft. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.

Das Dilemma

Nun fragen Sie sich vielleicht, wozu das alles wichtig ist. Wozu sollten Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft kennen? Eigentlich wollen Sie doch überhaupt gar kein Geld verlieren. Es soll einfach sicher angelegt sein.  Aber was heißt schon sicher?

sinkende ZinsenWenn die Zinsen inzwischen so niedrig sind, dass Sie bei einer vermeintlich sicheren Geldanlage nicht mal mehr den Kaufkraftverlust durch die Inflation ausgleichen können, ist das dann sicher? Es fühlt sich sicher an, weil die Zahlen auf dem Konto die gleichen bleiben. Da steht kein Minus auf dem Kontoauszug. Doch in Kaufkraftverlust sieht das anders aus.

Eigentlich müssten Sie also ein höheres Risiko eingehen, um Ihre finanziellen Ziele für den Ruhestand, die Ausbildung der Kinder oder für andere Ziele erreichen zu können.

Theoretisch wissen Sie ja auch, dass sich die Aktienkurse in der Vergangenheit immer wieder erholt haben und dass die Renditen langfristig höher waren als bei verzinslichen Anlagen. Sie müssen das dann bloß eine Zeit lang aushalten können, wenn es mal nach unten geht.

Die richtige Mischung macht’s

Comfort Zone written on a wooden cube in office deskUnd genau da liegt das Problem. Wenn dieser „gefühlte Verlust“ oder das Minus vor den Zahlen nun so weit außerhalb ihrer Komfortzone liegt, dass Sie jetzt die Panik ergreift und Sie fluchtartig, dass Börsenparkett verlassen bzw. Ihre Aktien oder Fonds verkaufen, dann machen Sie wirklich Verluste. Denn dann geben Sie den Aktien nicht mehr die Chance, sich wieder zu erholen.

Das Problem der Messbarkeit: Wieviel Risikoanteil ertrage ich überhaupt

Deshalb ist es ganz wichtig, dass Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft kennen, damit Sie genau wissen innerhalb welcher Grenzen Ihre Komfortzone liegt und Sie ein Minus auf dem Konto auch mal vorübergehend aushalten können. Auch Ihr Berater oder Ihre Beraterin sollte diese Komfortzone kennen, um Ihnen den geeigneten Anlagevorschlag anbieten zu können.

Doch wie ermitteln Sie Ihre eigene finanzielle Risikobereitschaft? Dafür gibt es ja keine Messlatte und kein Thermometer.

Auch dafür gibt es eine Lösung. Diese verrät Ihnen mein Kollege Lothar Schmidt nächste Woche in der nächsten Ausgabe unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

Achtung: Unterschätzte Risiken bei Finanzen

Unterschätzte Risiken sind besonders heimtückisch. Sie kommen im vertrauten Gewand daher, wie der Wolf im Rotkäppchen.

Lupo Cattivo e Cappuccetto Rosso: l'ombra mostra il pericolo

„Wenn Risiken schleichend daher kommen, sind wir Menschen von der Evolution her außerordentlich schlecht darauf vorbereitet, sie wahrzunehmen und entsprechend zu bewerten. Da sind wir eigentlich immer noch wie Savannenmenschen, für die es lebensnotwendig war, sich schnell und wirksam auf plötzliche Gefahren einzustellen.“

Quelle: Ortwin Renn, “Das Risikoparadox. Warum wir uns vor dem Falschen fürchten”

 

Unsere Wahrnehmung spielt uns manchmal einen Streich. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf einen Aspekt und übersehen den anderen:

 

Wahrscheinlichkeits-Fixierung

 

Wo ist der Unterschied zwischen einer Versicherung gegen Berufsunfähigkeit und einer Versicherung gegen Brillenverlust. Viele Menschen verlieren ihre Brille und viele Menschen werden berufsunfähig. Beides hat eine signifikante Wahrscheinlichkeit.

Der entscheidende Unterschied ist: Wenn Ihre Brille verloren geht, ärgern Sie sich und kaufen sich eine Neue. Wenn Sie berufsunfähig werden, stehen Ihre Karriere und das gesamte künftige Arbeitseinkommen auf dem Spiel. Der Betrag ist nicht selten höher als eine Million Euro. Die Formel lautet: Jahresgehalt x Jahre bis zur Rente. Rechnen Sie das mal für sich.

Das können Sie selber nicht ersetzen. Die Auswirkung: Ihr Leben wäre massiv beeinträchtigt.

Hand-drawn Vector illustration of an Happy Christmas Elf  with big green glasses

 

Nachdenken hilft klar zu sehen.

