Archiv der Kategorie: Geld-Erziehung

Altersvorsorge und Unsicherheit – Vorsicht vor Schlagzeilen

Beim Thema Altersvorsorge gibt es momentan offenkundig eine große Unsicherheit in Anbetracht der aktuellen politischen Entwicklung. Vor allem der BREXIT und der neue US Präsident Donald Trump spielen dabei eine Rolle. Wenn die Medien dieses Thema aufgreifen, würde ich jedenfalls davon ausgehen.

„Ist die Verunsicherung aufgrund der politischen Entwicklungen berechtigt?“

Dies war vor zwei Woche die erste Frage einer Journalistin, die zu den Themen Altersvorsorge, Geldanlage und Vermögensaufbau schreibt. Sie bat mich als Expertin um meine Meinung und hatte dazu einen kleinen Fragenkatalog vorbereitet.

Eine interessante Frage dachte ich.

Wie kommt es zu einer solchen Frage?

Eine solche Frage impliziert bereits, dass es eine Verunsicherung gibt. Doch wer ist hier verunsichert? Stellen Medien solche Fragen wirklich nur deshalb, weil sich mit negativen Schlagzeilen gutes Geld verdienen lässt? Gibt es bereits repräsentative Umfragen dazu? Oder liegt hier vielleicht eine Projektion seitens der Berichterstatterin vor?

Die eigene Verunsicherung und die allgemeine Verunsicherung – schwierig zu trennen

Es ist sicherlich schwierig das eine vom anderen zu trennen, die eigene Verunsicherung und die der anderen. Wer über Verunsicherung in Anbetracht der aktuellen Entwicklung schreibt, geht dabei unter Umständen von der eigenen Verunsicherung aus. Mit verallgemeinernden Fragen wird dann die eigene Unsicherheit auf andere Menschen projiziert und selbstverständlich angenommen, dass es nun allen anderen genauso geht.

Menschen neigen häufig zu solchen unbewussten Projektionen. Das gilt selbstverständlich auch für Finanzberaterinnen. Doch daran liegt auch eine große Gefahr, denn die eigene Überzeugung muss nicht zwangsläufig auch die der anderen sein.

Gefährliche Schlagzeilen – Vorsicht Ansteckungsgefahr

Wenn solche Projektionen im Rahmen der Berichterstattung erfolgen, können sie in der Tat eine große Verunsicherung auslösen. Ein Phänomen, das wir inzwischen tagtäglich erleben. Wenn plötzlich das Thema Verunsicherung verstärkt in den Schlagzeilen auftaucht, kann das eine gewisse Ansteckungsgefahr mit sich bringen. Wer bisher noch nicht verunsichert war, wird es nun sicherlich bald sein. Denn wenn plötzlich die Verunsicherung in allen Schlagzeilen auftaucht, dann muss wohl etwas dran sein. Das ist die Macht der Worte und natürlich die Macht der Medien.

Doch ist das hilfreich? Ich denke eher nicht, denn diese Verunsicherung führt vielfach dazu, dass einige Menschen nun gar nichts mehr für Ihre Altersvorsorge tun. Andere reagieren mit Kurzschluss- und Panikreaktionen. Verunsicherung ist leider keine gute Basis für vernünftige Finanzentscheidungen. Es ist wichtig, mit den veränderten Bedingungen umgehen zu lernen und wieder zu akzeptieren, dass diese Welt nicht berechenbar ist. Nicht jede Entwicklung ist vorhersehbar.

Börsenprognosen und andere gefährliche Schlagzeilen

Wir wissen nicht, wie sich die Präsidentenwahl oder der BREXIT auf unsere Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau auswirken werden. Jede Prognose ist nichts weiter als Spekulation. Auch wenn sich Wirtschafts- und Kapitalmarkt-Experten nun vielleicht auf den Schlips getreten fühlen, sind ihre „Börsenprognosen“ letztendlich nicht viel mehr wert als ein Blick in die Glaskugel. Die Wettervorhersagen für die kommenden drei Tage sind inzwischen sehr viel zuverlässiger als die Börsen-Prognosen. Trotzdem würde niemand einen Wetterbericht für die kommenden 365 Tage erwarten.

