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3 strategische Tipps für kluge Finanzentscheidungen

Kluge Finanzentscheidungen zu treffen, ist eine große Kunst. Wir alle treffen tagtäglich und ständig Finanzentscheidungen. Viele von diesen Entscheidungen werden oft sehr schnell getroffen. Bei manchen Finanzentscheidungen lassen wir uns länger Zeit.

Zu den schnellen Finanzentscheidungen gehören häufig Konsumentscheidungen wie  neue Schuhe, Kleidung  oder Fast Food im Supermarkt.

Kennen Sie dieses Gefühl von Reue oder Schuldgefühlen nach einer schnellen und vielleicht falschen Kaufentscheidung?

Bei kleineren Summen ist es noch zu verschmerzen, aber bei größeren kann es richtig weh tun. Bei einer Geldanlage, die zu großen Verlusten oder sogar einem Totalverlust geführt hat, tut es dann richtig weh.

Wie kommen solche Entscheidungen zustande?

Schnelles und langsames Denken – das Dilemma

Der Nobelpreisträger Daniel Kahneman hat bei seinen Forschungen die These vom schnellen und langsamen Denken entwickelt. Das schnelle Denken erfolgt intuitiv, automatisch, emotional und unbewusst. Das langsame Denken dagegen erfolgt anstrengend, logisch, berechnend und bewusst.

Die Gefahr von übereilten Kaufentscheidungen und schlechten Gefühlen, kann deutlich verringert werden, wenn Sie vom schnellen in den langsamen Modus wechseln. Aber das funktioniert nicht wirklich gut, wenn Sie gerade unter Stress stehen und Zeitdruck haben.

Gerade wenn Sie bei Frustkäufen in Stressphasen Wiederholungstäterin sind, kann langsames Denken in solchen Situationen sehr schwierig umsetzbar sein. Es hilft, wenn Sie sich mit den Ursachen befassen und erforschen, wie es immer wieder dazu kommt.

Ist langsames Denken immer der bessere Weg?

Auch langsames Denken ist nicht immer der Königsweg. Die Finanzkrise 2008 war ein drastisches Beispiel dafür. Auch langsam gedachte finanzmathematische Modelle können ins Leere laufen, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Die Welt und insbesondere die Welt der Finanzmärkte ist viel zu komplex, um alle möglichen Entwicklungen vorausberechnen zu können. Ähnlich wie bei der Wettervorhersage, lässt sich eine Entwicklung an den Aktienmärkten oder sogar an den Immobilienmärkten kaum mehr als ein paar Tage vorhersagen.

Wie lösen Sie das Dilemma, um kluge Finanzentscheidungen zu treffen?

Das Dilemma aufzulösen, ist nicht ganz einfach. Auch Rückfälle sind wahrscheinlich vorprogrammiert. Gerade wenn es um emotionale Entscheidungen und automatisierte Verhaltensmuster geht, wird es ohne langsames Denken und ein bisschen Arbeit auch nicht funktionieren. Wollen Sie sich in Zukunft mit Ihren Finanzentscheidungen behaglicher fühlen und bessere Ergebnisse erzielen? Dann wird sich das langsame Denken nicht vermeiden lassen.

Dazu habe ich ein drei Tipps für Sie:

Tipp 1: Selbstreflexion als Basis für kluge Finanzentscheidungen

Bevor Sie sich mit vielen Informationen und Ratschlägen zum Thema Geld und Finanzen befassen, beschäftigen Sie sich erst einmal mit sich selbst.

  • Was ist   I H N E N   wirklich wichtig in Ihrem Leben und welche Rolle spielt Geld dabei?
  • Was denken Sie über sich – ganz allgemein und speziell in bezug auf Geld?
  • Welche Bedürfnisse befriedigt Geld kurzfristig und welche Funktion erfüllt es bei typischen Verhaltensweisen?
  • Welche Werte sind Ihnen wichtig im Leben und wie stehen diese mit Ihren Finanzen und mit Geld im Einklang?
  • Wie sahen Ihre Erfahrungen mit Geld aus? Wie waren dann Ihre Schlussfolgerungen? Welche positiven oder negativen Vorbilder haben Sie, wenn es um das Thema Finanzen und Geld geht?
  • Wie sehen andere Sie, wenn es um das Thema Geld geht?