Ich kenne Menschen, die Ihr Auto für 50.000 Euro Vollkasko versichern, Ihre Arbeitskraft im Wert von 1 Mio. Euro aber nicht.

 

Stabilitäts-Falle

 

Als Gesellschaft sehen wir uns nach Stabilität. Doch unter der Oberfläche brodelt es weiter. Statt der Ursachen bekämpfen wir Symptome.

Es ist üblich starker Schwankung (Volatilität) mit Risiko gleichzusetzen. Ökonomen bestimmen anhand der Volatilität der Vergangenheit das Risiko in der Zukunft. Dabei kennt jeder Seefahrer die Ruhe vor dem Sturm.

Wer auf einem brodelnden Kessel den Deckel drauf hält, um sich und anderen zu suggerieren, alles sei ruhig, der erhöht den Druck im Kessel. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann er ihm um die Ohren fliegt.

Illustration of the angry tea kettle on white background

 

Gewöhnungs-Falle

Geht etwas lange gut, werden wir unvorsichtig. Ob Alkohol am Steuer, steigende Kurse oder Deckel auf dem brodelnden Topf. Fragen Sie den Truthahn. Er war sich ganz sicher, dass der Mensch sein bester Freund ist. Er hat ihn schließlich Tag für Tag verwöhnt. Doch dann kam Thanksgiving.

Turkey in the saucepan

 

Übersteigertes Selbstvertrauen

 

Erste Erfolge machen euphorisch und, umso länger es gut geht, blind für Gefahren. Eine ähnliche Wirkung hat Zuspruch von Dritten.

Junge Männer und Börsenprofis neigen zu übersteigertem Selbstvertrauen (Overconfidence). Sie erhalten nicht nur Bestätigung von Anderen, sondern auch von sich selber. Unser Verstand ist darauf programmiert, kausale Zusammenhänge zu erkennen. So sehen wir Muster und Zusammenhänge, wo keine sind. Wir erklären uns die Welt im Nachhinein so logisch, dass wir das Gefühl haben, es immer schon gewusst zu haben.

Glückliches Kind vor Tafel mit Muskeln aus Kreide dahinter

Aktivismus

 

Aktivismus verstärkt das Gefühl von Kontrolle. Wer seit Auflegung 1988 in den Dax investiert hat, hat seinen Einsatz verzehnfacht. Vorausgesetzt, er hat nicht eingegriffen. Bei starken Einbrüchen schwer auszuhalten. Deshalb neigen wir zu Aktivismus, verkaufen und kaufen. Schließlich wollen wir das Optimum raus holen. Oftmals verschlechtert sich dadurch das Ergebnis massiv (Kosten, Fehlentscheidungen) und dennoch gibt uns zu handeln ein besseres Gefühl als zuzuwarten.

Das ist ähnlich in der Medizin. Gehen Sie zum Arzt, erwarten Sie, dass er etwas unternimmt. Schickt er Sie nach Hause unter Hinweis auf die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers, sind Sie enttäuscht. Dabei haben die Arzneien oft üble Nebenwirkungen und unser Körper ein eingebautes Reparatursystem.

Pharmacist chemist man in pharmacy. Sale of vitamins and medications. Funny cartoon vector simple illustration.

 

Isolierte Betrachtung

 

Betrachten Sie Risiken nicht isoliert. Risiken addieren sich nicht einfach, sie verstärken sich auch gegenseitig. So ist es besonders gravierend, wenn mehrere Risikofaktoren zusammen kommen. Auch das kennen Sie von der Medizin:

  • Rauchen
  • Stress
  • Kein Sport
  • Ungesunde Ernährung

Jeder dieser Risikofaktoren erhöht das Risiko zu erkranken – exponentiell.

  • Aktivismus
  • Übersteigertes Selbstvertrauen
  • Finanzprodukte, die Sie nicht verstehen
  • Keine Übersicht

Jeder dieser Risikofaktoren erhöht das Risiko, Geld zu verlieren – exponentiell.

Bis hin zum:

trauer

 

Schach Matt

 

Zwei Faktoren sorgen dafür, Sie als Finanzentscheider Schach matt zu setzen:

Illiquidität

Nicht liquide zu sein, sein Vermögen nicht oder nur unter großen Verlusten flüssig machen zu können, führt zur Insolvenz.

In jedem Fall führt es in die Sackgasse, keine Optionen mehr zu besitzen. Achten Sie auf Liquidität.

 

Totalverlust

„Totalverlust-Risiko“ finden Sie als Warnung auf Produktinformationsblättern. Doch wie der Hinweis „Rauchen kann tödlich sein“, schreckt es nicht alle vom Kauf ab.