Bei Aktienkursen sieht das anders aus. Obwohl die wenigsten Prognosen letztendlich zutreffen, werden Finanzexperten immer noch wie Götter gehandelt. Das ist ziemlich absurd. Es ist viel wichtiger, dass Menschen lernen, Börsenbewegungen zu akzeptieren und eine gewisse Robustheit gegenüber den Auf- und Ab-Bewegungen zu entwickeln. Wer seinen Sommerurlaub an der Nordsee verbringt, erwartet auch nicht jeden Tag schönes Wetter. Viel wichtiger ist doch, dass die richtige wetterfeste Kleidung im Koffer ist, damit der Strandspaziergang auch bei Regen und Wind stattfinden kann.

Das Universum der Möglichkeiten erschließen

Wir wissen heute auch noch gar nicht wie sich die Präsidentenwahl in den USA auswirken wird. Vielleicht ist da jemand angetreten um die Grundwerte der größten Wirtschaftsnation der Welt auf den Prüfstand zu stellen. Unter Umständen könnte aber irgendwann eine in ihren Grundwerten gestärkte Nation daraus hervorgehen, die sich auch nicht scheut der Finanzindustrie Grenzen zu setzen. Das könnte dann auch für uns in Deutschland oder für die ganze Welt eine neue demokratisch tolerante Basis ermöglichen. Wer weiß? All das ist im Moment nicht vorhersehbar. Ebenso wenig ist die Entwicklung der Aktienmärkte absehbar. Wichtig ist vor allem, dass wir alle unseren Anteil dazu beitragen, damit es in eine gute Richtung geht, die für alle Menschen von Vorteil ist.

Verunsicherung, Risiko und Chance

Es ist nachvollziehbar, dass die Menschen verunsichert sind. Allerdings erlebe ich diese Verunsicherung schon seit einigen Jahren. Da kommen viele Gründe zusammen, wie Sorgen um den Arbeitsplatz oder vor der Altersarmut. Der expandierende Niedriglohnsektor oder das ständig sinkende Rentenniveau fördern natürlich die Verunsicherung.

Vor allem Frauen sind betroffen. Da meine Kundinnen überwiegend weiblich sind, kenne ich diese Sorgen und Ängste. Viele Frauen mussten in der Familienphase die Berufstätigkeit zurückstellen, weil Kinderbetreuungsmöglichkeiten fehlten. Seitens der Kommunen und Gemeinden wurde die Notwendigkeit einer Frauen-Erwerbstätigkeit nicht gesehen und nicht befürwortet. Nach der Änderung des Unterhaltsrechts 2008 hatte das für viele Frauen schlimme Auswirkungen. Das Thema Altersarmut wird nun immer präsenter. Die vielen Niedriglohnjobs und Teilzeitstellen geben Menschen zudem gar nicht mehr die Möglichkeit, Rücklagen für das Alter zu bilden und für den Ruhestand vorzusorgen. Die Lebensbedingungen haben sich in den letzten Jahren dramatisch verändert und die meisten Menschen vor allem auch die Politiker haben noch nicht gelernt, damit umzugehen.

Neue Chancen für neue und alte Werte

Die allein auf den Werten der Freiheit des Individuums und vor allem der wirtschaftlichen Freiheit der Unternehmen beruhenden politischen Entscheidungen der vergangenen Jahrzehnte zeigt uns nun deutlich die Grenzen auf. Wenn durch Technik und Digitalisierung immer mehr Arbeitsplätze wegfallen, ist nicht mehr jedes einzelne Individuum finanziell in der Lage, mit Arbeit seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Selbstverständlich sorgen dann solche Vorkommnisse wie aktuell in den USA oder wie der BREXIT zusätzlich für Verunsicherung und Besorgnis. Vor allem die immer stärker werdenden rechtpopulistischen und nationalistischen politischen Tendenzen sind ein berechtigter Anlass zur Sorgen.

