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Die 5-Schritte-Strategie für Ihre Finanzielle Verantwortung

Finanzielle Verantwortung ist für Frauen ein heikles Thema. Dabei ist sie so wichtig, denn die Risiken für Frauen sind groß, wenn Sie finanzielle Verantwortung meiden.

Heute geht es im Blog darum, wie Sie es schaffen können, mehr finanzielle Verantwortung zu übernehmen. Wir Frauen tun uns nämlich immer noch sehr schwer damit. Wir haben die finanzielle Verantwortung  auch nicht gelernt. Von wem auch? Unsere Mütter und Großmütter hatten in finanzieller Hinsicht noch nicht viel zu sagen. Die älteren von ihnen wurden im Dritten Reich geboren. Sie haben damals gelernt, dass die Aufgabe einer Frau darin besteht, Kinder zu gebären, um kleine Soldaten zu produzieren. Leider blieb einiges davon nach 1945 sowohl in den Köpfen als auch im Gesetzbuch haften.

Warum es für Frauen so schwierig ist, finanzielle Verantwortung zu übernehmen

So durften bis 1977 verheiratete Frauen ohne Zustimmung ihres Ehemanns nicht mal einen Arbeitsvertrag abschließen. Bis 1958 hätte dieser den Arbeitsvertrag seiner Ehefrau sogar ohne ihre Zustimmung fristlos kündigen können. Hätte dieser Ehemann seiner Ehefrau gestattet, berufstätig zu sein, dann hätte er ihren Lohn verwaltet. Sie hätte nicht mal ein eigenes Konto eröffnen dürfen. Erst 1962 wurde dies geändert.

Das alles ist heute unvorstellbar. Doch im Unterbewusstsein ist es immer noch präsent. Kein Wunder also, dass da in uns Frauen immer noch die Tendenz schlummert, finanzielle Verantwortung lieber zu meiden. Diese Tendenz wird gespeist aus der Angst vor Ablehnung, vor Fehlern, vor Inkompetenz oder Unweiblichkeit. Auch die Angst vor Mathematik und Zahlen spielt eine große Rolle. Die Liste lässt sich wohl unendlich fortsetzen.

Doch wenn Sie keine Verantwortung übernehmen, können Sie auch nicht steuern. So wie ein Schiff mit ausgefallener Ruderanlage im Sturm den Wellen hilflos ausgeliefert ist, sind auch Sie dann ausgeliefert. Deshalb ist es auch in Krisenphasen ganz wichtig, den Zustand der finanziellen Selbstverantwortung schnellst möglich wieder herzustellen.

Aus eigener Erfahrung und aus zwanzig Jahren Beratungspraxis habe ich die 5-Schritte-Strategie zusammengestellt, die ich als hilfreich und nützlich empfinde. Ob das auch für Sie die richtige Strategie ist, ist letztendlich immer eine Einzelfall-Entscheidung. Sie kann in dem einen Fall richtig und in dem anderen Fall vielleicht gerade nicht die optimale Lösung sein. Solche Empfehlungen sind letztendlich immer nur Denkanstöße und Möglichkeiten. Was Sie jetzt gerade brauchen und Ihnen am besten hilft, kann dann im Zweifelsfall nur in einem Einzelgespräch geklärt werden. Dafür stehe ich Ihnen dann gerne telefonisch, persönlich oder über Skype zur Verfügung.

Die 5-Schritte-Strategie für Ihre finanzielle Verantwortung

1. Schritt: Standortanalyse

Mit der Standortanalyse meine ich in erster Hinsicht eine Bedarfsanalyse. Leider erlebe ich im Finanz Coaching immer wieder, dass Klientinnen sich primär mit Ihren Fehlern und scheinbaren Inkompetenzen, mit unangenehmen Erfahrungen und den vermeintlich unlösbaren Problemen befassen. Das ist durchaus nachvollziehbar und auch verständlich. So wurden wir Frauen in aller Regel noch erzogen. Es ist folglich eine absolut normale Reaktion. Doch leider ist sie absolut nicht hilfreich!

Wenn Sie sich primär mit Ihren Problemen, mit der Vergangenheit und Ihren eigenen Fehlern befassen, geraten Sie leicht in eine Art Problem-Trance. Das ist ein bisschen vergleichbar mit dem Versinken im Treibsand. Sie strampeln und rudern. Doch statt sich zu befreien, wühlen Sie sich immer tiefer ein.

Deshalb geht es bei der Standortanalyse immer darum, nach vorne zu blicken. Beim Blick nach vorne geht es dann um die Frage, was oder wer würde Ihnen weiterhelfen? Wie könnte die Lösung Ihres Problems aussehen? Welche Ziele inspirieren Sie, um mehr finanzielle Verantwortung zu übernehmen?

Hilfreiche Fragen:

  • Welchen Nutzen kann ich aus mehr finanzieller Verantwortung ziehen?
  • Wer würde außer mir noch davon profitieren?
  • Wie könnte die Situation aussehen oder sich anfühlen, wenn ich erfolgreich finanzielle Verantwortung übernehme?
  • Wann habe ich schon einmal finanzielle Verantwortung wahrgenommen in meinem Leben und wie habe ich das damals gemacht?

Standpunkt wechseln …

Sehr hilfreich bei Ihrer Standortanalyse kann auch ein Standpunktwechsel sein. Manchmal reicht es, einen Schritt zur Seite zu treten, dreimal tief durchzuatmen und dann die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Im Finanz Coaching bitte ich meine Klientinnen manchmal, mit mir den Platz zu tauschen. Ich ermutige Sie dazu, sich in meine Position zu versetzen und nun aus der Coach-Position die eigenen Probleme zu betrachten. Erstaunlicherweise fällt es dann viel leichter, Ideen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Anschub-Unterstützung oder selber machen?

Zur Standortanalyse gehört natürlich auch eine finanzielle Analyse. Wie hoch sind Ihre Einnahmen und Ausgaben? Wie sieht es mit der Vorsorge und Ruhestandsplanung aus? Wo finden Sie Antworten oder wer kann Ihnen helfen?

Wenn Sie mit finanzieller Verantwortung ohnehin gerade ein Problem haben, ist es fraglich, ob Sie diese Dinge alle selbst und alleine regeln sollten. Vielleicht könnte eine „Anschub-Unterstützung“ in Form von Finanz Coaching oder Ruhestands- und Finanzplanung hilfreich sein. Zum Thema Ruhestandsplanung gibt es demnächst im neuen Vermögen & Zukunft Blog auch noch weitere Informationen.

