Archiv der Kategorie: Geld und Moral

Warum die innere Finanzverweigerung eher schadet als nützt

Eine Frau mit offenen Rechnungen hat viele Schulden. Arbeitslosigkeit und Privatkonkurs

Kürzlich hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einer Kundin, die Fragen zu Ihrem Bausparvertrag hatte. Ihr aktueller Bausparvertrag war inzwischen angespart  und sie überlegte, einen neuen abzuschließen. Ich fragte sie mit welcher Zielsetzung sie einen neuen Bausparvertrag abschließen wollte. Denn ich hatte den Eindruck, dass es ihr nicht um das zinsgünstige  Bauspardarlehen ging.

Sie stimmte mir zu. Worauf ich sie fragt, ob ein Fonds-Sparplan dann im Hinblick auf so einen langen Zeitraum nicht vielleicht die bessere Variante wäre. Denn damit könnte sie langfristig sicherlich mehr Rendite erzielen.

“Mit so‘m Schweinkram will ich Nix zu tun haben“,

antwortete sie sehr spontan und sehr entschieden.

Da war ich erstmal sprachlos – ehrlich.

Diese Einstellung gegenüber bestimmten – meist unbekannten – Finanzthemen habe ich in den letzten 23 Jahren Finanzberatung gerade bei Frauen schon häufiger beobachtet: Innere Verweigerung, wenn etwas moralisch nicht vertretbar erscheint oder vielleicht auch nicht verstanden wird. Doch ist das wirklich hilfreich?

Der Trugschluss

Mann hlt sich Mund und Augen zuLeider bewirkt diese Haltung keinerlei Veränderung der Rahmenbedingungen. Denn Unternehmen leben nicht davon, dass Sie oder andere Anlegerinnen oder Anleger in deren Aktien investieren sondern davon, dass Sie die Produkte dieser Unternehmen kaufen.

Wir alle –  auch Sie! – sind an der Wirtschaft beteiligt und damit ein Teil der Wirtschaft.

Sie kaufen und konsumieren Markenprodukte und Dienstleistungen. Auch Finanzdienstleistungen wie Girokonto, Sparbuch, Tagesgeldkonto oder Bausparvertrag gehören dazu. Meistens sind es die Produkte börsennotierter Unternehmen. Ihr „Konsumieren“ ist für große Unternehmen viel wichtiger als Ihr „Investieren“.

Fatale Konsequenzen der finanziellen Verweigerung

Mit der finanziellen Verweigerung ist es ähnlich wie mit einer

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ehelichen Verweigerung. Sie werden Ihren Partner niemals ändern können, wenn Sie sich ihm dauerhaft verweigern. Verweigerung führt leider meistens in eine Abwärtsspirale. Wenn keine und keiner auf die oder den anderen zugeht, dann geht man meistens irgendwann auseinander.

So ähnlich verhält sich dann auch mit dem Geld. Die Konsequenzen folgen meistens später, wenn das Geld knapp ist, weil beispielsweise die Rente kaum reicht. Dann kann die Uhr nicht mehr zurück gedreht werden .

Was also tun?

Überprüfen Sie Ihre Absichten

Auch wenn Ihre Absichten Ausdruck einer lobenswerten ethisch, moralisch und sozialen Haltung sind, kann es sein, dass Sie sich letztendlich damit selber schaden. Deshalb ist es sinnvoll, dass Sie Ihre Absichten – auch die unterbewussten – überprüfen.

  • Ist das Verhalten, das aus Ihren Absichten resultiert zweckmäßig?
  • Oder steht es Ihren Zielen vielleicht sogar im Weg?
  • Gibt es vielleicht sinnvollerer und nützlichere Möglichkeiten und Methoden, um Ihre Werte zu leben?
  • Gibt es vielleicht noch andere Absichten, die „eigentlich“ viel stärker wirken?

Die Überprüfung der eigenen Absichten ist ein sehr intensiver innerer Prozess, der häufig nicht ohne Unterstützung stattfinden kann. Denn es ist sehr schwierig, sich selber auf die Schliche zu kommen. Bestimmt gibt es auch in Ihrem persönlichen Umfeld Menschen, die Sie dabei gerne unterstützen. Und wenn nicht, dann gibt es glücklicherweise Menschen, die sich auf solche Themen spezialisiert haben und Sie ganz professionell dabei unterstützen. Das kann den Prozess natürlich sehr beschleunigen.