Wer nur einen kleinen Einsatz im Spiel hat, der kann einen Totalverlust verschmerzen. Doch wehe dem, der alles auf eine Karte setzt. Umso mehr erstaunt es, dass es immer wieder Anleger gibt, die wie bei „Lehmann-Zertifikaten“ oder „Prokon-Anteilen“ ihre gesamte Altersvorsorge darauf gesetzt haben.

Rattlesnake cartoon

 

Lassen Sie sich nicht ablenken

 

Unterschätzte Risiken haben viel mit fehlender Aufmerksamkeit zu tun. Alles Neue, plötzliche Bewegungen und mediale Berichterstattung fordern unsere Aufmerksamkeit. So entstehen blinde Flecken, Dinge die wir nicht ausreichend wahrnehmen.

Es ist nicht leicht Risiken richtig wahrzunehmen. Wir unterschätzen einige Risiken, aber wir überschätzen auch manche Risiken. Mit Ihnen beschäftigt sich Kornelia Rendigs von finanzcoaching-bremen.de nächste Woche.

Sie zu erkennen und Ihnen weniger Aufmerksamkeit zu widmen, ist der erste Schritt zur Prävention gegen unterschätzte Risiken.

 

 

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung.

 

Welche Erfahrung haben Sie mit unterschätzten Risiken gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Fragen.

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

 

 

 

Risiken verstehen und besser entscheiden

Welche Risiken Ihre Finanzentscheidungen beeinflussen


RonSmothermon-falsches Gefühl von Sicherheit

Sie treffen tagtäglich hunderte von Finanzentscheidungen in unserer monetarisierten Welt – nicht nur beruflich auch privat.

Viele Ihrer Finanzentscheidungen sind Ihnen als solche nicht mal bewusst. Viele treffen Sie unbewusst.  Oder Sie entscheiden nach Kriterien, die Ihnen nicht bewusst sind. Einen  wichtigen Einfluss auf Ihre  Finanzentscheidungen haben vor allem  die finanziellen Risiken, je nachdem wie sie  diese wahrnehmen, einschätzen und bewerten.

Selektive Wahrnehmung

Ein wichtiger Aspekt ist Ihre selektive Wahrnehmung. Genauso wie auf der physischen Ebene Ihr Blickfeld begrenzt ist, so ist es auch im

Adolescent girls with boxes on their heads texting with their smart phones, social networks and isolation concept

mentalen Bereich begrenzt. Sie nehmen bewusst nur das auf, worauf Sie Ihre  Aufmerksamkeit lenken. Nur diese Informationen schaffen es dann auch in Ihr Gedächtnis, auf das Sie ja bei Entscheidungen zurückgreifen müssen. Der Nobelpreisträger und Psychologe  Daniel Kahneman bezeichnet das als

WYSIATI (What you see is all there is). 

Emotionen statt Zahlen

Dazu kommt, dass Sie bei Ihren Finanzentscheidungen und beim Abwägen der Vorteile und Risiken manchmal ganz schön emotional

Optimismus; Optimistisch; Optimist; Pessimist; Pessimistisch; Positiv; Negativ; möglich; gegensätzlich; Gegensätze; halb voll; Motivation; halb leer; Glas; erfolgreich; Kraft; Coaching; Coach; Therapie; Diskussion; Gespräch; Lebenseinstellung; Lebensstil; Ziel; ziele; erreichen; Zeit für neues; unmöglich; Männchen; Strichmännchen; argumentieren; Sonne; regen, Depression, Novemberdepression, Lichttherapie, Sprechblase

reagieren. Und genau diese Emotionen werden auch in Zukunft Ihre Finanzentscheidungen beeinflussen. Sie wirken leider viel stärker als alle Zahlen, Daten und Fakten – je nachdem wie Sie es erleben, empfinden und was für ein Typ Sie sind.

Risikobewertung

Noch ein wichtiger Aspekt ist die Frage, wie Sie die  finanziellen Risiken bewerten.

Joe and john are right, but their points of view are different. It's for that they are disagree. They don't see the same thing

Einige finanzielle Risiken werden Sie wahrscheinlich  über- und andere dagegen unterbewerten.

Risikoaversion und Sicherheitsillusion

Das führt dazu, dass Sie wie die meisten Menschen  mit einer teils übersteigerten Risikoaversion in Bezug auf bestimmte Risiken und teils in einer großen Sicherheitsillusion andere Risiken betreffend leben.