2. Schritt: Ziele formulieren

Die eigenen Ziele sind sehr maßgeblich und entscheidend für das, was Menschen im Leben erreichen. Das Verrückte an der Sache ist, dass gewisse Ziele nicht bewusst sind. Manchmal sind die wahren Ziele im Unterbewusstsein vergraben . Das kann mit einer verstrickten Geld-Beziehung oder negativen Erfahrungen zusammen hängen. Manchmal sind es negative Glaubenssätze , die unsere wahren Ziele definieren.

Unbewusste Ziele aufdecken

In einem meiner Vorträge meinte mal eine Zuhörerin, Geld sei „ … das Grundübel des Kapitalismus“. Es war nur ein Vortrag und kein Coaching. Deshalb verkniff ich mir die Frage, „Wenn Geld das Grundübel des Kapitalismus ist, wer bist du dann, wenn du Geld hast?“

Sehen Sie das Problem?

Diese Frau hätte als Coach durchaus gerne mehr Geld verdient, aber dann wäre sie sehr schnell in die Nähe des „Grundübels“ gerückt. Davor wollte ihr Verstand sie natürlich schützen. Deshalb ist es wichtig, auch die unterbewussten Ziele aufzudecken.

Viel problematischer finde ich jedoch, dass viele Frauen keine finanziellen Ziele haben. Das höre ich jedenfalls in der Beratung sogar des öfteren. Darin sehe ich eine große Gefahr. Ohne konkrete Ziele können Sie nicht vernünftig für die Zukunft planen. Sie sind viel leichter manipulierbar und damit ein potenzielles Opfer von Finanzbetrügern, wenn Sie nicht wissen, was Sie wollen. Deshalb ist es wirklich wichtig, dass Sie sich mit Ihren Zielen befassen und planen.

Mein 1. Tipp für finanzielle Verantwortung: Schreiben Sie 100 finanzielle Ziele auf. Klick um zu Tweeten

Ich finde das ist eine sehr interessante Übung.  Vor allem ist sie nicht ganz einfach. Ich bin inzwischen bei Ziel Nr. 79 angekommen. Ich will mich aber auch nicht unter Zeitdruck setzen.  🙂 Viel Erfolg dabei!

3.Schritt: Eine Strategie entwickeln

Eine Strategie zu haben, ist immer sinnvoll. Zum einen haben Sie dann einen roten Faden, an dem Sie sich entlang hangeln können. Zum anderen lassen Sie sich nicht so leicht verunsichern.

Mit Gegenwind kalkulieren

Gerade das ist unter Umständen ein wichtiger Aspekt. Es könnte nämlich sein, dass nicht alle Menschen jubeln und „Hurra“ schreien, wenn Sie nun plötzlich Verantwortung übernehmen wollen. Vielleicht war es in der Vergangenheit für andere ganz bequem, dass Sie keine finanzielle Verantwortung übernommen haben. Sie hatten ja in finanzieller Hinsicht keine Ahnung, keine Meinung und vor allem keine Widerworte. Das hat Sie höchst wahrscheinlich zu einer angenehmen und bequemen Zeitgenossin gemacht. Dies würde sich nun ändern. Es könnte also passieren, dass Sie Gegenwind bekommen. Dafür brauchen Sie eine Strategie.

Familien-Finanz-Strategie entwickeln

Andererseits gibt es womöglich auch Menschen, die es sehr begrüßen, wenn Sie nun zukünftig mehr finanzielle Verantwortung übernehmen. Vielleicht ist Ihr Partner oder Ihre Partnerin dankbar, wenn Sie sich endlich ein bisschen mehr interessieren und ein bisschen mehr kümmern. Dann können Sie die Strategie am besten gleich gemeinsam entwickeln. Vereinbaren Sie einen gemeinsamen Termin und lassen Sie sich die Familienbuchhaltung erklären.

2. Tipp für finanzielle Verantwortung: Fragen stellen! Klick um zu Tweeten

Manchmal kann es auch hilfreich sein, mit einer neutralen Person zu reden. Aufschreiben ist ebenfalls hilfreich. Sie können ein Mindmap oder eine To do Liste erstellen. Egal was auch immer Sie tun, Sie sind dann im Prozess. Das ist schon mal ein erster Schritt und vielleicht sogar ein Meilenstein. Weiter so!

4. Schritt: Umsetzung mit der Salami-Technik

Wenn es dann an die Umsetzung geht, kommt die nächste Herausforderung. Ich erlebe oft, dass Klientinnen gerne finanzielle Verantwortung übernehmen wollen. Sie wissen aber einfach nicht, wo sie anfangen sollen. Finanzielle Verantwortung ist ein komplexes Thema, vor allem wenn es neu ist. Dann erscheint der Berg riesengroß und unüberwindbar.

Genau hier kommt nun die Salami-Technik ins Spiel. Versuchen Sie, den großen Haufen an Aufgaben und Herausforderungen in möglichst kleine Teilaufgaben-Scheibchen zu zerkleinern. Je kleiner Ihre Teilaufgaben sind, desto schneller werden Sie bei der Umsetzung Erfolge erzielen.

Mein 3. Tipp für finanzielle Verantwortung: Die Salami-Technik nutzen. Klick um zu Tweeten

Aus meiner Sicht ist es auch immer wieder lohnenswert, ein bisschen herum zu probieren. Sind Sie beispielsweise eher der Haushaltsbuch-Typ und schreiben alles in ein schönes Büchlein oder sind Sie eher der Tabellen-Typ und arbeiten lieber am PC. Ich selbst arbeite seit Jahren mit STARMONEY und habe da viele Regeln und Automatismen installiert, die mir genau diese ungeliebte Arbeit erleichtern. Allerdings erfordert das erst einmal einen relativ hohen Aufwand an Zeit und Arbeit. Doch das lohnt sich aus meiner Sicht.

Ruhestandsplanung und Salami-Technik

Wenn Sie das Thema Ruhestandsplanung allein angehen wollen, müssen Sie Ihre Salami in ziemlich viele Scheiben schneiden. Ich habe im Frühjahr anlässlich eines Finanzworkshops zum Internationalen Frauentag versucht, die Ruhestandsplanung anhand frei verfügbarer Rechentools im Internet zu erstellen. Das habe ich dann den Teilnehmerinnen im Workshop präsentiert. Leider hatte ich die meisten Teilnehmerinnen dann auch nach fünfzehn Minuten verloren.