Klarheit schaffen

Hand-drawn Vector illustration of an Happy Christmas Elf with big green glasses

Verschaffen Sie sich Klarheit über ihre Werte und Motive und darüber hinaus über Ihre unterbewussten Glaubenssätze. Denn häufig lassen wir Menschen uns von unserem Unterbewusstsein sehr viel stärker beeinflussen als von unserem Bewusstsein. Sichtbar wird das an den Ergebnissen. Die innere Geldverweigerung äußert sich in schlecht verzinsten Sparverträgen, einer unzureichenden Ruhestands- und Vorsorgeplanung und natürlich auch in ungeplanten Geldausgaben, die nicht selten zu einem schlechten Gewissen und zu Schuldgefühlen führen.

Nach dem Prinzip „Hab ich’s doch gleich gewusst“, funktionieren diese Ergebnisse wiederum als Verstärker der eigenen Glaubenssätze und der inneren Verweigerung.

Leben Sie Ihre Werte

Kompass mit dem Wort WERTENach den eigenen Werten zu leben, ist weitaus gesünder – auch für Ihre Finanzen – als ständig die Kämpfe der inneren Verweigerung auszufechten und immer wieder dieselben oder ähnliche Erfahrungen zu machen. Egal ob beim Investieren oder beim Konsumieren lohnt es sich hinzuschauen, ob und inwieweit Sie Ihre Werte leben. Dabei kann es durchaus auch mal zu inneren Konflikten kommen, die dann einen Prozess der inneren Auseinandersetzung erfordern. Denn besser als ein Kompromiss, der leider häufig gefühlt ein „fauler Kompromiss“ sein kann, ist in jedem Fall eine klare Entscheidung.

In 23 Jahren Finanzberatung habe ich häufig fasziniert beobachtet, wie einige meiner Kundinnen klar und kompromisslos Ihre Werte gelebt haben. Sie haben sich aus ethischen, sozialen und ökologischen Gründen für Nachhaltigkeitsfonds entschieden und haben an Ihrer Strategie festgehalten. Egal ob die Börsen bebten oder die Finanzkrisen tobten, diese Kundinnen haben eisern durchgehalten und ausgehalten. „Lieber ein paar Prozent weniger als in Rüstung, Kinderarbeit oder Gentechnik investieren“, waren häufig die Beweggründe. Das Erstaunliche daran war, dass der Erfolg Ihnen Recht gab. Obwohl die Risiken als auch die Kosten der Nachhaltigkeitsfonds häufig höher waren, als bei anderen Portfolios sahen die Renditen häufig ähnlich wenn nicht sogar besser. Ich denke, dass es vor allem daran lag, dass diese Kundinnen bei Ihren Finanzentscheidungen ganz klar Ihren Weg gewählt hatten und ihn auch konsequent weiter gegangen sind, während einige andere aus Verunsicherung ein wenig vom Weg abgekommen waren.

Was mir vor allem jedoch aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass diese Kundinnen weitaus weniger unzufrieden waren, wenn es mal nicht so gut lief. Und dass sie alles in allem überhaupt zufriedener wirkten und immer noch wirken, weil sie konsequent Ihre Werte gelebt haben.

Keine faulen Kompromisse

Was meiner Wahrnehmung nach jedoch ganz und gar nicht funktioniert, sind Kompromisse, die den eigentlich Werten entgegenstehen. Das passiert häufig, wenn wichtige Werte zugunsten der „Sicherheit“ vernachlässigt werden.

Die vermeintliche „Sicherheit“ ist häufig nur eine sehr irrationale Wahrnehmung und Einschätzung der Unvorhersehbarkeit der Zukunft in Ermangelung geeigneter Alternativen. Die Entscheidung, sein Geld „auf der Bank verschimmeln zu lassen“, wie kürzlich eine Freundin so treffend formulierte, ist viel häufiger Ausdruck einer „inneren Kündigung“ mit dem Finanzsystem, der Wirtschaft, der Gesellschaft, der Politik und manchmal auch mit der aktiven Teilnahme am eigenen Leben. Oder es fehlen einfach nur die Kenntnisse und Informationen über andere Finanzthemen und Möglichkeiten um andere Alternativen beurteilen zu können.