Doch gerade dies ist vielleicht auch eine große Chance. Nur dadurch dass die Sorgen und die Verunsicherung deutlich spürbar sind, merken auch Politiker, dass es allerhöchste Zeit wird, einen Richtungswechsel vorzunehmen. Auch Menschen, die sich schon lange Zeit nicht mehr für Politik interessiert hatten, werden plötzlich wieder wachgerüttelt und merken, wie wichtig Ihnen demokratische Rechte und die unantastbare Menschenwürde sind. Vielleicht kann das die oft beklagte Demokratiemüdigkeit wiederbelegen und ungeahnte Kräfte freilegen zum Wohl aller und dann vielleicht sogar zum Wohl unserer Altersvorsorge. Es liegt an uns!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Kraft für eine gute Entwicklung

 

Herzlichst
Ihre

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Kornelia Rendigs ist Diplom-Ökonomin und arbeitet seit 23 Jahren als freie Anlageberaterin hauptsächlich – aber nicht ausschließlich – für und mit Frauen. Seit Januar 2016 ist sie die erste zertifizierte FCM Finanz Coach®. Als Finanz Coach unterstützt sie Menschen bei allen finanziellen Fragen und Problemen und ist darauf spezialisiert, dysfunktionale Glaubenssätze und Projektionen zum Thema Geld aufzudecken und aufzulösen.

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„Finanzielle Freiheit“

1. Teil der Geldillusionen: Die „Finanzielle Freiheit“

In den nächsten des Ausgaben des Geld-Blogs und Newsletters möchte ich Sie auf ein paar Phänomene aufmerksam machen, die ich  unter der Rubrik „Geldillusionen“ als beachtenswert identifiziert habe.

Seitdem ich mich sehr intensiv mit der Frage befasse, „Was ist Geld überhaupt?“ läuft mir ständig die Wortkreation Finanzielle Freiheit“ über den Weg.

Happy young business woman relaxing sitting in her office under money rain making money dollar bills cash falling down. Stress free time management good earnings profit concept

Besonders häufig findet sie Verwendung in Büchern und Vorträgen, die ich  unter dem Motto „Wie werde ich reich?“ subsumieren würde. Vor allem Multi-Level-Marketing Unternehmen und Strukturvertriebe scheinen diesen Begriff gerade zu vergöttern.

„Schaffen Sie sich ein passives Einkommen. Erschaffen Sie sich finanzielle Freiheit!“

 

Klingt ja wirklich zu schön um wahr zu sein. Kann das funktionieren? Wie denken Sie darüber? Und wenn ja:

  1.  Was lässt Sie glauben, dass Geld oder genug Geld oder noch mehr Geld Sie frei sein lässt?
  2. Wie steht es wirklich um Ihre „finanzielle Freiheit“? Kann das funktionieren?

Bei meinen intensiven Recherchen bin auf Felix Martins Buch: „Geld, die wahre Geschichte/Über den blinden Fleck des Kapitalismus“ gestoßen und habe fasziniert seine wirklich spannenden Ausführungen zur Geschichte des  Geldes verfolgt. Seiner Meinung nach diente Geld dazu, die traditionelle Klassengesellschaft zu überwinden. Bei den Griechen konnten plötzlich arme Bauern mit Hilfe des Geldes zu Status und Ansehen gelangen.

War das wirklich so?

Oder interpretieren wir das vielleicht nur so?

Werden vielleicht Historiker in 1000 Jahren sagen, die sexuelle Befreiung in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts verdanken wir den langen Haaren?

Hippie middle-aged peaceful man wearing red headband, sunglasses and blue denim shirt while making the victory sign and holding a white handmade heart shape, portrait on spiral colorful background

Da wir heute nicht wissen, wie die später ticken, können wir auch nicht ahnen, was die später für Schlussfolgerungen ziehen. Aber werden die dann noch wissen, wie wir heute ticken?

Heute heißt „Finanzielle Freiheit“, dass Menschen nicht arbeiten müssen. Sie können von Ihren Zinsen leben.

Wobei das auch immer schwieriger wird bei Zinsen, die gegen Null tendieren.Es könnte auch heißen, dass Menschen nicht mehr angestellt arbeiten müssen. Die Frage ist nur: Was fangen diese Menschen dann mit Ihrer Zeit an?

Viele Menschen die arbeitslos sind, vermissen doch gerade Ihre Arbeit, Ihren Job, die Kollegen und vor allem auch

das geregelte Leben.

Hamster rusoDas Problem an der Sache ist, dass Geld uns keine „Finanzielle Freiheit“ schenken kann. Die Sache mit der „Finanziellen Freiheit“ ist nur eine Projektion. Wer sich nicht frei fühlt, wird sich auch mit 5 Milliarden Dollar auf dem Konto noch immer unfrei fühlen wie ein Hamster im Rad.