Solche Überlegen können sehr hilfreich sein, um sich selbst auf die Schliche zu kommen. Decken Sie Ihre typischen Verhaltensmuster auf und forschen Sie nach den Ursachen.

Auch wenn es manchmal weh tut, kann eine schmerzhafte Erkenntnis oft eine sehr wertvolle Information sein. Fast jeder Mensch hat den ein oder anderen Fleck. Wichtig ist aber, dass Sie sich nicht dafür geißeln oder rechtfertigen, sondern das Optimierungspotential darin sehen. Nur so können Sie alte Verhaltensmuster ändern und kluge Finanzentscheidungen treffen.

Tipp 2: Ziele formulieren und visualisieren

Wie ich in meinem Beitrag über die guten Vorsätze zum Neuen Jahr berichtet habe, sind Ziele sehr wichtig. Sie sollten positiv formuliert, realistisch und vor allem motivierend sein. Je nachdem, was Sie wirklich motiviert und was dann am Ende als Ergebnis stehen kann, stellen Sie Ihrem Gehirn eine Belohnung in Aussicht.

Nach Meinung der Gehirnforscher streben Menschen nach Belohnungen, in dem Sie Ereignisse herbeiführen, die mit positiven Gefühlszuständen verbunden sind. Lösen positive Zahlen auf Ihrem Kontoauszug auch positive Gefühle aus? Wenn nicht, ist es wichtig, Ihre Motive und Bedürfnisse zu erforschen. Was motiviert Sie wirklich? Was macht Sie glücklich und zufrieden?

Sonst besteht die große Gefahr, dass Sie aufgrund des emotionalen „schnellen“ Denkens immer wieder Belohnungskäufe tätigen oder andere emotionale Finanzentscheidungen treffen. Danach ärgern Sie sich und brauchen quasi zum Trost die nächste Belohnung.

Was auch immer Sie als Zielsetzung formulieren, überfordern Sie sich nicht. Planen sie realistische Ziele und planen Sie Teilziele auf dem Weg dorthin, um gegebenenfalls nachjustieren zu können. Bei allem, was Ihr Verstand per se für unerreichbar hält, wird er sonst wahrscheinlich die Vermeidungshaltung einnehmen oder Sie verschwenden viel Zeit für hoffnungslose Unterfangen.

Tipp 3 : Die richtige Strategie

Eine gute Strategie ist eine sehr wertvolle Basis, um kluge Finanzentscheidungen zu treffen. Ihre Strategie sollte aus möglichst einfachen Regeln bestehen, die einfach, logisch und nachvollziehbar sind. Nur wenn Sie selbst von Ihren Regeln und Ihrer Strategie überzeugt sind, wird es Ihnen auch gelingen, diese umzusetzen.

Zu dieser Strategie kann auch ein passender äußerer Rahmen gehören. Wenn Sie sich nicht gerne um Ihre Finanzen kümmern, kann eine angenehme Atmosphäre hilfreich sein, um das Belohnungszentrum zu aktivieren. Zünden Sie sich doch einfach mal eine Kerze an und kochen Sie sich einen leckeren Tee, bevor Sie den Rechner einschalten oder sich vor die Kontoauszüge und Unterlagen setzen. Das kann manchmal schon Wunder bewirken.

Überlegen Sie sich Alternativen, bevor Sie der nächste Frustkauf befällt. Was könnte sonst noch Ihre Stimmungslage bessern? Was ist realistisch umsetzbar?

Auch bei Ihren Geldanlagen sollten Sie kluge Finanzentscheidungen treffen und sich eine passende Strategie überlegen. Wie sehen Ihre finanziellen Ziele aus und mit welcher Strategie lassen diese sich umsetzen? Mit welcher Verteilung zwischen sicheren und risikoreicheren Anlagen fühlen Sie sich gut? Was schützt Sie für spekulativen Transaktionen oder Panikverkäufen?

Schreiben Sie Ihre Strategie auf und setzen Sie Ihre Unterschrift darunter. Eine Unterschrift steht für Verbindlichkeit und Commitment. Ziel ist es, dass Sie sich selbst und Ihrer Strategie  treu bleiben, auch wenn der Wind mal aus einer anderen Richtung weht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Strategie und kluge Finanzentscheidungen.

Herzlichst
Ihre

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Achtung: Unterschätzte Risiken bei Finanzen

Unterschätzte Risiken sind besonders heimtückisch. Sie kommen im vertrauten Gewand daher, wie der Wolf im Rotkäppchen.