Deshalb ist es wichtig, sich mit einer neuen Situation konstruktiv auseinander zu setzen. Wer seine eigenen Werte  und Absichten kennt und ganz bewusst lebt, kann selbstbewusst Fragen stellen und Entscheidungen treffen.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Aufgabe der inneren Finanzverweigerung für mehr finanziellen und inneren Reichtum.

Herzlichst
Ihre

Kornelia Rendigs

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GREXIT – das vergessene Insolvenzrecht?

GREXIT | Griechenland Euro Exit auf Tafel mit KreideDie Diskussion um Griechenland und die Zukunft des Euros hat in den letzten Wochen eine Dramatik erreicht,  die eher an eine verbale Kriegsführung als an ein Ringen um Lösungen erinnert. Sowohl bei manchen Politikern als auch bei einigen Journalisten und anderen Möchtegern-Publizisten drängen sich zwei Fragen auf:

  1. Was passiert bei diesen Menschen im Unterbewusstsein, wenn es um die „Schuldenfrage“ geht?
  2. Gibt es für europäische Länder eigentlich kein Insolvenzrecht?

Während wir in Deutschland  ein „Insolvenzrecht“ haben, das einen geordneten Neuanfang mit bestimmten Auflagen ermöglicht, scheint es dies im EURO-Land nicht zu geben.

Wie kann das sein?

Wurde das wohl vergessen  bei der Euro-Entwicklung?

Sicherlich ist es auch in unseren deutschen Breitengraden nicht unbedingt angenehm, Insolvenz anmelden zu müssen. Jede, die das mal mitgemacht oder in ihrer Familie erlebt hat, weiß was es bedeutet, ihre Schulden nicht mehr bezahlen können und Abbitte leisten zu müssen. Auch die Beziehung zum Haus-Banker verändert sich dramatisch. (Komisch eigentlich, wenn Banken insolvent sind, ist das irgendwie anders.)

Eine Frau mit offenen Rechnungen hat viele Schulden. Arbeitslosigkeit und Privatkonkurs
Eine Frau mit offenen Rechnungen hat viele Schulden. Arbeitslosigkeit und Privatkonkurs

Scham und Schuldgefühle, Existenzängste und Weltuntergangsstimmung sind sicherlich nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Gefühls-Potpourri.

 

Trotz alledem:  Das Leben geht weiter und es kann weiter gehen. Denn es gibt ein Insolvenzrecht. Das war nicht immer so in der Geschichte der Menschheit. Es gab auch schon Zeiten, da wurden Menschen geköpft, weil sie ihre Schulden nicht zurück zahlen konnten. Von daher ist das Insolvenzrecht schon ein großer Fortschritt .

Nur wurde ein ordentliches Insolvenzrecht bei der Euro-Erfindung leider wohl vergessen.  Eigentlich erstaunlich, denn der „Schuldenerlass“ wurde bereits in der Bibel erwähnt.  „Am Ende von sieben Jahren sollst du einen Schuldenerlass anordnen. …. Einen Fremden kannst du bedrängen; aber was du bei deinem Bruder [ausstehen] hast, das soll deine Hand erlassen.“

Ob gerade unsere christlich konservativen Politiker das in der Bibel übersehen haben?

Und dann das freche Auftreten dieser griechischen Politiker…… (Hatte sich nicht Aristoteles schon sehr kritisch über das Benehmen der Jugend geäußert? Zumindest aber über Geld.) Es wirkt schon ziemlich rebellisch, wie die beiden sich aufführen.

Nun ja, wenn das ganze Thema hinsichtlich seiner Bedeutung für die griechische Nation nicht so dramatisch wäre, könnte man es für eine Posse halten. Doch leider ist dem nicht so, denn Geld ist weitaus mehr als bloß ein technischer Standard, um mittels Münzen, Banknoten und elektronischen Systeme Tauschgeschäfte vornehmen zu können.

plant growth - business conceptGeld ist keine Ware und kein Wirtschaftsgut. Es wächst weder auf Bäumen noch vermehrt es sich auf wundersame Weise unter der Erde wie beispielsweise die Kartoffeln.

Das Wesen des Geldes ist seit seiner Entstehung bis heute immer der gewährte Kredit bzw. auf der anderen Seite die aufgenommenen  Schulden gewesen.