Bei der Beurteilung finanzieller Risiken gilt das Augenmerk meist den Risiken der Geldanlage, speziell dem Risiko, einen Teil seiner Ersparnisse durch bestimmte Ereignisse oder Umstände wieder zu verlieren. Doch das Spektrum finanzieller Risiken ist weitaus größer und komplexer und kann aus veränderten Lebensumständen, persönlichen oder gesundheitlichen Krisen oder aus unvorhergesehenen Ereignissen resultieren.

Welche finanziellen Risiken gibt es?

Die folgende Aufzählung dazu kann nur einige Beispiele aufzeigen 3d Männchen Rollator und Rollstuhlund keineswegs dem Anspruch der Vollständigkeit genügen, zumal wir in einer Welt der Unsicherheit bzw. Unvorhersagbarkeit leben, in der längst noch nicht alle Risiken bekannt sind.

• Verlust der Arbeitskraft durch Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit
• Todesfall eines Ehepartners oder Elternteils oder wichtigen unternehmerischen Entscheidungsträgers
• Trennung und Scheidung
• Unterhaltspflichten
• Langlebigkeitsrisiko
• Altersarmut
• Pflegebedürftigkeit
• Verlust materieller Werte wie Wohnung, Eigenheim oder Betriebsstätte
• Unerwartete Zahlungsverpflichtungen (Steuern, gekündigte Kredite, Sozialversicherungsabgaben u.a.)
• Veränderte politische Rahmenbedingungen

Spezielle und allgemeine Risiken der Geldanlage 

Totalverlustrisiko
• Kursrisiko
• Zinsrisiko
• Währungsrisiko
• das Insolvenzrisiko des Emittenten
• Konjunkturlage
• Entwicklung des Börsenmarktes

Bei der Beurteilung der unmittelbaren Risiken spielen die persönlichen Erfahrungen und emotionalen Erlebnisse eine ebenso collapsegroße Rolle wie bei den Risiken der Geldanlage.

Deshalb möchten wir, mein Finanzcoaching-Kollege Lothar Schmidt und ich,  in der folgenden Blog Serie einige finanzielle Risiken vorstellen .  Wir werden deren Hintergründe näher erläutern und dabei auch auf die psychologische, die emotionale und die mathematische Risikobewertung eingehen, die uns als Menschen und als Finanzentscheiderinnen und –entscheider tagtäglich vor neue Herausforderungen stellt.

 

Wir, das sind:

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Lothar Schmidt, Finanzcoach 

und

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Kornelia Rendigs, Dipl.-Ök., Finanzcoach und Anlageberaterin

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts

„Risiken verstehen und besser entscheiden“

von Kornelia Rendigs „Vermögen & Zukunft“ und Lothar Schmidt „Die private Finanzentscheidung“.

Am kommenden Freitag informiert Lothar Schmidt zum Thema „unterbewertete Risiken“.

Herzlichst

Kornelia Rendigs

 

Am 6. Oktober 2015 findet wieder ein Schnupper und Netzwerkabend zum Geldworkshop und Finanzcoaching statt.

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

 

GREXIT – das vergessene Insolvenzrecht?

GREXIT | Griechenland Euro Exit auf Tafel mit KreideDie Diskussion um Griechenland und die Zukunft des Euros hat in den letzten Wochen eine Dramatik erreicht,  die eher an eine verbale Kriegsführung als an ein Ringen um Lösungen erinnert. Sowohl bei manchen Politikern als auch bei einigen Journalisten und anderen Möchtegern-Publizisten drängen sich zwei Fragen auf:

  1. Was passiert bei diesen Menschen im Unterbewusstsein, wenn es um die „Schuldenfrage“ geht?
  2. Gibt es für europäische Länder eigentlich kein Insolvenzrecht?

Während wir in Deutschland  ein „Insolvenzrecht“ haben, das einen geordneten Neuanfang mit bestimmten Auflagen ermöglicht, scheint es dies im EURO-Land nicht zu geben.

Wie kann das sein?

Wurde das wohl vergessen  bei der Euro-Entwicklung?

Sicherlich ist es auch in unseren deutschen Breitengraden nicht unbedingt angenehm, Insolvenz anmelden zu müssen. Jede, die das mal mitgemacht oder in ihrer Familie erlebt hat, weiß was es bedeutet, ihre Schulden nicht mehr bezahlen können und Abbitte leisten zu müssen. Auch die Beziehung zum Haus-Banker verändert sich dramatisch. (Komisch eigentlich, wenn Banken insolvent sind, ist das irgendwie anders.)

Eine Frau mit offenen Rechnungen hat viele Schulden. Arbeitslosigkeit und Privatkonkurs
Eine Frau mit offenen Rechnungen hat viele Schulden. Arbeitslosigkeit und Privatkonkurs

Scham und Schuldgefühle, Existenzängste und Weltuntergangsstimmung sind sicherlich nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Gefühls-Potpourri.