Wann immer eine Summe X erreicht worden ist, wird wieder eine „Gap“ , eine Lücke da sein. Der Verstand versucht immer, die Lücke zu schließen und deshalb muss weiter gerackert werden  auf dem niemals enden wollenden Weg zur

„Finanziellen Freiheit“

Es ist das selbst erschaffene innere Gefängnis, das Menschen auf dem Weg zur „Finanzielle Freiheit“ in die selbst gewählte Sklaverei führt und sie nicht mehr ruhen und rasten lässt.

Deshalb seien Sie wachsam!

Schauen Sie erst einmal was Sie „unfrei“ sein lässt und wie Sie sich gedanklich oder materiell aus diesem Gefängnis befreien können. Wenn Sie dann wieder frei sind, haben Sie die aller besten Chancen finanziell erfolgreich zu sein.

In diesem Sinne: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Nächste Woche geht es dann weiter mit der „Finanziellen Sicherheit“. In diesem Sinne

Herzlichst

Ihre

Kornelia Rendigs

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Risiken verstehen und besser entscheiden

Welche Risiken Ihre Finanzentscheidungen beeinflussen


RonSmothermon-falsches Gefühl von Sicherheit

Sie treffen tagtäglich hunderte von Finanzentscheidungen in unserer monetarisierten Welt – nicht nur beruflich auch privat.

Viele Ihrer Finanzentscheidungen sind Ihnen als solche nicht mal bewusst. Viele treffen Sie unbewusst.  Oder Sie entscheiden nach Kriterien, die Ihnen nicht bewusst sind. Einen  wichtigen Einfluss auf Ihre  Finanzentscheidungen haben vor allem  die finanziellen Risiken, je nachdem wie sie  diese wahrnehmen, einschätzen und bewerten.

Selektive Wahrnehmung

Ein wichtiger Aspekt ist Ihre selektive Wahrnehmung. Genauso wie auf der physischen Ebene Ihr Blickfeld begrenzt ist, so ist es auch im

Adolescent girls with boxes on their heads texting with their smart phones, social networks and isolation concept

mentalen Bereich begrenzt. Sie nehmen bewusst nur das auf, worauf Sie Ihre  Aufmerksamkeit lenken. Nur diese Informationen schaffen es dann auch in Ihr Gedächtnis, auf das Sie ja bei Entscheidungen zurückgreifen müssen. Der Nobelpreisträger und Psychologe  Daniel Kahneman bezeichnet das als

WYSIATI (What you see is all there is). 

Emotionen statt Zahlen

Dazu kommt, dass Sie bei Ihren Finanzentscheidungen und beim Abwägen der Vorteile und Risiken manchmal ganz schön emotional

Optimismus; Optimistisch; Optimist; Pessimist; Pessimistisch; Positiv; Negativ; möglich; gegensätzlich; Gegensätze; halb voll; Motivation; halb leer; Glas; erfolgreich; Kraft; Coaching; Coach; Therapie; Diskussion; Gespräch; Lebenseinstellung; Lebensstil; Ziel; ziele; erreichen; Zeit für neues; unmöglich; Männchen; Strichmännchen; argumentieren; Sonne; regen, Depression, Novemberdepression, Lichttherapie, Sprechblase

reagieren. Und genau diese Emotionen werden auch in Zukunft Ihre Finanzentscheidungen beeinflussen. Sie wirken leider viel stärker als alle Zahlen, Daten und Fakten – je nachdem wie Sie es erleben, empfinden und was für ein Typ Sie sind.

Risikobewertung

Noch ein wichtiger Aspekt ist die Frage, wie Sie die  finanziellen Risiken bewerten.

Joe and john are right, but their points of view are different. It's for that they are disagree. They don't see the same thing

Einige finanzielle Risiken werden Sie wahrscheinlich  über- und andere dagegen unterbewerten.

Risikoaversion und Sicherheitsillusion

Das führt dazu, dass Sie wie die meisten Menschen  mit einer teils übersteigerten Risikoaversion in Bezug auf bestimmte Risiken und teils in einer großen Sicherheitsillusion andere Risiken betreffend leben.

Bei der Beurteilung finanzieller Risiken gilt das Augenmerk meist den Risiken der Geldanlage, speziell dem Risiko, einen Teil seiner Ersparnisse durch bestimmte Ereignisse oder Umstände wieder zu verlieren. Doch das Spektrum finanzieller Risiken ist weitaus größer und komplexer und kann aus veränderten Lebensumständen, persönlichen oder gesundheitlichen Krisen oder aus unvorhergesehenen Ereignissen resultieren.