Durch die Übertragbarkeit der Schulden, also das Vertrauen darin, einen Gegenwert zu erhalten, werden Schulden zu Geld. Geld kann nur wachsen, wenn auch die Schulden wachsen. Da Geld heutzutage aus dem Nichts erschaffen wird, als sogenanntes „Fiat“-Geld müssen dabei logischerweise gewisse Vereinbarungen getroffen und Regeln festgelegt werden.

„Geld ist, eine soziale Technologie und Erfindung, um das Zusammenleben in menschlichen Gesellschaften zu vereinfachen.¹

kreditSo schreibt der britische Ökonom und Altphilologe Felix Martin. Wenn diese soziale Technologie nun aber nur den Einen das Zusammenleben vereinfacht, während sie den Anderen das Zusammenleben erschwert, könnte es durchaus sinnvoll sein, die Vereinbarungen zu erneuern oder zu ändern. Oder nicht?

Das Problem dabei ist jedoch, dass sich in einer sozialen Technologie immer auch bestimmte Projektionen wiederspiegeln. So wie jeder einzelne Mensch seine ganz bestimmten Projektionen auf Geld hat, wie  Macht, Sicherheit, Freiheit oder Unabhängigkeit, so können das auch ganze Nationen haben.

Für die einen ist Geld Macht und für die anderen ist es Sicherheit und Stabilität (und das soll dann gefälligst auch so bleiben). Für die dritte Fraktion steht Geld vielleicht eher für Freiheit. So ließe sich jedenfalls ein eher aufmüpfiges oder rebellisches Verhalten erklären.

Geschäftsmann steht vor leuchtendem Euro-Portal in einer Griechenland-WandAllein die Posen, Gestik, Mimik und Worte einzelner Politik sind dieser Tage spannender zu lesen als ein wirklich guter Thriller.

Und je nachdem, welche Projektion die Politikerinnen und Politiker die Berichterstatterinnen und Berichterstatter und die vielen Menschen dann so haben, lässt sich auch ihr Problem-Verhalten erklären, frei nach dem Motto:

Wenn du einen Hammer hast, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel.

So fuchteln sie denn alle mit ihren Hämmern in der Luft, bloß die Probleme sind keine Nägel.

Vielleicht wäre es allerhöchste Zeit, dass Menschen sich mehr mit Ihren Projektionen, Glaubenssätzen und Einstellungen zum Thema Geld beschäftigen und vielleicht auch die eine oder andere dysfunktional Projektion auflösen, um wieder auf die Sach- und Problemlösungsebene zurück zu kehren.

Ob ich Ihnen mal ein Finanzcoaching anbieten sollte?

Ich hoffe, ich war heute nicht zu sarkastisch. Doch es steht viel auf dem Spiel.

Krise,-Ausweg---km
Krise,-Ausweg—km

Werden wir es noch rechtzeitig schaffen, auch den sozialen und den ökologischen Wert zu definieren so wie wir den ökonomischen Wert definiert und leider auch isoliert haben?

Wäre nicht gerade eine gemeinsame europäische Währung die größte Chance und vielleicht auch die letzte Chance, dies zu tun?

 

Herzlichst

eure/Ihre

Kornelia Rendigs

 

 

¹ Für alle die sich mit dem Wesen des Geldes ein bisschen besser vertraut machen möchten empfehle ich dies wirklich spannende Buch über die Geschichte des Geldes:

Felix Martin: Geld, die wahre Geschichte. Über den blinden Fleck des Kapitalismus

In Kurzform: http://www.deutschlandfunk.de/geschichte-des-kapitalismus-geld-als-soziale-technologie.1310.de.html?dram:article_id=291159

In sehr ähnlicher Weise äußert sich auch David Graeber in seinem Buch „Schulden: Die ersten 5000 Jahre“

Das Bremer Sparbuch-Urteil

Die Ersparnisse des Kindes sind als Geldquelle für Eltern tabu

DruckUnd wieder mal ein Tabu in Sachen Geld, so ließ uns jüngst der Südkurier wissen.¹ Wie passend  – wo doch das Thema Geld an sich schon ein Tabu ist. Allerdings scheint es innerhalb der Familie beim Thema Geld wenig Tabus zu geben, allenfalls in bezug auf die Geheimhaltung nach außen. Nun scheint sich auch das gewandelt zu haben.