Schade, aber nachvollziehbar. Es hat mich schließlich Jahre meines Lebens gekostet, mein Wissen zusammen zu tragen. Trotzdem muss ich ständig am Ball bleiben in Sachen Weiterbildung. Kein Fall ist wie der andere und ständig ändern sich die Gesetze. Deshalb empfehle ich Ihnen, gerade beim ersten Mal die Ruhestandsplanung in Auftrag zu geben.

Zusammenfassend würde ich in Sachen Salami-Taktik sagen: Wenn Sie wirklich dauerhaft finanzielle Verantwortung übernehmen wollen, ist es ungemein wichtig, dass Sie sich selber kennen lernen und herausfinden, was Ihnen liegt und Ihrem Typ am meisten entgegenkommt. Dann stehen Ihre Chancen gut, dass es funktioniert und Sie auch durchhalten.

5.Schritt: Controlling

Auch ein funktionierendes Controlling-System gehört zwingend dazu, wenn Sie finanzielle Verantwortung übernehmen wollen. Zum einen ist es wichtig, regelmäßig einen Selbst-Check vorzunehmen, um zu schauen was gut und was weniger gut funktioniert. Zum anderen brauchen Sie ein Controlling-System für Ihre Finanzen.

Natürlich ist das regelmäßige Pflegen der Zahlen bereits die halbe Miete. Dann haben Sie meistens schon einen guten Überblick. Doch häufig reicht es nicht, wenn Sie Ihre Zahlen fein säuberlich in Tabellen eintragen, ohne diese zu hinterfragen oder auszuwerten. Außerdem besteht die Gefahr, in eine Art Betriebsblindheit zu geraten. Auch hier heißt es deshalb: Wachsam sein!

Delegieren oder selber machen?

Um die Ruhestandsplanung im Blick zu behalten, müssen Sie in Sachen Controlling einen ziemlich hohen Aufwand betreiben. Durch die ständigen Gesetzesänderungen kann sich ganz schnell eine Lücke in Ihrer Planung ergeben. So wie die Einführung der Rentenbesteuerung oder die Einführung der Krankenkassen-Beitragspflicht für Betriebsrenten für viele Menschen ein tiefer Einschnitt für die Ruhestandsplanung war.

Die Erfahrungen mit meinem Finanz-Workshop haben mir außerdem gezeigt, dass viele Frauen damit schlichtweg überfordert sind. Es ist schwierig, den Bedarf im Ruhestand einzuschätzen. Dazu kommt, dass von der Rente auch noch Steuern und Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen. Das alles einzeln zu berechnen, ist äußerst mühsam.

An die Inflation gewöhnen

Was unser menschliches Gehirn jedoch völlig überfordert, ist die Sache mit der Inflation. Die Vorstellung, was Inflation für Auswirkungen hat und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, ist für das Gehirn eine absolute Überforderung. Wissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen auch als „Geldillusion“. Deshalb ist es so wichtig, sich immer wieder und vor allem früh genug, mit den Zahlen auseinander zu setzen. Sie müssen ja nicht selber rechnen. Ich denke, dass das Delegieren in diesem Fall der bessere Weg ist Geben Sie die Finanzmathematik in die Hände einer Expertin.

Damit Sie nun auch richtig durchstarten können, geht es nächste Woche weiter mit der Standort-Analyse. Welche Fragen dabei wichtig sind  und worauf Sie achten sollten, verrate ich im nächste  Blog.

In diesem Sinne viel Erfolg! Bis nächsten Donnerstag 🙂

 

 

Herzlichst
Ihre

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3 strategische Tipps für kluge Finanzentscheidungen

Kluge Finanzentscheidungen zu treffen, ist eine große Kunst. Wir alle treffen tagtäglich und ständig Finanzentscheidungen. Viele von diesen Entscheidungen werden oft sehr schnell getroffen. Bei manchen Finanzentscheidungen lassen wir uns länger Zeit.

Zu den schnellen Finanzentscheidungen gehören häufig Konsumentscheidungen wie  neue Schuhe, Kleidung  oder Fast Food im Supermarkt.

Kennen Sie dieses Gefühl von Reue oder Schuldgefühlen nach einer schnellen und vielleicht falschen Kaufentscheidung?

Bei kleineren Summen ist es noch zu verschmerzen, aber bei größeren kann es richtig weh tun. Bei einer Geldanlage, die zu großen Verlusten oder sogar einem Totalverlust geführt hat, tut es dann richtig weh.

Wie kommen solche Entscheidungen zustande?

Schnelles und langsames Denken – das Dilemma

Der Nobelpreisträger Daniel Kahneman hat bei seinen Forschungen die These vom schnellen und langsamen Denken entwickelt. Das schnelle Denken erfolgt intuitiv, automatisch, emotional und unbewusst. Das langsame Denken dagegen erfolgt anstrengend, logisch, berechnend und bewusst.

Die Gefahr von übereilten Kaufentscheidungen und schlechten Gefühlen, kann deutlich verringert werden, wenn Sie vom schnellen in den langsamen Modus wechseln. Aber das funktioniert nicht wirklich gut, wenn Sie gerade unter Stress stehen und Zeitdruck haben.

Gerade wenn Sie bei Frustkäufen in Stressphasen Wiederholungstäterin sind, kann langsames Denken in solchen Situationen sehr schwierig umsetzbar sein. Es hilft, wenn Sie sich mit den Ursachen befassen und erforschen, wie es immer wieder dazu kommt.

Ist langsames Denken immer der bessere Weg?

Auch langsames Denken ist nicht immer der Königsweg. Die Finanzkrise 2008 war ein drastisches Beispiel dafür. Auch langsam gedachte finanzmathematische Modelle können ins Leere laufen, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Die Welt und insbesondere die Welt der Finanzmärkte ist viel zu komplex, um alle möglichen Entwicklungen vorausberechnen zu können. Ähnlich wie bei der Wettervorhersage, lässt sich eine Entwicklung an den Aktienmärkten oder sogar an den Immobilienmärkten kaum mehr als ein paar Tage vorhersagen.

Wie lösen Sie das Dilemma, um kluge Finanzentscheidungen zu treffen?

Das Dilemma aufzulösen, ist nicht ganz einfach. Auch Rückfälle sind wahrscheinlich vorprogrammiert. Gerade wenn es um emotionale Entscheidungen und automatisierte Verhaltensmuster geht, wird es ohne langsames Denken und ein bisschen Arbeit auch nicht funktionieren. Wollen Sie sich in Zukunft mit Ihren Finanzentscheidungen behaglicher fühlen und bessere Ergebnisse erzielen? Dann wird sich das langsame Denken nicht vermeiden lassen.