Welche finanziellen Risiken gibt es?

Die folgende Aufzählung dazu kann nur einige Beispiele aufzeigen 3d Männchen Rollator und Rollstuhlund keineswegs dem Anspruch der Vollständigkeit genügen, zumal wir in einer Welt der Unsicherheit bzw. Unvorhersagbarkeit leben, in der längst noch nicht alle Risiken bekannt sind.

• Verlust der Arbeitskraft durch Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit
• Todesfall eines Ehepartners oder Elternteils oder wichtigen unternehmerischen Entscheidungsträgers
• Trennung und Scheidung
• Unterhaltspflichten
• Langlebigkeitsrisiko
• Altersarmut
• Pflegebedürftigkeit
• Verlust materieller Werte wie Wohnung, Eigenheim oder Betriebsstätte
• Unerwartete Zahlungsverpflichtungen (Steuern, gekündigte Kredite, Sozialversicherungsabgaben u.a.)
• Veränderte politische Rahmenbedingungen

Spezielle und allgemeine Risiken der Geldanlage 

Totalverlustrisiko
• Kursrisiko
• Zinsrisiko
• Währungsrisiko
• das Insolvenzrisiko des Emittenten
• Konjunkturlage
• Entwicklung des Börsenmarktes

Bei der Beurteilung der unmittelbaren Risiken spielen die persönlichen Erfahrungen und emotionalen Erlebnisse eine ebenso collapsegroße Rolle wie bei den Risiken der Geldanlage.

Deshalb möchten wir, mein Finanzcoaching-Kollege Lothar Schmidt und ich,  in der folgenden Blog Serie einige finanzielle Risiken vorstellen .  Wir werden deren Hintergründe näher erläutern und dabei auch auf die psychologische, die emotionale und die mathematische Risikobewertung eingehen, die uns als Menschen und als Finanzentscheiderinnen und –entscheider tagtäglich vor neue Herausforderungen stellt.

 

Wir, das sind:

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Lothar Schmidt, Finanzcoach 

und

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Kornelia Rendigs, Dipl.-Ök., Finanzcoach und Anlageberaterin

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts

„Risiken verstehen und besser entscheiden“

von Kornelia Rendigs „Vermögen & Zukunft“ und Lothar Schmidt „Die private Finanzentscheidung“.

Am kommenden Freitag informiert Lothar Schmidt zum Thema „unterbewertete Risiken“.

Herzlichst

Kornelia Rendigs

 

Am 6. Oktober 2015 findet wieder ein Schnupper und Netzwerkabend zum Geldworkshop und Finanzcoaching statt.

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

 

Börsenpanik – Herdentrieb und „The trend is your friend“

Wenn die Stimmung an Schafherdeden Börsen  euphorisch ist und die Kurse scheinbar nur noch steigen, lassen sich auch die ängstlichen Anlegerinnen und die großen Skeptiker mitreißen:

 

Ein klassischer Fall von Herdentrieb,

den sogenannte Experten besonders bei Privatanlegerinnen und Anlegern ausgemacht haben und den sie angeblich sogar mit Daten belegen können.

Den Herdentrieb gibt es auch in umgekehrter Richtung. Wenn die Kurse nach unten rauschen steigen viele Privatanlegerinnen viel zu spät aus und dann irgendwann wieder viel zu spät ein oder manchmal auch gar nicht mehr wieder ein: Kollektive Verweigerung.

Trends...The trend ist your friend“

findet sich auch in der Behavioral Finance wieder. Das ist die noch sehr junge Wissenschaft zur Erforschung des AnlegerInnenverhaltens mit dem Ziel deren Verhalten verhaltenspychologisch erklärbar zu machen. Eine Erklärung dazu ist, dass wir Menschen uns gerne an Vorbildern orientieren – auch bei unseren finanziellen Entscheidungen. Deshalb gibt es an den Börsen, in den Medien und leider auch in der Wissenschaft immer wieder „Gurus“, denen man zum Nachweis der eigenen Kompetenz oder aus anderen meist unbewussten Motiven einfach folgen „muss“.