 

Trotz alledem:  Das Leben geht weiter und es kann weiter gehen. Denn es gibt ein Insolvenzrecht. Das war nicht immer so in der Geschichte der Menschheit. Es gab auch schon Zeiten, da wurden Menschen geköpft, weil sie ihre Schulden nicht zurück zahlen konnten. Von daher ist das Insolvenzrecht schon ein großer Fortschritt .

Nur wurde ein ordentliches Insolvenzrecht bei der Euro-Erfindung leider wohl vergessen.  Eigentlich erstaunlich, denn der „Schuldenerlass“ wurde bereits in der Bibel erwähnt.  „Am Ende von sieben Jahren sollst du einen Schuldenerlass anordnen. …. Einen Fremden kannst du bedrängen; aber was du bei deinem Bruder [ausstehen] hast, das soll deine Hand erlassen.“

Ob gerade unsere christlich konservativen Politiker das in der Bibel übersehen haben?

Und dann das freche Auftreten dieser griechischen Politiker…… (Hatte sich nicht Aristoteles schon sehr kritisch über das Benehmen der Jugend geäußert? Zumindest aber über Geld.) Es wirkt schon ziemlich rebellisch, wie die beiden sich aufführen.

Nun ja, wenn das ganze Thema hinsichtlich seiner Bedeutung für die griechische Nation nicht so dramatisch wäre, könnte man es für eine Posse halten. Doch leider ist dem nicht so, denn Geld ist weitaus mehr als bloß ein technischer Standard, um mittels Münzen, Banknoten und elektronischen Systeme Tauschgeschäfte vornehmen zu können.

plant growth - business conceptGeld ist keine Ware und kein Wirtschaftsgut. Es wächst weder auf Bäumen noch vermehrt es sich auf wundersame Weise unter der Erde wie beispielsweise die Kartoffeln.

Das Wesen des Geldes ist seit seiner Entstehung bis heute immer der gewährte Kredit bzw. auf der anderen Seite die aufgenommenen  Schulden gewesen.

Durch die Übertragbarkeit der Schulden, also das Vertrauen darin, einen Gegenwert zu erhalten, werden Schulden zu Geld. Geld kann nur wachsen, wenn auch die Schulden wachsen. Da Geld heutzutage aus dem Nichts erschaffen wird, als sogenanntes „Fiat“-Geld müssen dabei logischerweise gewisse Vereinbarungen getroffen und Regeln festgelegt werden.

„Geld ist, eine soziale Technologie und Erfindung, um das Zusammenleben in menschlichen Gesellschaften zu vereinfachen.¹

kreditSo schreibt der britische Ökonom und Altphilologe Felix Martin. Wenn diese soziale Technologie nun aber nur den Einen das Zusammenleben vereinfacht, während sie den Anderen das Zusammenleben erschwert, könnte es durchaus sinnvoll sein, die Vereinbarungen zu erneuern oder zu ändern. Oder nicht?

Das Problem dabei ist jedoch, dass sich in einer sozialen Technologie immer auch bestimmte Projektionen wiederspiegeln. So wie jeder einzelne Mensch seine ganz bestimmten Projektionen auf Geld hat, wie  Macht, Sicherheit, Freiheit oder Unabhängigkeit, so können das auch ganze Nationen haben.

Für die einen ist Geld Macht und für die anderen ist es Sicherheit und Stabilität (und das soll dann gefälligst auch so bleiben). Für die dritte Fraktion steht Geld vielleicht eher für Freiheit. So ließe sich jedenfalls ein eher aufmüpfiges oder rebellisches Verhalten erklären.

Geschäftsmann steht vor leuchtendem Euro-Portal in einer Griechenland-WandAllein die Posen, Gestik, Mimik und Worte einzelner Politik sind dieser Tage spannender zu lesen als ein wirklich guter Thriller.

Und je nachdem, welche Projektion die Politikerinnen und Politiker die Berichterstatterinnen und Berichterstatter und die vielen Menschen dann so haben, lässt sich auch ihr Problem-Verhalten erklären, frei nach dem Motto:

Wenn du einen Hammer hast, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel.

So fuchteln sie denn alle mit ihren Hämmern in der Luft, bloß die Probleme sind keine Nägel.

Vielleicht wäre es allerhöchste Zeit, dass Menschen sich mehr mit Ihren Projektionen, Glaubenssätzen und Einstellungen zum Thema Geld beschäftigen und vielleicht auch die eine oder andere dysfunktional Projektion auflösen, um wieder auf die Sach- und Problemlösungsebene zurück zu kehren.