Dazu habe ich ein drei Tipps für Sie:

Tipp 1: Selbstreflexion als Basis für kluge Finanzentscheidungen

Bevor Sie sich mit vielen Informationen und Ratschlägen zum Thema Geld und Finanzen befassen, beschäftigen Sie sich erst einmal mit sich selbst.

  • Was ist   I H N E N   wirklich wichtig in Ihrem Leben und welche Rolle spielt Geld dabei?
  • Was denken Sie über sich – ganz allgemein und speziell in bezug auf Geld?
  • Welche Bedürfnisse befriedigt Geld kurzfristig und welche Funktion erfüllt es bei typischen Verhaltensweisen?
  • Welche Werte sind Ihnen wichtig im Leben und wie stehen diese mit Ihren Finanzen und mit Geld im Einklang?
  • Wie sahen Ihre Erfahrungen mit Geld aus? Wie waren dann Ihre Schlussfolgerungen? Welche positiven oder negativen Vorbilder haben Sie, wenn es um das Thema Finanzen und Geld geht?
  • Wie sehen andere Sie, wenn es um das Thema Geld geht?

Solche Überlegen können sehr hilfreich sein, um sich selbst auf die Schliche zu kommen. Decken Sie Ihre typischen Verhaltensmuster auf und forschen Sie nach den Ursachen.

Auch wenn es manchmal weh tut, kann eine schmerzhafte Erkenntnis oft eine sehr wertvolle Information sein. Fast jeder Mensch hat den ein oder anderen Fleck. Wichtig ist aber, dass Sie sich nicht dafür geißeln oder rechtfertigen, sondern das Optimierungspotential darin sehen. Nur so können Sie alte Verhaltensmuster ändern und kluge Finanzentscheidungen treffen.

Tipp 2: Ziele formulieren und visualisieren

Wie ich in meinem Beitrag über die guten Vorsätze zum Neuen Jahr berichtet habe, sind Ziele sehr wichtig. Sie sollten positiv formuliert, realistisch und vor allem motivierend sein. Je nachdem, was Sie wirklich motiviert und was dann am Ende als Ergebnis stehen kann, stellen Sie Ihrem Gehirn eine Belohnung in Aussicht.

Nach Meinung der Gehirnforscher streben Menschen nach Belohnungen, in dem Sie Ereignisse herbeiführen, die mit positiven Gefühlszuständen verbunden sind. Lösen positive Zahlen auf Ihrem Kontoauszug auch positive Gefühle aus? Wenn nicht, ist es wichtig, Ihre Motive und Bedürfnisse zu erforschen. Was motiviert Sie wirklich? Was macht Sie glücklich und zufrieden?

Sonst besteht die große Gefahr, dass Sie aufgrund des emotionalen „schnellen“ Denkens immer wieder Belohnungskäufe tätigen oder andere emotionale Finanzentscheidungen treffen. Danach ärgern Sie sich und brauchen quasi zum Trost die nächste Belohnung.

Was auch immer Sie als Zielsetzung formulieren, überfordern Sie sich nicht. Planen sie realistische Ziele und planen Sie Teilziele auf dem Weg dorthin, um gegebenenfalls nachjustieren zu können. Bei allem, was Ihr Verstand per se für unerreichbar hält, wird er sonst wahrscheinlich die Vermeidungshaltung einnehmen oder Sie verschwenden viel Zeit für hoffnungslose Unterfangen.

Tipp 3 : Die richtige Strategie

Eine gute Strategie ist eine sehr wertvolle Basis, um kluge Finanzentscheidungen zu treffen. Ihre Strategie sollte aus möglichst einfachen Regeln bestehen, die einfach, logisch und nachvollziehbar sind. Nur wenn Sie selbst von Ihren Regeln und Ihrer Strategie überzeugt sind, wird es Ihnen auch gelingen, diese umzusetzen.

Zu dieser Strategie kann auch ein passender äußerer Rahmen gehören. Wenn Sie sich nicht gerne um Ihre Finanzen kümmern, kann eine angenehme Atmosphäre hilfreich sein, um das Belohnungszentrum zu aktivieren. Zünden Sie sich doch einfach mal eine Kerze an und kochen Sie sich einen leckeren Tee, bevor Sie den Rechner einschalten oder sich vor die Kontoauszüge und Unterlagen setzen. Das kann manchmal schon Wunder bewirken.

Überlegen Sie sich Alternativen, bevor Sie der nächste Frustkauf befällt. Was könnte sonst noch Ihre Stimmungslage bessern? Was ist realistisch umsetzbar?

Auch bei Ihren Geldanlagen sollten Sie kluge Finanzentscheidungen treffen und sich eine passende Strategie überlegen. Wie sehen Ihre finanziellen Ziele aus und mit welcher Strategie lassen diese sich umsetzen? Mit welcher Verteilung zwischen sicheren und risikoreicheren Anlagen fühlen Sie sich gut? Was schützt Sie für spekulativen Transaktionen oder Panikverkäufen?

Schreiben Sie Ihre Strategie auf und setzen Sie Ihre Unterschrift darunter. Eine Unterschrift steht für Verbindlichkeit und Commitment. Ziel ist es, dass Sie sich selbst und Ihrer Strategie  treu bleiben, auch wenn der Wind mal aus einer anderen Richtung weht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Strategie und kluge Finanzentscheidungen.

Herzlichst
Ihre

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Ich will oder ich muss – die bessere Einstellung für Ihr Vermögen

Ich will oder ich muss sind zwei sehr unterschiedliche und sehr entscheidende Herangehensweisen, die Ihren finanziellen Erfolg sehr beeinflussen können. Kennen Sie auch diese inneren Antreiber „ich muss“ oder sogar „ich muss unbedingt noch …“ aus Ihrem inneren Sprachgebrauch? Wir versuchen oftmals, uns mit solchen Formulierungen selber anzutreiben. Leider ist der Erfolg jedoch sehr begrenzt.

Ich muss – der große Motivationskiller

Gerade beim Thema Finanzen, das offensichtlich wenigen Menschen und vor allem Frauen wenig Spaß bereitet, scheint dieser innere Antreiber selten erfolgreich zu sein. Diese Erfolglosigkeit ist kein Wunder und absolut erklärlich. Unser Gehirn ist auf Belohnung programmiert. Allein schon das Wörtchen „muss“ produziert sofort eine innere Abwehrhaltung. Es ist nämlich absolut demotivierend und erzeugt Druck, dem wir uns lieber widersetzen.