Experimente zeigen, dass Menschen ihre Meinungen immer ein bisschen annähern, wenn sie sehen und hören wie andere denken. Wenn alle das Gleiche machen, schließt jede sich gerne an,  weil sie  glaubt auf dem richtigen Dampfer zu sein.

Dieses Phänomen bezeichnen die Wissenschaftler als Vertrauenseffekt.

Die Börse oder besser gesagt die Börsen sind die eigentliche und wahre Mode-Branche dieser Welt. Mal sind die Tulpenzwiebeln im Trend, mal sind es die Eisenbahnaktien, mal die Neuemissionen junger IT Unternehmen und mal die Immobilien in den USA.

Wie heißt es so schön im „Volksmund“:

„Dabei sein ist alles!“

…und wer ist schon gern ein Außenseiter oder eine Außenseiterin?

Doch leider werden die Ergebnisse dadurch nicht besser. Das Phänomen der Schwarmintelligenz tritt leider bei Menschen nicht Ziviler Ungehorsamein, wenn wenn sie dem Herdentrieb verfallen. Menschen neigen zu Orientierung und Nachahmung. Wenn sie einmal vom Herdentrieb erfasst werden, dann wird das Denken hinter dem Nachahmen zurückgestellt. Wir werden also leider im Schwarm oder besser gesagt in der „Herde“ nicht klüger sondern dümmer.

Deshalb kann es auch mal von Vorteil sein, gewisse Dinge auszusitzen und einfach (oder auch nicht so einfach) bei seiner Meinung zu bleiben. Denn anders als in der Urzeit bedeutet heutzutage der Ausschluss aus der Horde nicht mehr unweigerlich den sicheren Tod.

Wir dürfen auch mal ein Stück alleine gehen!Süßes, junges Lamm

 

 

 

 

 

Ich diesem Sinne wünsche ich
Ihnen oder euch
einen sicheren Herbst
an den Börsen und auf den Straßen

Herzlichst

Kornelia Rendigs

 

Am 6. Oktober 2015 findet wieder ein Schnupper und Netzwerkabend zum Geldworkshop und Finanzcoaching statt.

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Das Bremer Sparbuch-Urteil

Die Ersparnisse des Kindes sind als Geldquelle für Eltern tabu

DruckUnd wieder mal ein Tabu in Sachen Geld, so ließ uns jüngst der Südkurier wissen.¹ Wie passend  – wo doch das Thema Geld an sich schon ein Tabu ist. Allerdings scheint es innerhalb der Familie beim Thema Geld wenig Tabus zu geben, allenfalls in bezug auf die Geheimhaltung nach außen. Nun scheint sich auch das gewandelt zu haben.

Das Bremer Urteil² ist nichts Besonderes, denn die Eigentumsrechte sind in diesem unserem Land schon ziemlich klar geregelt – meistens jedenfalls. Doch in Gelddingen scheint dies –  und gerade minderjährigen Kindern gegenüber –  noch immer nicht so ganz in das Bewusstsein einiger Menschen vorgedrungen zu sein.

Die Begehrlichkeiten der Eltern und anderer Verwandter einerseits und die Rechte der Kinder andererseits sind noch immer ein heikles Thema.

Wie oft in meiner Beratungspraxis musste ich Eltern darüber aufklären, dass das Geld auf dem Sparbuch oder Konto ihrer Kinder deren Eigentum ist und dass es einer Schenkung gleich kommt, wenn Eltern auf ein Sparbuch oder Konto ihrer Kinder einzahlen.

Noch immer betrachten viele Erwachsene Ihre eigenen Kinder, Ihre Enkel, Neffen oder Nichten als „Steuersparmodelle„, wenn der eigene Sparerfreibetrag ausgeschöpft ist. Auch wenn dies in der aktuellen Niedrigzinsphase gerade nicht so relevant ist.  Da kommt dann plötzlich die kinderlose Tante und möchte Geld für ihren Neffen anlegen, das sie dann aber (im Nachsatz) bei Bedarf zurück haben möchte.

Mädchen schaut auf GeldtürmeIn meiner Beratungspraxis erlebte ich auch, wie eine junge alleinerziehende Mutter, die  nach einer größeren Erbschaft  die gesamte Summe auf das Konto ihrer Tochter eingezahlt hatte, um Kapitalertragsteuer zu sparen, fast zusammen brach, als ich sie über die Rechtslage informierte. Sie war dem Rat ihrer Steuerberaterin gefolgt.