Lupo Cattivo e Cappuccetto Rosso: l'ombra mostra il pericolo

„Wenn Risiken schleichend daher kommen, sind wir Menschen von der Evolution her außerordentlich schlecht darauf vorbereitet, sie wahrzunehmen und entsprechend zu bewerten. Da sind wir eigentlich immer noch wie Savannenmenschen, für die es lebensnotwendig war, sich schnell und wirksam auf plötzliche Gefahren einzustellen.“

Quelle: Ortwin Renn, “Das Risikoparadox. Warum wir uns vor dem Falschen fürchten”

 

Unsere Wahrnehmung spielt uns manchmal einen Streich. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf einen Aspekt und übersehen den anderen:

 

Wahrscheinlichkeits-Fixierung

 

Wo ist der Unterschied zwischen einer Versicherung gegen Berufsunfähigkeit und einer Versicherung gegen Brillenverlust. Viele Menschen verlieren ihre Brille und viele Menschen werden berufsunfähig. Beides hat eine signifikante Wahrscheinlichkeit.

Der entscheidende Unterschied ist: Wenn Ihre Brille verloren geht, ärgern Sie sich und kaufen sich eine Neue. Wenn Sie berufsunfähig werden, stehen Ihre Karriere und das gesamte künftige Arbeitseinkommen auf dem Spiel. Der Betrag ist nicht selten höher als eine Million Euro. Die Formel lautet: Jahresgehalt x Jahre bis zur Rente. Rechnen Sie das mal für sich.

Das können Sie selber nicht ersetzen. Die Auswirkung: Ihr Leben wäre massiv beeinträchtigt.

Hand-drawn Vector illustration of an Happy Christmas Elf  with big green glasses

 

Nachdenken hilft klar zu sehen.

Ich kenne Menschen, die Ihr Auto für 50.000 Euro Vollkasko versichern, Ihre Arbeitskraft im Wert von 1 Mio. Euro aber nicht.

 

Stabilitäts-Falle

 

Als Gesellschaft sehen wir uns nach Stabilität. Doch unter der Oberfläche brodelt es weiter. Statt der Ursachen bekämpfen wir Symptome.

Es ist üblich starker Schwankung (Volatilität) mit Risiko gleichzusetzen. Ökonomen bestimmen anhand der Volatilität der Vergangenheit das Risiko in der Zukunft. Dabei kennt jeder Seefahrer die Ruhe vor dem Sturm.

Wer auf einem brodelnden Kessel den Deckel drauf hält, um sich und anderen zu suggerieren, alles sei ruhig, der erhöht den Druck im Kessel. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann er ihm um die Ohren fliegt.

Illustration of the angry tea kettle on white background

 

Gewöhnungs-Falle

Geht etwas lange gut, werden wir unvorsichtig. Ob Alkohol am Steuer, steigende Kurse oder Deckel auf dem brodelnden Topf. Fragen Sie den Truthahn. Er war sich ganz sicher, dass der Mensch sein bester Freund ist. Er hat ihn schließlich Tag für Tag verwöhnt. Doch dann kam Thanksgiving.

Turkey in the saucepan

 

Übersteigertes Selbstvertrauen

 

Erste Erfolge machen euphorisch und, umso länger es gut geht, blind für Gefahren. Eine ähnliche Wirkung hat Zuspruch von Dritten.

Junge Männer und Börsenprofis neigen zu übersteigertem Selbstvertrauen (Overconfidence). Sie erhalten nicht nur Bestätigung von Anderen, sondern auch von sich selber. Unser Verstand ist darauf programmiert, kausale Zusammenhänge zu erkennen. So sehen wir Muster und Zusammenhänge, wo keine sind. Wir erklären uns die Welt im Nachhinein so logisch, dass wir das Gefühl haben, es immer schon gewusst zu haben.

Glückliches Kind vor Tafel mit Muskeln aus Kreide dahinter

Aktivismus

 

Aktivismus verstärkt das Gefühl von Kontrolle. Wer seit Auflegung 1988 in den Dax investiert hat, hat seinen Einsatz verzehnfacht. Vorausgesetzt, er hat nicht eingegriffen. Bei starken Einbrüchen schwer auszuhalten. Deshalb neigen wir zu Aktivismus, verkaufen und kaufen. Schließlich wollen wir das Optimum raus holen. Oftmals verschlechtert sich dadurch das Ergebnis massiv (Kosten, Fehlentscheidungen) und dennoch gibt uns zu handeln ein besseres Gefühl als zuzuwarten.