Ich will – der erste Schritt

Vielleicht könnte es schon ein wenig helfen, wenn Sie sich in Zukunft sagen: „Ich will mich um meine Finanzen kümmern.“ Das nimmt schon mal den Leidensdruck und entlässt Sie aus der Opferrolle.

Als die Teilnehmerinnen meines Workshops „Erfolg mit Geld“ sich letzten Samstag bei den unterschiedlichen Geldtypen einsortierten, gab es eine totale Übereinstimmung:

Sie wollten niemals der Geldtyp „Opfer“ sein.

Ihr Fazit und ihr Motto lautete:

Kümmere dich um deine Finanzen und du musst kein Opfer sein. Klick um zu Tweeten

Die „ich will oder ich muss“ – Motivationsfalle

Problematisch nur, dass wahrscheinlich immer noch die Motivation fehlt. Zugegeben gibt es in jungen Jahren Dinge, die Sie stärker motivieren, als sich um Ihre Altersvorsorge zu kümmern. Damit sind Sie absolut kein Einzelfall. Bei vielen Menschen dauert diese Phase bis Mitte 40. Dann ist es ziemlich spät, um sich um seine Altersvorsorge zu kümmern, denn dann bleibt nur noch wenig Zeit. Die Sparbeiträge müssen dann schon um ein Vielfaches höher ausfallen. Also sinkt die Motivation noch weiter und irgendwann ist es dann wirklich zu spät.

Inspirierende Ziele setzen

Ziele haben eine starke motivierende Wirkung. Ein Satz wie, „Ich will mich um meine Finanzen kümmern, weil ich im Ruhestand kein Opfer meiner Untätigkeit sein will“, könnte vielleicht schon etwas in Bewegung setzen. Das Problem dabei: Dieses Ziel ist nicht konkret und ob es als Belohnungsfaktor ausreicht, möchte ich mal dahin gestellt sein lassen.

Doch was hilft es dann als motivierendes Ziel? Viele Wünsche bleiben immer Träume, weil Ihrer Realisierbarkeit keinerlei Beachtung oder Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Ruhestandsphase beispielsweise umfasst mittlerweile fast ein Drittel unserer gesamten Lebenszeit. Kein Wunder, wenn viele Menschen zum Rentenbeginn in ein tiefes Loch fallen, weil sie keine Ziele für diese mittlerweile lange Zeitphase haben.

Dabei gibt es tolle Möglichkeiten, wie Sie im Ruhestand Ihre Zeit verbringen können. Egal ob mit einem Hobby oder Ehrenamt, es gibt tolle Gelegenheiten, die Zeit zu verbringen und dabei auch noch etwas Gutes zu tun. Leider scheitert das bei vielen Ruheständlern schon jetzt daran, dass diese auf Ihre Nebenjobs angewiesen sind, um die karge Rente aufzubessern. Viele von Ihnen hatten nicht die Möglichkeit, Rücklagen zu bilden, um die Rente aufzubessern. Doch einige hätten sie gehabt und haben Sie nicht genutzt.

Die richtige Strategie

Wenn Sie heute die Entscheidung treffen, sich um Ihre Finanzen und Ihren Vermögensaufbau zu kümmern und wirklich motivierende Ziele haben, fehlt Ihnen nur noch die richtige Strategie. Das scheitert dann häufig daran, dass es Nebenziele gibt, die eher schaden als nützen. Solche Nebenziele können so aussehen:

  • Ich muss erst meine Kontoauszüge sortieren

  • Ich muss erstmal sechs Monate Haushaltsbuch führen und sehen, was übrig bleibt

  • Ich muss im nächsten Jahr erstmal ein paar Anschaffungen tätigen

  • usw. usw.

Das sind die häufigsten Argumente, die ich von Anruferinnen höre, wenn diese sich mal ganz unverbindlich informieren wollen. Da schließt sich dann wieder der Kreis. Manchmal ist es die Perfektionismusfalle. Manchmal ist es schlicht ein Vorwand für die Aufschieberitis. Manchmal ist es die Sparsamkeit, für eine Beratung kein Geld ausgeben zu wollen. Gründe finden sich immer. Doch gerade dieser Perfektionismus und die übertriebene Sparsamkeit führen häufig in die Verharrung und Untätigkeit. Zeit ist Geld und Nichtstun ist teuer. Leider!

Also versuchen Sie doch einfach mal die Nebenziele und Nebenbedingungen, den Perfektionismus und die Aufschieberitis zu ignorieren. Achten Sie vor allem auf Ihre Wortwahl und treffen Sie möglichst immer bei der Entscheidung „ich will oder ich muss“ für Ihr Vermögen die bessere Entscheidung „ich will“.

„Ich will, das Wort ist mächtig“, stand übrigens schon in meinem Poesiealbum. Leider weiß ich nicht mehr, wie es weiter ging … 😉

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen oder euch eine große Motivation und ein starkes „ich will“ für ein wachsendes finanzielles Vermögen und einen gesicherten Ruhestand.

Am 30. März findet der nächste Geldgeflüster-Workshop statt. Das könnte schon mal ein Anfang sein. 😉

Herzlichst
Ihre

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Achtung: Unterschätzte Risiken bei Finanzen

Unterschätzte Risiken sind besonders heimtückisch. Sie kommen im vertrauten Gewand daher, wie der Wolf im Rotkäppchen.

Lupo Cattivo e Cappuccetto Rosso: l'ombra mostra il pericolo

„Wenn Risiken schleichend daher kommen, sind wir Menschen von der Evolution her außerordentlich schlecht darauf vorbereitet, sie wahrzunehmen und entsprechend zu bewerten. Da sind wir eigentlich immer noch wie Savannenmenschen, für die es lebensnotwendig war, sich schnell und wirksam auf plötzliche Gefahren einzustellen.“

Quelle: Ortwin Renn, “Das Risikoparadox. Warum wir uns vor dem Falschen fürchten”

 

Unsere Wahrnehmung spielt uns manchmal einen Streich. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf einen Aspekt und übersehen den anderen:

 

Wahrscheinlichkeits-Fixierung

 

Wo ist der Unterschied zwischen einer Versicherung gegen Berufsunfähigkeit und einer Versicherung gegen Brillenverlust. Viele Menschen verlieren ihre Brille und viele Menschen werden berufsunfähig. Beides hat eine signifikante Wahrscheinlichkeit.