In einem anderen Fall vereinnahmte ein Vater nach einem Unfall seines noch minderjährigen Sohnes dessen Schmerzensgeld um damit die Krankenhauskosten  zu begleichen. Er hätte sonst bei Inanspruchnahme seiner privaten Krankenversicherung die Beitragsrückerstattung verloren.

Ich könnte noch so einige Beispiele aus mehr als zwanzig Jahren Beratungspraxis und aus dem Leben erzählen und wundere mich  inzwischen über fast gar nichts mehr.

Einige Menschen scheinen sehr kreative „Bewertungen“,  und vor allem „Rechtfertigungen“ zu produzieren, wenn es um die eigenen monetären Vorteile geht. Für mich ergeben sich daraus Fragen, wie:

  • Was sind die Persönlichkeits- und Eigentumsrechte minderjähriger Kinder wert, wenn die „ökonomischen Werte“ der erwachsenen Verwandten, oder  Sorgeberechtigten offensichlich so viel schwerer wiegen?

 

  • Welche Werte vermitteln wir als Einzelne und als Gesellschaft unseren Kinder und mit welchem Bewusstsein?

 

  • Wie wird sich das auf das spätere Geld- und Finanzverhalten dieser Kinder auswirken?

 

  • Wo stehen wir, wenn Kinder ihre Eltern verklagen, weil diese sich am Sparbuch der Kinder vergriffen haben oder vielleicht auch nur etwas für die Kinder kaufen wollten?

sparschwein_rissWas auch immer dieses Bremer Urteil bewirken mag, es ist zumindest eine wundervolle Gelegenheit, mal wieder über Geld und über Werte nachzudenken. Es ist auch eine wundervolle Gelegenheit, um sich selber Fragen zu stellen und die eigene Geldkommunikation, das eigene Geldverhalten und die Geldbeziehung in Relation zu anderen Beziehungen zu überprüfen.

Oftmals ist es gar nicht die böse Absicht, die dahinter steckt sondern nur die Unbedachtheit, die Unaufmerksamkeit und die mangelnde Reflektion des eigenen Handelns oder natürlich die Unkenntnis der  Rechtslage .

Wenn wir als Menschen und als Menschheit nur noch an den „Mehrwert“, „Geldwert“ und „ökonomischen Wert“ denken ohne das „WIE“ oder das „Wozu“ zu betrachten und zu hinterfragen, werden wir uns weder sozial noch ökonomisch gravierend weiter entwickeln.

Mein Tipp dazu:

Innehalten und Reflektieren Sie ihre Werte und Ihre Projektionen auf Geld. In diesem Sinn

Herzlichst

Kornelia Rendigs

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¹Artikel des Südkuriers zum Nachlesen

² Urteil des OLG Bremen

Teil 2: Geld und Schuldgefühle – Die Macht der Kinder

Mädchen schaut auf GeldtürmeIn Familien wird Geld aus unterschiedlichsten Gründen ausgetauscht: aus Pflichtgefühl, Großzügigkeit und Liebe, weil ein Anspruch besteht – oder aus Schuldgefühlen.

Wenn Eltern ihren Kindern gegenüber Schuldgefühle haben, z.B. weil sie viel arbeiten müssen und nur wenig Zeit für Zuwendung bleibt oder aus allen möglichen anderen Gründen heraus, werden sie ihren Kinder gegenüber leicht erpressbar. Kinder habe ein sehr feines Gespür dafür, wie sie ihre Eltern „kriegen“. Wenn Kinder merken, dass sie leicht zu Geld, Geschenken oder anderen Privilegien kommen, wenn sie die Schuldgefühle ihrer Eltern aktivieren, werden sie leicht zu „Erpressern“ aus Gewohnheit.

Wenn Eltern sich darüber nicht bewusst werden und Grenzen ziehen, können sich solche Beziehungsmuster ein Leben lang fortsetzen. Besonders allein erziehende Eltern leiden häufig unter Schuldgefühlen, da sie aufgrund der Mehrfachbelastung nichts so für ihre Kinder da sein können, wie sie sich das vielleicht gewünscht hätten.

childcaresubsidy_1Die Verstrickung von Geld oder anderen Zuwendungen und Schuldgefühlen ist für Kinder äußerst ungünstig. Sie lernen, dass sie nur dann „berechtigt“ sind, wenn sie von den Schuldgefühlen der Eltern profitieren. Diese dauernde Entwertung führt häufig zu Problemen mit dem eigenen Selbstwertgefühl und lebenslangen Abhängigkeiten von den Eltern.