Das ist ähnlich in der Medizin. Gehen Sie zum Arzt, erwarten Sie, dass er etwas unternimmt. Schickt er Sie nach Hause unter Hinweis auf die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers, sind Sie enttäuscht. Dabei haben die Arzneien oft üble Nebenwirkungen und unser Körper ein eingebautes Reparatursystem.

Pharmacist chemist man in pharmacy. Sale of vitamins and medications. Funny cartoon vector simple illustration.

 

Isolierte Betrachtung

 

Betrachten Sie Risiken nicht isoliert. Risiken addieren sich nicht einfach, sie verstärken sich auch gegenseitig. So ist es besonders gravierend, wenn mehrere Risikofaktoren zusammen kommen. Auch das kennen Sie von der Medizin:

  • Rauchen
  • Stress
  • Kein Sport
  • Ungesunde Ernährung

Jeder dieser Risikofaktoren erhöht das Risiko zu erkranken – exponentiell.

  • Aktivismus
  • Übersteigertes Selbstvertrauen
  • Finanzprodukte, die Sie nicht verstehen
  • Keine Übersicht

Jeder dieser Risikofaktoren erhöht das Risiko, Geld zu verlieren – exponentiell.

Bis hin zum:

trauer

 

Schach Matt

 

Zwei Faktoren sorgen dafür, Sie als Finanzentscheider Schach matt zu setzen:

Illiquidität

Nicht liquide zu sein, sein Vermögen nicht oder nur unter großen Verlusten flüssig machen zu können, führt zur Insolvenz.

In jedem Fall führt es in die Sackgasse, keine Optionen mehr zu besitzen. Achten Sie auf Liquidität.

 

Totalverlust

„Totalverlust-Risiko“ finden Sie als Warnung auf Produktinformationsblättern. Doch wie der Hinweis „Rauchen kann tödlich sein“, schreckt es nicht alle vom Kauf ab.

Wer nur einen kleinen Einsatz im Spiel hat, der kann einen Totalverlust verschmerzen. Doch wehe dem, der alles auf eine Karte setzt. Umso mehr erstaunt es, dass es immer wieder Anleger gibt, die wie bei „Lehmann-Zertifikaten“ oder „Prokon-Anteilen“ ihre gesamte Altersvorsorge darauf gesetzt haben.

Rattlesnake cartoon

 

Lassen Sie sich nicht ablenken

 

Unterschätzte Risiken haben viel mit fehlender Aufmerksamkeit zu tun. Alles Neue, plötzliche Bewegungen und mediale Berichterstattung fordern unsere Aufmerksamkeit. So entstehen blinde Flecken, Dinge die wir nicht ausreichend wahrnehmen.

Es ist nicht leicht Risiken richtig wahrzunehmen. Wir unterschätzen einige Risiken, aber wir überschätzen auch manche Risiken. Mit Ihnen beschäftigt sich Kornelia Rendigs von finanzcoaching-bremen.de nächste Woche.

Sie zu erkennen und Ihnen weniger Aufmerksamkeit zu widmen, ist der erste Schritt zur Prävention gegen unterschätzte Risiken.

 

 

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung.

 

Welche Erfahrung haben Sie mit unterschätzten Risiken gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Fragen.

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Teil 2: Geld und Schuldgefühle – Die Macht der Kinder

Mädchen schaut auf GeldtürmeIn Familien wird Geld aus unterschiedlichsten Gründen ausgetauscht: aus Pflichtgefühl, Großzügigkeit und Liebe, weil ein Anspruch besteht – oder aus Schuldgefühlen.

Wenn Eltern ihren Kindern gegenüber Schuldgefühle haben, z.B. weil sie viel arbeiten müssen und nur wenig Zeit für Zuwendung bleibt oder aus allen möglichen anderen Gründen heraus, werden sie ihren Kinder gegenüber leicht erpressbar. Kinder habe ein sehr feines Gespür dafür, wie sie ihre Eltern „kriegen“. Wenn Kinder merken, dass sie leicht zu Geld, Geschenken oder anderen Privilegien kommen, wenn sie die Schuldgefühle ihrer Eltern aktivieren, werden sie leicht zu „Erpressern“ aus Gewohnheit.

