Archiv der Kategorie: Behavioral Finance

Finanzielle Ziele für Ihren finanziellen Erfolg – Die 5-Schritte-Strategie

Befassen Sie sich regelmäßig mit Ihren finanziellen Zielen? Oder finden Sie das überflüssig und viel zu anstrengend?

Erfahrungen zeigen, dass Menschen erfolgreicher sind, wenn Sie klare finanzielle Ziele vor Augen haben.

Sobald der Geist auf ein Ziel gerichtet ist, kommt ihm vieles entgegen.
Johann Wolfgang von Goethe

Warum sind finanzielle Ziele so wichtig?

Stellen Sie sich vor, Sie wollen eine Städtereise in die Stadt Ihrer Träume machen. Würden Sie sich ohne Vorbereitung ins Auto oder in den Flieger setzen?

Würden Sie in der Stadt Ihrer Träume ohne Reiseführer, Stadtplan oder App und vor allem ohne konkrete Ziele so einfach losmarschieren?

Genau das passiert bei finanziellen Angelegenheiten leider häufig. Bei vielen Menschen reicht der finanzielle Planungshorizont gerade noch für die nächste Urlaubsreise. Bei der Ruhestandsplanung und beim langfristigen Vermögensaufbau versagt dann aber das System. Das liegt daran, dass Ihr Autopilot namens Mr.  Unterbewusstsein schlichtweg überfordert ist. Denn darauf hat die Evolution ihn nicht vorbereitet.

Bei der Ruhestandsplanung ist Ihr Autopilot Mr. Unterbewusstsein leider völlig überfordert. Klick um zu Tweeten

Leider gilt das für Frauen sehr viel stärker als für Männer. Die Gender Investment Gap die weibliche Investment-Lücke – und die Gender-Retirement-Gap – die weibliche Rentenlücke – sind vor allem deshalb Frauen-Themen, weil Frauen sich nicht genug kümmern. 

Warum für Frauen der finanzielle Weg ohne Ziel  in die Altersarmut führt

Sich nicht zu kümmern, rächt sich dann im Alter. Noch nie seit 1949 waren so viele Frauen von Altersarmut betroffen wie heute. Viele Frauen erkennen erst zu spät, dass die Ehe längst kein Versorgungskonzept mehr ist. Nach der Scheidung offenbart sich dann, wie sehr sie ihre eigene Selbstvorsorge vernachlässigt haben.

Auch wenn Sie heute noch glücklich verheiratet sind, ist es sinnvoll den Plan B in der Tasche zu haben und seine Zahlen zu kennen. Auch dazu werden wir in den nächsten Wochen noch kommen.

Deshalb lade ich Sie herzlich ein, mich in den kommenden Wochen bei der finanziellen Zielplanung zu begleiten.

Die folgende 5-Schritte-Strategie wird Ihnen dabei als Leitfaden den Weg aufzeigen, wie Sie sinnvoll strategisch das Thema angehen können.

Ich freue mich über Ihre Anregungen und Kommentare, um diese Strategie zukünftig noch weiter verbessern zu können.

Laden Sie doch einfach Ihre beste Freundin oder Ihre Kollegin auch noch ein. Dann haben Sie in den nächsten Wochen eine Gesprächs- und Motivationspartnerin.

Los geht’s!

 

1. Schritt: Machen Sie sich Ihre Motive bewusst, bevor Sie Ihre finanziellen Ziele planen.

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Sie bei der Planung  Ihrer finanziellen Ziele Ihre Grundmotive nicht mit im Boot haben, kann die Umsetzung später ziemlich anstrengend werden.

„Geld motiviert mich nicht.“ Diesen Satz habe ich von Frauen schon so häufig gehört. Meistens kam dann schon bald im nächsten Satz. „Ach wenn ich doch nur ein bisschen mehr Geld hätte …“

Solche Sätze decken innere Widersprüche auf. Für Ihren  finanziellen Erfolg bleibt da leider nicht viel  Raum. Sicherlich ist finanzieller Erfolg nicht für alle Menschen gleichermaßen motivierend. Dann muss geschaut werden, wie beides irgendwie miteinander vereinbart werden kann.

Deshalb  sollten Sie wissen, was Sie wirklich motiviert. Dann können Sie Ihre finanziellen Ziele und Motive aufeinander abstimmen. Sonst wird die Umsetzung Ihrer finanziellen Ziel leicht zum inneren Kampf ausarten.

Holen Sie für die finanzielle Ziel-Planung Ihre Motive mit ins Boot! Klick um zu Tweeten

Da Motive bei der finanziellen Zielplanung eine so wichtige Rolle spielen, werden wir uns noch intensiv damit befassen.  Wir schauen, wie Sie Klarheit über Ihre Motive finden und wie Sie diese nutzen können.