Der entscheidende Unterschied ist: Wenn Ihre Brille verloren geht, ärgern Sie sich und kaufen sich eine Neue. Wenn Sie berufsunfähig werden, stehen Ihre Karriere und das gesamte künftige Arbeitseinkommen auf dem Spiel. Der Betrag ist nicht selten höher als eine Million Euro. Die Formel lautet: Jahresgehalt x Jahre bis zur Rente. Rechnen Sie das mal für sich.

Das können Sie selber nicht ersetzen. Die Auswirkung: Ihr Leben wäre massiv beeinträchtigt.

Hand-drawn Vector illustration of an Happy Christmas Elf  with big green glasses

 

Nachdenken hilft klar zu sehen.

Ich kenne Menschen, die Ihr Auto für 50.000 Euro Vollkasko versichern, Ihre Arbeitskraft im Wert von 1 Mio. Euro aber nicht.

 

Stabilitäts-Falle

 

Als Gesellschaft sehen wir uns nach Stabilität. Doch unter der Oberfläche brodelt es weiter. Statt der Ursachen bekämpfen wir Symptome.

Es ist üblich starker Schwankung (Volatilität) mit Risiko gleichzusetzen. Ökonomen bestimmen anhand der Volatilität der Vergangenheit das Risiko in der Zukunft. Dabei kennt jeder Seefahrer die Ruhe vor dem Sturm.

Wer auf einem brodelnden Kessel den Deckel drauf hält, um sich und anderen zu suggerieren, alles sei ruhig, der erhöht den Druck im Kessel. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann er ihm um die Ohren fliegt.

Illustration of the angry tea kettle on white background

 

Gewöhnungs-Falle

Geht etwas lange gut, werden wir unvorsichtig. Ob Alkohol am Steuer, steigende Kurse oder Deckel auf dem brodelnden Topf. Fragen Sie den Truthahn. Er war sich ganz sicher, dass der Mensch sein bester Freund ist. Er hat ihn schließlich Tag für Tag verwöhnt. Doch dann kam Thanksgiving.

Turkey in the saucepan

 

Übersteigertes Selbstvertrauen

 

Erste Erfolge machen euphorisch und, umso länger es gut geht, blind für Gefahren. Eine ähnliche Wirkung hat Zuspruch von Dritten.

Junge Männer und Börsenprofis neigen zu übersteigertem Selbstvertrauen (Overconfidence). Sie erhalten nicht nur Bestätigung von Anderen, sondern auch von sich selber. Unser Verstand ist darauf programmiert, kausale Zusammenhänge zu erkennen. So sehen wir Muster und Zusammenhänge, wo keine sind. Wir erklären uns die Welt im Nachhinein so logisch, dass wir das Gefühl haben, es immer schon gewusst zu haben.

Glückliches Kind vor Tafel mit Muskeln aus Kreide dahinter

Aktivismus

 

Aktivismus verstärkt das Gefühl von Kontrolle. Wer seit Auflegung 1988 in den Dax investiert hat, hat seinen Einsatz verzehnfacht. Vorausgesetzt, er hat nicht eingegriffen. Bei starken Einbrüchen schwer auszuhalten. Deshalb neigen wir zu Aktivismus, verkaufen und kaufen. Schließlich wollen wir das Optimum raus holen. Oftmals verschlechtert sich dadurch das Ergebnis massiv (Kosten, Fehlentscheidungen) und dennoch gibt uns zu handeln ein besseres Gefühl als zuzuwarten.

Das ist ähnlich in der Medizin. Gehen Sie zum Arzt, erwarten Sie, dass er etwas unternimmt. Schickt er Sie nach Hause unter Hinweis auf die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers, sind Sie enttäuscht. Dabei haben die Arzneien oft üble Nebenwirkungen und unser Körper ein eingebautes Reparatursystem.

Pharmacist chemist man in pharmacy. Sale of vitamins and medications. Funny cartoon vector simple illustration.

 

Isolierte Betrachtung

 

Betrachten Sie Risiken nicht isoliert. Risiken addieren sich nicht einfach, sie verstärken sich auch gegenseitig. So ist es besonders gravierend, wenn mehrere Risikofaktoren zusammen kommen. Auch das kennen Sie von der Medizin:

  • Rauchen
  • Stress
  • Kein Sport
  • Ungesunde Ernährung

Jeder dieser Risikofaktoren erhöht das Risiko zu erkranken – exponentiell.

  • Aktivismus
  • Übersteigertes Selbstvertrauen
  • Finanzprodukte, die Sie nicht verstehen
  • Keine Übersicht

Jeder dieser Risikofaktoren erhöht das Risiko, Geld zu verlieren – exponentiell.

Bis hin zum:

trauer

 

Schach Matt

 

Zwei Faktoren sorgen dafür, Sie als Finanzentscheider Schach matt zu setzen:

Illiquidität

Nicht liquide zu sein, sein Vermögen nicht oder nur unter großen Verlusten flüssig machen zu können, führt zur Insolvenz.

In jedem Fall führt es in die Sackgasse, keine Optionen mehr zu besitzen. Achten Sie auf Liquidität.

 

Totalverlust

„Totalverlust-Risiko“ finden Sie als Warnung auf Produktinformationsblättern. Doch wie der Hinweis „Rauchen kann tödlich sein“, schreckt es nicht alle vom Kauf ab.

Wer nur einen kleinen Einsatz im Spiel hat, der kann einen Totalverlust verschmerzen. Doch wehe dem, der alles auf eine Karte setzt. Umso mehr erstaunt es, dass es immer wieder Anleger gibt, die wie bei „Lehmann-Zertifikaten“ oder „Prokon-Anteilen“ ihre gesamte Altersvorsorge darauf gesetzt haben.

Rattlesnake cartoon

 

Lassen Sie sich nicht ablenken

 

Unterschätzte Risiken haben viel mit fehlender Aufmerksamkeit zu tun. Alles Neue, plötzliche Bewegungen und mediale Berichterstattung fordern unsere Aufmerksamkeit. So entstehen blinde Flecken, Dinge die wir nicht ausreichend wahrnehmen.

Es ist nicht leicht Risiken richtig wahrzunehmen. Wir unterschätzen einige Risiken, aber wir überschätzen auch manche Risiken. Mit Ihnen beschäftigt sich Kornelia Rendigs von finanzcoaching-bremen.de nächste Woche.

Sie zu erkennen und Ihnen weniger Aufmerksamkeit zu widmen, ist der erste Schritt zur Prävention gegen unterschätzte Risiken.

 

 

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung.

 

Welche Erfahrung haben Sie mit unterschätzten Risiken gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Fragen.