Wenn Eltern sich darüber nicht bewusst werden und Grenzen ziehen, können sich solche Beziehungsmuster ein Leben lang fortsetzen. Besonders allein erziehende Eltern leiden häufig unter Schuldgefühlen, da sie aufgrund der Mehrfachbelastung nichts so für ihre Kinder da sein können, wie sie sich das vielleicht gewünscht hätten.

childcaresubsidy_1Die Verstrickung von Geld oder anderen Zuwendungen und Schuldgefühlen ist für Kinder äußerst ungünstig. Sie lernen, dass sie nur dann „berechtigt“ sind, wenn sie von den Schuldgefühlen der Eltern profitieren. Diese dauernde Entwertung führt häufig zu Problemen mit dem eigenen Selbstwertgefühl und lebenslangen Abhängigkeiten von den Eltern.

Gerade für geschiedene oder getrennte, allein erziehende Eltern ist es wichtig, solche Themen zu reflektieren und sich bei Bedarf Unterstützung zu suchen, um Schuldgefühle ablegen zu können und den eigenen Kinder gegenüber nicht erpressbar zu sein.  Der Umgang und das Verhalten mit Geld sind immer ein klarer Indikator für ein Problem oder besser eine Aufgabe oder Herausforderung, die es zu bearbeiten gilt. Und wie heißt es so schön:

„Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen unbegrenztes Wachstum mit und auch mal ohne Geld

Herzlichst
Ihre

Kornelia Rendigs

Was wir mit Geld unseren Kindern antun oder für sie tun können

Geldentscheidungen und Geldbewusstsein

Young businessman.Als liebende Eltern wollen wir natürlich immer nur das Beste für unsere Kinder.  Die Entscheidung darüber, was gut oder gar das Beste ist, war wohl nie so schwierig wie heute. Je größer der Wohlstand, die verfügbaren liquiden Mittel und die Entscheidungsspielräume sind, desto größer wird auch die Unsicherheit, wieviel und wieviel mehr noch vertretbar ist. Grenzen zu setzen und einen vernünftigen Rahmen festzulegen, ist für viele  Eltern ein schwieriges Problem, insbesondere, wenn sie selbst noch alte offene „Geld-Themen“ und ungeklärte Fragen zu Geld haben.

Was Geld bedeutet, wofür Geld in menschlichen Beziehungen steht und wie Kinder einen vernünftigen Umgang mit Geld erlernen können, wird nicht in der Schule gelehrt. Es wird zu Hause bei den Eltern gelernt. Es wird abgeschaut, geschlussfolgert, interpretiert und umgesetzt.

Problematisch dabei ist jedoch, dass Eltern sich häufig nicht bewusst Bank of Mum and Dad Credit Card Family Financessind, was sie da eigentlich tun, wenn es um’s Geld geht. Weder sind die eigenen Bedürfnisse und Motive bewusst noch die Verhaltensweisen, die den Kinder vorgelebt werden. Das führt dazu, dass sich ungesunde Verhaltensweisen quasi weiter vererben und häufig Projektionen bzw. Übertragungen erfolgen sowohl auf Geld als auch auf die eigenen Kinder.

Ein wichtiger Schritt besteht deshalb darin, das eigene Geldverhalten zu reflektieren.

Mein Tipp dazu: Stellen Sie sich selber Fragen, z.B.:

  • Wozu gebe oder verweigere ich meinem Kind jetzt gerade Geld oder einen mit Geld bezahlbaren Wunsch?
  • Was ist meine Absicht dabei?
  • Was habe ich selbst in meiner Kindheit oder Jugend in einer ähnlichen Situation erlebt und erfahren und inwieweit beeinflusst mich das heute?
  • Was sagt das über mich aus, wenn ich jetzt „nein“ sage oder wenn ich zustimme?

Wenn Sie sich unsicher fühlen mit Ihren Entscheidungen, kann es sinnvoll sein, sich eine kompetente Gesprächspartnerin zu suchen. Auch wenn diese vielleicht ganz anderer Meinung ist, kann es  helfen darüber zu reden, um sich die eigenen Beweggründe zu verinnerlichen und sich unter Umständen unbewusste Verhaltensweisen spiegeln zu lassen. Das ist sicherlich kein einfacher Weg, denn Geld gehört immer noch zu den drei großen Tabuthemen, neben Sex und Tod. Doch gerade bei diesen Themen ist es so wichtig, dass wir zu mehr Offenheit und Bewusstheit finden, um unsere Kinder auf das Leben außerhalb der Familie vorzubereiten und sie auf ein glückliches  und selbstbestimmtes Leben vorzubereiten –
mit und ohne Geld!