Ob ich Ihnen mal ein Finanzcoaching anbieten sollte?

Ich hoffe, ich war heute nicht zu sarkastisch. Doch es steht viel auf dem Spiel.

Krise,-Ausweg---km
Krise,-Ausweg—km

Werden wir es noch rechtzeitig schaffen, auch den sozialen und den ökologischen Wert zu definieren so wie wir den ökonomischen Wert definiert und leider auch isoliert haben?

Wäre nicht gerade eine gemeinsame europäische Währung die größte Chance und vielleicht auch die letzte Chance, dies zu tun?

 

Herzlichst

eure/Ihre

Kornelia Rendigs

 

 

¹ Für alle die sich mit dem Wesen des Geldes ein bisschen besser vertraut machen möchten empfehle ich dies wirklich spannende Buch über die Geschichte des Geldes:

Felix Martin: Geld, die wahre Geschichte. Über den blinden Fleck des Kapitalismus

In Kurzform: http://www.deutschlandfunk.de/geschichte-des-kapitalismus-geld-als-soziale-technologie.1310.de.html?dram:article_id=291159

In sehr ähnlicher Weise äußert sich auch David Graeber in seinem Buch „Schulden: Die ersten 5000 Jahre“

Equal Pay Day und die Frauen-Geld-Fallen

3. Teil:  Die Selbstentwertungsfalle

 

EQUAL PAYGerade war wieder Equal Pay Day (EPD) und das Thema ungleiche Bezahlung war überall in den Medien präsent.

Wie kommt es nun dazu, dass diese Angleichung der Gehaltsunterschiede noch immer schleppend vor sich geht und was tragen wir Frauen selbst dazu bei?

Nach den ersten beiden typischen Frauen-Geld-Fallen gibt es heute eine weitere typische Falle, mit der wir Frauen uns gerne selbst das leben schwer machen:

Die Selbstentwertungsfalle

Kennt ihr das oder kennen Sie das, wenn ihr selbst oder eine eurer Freundinnen etwas Tolles geleistet hat und nach einem Kompliment oder ein paar anerkennenden Worten antwortet: „Ach das war doch gar nicht so schwer…..“?

Frauen neigen dazu, sich zu entwerten! Ob es an der anerzogenen Bescheidenheit ist oder wir in Wirklichkeit und unterbewusst Widerspruch erwarten und dass noch mal ein paar Anerkennungen und Komplimente oben drauf gesetzt werden, ich vermag es nicht zu sagen. Vielleicht ist es einfach auch nur eine blöde Angewohnheit, wer weiß.

Auf alle Fälle ist diese Angewohnheit höchst dysfunktional, wenn es um eine angemessene Bezahlung oder berufliche Anerkennung geht. Am Schlimmsten dann, wenn sie noch mit der „Erwartungsfalle“ kombiniert wird. Wer sein Licht immer wieder so unter den Scheffel, kann nicht unbedingt erwarten, dass die oder der Vorgesetzte das dann hinterfragt und wirklich noch eine Privatdetektivin engagiert um auch die wahre Leistung sehen und wertschätzen zu können.

Frau mit blonden Haaren hat gewonnenDie wenisten von uns haben -ganz anders als unsere männlichen Mitmenschen- in ihrer Kindheit und Jugend gelernt PR in eigener Sache zu betreiben. Oft empfinden wir die „Protzerei“ unserer männlichen Kollegen, Vorgesetzten oder womöglich sogar Partner als peinlich wenn nicht sogar als ekelerregend……

Das rächt sich! Zu merken ist es auf dem Konto, auf dem Gehaltszettel, auf den Rechnungen an unsere Kunden, unseren Abschlüssen und vor allem auch auf dem Rentenbescheid.

Es ist sicherlich „fast“ unmöglich, sich das männliche „Imponiergehabe“ anzueigen (alles eine Frage der Bewertung meine Damen – auch Männer träumen von Lob und Anerkennung!), doch diese ständigen Selbstentwertungen sollten wir unbedingt lassen!

  • Wir dürfen lernen, Anerkennung , Lob und Komplimente anzunehmen!
  • Wir dürfen auch andere für ihre Anerkennung oder ihr Lob anerkennen nach dem Motto: “ Danke, dass du das siehst oder dass du das sagst.“
  • Und wenn es denn wirklich ein bisschen Solidarität unter Frauen gibt, dann dürfen wir uns auf unsere „Selbstentwertungen“ aufmerksam machen und wachsam sein, dass sie weniger werden bis sie schließlich ganz ausbleiben.

