Equal Pay Day – 5 Gründe warum Finanzplanung für Frauen so wichtig ist

 

Am 18. März ist wieder Equal Pay Day.  Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren und ich kann Sie nur herzlich ermutigen, an einer der zahlreichen Veranstaltungen teilzunehmen.

Noch immer werden Frauen schlechter bezahlt als Männer. Das ist schlimm. Ungerecht ist es auch.

Doch Rechte allein genügen oft nicht, um Unterschiede auszugleichen. Es gehört auch Verantwortung dazu, um die eigenen Rechte wahrzunehmen. Frauen kümmern sich nicht gerne um ihre Finanzen. Das weiß ich aus 25 Jahren Finanzberatungserfahrung. Doch gerade das hat fatale Folgen und führt unweigerlich in die Altersarmut.

Dies sind die Gründe, warum gerade Frauen eine Finanzplanung brauchen:

Die wichtigsten 5 Gründe, warum Sie als Frau eine Finanzplanung brauchen:

1. Gender Pay Gap – Die ungleiche Bezahlung

Geringere Bezahlung führt auch zu geringeren Rentenansprüchen. Beim Tod des Ehepartners oder im Fall einer Scheidung hat dies verheerende Folgen. Dann bleiben nur noch die sehr viel geringere Witwenrente oder ein paar Rentenpunkte durch den Versorgungsausgleich. Deshalb ist es gerade für Frauen so wichtig, in die eigene Vorsorge zu investieren und dies auch in der Familien-Finanzplanung zu berücksichtigen.

2. Sorge und Betreuung für die Familie

Vermögensaufbau für FrauenFrauen stellen noch immer viel häufiger die eigene Berufstätigkeit zurück, um Kinder oder pflegebedürftige Eltern zu betreuen. Dies beeinflusst nicht nur das verfügbare Familieneinkommen sondern auch die Altersvorsorge.

Wenn Frauen in der Kindererziehungsphase die eigene Berufstätigkeit einschränken oder sogar vorübergehend aufgeben, dann schränken sie häufig ihre Sparverträge und Rentenverträge für die Ruhestandsplanung ein. Ihre Partner arbeiten in aller Regel weiterhin Vollzeit. Sie zahlen volle Beiträge in die Rentenversicherung ein und bedienen auch die Verträge zur privaten Absicherung weiter.

3. Trennung und Scheidung

Trotz der hohen und immer noch steigenden Scheidungsraten, wird dieses Risiko in der Lebens- und Finanzplanung von Frauen kaum berücksichtigt? Gerade aber Frauen sind von Scheidungen viel härter betroffen, wenn sie Ihre Karriere zugunsten der Kinder zurück gestellt haben und wenn dann die minderjährigen Kinder nach der Scheidung bei Ihnen leben. Im Scheidungsrecht ist ein finanzieller Ausgleich für solche Probleme nicht mehr vorgesehen. Frauen haben keinen Anspruch mehr für Unterhalt nach der Scheidung, wenn ihre Kinder schon älter als drei Jahre sind. Ihnen kann dann zugemutet werden, den Lebensunterhalt für sich und teilweise auch für die Kinder zu erwirtschaften.

Der „Was-wäre-Wenn-Fall“ wird selten zu Beginn einer Familien- und Finanzplanung berücksichtigt. Gerade hier ist ein Umdenken erforderlich und gute Beratung nötig. Die Finanzplanung einer Familie sollte auch dieses Risiko berücksichtigen und bestenfalls schriftlich festgelegt werden.

4. Höhere Lebenshaltungskosten

Untersuchungen in den USA haben aufgezeigt, dass Frauen nicht nur höhere Kosten für Kosmetik, Kleidung und anderen persönlichen Lebensbedarf haben. Sie zahlen auch häufig beim Immobilien- oder Autokauf höhere Preise als Männer. Frauen lieben das Feilschen und Verhandeln nicht besonders und sind häufig auch schlechter informiert als Männer.

Sicherlich ist es leider nicht möglich,  diese höheren Kosten generell zu vermeiden oder die Unterschiede zu beseitigen. Welche von uns hat schon den Mut und die passende Kopfform für einen Herrenhaarschnitt? Doch viele Kaufentscheidungen können im Rahmen einer soliden Finanzplanung, die auch langfristige Ziele wie den Ruhestand berücksichtigt, anders getroffen werden.

Die Einstellung, „ich lebe doch heute und nicht später“, ist eben auch eine sehr kurzfristige Haltung, die dann später zur Ruhestandsarmut führen kann.

5. Gender Investment Gap – schlechtere Finanzanlagen und Renditen

Untersuchungen in den USA zeigen, dass Frauen häufig viel mehr sparen als Männer. Jedoch kommt weit weniger dabei für sie heraus. Auch wenn es in Deutschland keine wirklich zuverlässigen Studien dazu gibt, sieht es aus meiner Erfahrung als Finanzberaterin hier keineswegs besser aus. Noch immer sparen Frauen viel mehr auf schlecht verzinsten Tagesgeldkonten und Bausparverträgen oder sogar Sparbüchern. Auch wenn die Zinsen dort allmählich gegen Null gehen und die Inflation bereits die Substanz aufzehrt, verändert sich nur wenig und vor allem langsam. Frauen investieren viel seltener in langfristig profitablere Investmentfonds und wenn dann nur mit sehr geringem Aktienanteil.

Da Frauen sich im Hinblick auf die eigene Risikobereitschaft, das Wissen über Finanzanlagen und auch den Bedarf im Ruhestand sehr unsicher sind, fällt es ihnen auch sehr viel schwerer als Männer, daran etwas zu ändern.

Umso dringender benötigen Frauen eine Finanzplanung, die Ihnen vor Augen führt, wie hoch der Kapitalbedarf im Ruhestand ist, wie hoch die erforderlichen Rücklagen sein müssen und welchen Einfluss die Höhe der Rendite dabei hat.

So könnten Ihre ersten Schritte in Sachen Finanzplanung aussehen Klick um zu Tweeten

1. Lassen Sie sich eine Ruhestands- und Finanzplanung erstellen, die Ihre bisherige Vorsorge analysiert und den Bedarf errechnet, um die Lücke zu schließen.
2.  Informieren Sie sich über Risiken und deren  finanzielle Auswirkungen, wie Krankheit, Berufsunfähigkeit, Tod des Partners oder Trennung und Scheidung und lassen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner beraten
3. Legen Sie für ihr persönliches Risikobudget fest.
4. Erstellen Sie Ihre persönliche Finanzstrategie für den Ruhestand und für alle anderen Ziele. Ihre Finanzberaterin wird Sie gerne bei der Planung und Umsetzung unterstützen.
5. Befassen Sie sich regelmäßig mit Ihren Ausgaben und Einnahmen und streichen Sie entbehrliche Ausgaben. Gerade dieser Punkt ist extrem wichtig, denn immer wieder sammeln sich Ausgaben an, die durchaus verzichtbar sind. Kostenüberprüfung und -reduzierung ist und bleibt ein Thema. Zwischen Geiz und Verschwendung ist eine Menge Interpretationsspielraum. 😉

Sicherlich gibt es interessantere Themen als die Finanzen. Doch wenn Sie Ihre Finanzen dauerhaft vernachlässigen, werden sich Ihre Finanzen so entwickeln, wie auch Ihr Kind, Ihr Hund oder Ehemann sich entwickeln würde, wenn Sie es oder ihn vernachlässigen würden.

Kümmern Sie sich um Ihre Finanzen

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Finanzplanung und einen erfolgreichen Equal Pay Day.