Weitere Tipps und Beiträge zu diesem Thema…..
….finden Sie ab morgen in meinem Blog .

Haben Sie hierzu Fragen? Interessieren Sie sich für Finanzcoaching oder meinen Geldworkshop? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
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Herzlichst,
Ihre Kornelia Rendigs

 

Magerzinsen und Sicherheitsillusion

Die Lage ist dramatisch. Die Zinsen sind im Keller. Der Weltuntergang steht kurz bevor.

rettung der ErsparnisseIn Anbetracht der aktuellen Zinslage gibt es offensichtlich  bei Sparerinnen und Sparern inzwischen ähnliche Panikreaktionen  wie nach dem letzten Börsencrash (oder dem vorletzten oder dem vorvorletzten….).

Trotzdem hält der deutsche Sparer und auch die Sparerin dem Tagesgeld und sogar bisweilen noch dem Sparbuch eisern die Treue. Das erscheint auf den ersten Blick verwunderlich. Obwohl bei realistischer Betrachtung absehbar ist, dass dabei langfristig reale Verluste gemacht werden, scheint dies die meisten wenig zu beeindrucken.

Das hat verschiedene Gründe:

„Alles was zählt, sind die Zahlen auf dem Konto!“

Diesen schlichten Satz habe ich von einem mir  bekannten Herrn früher häufig zu hören bekommen und ich denke, dass er sehr repräsentativ für das Denken vieler Anleger steht. Während sich Kursschwankungen direkt auf den Depot- und Kontoauszügen niederschlagen, werden Verluste durch die schleichende Geldentwertung – auch „Inflation“ genannt – kaum oder gar nicht wahrgenommen.

Was erschwerend hinzukommt, ist die Tatsache, dass „Inflation“ oder „alles wird teurer“ von unterschiedlichen Menschen auch ganz unterschiedlich wahrgenommen wird. Da ist zum einen die  „Inflationsrate“, die wir aus den Medien erfahren. Kaum jemand ohne ökonomische Vorkenntnisse oder großes politisches Interesse weiß so ganz genau, was dahinter steckt und wie sich diese Größe auch (politisch) beeinflussen lässt.

Wer hingegen gerade auf der Suche nach einer Mietwohnung ist oder aktuell eine Nebenkostenabrechnung mit Nachzahlung erhalten hat, spürt deutlich die Preissteigerungen im Energiesektor und bei den Mieten, bringt dies aber auch nicht zwangsläufig mit dem Thema Inflation in Verbindung und schon gar nicht mit seinen oder ihren Ersparnissen.

Das führt dazu, dass das Inflationsrisiko bei den meisten Menschen weitgehend ausgeblendet ist bzw. gar nicht als Risiko wahrgenommen wird.  Demgegenüber wird das Risiko, Verluste zu erleiden, die sich dann auch direkt als Zahlen auf dem Depot oder Konto „materialisieren“,  sehr viel stärker wahrgenommen wird.

Es ist also eine Frage der Wahrnehmung – wie so oft.

Verlustaversion

Hinzu kommt außerdem der Umstand, dass die Möglichkeit Verluste zu erleiden, emotional sehr viel stärker wirkt, als die Aussicht auf Gewinne. Über dieses Phänomen, das als „Verlustaversion“ bezeichnt wird,  und sehr weitreichend unser menschliches Handeln bestimmt, lesen Sie in meinem nächsten Blog-Beitrag.

Wie sie typische Anleger/innen-Fehler vermeiden und bewusster mit Geldthemen, Verlustaversion, finanziellen Existenzängsten umgehen oder selbst andere finanzielle Ergebnisse erzielen können, erfahren Sie im Finanzcoaching, in der Anlageberatung oder in meinem nächsten Geldseminar.

Ein gute Gelegenheit zum Reinschnuppern bieten die Infoabende und Schnuppervorträge.

Ich freue mich auf Sie!