Gerade für geschiedene oder getrennte, allein erziehende Eltern ist es wichtig, solche Themen zu reflektieren und sich bei Bedarf Unterstützung zu suchen, um Schuldgefühle ablegen zu können und den eigenen Kinder gegenüber nicht erpressbar zu sein.  Der Umgang und das Verhalten mit Geld sind immer ein klarer Indikator für ein Problem oder besser eine Aufgabe oder Herausforderung, die es zu bearbeiten gilt. Und wie heißt es so schön:

„Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen unbegrenztes Wachstum mit und auch mal ohne Geld

Herzlichst
Ihre

Kornelia Rendigs

Was wir mit Geld unseren Kindern antun oder für sie tun können

Geldentscheidungen und Geldbewusstsein

Young businessman.Als liebende Eltern wollen wir natürlich immer nur das Beste für unsere Kinder.  Die Entscheidung darüber, was gut oder gar das Beste ist, war wohl nie so schwierig wie heute. Je größer der Wohlstand, die verfügbaren liquiden Mittel und die Entscheidungsspielräume sind, desto größer wird auch die Unsicherheit, wieviel und wieviel mehr noch vertretbar ist. Grenzen zu setzen und einen vernünftigen Rahmen festzulegen, ist für viele  Eltern ein schwieriges Problem, insbesondere, wenn sie selbst noch alte offene „Geld-Themen“ und ungeklärte Fragen zu Geld haben.

Was Geld bedeutet, wofür Geld in menschlichen Beziehungen steht und wie Kinder einen vernünftigen Umgang mit Geld erlernen können, wird nicht in der Schule gelehrt. Es wird zu Hause bei den Eltern gelernt. Es wird abgeschaut, geschlussfolgert, interpretiert und umgesetzt.

Problematisch dabei ist jedoch, dass Eltern sich häufig nicht bewusst Bank of Mum and Dad Credit Card Family Financessind, was sie da eigentlich tun, wenn es um’s Geld geht. Weder sind die eigenen Bedürfnisse und Motive bewusst noch die Verhaltensweisen, die den Kinder vorgelebt werden. Das führt dazu, dass sich ungesunde Verhaltensweisen quasi weiter vererben und häufig Projektionen bzw. Übertragungen erfolgen sowohl auf Geld als auch auf die eigenen Kinder.

Ein wichtiger Schritt besteht deshalb darin, das eigene Geldverhalten zu reflektieren.

Mein Tipp dazu: Stellen Sie sich selber Fragen, z.B.:

  • Wozu gebe oder verweigere ich meinem Kind jetzt gerade Geld oder einen mit Geld bezahlbaren Wunsch?
  • Was ist meine Absicht dabei?
  • Was habe ich selbst in meiner Kindheit oder Jugend in einer ähnlichen Situation erlebt und erfahren und inwieweit beeinflusst mich das heute?
  • Was sagt das über mich aus, wenn ich jetzt „nein“ sage oder wenn ich zustimme?

Wenn Sie sich unsicher fühlen mit Ihren Entscheidungen, kann es sinnvoll sein, sich eine kompetente Gesprächspartnerin zu suchen. Auch wenn diese vielleicht ganz anderer Meinung ist, kann es  helfen darüber zu reden, um sich die eigenen Beweggründe zu verinnerlichen und sich unter Umständen unbewusste Verhaltensweisen spiegeln zu lassen. Das ist sicherlich kein einfacher Weg, denn Geld gehört immer noch zu den drei großen Tabuthemen, neben Sex und Tod. Doch gerade bei diesen Themen ist es so wichtig, dass wir zu mehr Offenheit und Bewusstheit finden, um unsere Kinder auf das Leben außerhalb der Familie vorzubereiten und sie auf ein glückliches  und selbstbestimmtes Leben vorzubereiten –
mit und ohne Geld!

Weitere Tipps und Beiträge zu diesem Thema…..
….finden Sie ab morgen in meinem Blog .

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Ihre Kornelia Rendigs