Wollen wir wetten, dass sich solche Verhaltensänderungen auch finanziell bemerkbar machen?Money, Money, Money

In diesem Sinne wünsche ich euch oder Ihnen ganz viel Erfolg finanziell, beruflich und privat und sonnige Frühlingstage!

Herzlichst,
eure oder Ihre

Kornelia Rendigs

 

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

Magerzinsen und Sicherheitsillusion

Die Lage ist dramatisch. Die Zinsen sind im Keller. Der Weltuntergang steht kurz bevor.

rettung der ErsparnisseIn Anbetracht der aktuellen Zinslage gibt es offensichtlich  bei Sparerinnen und Sparern inzwischen ähnliche Panikreaktionen  wie nach dem letzten Börsencrash (oder dem vorletzten oder dem vorvorletzten….).

Trotzdem hält der deutsche Sparer und auch die Sparerin dem Tagesgeld und sogar bisweilen noch dem Sparbuch eisern die Treue. Das erscheint auf den ersten Blick verwunderlich. Obwohl bei realistischer Betrachtung absehbar ist, dass dabei langfristig reale Verluste gemacht werden, scheint dies die meisten wenig zu beeindrucken.

Das hat verschiedene Gründe:

„Alles was zählt, sind die Zahlen auf dem Konto!“

Diesen schlichten Satz habe ich von einem mir  bekannten Herrn früher häufig zu hören bekommen und ich denke, dass er sehr repräsentativ für das Denken vieler Anleger steht. Während sich Kursschwankungen direkt auf den Depot- und Kontoauszügen niederschlagen, werden Verluste durch die schleichende Geldentwertung – auch „Inflation“ genannt – kaum oder gar nicht wahrgenommen.

Was erschwerend hinzukommt, ist die Tatsache, dass „Inflation“ oder „alles wird teurer“ von unterschiedlichen Menschen auch ganz unterschiedlich wahrgenommen wird. Da ist zum einen die  „Inflationsrate“, die wir aus den Medien erfahren. Kaum jemand ohne ökonomische Vorkenntnisse oder großes politisches Interesse weiß so ganz genau, was dahinter steckt und wie sich diese Größe auch (politisch) beeinflussen lässt.

Wer hingegen gerade auf der Suche nach einer Mietwohnung ist oder aktuell eine Nebenkostenabrechnung mit Nachzahlung erhalten hat, spürt deutlich die Preissteigerungen im Energiesektor und bei den Mieten, bringt dies aber auch nicht zwangsläufig mit dem Thema Inflation in Verbindung und schon gar nicht mit seinen oder ihren Ersparnissen.

Das führt dazu, dass das Inflationsrisiko bei den meisten Menschen weitgehend ausgeblendet ist bzw. gar nicht als Risiko wahrgenommen wird.  Demgegenüber wird das Risiko, Verluste zu erleiden, die sich dann auch direkt als Zahlen auf dem Depot oder Konto „materialisieren“,  sehr viel stärker wahrgenommen wird.

Es ist also eine Frage der Wahrnehmung – wie so oft.

Verlustaversion

Hinzu kommt außerdem der Umstand, dass die Möglichkeit Verluste zu erleiden, emotional sehr viel stärker wirkt, als die Aussicht auf Gewinne. Über dieses Phänomen, das als „Verlustaversion“ bezeichnt wird,  und sehr weitreichend unser menschliches Handeln bestimmt, lesen Sie in meinem nächsten Blog-Beitrag.

Wie sie typische Anleger/innen-Fehler vermeiden und bewusster mit Geldthemen, Verlustaversion, finanziellen Existenzängsten umgehen oder selbst andere finanzielle Ergebnisse erzielen können, erfahren Sie im Finanzcoaching, in der Anlageberatung oder in meinem nächsten Geldseminar.

Ein gute Gelegenheit zum Reinschnuppern bieten die Infoabende und Schnuppervorträge.

Ich freue mich auf Sie!

Wenn Hirsche oder Menschen an Grenzen stoßen

Der „Eisene Vorhang“  –   Monetäre Grenzen im Kopf

Unser Verhalten im Umgang mit Geld, unsere häufig unbewussten Einstellungen, Glaubenssätze, Ängste oder Blockaden sind sehr Deer close-upstark beeinflusst von den Erfahrungen, die wir in unserer Kindheit, Jugend und auch im späteren Leben mit Geld gemacht haben. Diese Erfahrungen wirken häufig wie unsichtbare Grenzen im Kopf, an die wir immer wieder stoßen und mit denen wir zwangsläufig auch immer wieder ähnliche Erfahrungen produzieren. Gerade habe ich einen sehr spannenden Bericht  von SpiegelOnline über das Grenz-Verhalten der Hirsche im Böhmerwald gelesen.