Warum Frauen lieber Schuhe kaufen als für das Alter zu sparen

Früher habe ich mich als Finanzberaterin gemeinsam mit Kolleginnen häufig über den Schuh-Tic meiner weiblichen Artgenossinnen lustig gemacht, natürlich nicht ohne eine gewisse Selbstironie, denn auch ich fühlte mich zeitweilig diesem Laster Frau mit vielen Schuhen zur Auswahlverfallen. Was uns  gänzlich unverständlich erschien, war die Tatsache, dass für solche Schuhkäufe und andere Konsumausgaben scheinbar immer genug Geld vorhanden ist, während es für ein paar Euro monatliche Rücklage für die Altersvorsorge meist nicht reicht.  Da ja nun seit längerem bekannt ist, dass die gesetzliche Vorsorge nicht ausreicht und viele Frauen zudem auch noch bedingt durch Kindererziehung, lange Ausbildungszeiten oder Arbeitslosigkeit geringe und unregelmäßige Einzahlungen geleistet haben, erschien mir das doch ziemlich irrational.

Im Rahmen meiner Ausbildung zum FinanzCoach und meiner Recherchen zum Thema Geld, fand ich dann heraus, dass dieses Verhalten vielleicht nach unseren heutigen Bewertungsmaßstäben nicht mehr „normal“ ist, aber absolut „natürlich“. Denn Geld ist gar  keine so  rationale Sache, wie wir es gerne aus ökonomischer Sicht immer darstellen.

Durch die Auswertung ethnologischer und kulturgeschichtlicher Schriften aus aller Welt hat W. Gerloff bereits 1553 überzeugend nachgewiesen, „daß der Ursprung des Geldes nicht in der Suche nach einem allgemeinen Tauschmittel liegen könne. Die Entstehung jewelry storedes Geldes sei vielmehr auf andere Wurzeln zurückzuführen, die in der Psyche der menschlichen Natur gegeben sind, nämlich im Geltungsstreben und im Schmuckbedürfnis des Menschen. Der Trieb, sich zu schmücken und sich dadurch vor anderen Artgenossen hervorzutun, sei eines der ursprünglichsten und zugleich stärksten Bedürfnisse des Menschen…“ Dieser regelrechte Schmuckdrang lässt sogar bei Menschenaffen bereits beobachten.“ *

Die Schlussfolgerung, die Gerlach aus seinen Beobachtungen zog, lautete:

„Die Frau erfand den Schmuck; der Mann machte das Geld daraus.“

Er begründete diese, wie ich finde doch recht gewagte These der Rollenverteilung, mit der Erklärung, dass „…das männliche Geschlecht einen stärkeren Besitz- und Sammeltrieb aufweise als das weibliche.“  (bezogen auf Geld)

Machen Sie sich also keine Sorgen, meine Damen, es ist absolut natürlich, dass Sie sich lieber Schuhe kaufen als in eine private Altersvorsorge zu investieren, dass Sie sich lieber schmücken als zu Schuhe12sparen. So wie der Bote mit den Schuhkartons bei den Frauen im TV-Werbespot  hysterische Begeisterungsausbrüche hervorruft, ist dies eine ganz natürliche Reaktion.  Es ist nur heutzutage nicht normal, weil der politische Wille etwas anderes von uns fordert und weil wir dann später, wenn uns im Alter die schönen Schuhe auch nicht mehr helfen, ein Problem haben werden. Aber dennoch ist es ein ganz natürliches Bedürfnis uns zu schmücken und das haben zumindest die Werbespychologen recht gut erkannt. Die Frage ist nur, wie wir mit unseren natürlichen Bedürfnissen umgehen oder uns von ihnen beherrschen lassen oder ob wir diese Thesen zur Psychologie des Geldes doch lieber als chauvistischen Blödsinn abtun sollten……..

Es hilft alles nichts, wie können uns dem Thema Geld nicht entziehen oder zumindest schaffen das nur ganz wenige. Konsumsucht oder monetäre Verweigerung sind also nicht die Lösung. Eine gute Möglichkeit, sein Geldverhalten zu reflektieren bietet unser Geldworkshop. Die nächsten Termin finden Sie unter dem Menüpunkt „Workshops„.

Haben Sie hierzu Fragen? Wollen Sie wissen, wie Finanzcoaching in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

Herzlichst,
Ihre Kornelia Rendigs

* gelesen in Schmölders,G.  : Psychologie des Geldes, München 1982