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
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Teil 2: Geld und Schuldgefühle – Die Macht der Kinder

Mädchen schaut auf GeldtürmeIn Familien wird Geld aus unterschiedlichsten Gründen ausgetauscht: aus Pflichtgefühl, Großzügigkeit und Liebe, weil ein Anspruch besteht – oder aus Schuldgefühlen.

Wenn Eltern ihren Kindern gegenüber Schuldgefühle haben, z.B. weil sie viel arbeiten müssen und nur wenig Zeit für Zuwendung bleibt oder aus allen möglichen anderen Gründen heraus, werden sie ihren Kinder gegenüber leicht erpressbar. Kinder habe ein sehr feines Gespür dafür, wie sie ihre Eltern „kriegen“. Wenn Kinder merken, dass sie leicht zu Geld, Geschenken oder anderen Privilegien kommen, wenn sie die Schuldgefühle ihrer Eltern aktivieren, werden sie leicht zu „Erpressern“ aus Gewohnheit.

Wenn Eltern sich darüber nicht bewusst werden und Grenzen ziehen, können sich solche Beziehungsmuster ein Leben lang fortsetzen. Besonders allein erziehende Eltern leiden häufig unter Schuldgefühlen, da sie aufgrund der Mehrfachbelastung nichts so für ihre Kinder da sein können, wie sie sich das vielleicht gewünscht hätten.

childcaresubsidy_1Die Verstrickung von Geld oder anderen Zuwendungen und Schuldgefühlen ist für Kinder äußerst ungünstig. Sie lernen, dass sie nur dann „berechtigt“ sind, wenn sie von den Schuldgefühlen der Eltern profitieren. Diese dauernde Entwertung führt häufig zu Problemen mit dem eigenen Selbstwertgefühl und lebenslangen Abhängigkeiten von den Eltern.

Gerade für geschiedene oder getrennte, allein erziehende Eltern ist es wichtig, solche Themen zu reflektieren und sich bei Bedarf Unterstützung zu suchen, um Schuldgefühle ablegen zu können und den eigenen Kinder gegenüber nicht erpressbar zu sein.  Der Umgang und das Verhalten mit Geld sind immer ein klarer Indikator für ein Problem oder besser eine Aufgabe oder Herausforderung, die es zu bearbeiten gilt. Und wie heißt es so schön:

„Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen unbegrenztes Wachstum mit und auch mal ohne Geld

Herzlichst
Ihre

Kornelia Rendigs

Magerzinsen und Sicherheitsillusion

Die Lage ist dramatisch. Die Zinsen sind im Keller. Der Weltuntergang steht kurz bevor.

rettung der ErsparnisseIn Anbetracht der aktuellen Zinslage gibt es offensichtlich  bei Sparerinnen und Sparern inzwischen ähnliche Panikreaktionen  wie nach dem letzten Börsencrash (oder dem vorletzten oder dem vorvorletzten….).

Trotzdem hält der deutsche Sparer und auch die Sparerin dem Tagesgeld und sogar bisweilen noch dem Sparbuch eisern die Treue. Das erscheint auf den ersten Blick verwunderlich. Obwohl bei realistischer Betrachtung absehbar ist, dass dabei langfristig reale Verluste gemacht werden, scheint dies die meisten wenig zu beeindrucken.

Das hat verschiedene Gründe:

„Alles was zählt, sind die Zahlen auf dem Konto!“

Diesen schlichten Satz habe ich von einem mir  bekannten Herrn früher häufig zu hören bekommen und ich denke, dass er sehr repräsentativ für das Denken vieler Anleger steht. Während sich Kursschwankungen direkt auf den Depot- und Kontoauszügen niederschlagen, werden Verluste durch die schleichende Geldentwertung – auch „Inflation“ genannt – kaum oder gar nicht wahrgenommen.

Was erschwerend hinzukommt, ist die Tatsache, dass „Inflation“ oder „alles wird teurer“ von unterschiedlichen Menschen auch ganz unterschiedlich wahrgenommen wird. Da ist zum einen die  „Inflationsrate“, die wir aus den Medien erfahren. Kaum jemand ohne ökonomische Vorkenntnisse oder großes politisches Interesse weiß so ganz genau, was dahinter steckt und wie sich diese Größe auch (politisch) beeinflussen lässt.

Wer hingegen gerade auf der Suche nach einer Mietwohnung ist oder aktuell eine Nebenkostenabrechnung mit Nachzahlung erhalten hat, spürt deutlich die Preissteigerungen im Energiesektor und bei den Mieten, bringt dies aber auch nicht zwangsläufig mit dem Thema Inflation in Verbindung und schon gar nicht mit seinen oder ihren Ersparnissen.

Das führt dazu, dass das Inflationsrisiko bei den meisten Menschen weitgehend ausgeblendet ist bzw. gar nicht als Risiko wahrgenommen wird.  Demgegenüber wird das Risiko, Verluste zu erleiden, die sich dann auch direkt als Zahlen auf dem Depot oder Konto „materialisieren“,  sehr viel stärker wahrgenommen wird.

Es ist also eine Frage der Wahrnehmung – wie so oft.

Verlustaversion

Hinzu kommt außerdem der Umstand, dass die Möglichkeit Verluste zu erleiden, emotional sehr viel stärker wirkt, als die Aussicht auf Gewinne. Über dieses Phänomen, das als „Verlustaversion“ bezeichnt wird,  und sehr weitreichend unser menschliches Handeln bestimmt, lesen Sie in meinem nächsten Blog-Beitrag.

Wie sie typische Anleger/innen-Fehler vermeiden und bewusster mit Geldthemen, Verlustaversion, finanziellen Existenzängsten umgehen oder selbst andere finanzielle Ergebnisse erzielen können, erfahren Sie im Finanzcoaching, in der Anlageberatung oder in meinem nächsten Geldseminar.

Ein gute Gelegenheit zum Reinschnuppern bieten die Infoabende und Schnuppervorträge.

Ich freue mich auf Sie!

Wenn Hirsche oder Menschen an Grenzen stoßen

Der „Eisene Vorhang“  –   Monetäre Grenzen im Kopf

Unser Verhalten im Umgang mit Geld, unsere häufig unbewussten Einstellungen, Glaubenssätze, Ängste oder Blockaden sind sehr Deer close-upstark beeinflusst von den Erfahrungen, die wir in unserer Kindheit, Jugend und auch im späteren Leben mit Geld gemacht haben. Diese Erfahrungen wirken häufig wie unsichtbare Grenzen im Kopf, an die wir immer wieder stoßen und mit denen wir zwangsläufig auch immer wieder ähnliche Erfahrungen produzieren. Gerade habe ich einen sehr spannenden Bericht  von SpiegelOnline über das Grenz-Verhalten der Hirsche im Böhmerwald gelesen.