Das Bremer Urteil² ist nichts Besonderes, denn die Eigentumsrechte sind in diesem unserem Land schon ziemlich klar geregelt – meistens jedenfalls. Doch in Gelddingen scheint dies –  und gerade minderjährigen Kindern gegenüber –  noch immer nicht so ganz in das Bewusstsein einiger Menschen vorgedrungen zu sein.

Die Begehrlichkeiten der Eltern und anderer Verwandter einerseits und die Rechte der Kinder andererseits sind noch immer ein heikles Thema.

Wie oft in meiner Beratungspraxis musste ich Eltern darüber aufklären, dass das Geld auf dem Sparbuch oder Konto ihrer Kinder deren Eigentum ist und dass es einer Schenkung gleich kommt, wenn Eltern auf ein Sparbuch oder Konto ihrer Kinder einzahlen.

Noch immer betrachten viele Erwachsene Ihre eigenen Kinder, Ihre Enkel, Neffen oder Nichten als „Steuersparmodelle„, wenn der eigene Sparerfreibetrag ausgeschöpft ist. Auch wenn dies in der aktuellen Niedrigzinsphase gerade nicht so relevant ist.  Da kommt dann plötzlich die kinderlose Tante und möchte Geld für ihren Neffen anlegen, das sie dann aber (im Nachsatz) bei Bedarf zurück haben möchte.

Mädchen schaut auf GeldtürmeIn meiner Beratungspraxis erlebte ich auch, wie eine junge alleinerziehende Mutter, die  nach einer größeren Erbschaft  die gesamte Summe auf das Konto ihrer Tochter eingezahlt hatte, um Kapitalertragsteuer zu sparen, fast zusammen brach, als ich sie über die Rechtslage informierte. Sie war dem Rat ihrer Steuerberaterin gefolgt.

In einem anderen Fall vereinnahmte ein Vater nach einem Unfall seines noch minderjährigen Sohnes dessen Schmerzensgeld um damit die Krankenhauskosten  zu begleichen. Er hätte sonst bei Inanspruchnahme seiner privaten Krankenversicherung die Beitragsrückerstattung verloren.

Ich könnte noch so einige Beispiele aus mehr als zwanzig Jahren Beratungspraxis und aus dem Leben erzählen und wundere mich  inzwischen über fast gar nichts mehr.

Einige Menschen scheinen sehr kreative „Bewertungen“,  und vor allem „Rechtfertigungen“ zu produzieren, wenn es um die eigenen monetären Vorteile geht. Für mich ergeben sich daraus Fragen, wie:

  • Was sind die Persönlichkeits- und Eigentumsrechte minderjähriger Kinder wert, wenn die „ökonomischen Werte“ der erwachsenen Verwandten, oder  Sorgeberechtigten offensichlich so viel schwerer wiegen?

 

  • Welche Werte vermitteln wir als Einzelne und als Gesellschaft unseren Kinder und mit welchem Bewusstsein?

 

  • Wie wird sich das auf das spätere Geld- und Finanzverhalten dieser Kinder auswirken?

 

  • Wo stehen wir, wenn Kinder ihre Eltern verklagen, weil diese sich am Sparbuch der Kinder vergriffen haben oder vielleicht auch nur etwas für die Kinder kaufen wollten?

sparschwein_rissWas auch immer dieses Bremer Urteil bewirken mag, es ist zumindest eine wundervolle Gelegenheit, mal wieder über Geld und über Werte nachzudenken. Es ist auch eine wundervolle Gelegenheit, um sich selber Fragen zu stellen und die eigene Geldkommunikation, das eigene Geldverhalten und die Geldbeziehung in Relation zu anderen Beziehungen zu überprüfen.

Oftmals ist es gar nicht die böse Absicht, die dahinter steckt sondern nur die Unbedachtheit, die Unaufmerksamkeit und die mangelnde Reflektion des eigenen Handelns oder natürlich die Unkenntnis der  Rechtslage .

Wenn wir als Menschen und als Menschheit nur noch an den „Mehrwert“, „Geldwert“ und „ökonomischen Wert“ denken ohne das „WIE“ oder das „Wozu“ zu betrachten und zu hinterfragen, werden wir uns weder sozial noch ökonomisch gravierend weiter entwickeln.

Mein Tipp dazu:

Innehalten und Reflektieren Sie ihre Werte und Ihre Projektionen auf Geld. In diesem Sinn

Herzlichst

Kornelia Rendigs

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¹Artikel des Südkuriers zum Nachlesen

² Urteil des OLG Bremen