Hirsche kehren am früheren Eisernen Vorhang um

Wie Forscher im Nationalpark Böhmerwald herausgefunden haben , stoppen die Hirsche noch immer an der ehemaligen Stacheldrahtgrenze – dem früheren „Eisernen Vorhang“ –  zwischen Portrait of majestic red deer stag in Autumn FallOst und West und verlassen nicht ihr tschechisches Territorium  in Richtung Bayerischer Wald . Die Jungtiere haben diese Grenze nie selbst kennen gelernt und kennen sie nur aus „Überlieferungen“.  Die Forscher vermuten, dass dieses Verhalten über Generationen hinweg weitergeben wird. *

Was das Reisen betrifft, sind wir Menschen in jedem Fall schon weiter, aber was die finanziellen Grenzen im Kopf betrifft, habe ich da so meine Zweifel. Es gibt zu diesem Thema zwar einige Literatur aber kaum empirische Untersuchungen. Doch wenn wir uns die Vermögensverteilung auf unserer Erde genauer betrachten, sind da schon  Muster erkennbar. Die Mittelschicht dünnt aus, die Armen werden immer ärmer und die Reichen immer reicher.

Und wenn wir uns das Geschehen an den Börsen genauer betrachten, müssen wir auch da feststellen, dass die um den Nachwuchs besorgten Weibchen lieber zu Hause bleiben, während sich die jungen männlichen Hirsche gern mal als Grenzgänger profilieren. Wenn dann – wie im Böhmerwald – mal wieder auf der anderen Seite gejagt wird, kann das böse nach hinten losgehen. Allerdings scheint es, dass bei den jungen männlichen Hirschen der Jagdinstikt doch stärker wirkt als das Gedächtnis. Die letzte Finanzkrise liegt ja nun schon wieder sechs Jahre zurück……

Bei anderen – meist älteren –  Hirschen führen die Erfahrungen dazu, dass sie das Revier verlassen und sich andere Gebiete suchen.  Das alte Jagdrevier wird dann den Junghirschen überlassen, die sich nun ebenso das Geweih abstoßen wie ihre Vorfahren. Was bei den Hirschen ein ganz normaler und natürlicher Vorgang ist, hat bei uns Menschen allerdings mittlerweile ziemlich ungesunde Züge angenommen. Die „Boom and Bust-Zyklen“ sind erwiesenermaßen unförderlich für unsere ökonomischen, sozialen und ökologischen Systeme.

Das Problem an allen Reichtums-, Erfolgs- und Motivationsstragien besteht darin, dass sie uns die Wege in die vermeintliche Freiheit zeigen, aber nicht wir wir die Grenzen im Kopf überwinden. Doch wirkliche Veränderungen können wir nur dann bewirken, wenn wir uns mit unseren eigenen inneren Grenzen befassen . Dazu gehören vor allem auch unsere Projektionen auf Geld. “Geld ist schlecht, Geld ist Macht, Geld ist Sicherheit.“ In einem meiner Workshops hörte ich kürzlich die Projektion: „Geld ist das Grundübel des Kapitalismus!“

Die Frage, die ich daraus ableiten kann, lautet dann: Wenn Geld für mich das Gründübel des Kapitalsmus ist, wer bin ich dann, wenn ich Geld verdiene? Wieviel Geld darf ich noch verdienen, um nicht selbst das Grundübel des Kapitalismus zu sein und wo ist meine Grenze? Und es gibt sie diese Grenze – garantiert! Und sie wird mich mehr oder weniger in finanzieller Knappheit leben lassen. Denn es ist – zumindest moralisch – besser ein Opfer des Kapitalismus zu sein als ein Grundübel.

Wer also andere Erfahrungen mit Geld machen und bessere Ergebnisse mit Geld erzielen will, muss sich zwangsläufig mit seinen inneren Grenzen befassen und seine Projektionen auf Geld auflösen. Dazu gehört auch eine gewisse Risikobereitschaft gebenüber dem Unbekannten und Neuen, ebenso wie die Bereitschaft einen alten liebgewonnenen Standpunkt aufzugeben und tiefe Überzeugungen in Frage zu stellen.

Dazu bietet unser Geldworkshop verschiedenste Möglichkeiten und Gelegenheiten im Austausch mit anderen Menschen, deren Erfahrungen und Grenzen.

Wenn Sie an weiteren Informationen  zum Geldworkshop und zum FinanzCoaching interessiert, klicken Sie einfach einen der beiden Begriffe an.

Hier geht es zum Artikel über die Hirsche.