Hirsche kehren am früheren Eisernen Vorhang um

Wie Forscher im Nationalpark Böhmerwald herausgefunden haben , stoppen die Hirsche noch immer an der ehemaligen Stacheldrahtgrenze – dem früheren „Eisernen Vorhang“ –  zwischen Portrait of majestic red deer stag in Autumn FallOst und West und verlassen nicht ihr tschechisches Territorium  in Richtung Bayerischer Wald . Die Jungtiere haben diese Grenze nie selbst kennen gelernt und kennen sie nur aus „Überlieferungen“.  Die Forscher vermuten, dass dieses Verhalten über Generationen hinweg weitergeben wird. *

Was das Reisen betrifft, sind wir Menschen in jedem Fall schon weiter, aber was die finanziellen Grenzen im Kopf betrifft, habe ich da so meine Zweifel. Es gibt zu diesem Thema zwar einige Literatur aber kaum empirische Untersuchungen. Doch wenn wir uns die Vermögensverteilung auf unserer Erde genauer betrachten, sind da schon  Muster erkennbar. Die Mittelschicht dünnt aus, die Armen werden immer ärmer und die Reichen immer reicher.

Und wenn wir uns das Geschehen an den Börsen genauer betrachten, müssen wir auch da feststellen, dass die um den Nachwuchs besorgten Weibchen lieber zu Hause bleiben, während sich die jungen männlichen Hirsche gern mal als Grenzgänger profilieren. Wenn dann – wie im Böhmerwald – mal wieder auf der anderen Seite gejagt wird, kann das böse nach hinten losgehen. Allerdings scheint es, dass bei den jungen männlichen Hirschen der Jagdinstikt doch stärker wirkt als das Gedächtnis. Die letzte Finanzkrise liegt ja nun schon wieder sechs Jahre zurück……

Bei anderen – meist älteren –  Hirschen führen die Erfahrungen dazu, dass sie das Revier verlassen und sich andere Gebiete suchen.  Das alte Jagdrevier wird dann den Junghirschen überlassen, die sich nun ebenso das Geweih abstoßen wie ihre Vorfahren. Was bei den Hirschen ein ganz normaler und natürlicher Vorgang ist, hat bei uns Menschen allerdings mittlerweile ziemlich ungesunde Züge angenommen. Die „Boom and Bust-Zyklen“ sind erwiesenermaßen unförderlich für unsere ökonomischen, sozialen und ökologischen Systeme.

Das Problem an allen Reichtums-, Erfolgs- und Motivationsstragien besteht darin, dass sie uns die Wege in die vermeintliche Freiheit zeigen, aber nicht wir wir die Grenzen im Kopf überwinden. Doch wirkliche Veränderungen können wir nur dann bewirken, wenn wir uns mit unseren eigenen inneren Grenzen befassen . Dazu gehören vor allem auch unsere Projektionen auf Geld. “Geld ist schlecht, Geld ist Macht, Geld ist Sicherheit.“ In einem meiner Workshops hörte ich kürzlich die Projektion: „Geld ist das Grundübel des Kapitalismus!“

Die Frage, die ich daraus ableiten kann, lautet dann: Wenn Geld für mich das Gründübel des Kapitalsmus ist, wer bin ich dann, wenn ich Geld verdiene? Wieviel Geld darf ich noch verdienen, um nicht selbst das Grundübel des Kapitalismus zu sein und wo ist meine Grenze? Und es gibt sie diese Grenze – garantiert! Und sie wird mich mehr oder weniger in finanzieller Knappheit leben lassen. Denn es ist – zumindest moralisch – besser ein Opfer des Kapitalismus zu sein als ein Grundübel.

Wer also andere Erfahrungen mit Geld machen und bessere Ergebnisse mit Geld erzielen will, muss sich zwangsläufig mit seinen inneren Grenzen befassen und seine Projektionen auf Geld auflösen. Dazu gehört auch eine gewisse Risikobereitschaft gebenüber dem Unbekannten und Neuen, ebenso wie die Bereitschaft einen alten liebgewonnenen Standpunkt aufzugeben und tiefe Überzeugungen in Frage zu stellen.

Dazu bietet unser Geldworkshop verschiedenste Möglichkeiten und Gelegenheiten im Austausch mit anderen Menschen, deren Erfahrungen und Grenzen.

Wenn Sie an weiteren Informationen  zum Geldworkshop und zum FinanzCoaching interessiert, klicken Sie einfach einen der beiden Begriffe an.

Hier geht es zum Artikel über die Hirsche.

Altersvorsorge – Planung schützt vor bösen Überraschungen

Altersvorsorge beginnt mit „Alter“ und endet mit „Sorge“

und ist damit – gerade und insbesondere für viele Frauen –  ein äußerst unbeliebtes Thema. Je größer die  Befürchtung ist, dass die Rente nicht reicht, um so stärker wird das Thema  verdrängt oder einfach aufgeschoben. Prokrastination nennen Psychologen die krankhafte Aufschieberitis von unangenehmen oder vermeintlich langweiligen Aufgaben, die gerade bei Studenten sehr verbreitet ist. Finanzcoaching small 72Beim Thema Altersvorsorge betrifft das alle Altersgruppen. Finanz- und Geldanlagethemen sind trocken, langweilig und unerfreulich. Umfragen ergeben immer wieder, dass viele Deutsche sich schlecht informiert fühlen beim Thema Geldanlagen. Und wenn es dann noch um’s Thema Alter geht………

Das Problem mit der Altersvorsorge ist, dass sie sich nicht so einfach aufschieben lässt, denn das Datum für den Rentenbeginn ist mehr oder weniger fix und kann höchstens von den Freiberuflerinnen und Selbstständigen weitestgehend selbst bestimmt werden.  Da ist die Vogelstraußpolitik eine sehr dysfunktionale Strategie. Hilfreicher kann es dagegen sein, das Problem in Teilschritte zu zerlegen und dann einfach mal den ersten Schritt zu tun.

Teilschritte auf dem Weg zur planvollen Altersvorsorge…..
finden Sie deshalb ab morgen in meinem Blog – so quasi als Einstieg.
Es gibt nichts Gutes außer Frau tut es!

Haben Sie hierzu Fragen? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

Herzlichst,
Ihre Kornelia Rendigs