2. Schritt: Identifizieren Sie Ihre Geldsaboteure und Zielkonflikte

Auch wenn wir es oft nicht wahr haben wollen: Nicht alle tollen Ziele sind wirklich so toll, wenn wir sie erstmal erreicht haben. Vieles, was auf den ersten Blick erstrebenswert wirkt, ist es dann unter Umständen doch nicht. Wenn Sie sich aus einem rein finanziellen Antrieb für einen Beruf entschieden haben, der Ihnen wenig Freude bereitet, kann das auf Dauer sehr anstrengend sein.

Gute Ziele, schlechte Ziele - Untersuchen Sie zuerst Ihre inneren Zielkonflikte. Klick um zu Tweeten

Das gilt besonders, wenn Ihre finanziellen und sonstigen Ziele gar nicht Ihre eigenen sind. Oftmals handelt es sich um fremdbestimmte Ziele. Diese wurden von dritter Seite, also von den Eltern der Familie oder dem sozialen Umfeld geprägt.

Oftmals existieren solche fremdbestimmten Ziele in Ihrem Unterbewusstsein, ohne dass Sie dies merken. Es ist oft erschreckend, wie solche fremdbestimmten Ziele bei manchen Menschen bis ins Hohe Alter unbewusst verankert sind. Der Neurowissenschaftler Allen Snyder hat einmal den Satz geprägt:

Das Bewusstsein ist nur eine PR-Aktion Ihres Gehirns, damit Sie glauben, Sie hätten auch noch was zu sagen.

Allan Snyder

Bevor Sie also in die Ziel-Planungsphase starten, empfehle ich Ihnen deshalb, erst eine kleine Ziel-Expedition zu unternehmen.  Dazu bekommen Sie von mir Tipps, wie Sie mit hilfreichen Fragen wertvolle Erkenntnisse erzielen und Ihren Sabotage-Zielen auf die Schliche kommen können.

3. Schritt: Stellen Sie sicher, dass Ihre finanziellen Ziele mit Ihren Werten vereinbar sind

Manche Werte sind mit finanziellem Erfolg scheinbar nicht vereinbar. Zumindest schlussfolgert das Unterbewusstsein dies möglicherweise. Oft sind wir uns darüber nicht im Klaren. Wir merken nicht, wie wichtig uns bestimmte Werte sind und wie wir unseren finanziellen Erfolg damit verhindern.

Was hat Ihr Gerechtigkeitssinn womöglich mit Ihrer Geldbeziehung zu tun?

An dieser Stelle könnten Sie bereits auf die ersten Unstimmigkeiten treffen. Ist Gerechtigkeit ein hoher Wert für Sie? Was sagt es dann über Sie aus, wenn Sie mehr Einkommen erzielen als Ihre beste Freundin oder Ihre eigenen Eltern? Ließe sich das mit Ihrer Moralvorstellung noch vereinbaren?

Gerechtigkeit ist ein wichtiges aber auch schwieriges Thema. Es hat viele verschiedene Facetten. Deshalb ist es notwendig, die Vielfältigkeit dieser Idee von Gerechtigkeit im Blick zu haben . Vor allem ist wichtig, welche Konsequenzen Ihr Gerechtigkeitssinn für Ihre Geldbeziehung hat. Könnten Sie mit einer Stiftung oder regelmäßigen Spenden für mehr Gerechtigkeit sorgen? Wie sieht es mit anderen Werten aus? Sind Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft ebenfalls hohe Werte für Sie? Was könnten Sie tun, um eine Vereinbarkeit herzustellen, ohne gegen Ihre Werte zu verstoßen?

Warum es für Frauen schwierig ist,  finanzielle Ziele mit den eigenen Werten zu vereinbaren

Gerade Frauen fällt es im Hinblick auf ihre Werte immer noch schwer, finanzielle Ziele zu formulieren. Die weiblichen Tugenden waren traditionell Bescheidenheit, Sittsamkeit, Fleiß und Tugendhaftigkeit. Frauen hatten vorrangig für die Werte und Ziele Ihrer Männer zu sorgen, aber nicht für ihre eigenen – schon gar nicht finanziell. Das steckt noch immer in den Hinterköpfen. Deshalb gehört auch eine gewisse soziale Risikobereitschaft dazu, eigene finanzielle Ziele zu realisieren.

4. Schritt: Überprüfen Sie Ihre Visionen und Lebensziele bevor Sie finanzielle Ziele formulieren

WENN DAS LEBEN KEINE VISION HAT, NACH DER MAN STREBT, NACH DER MAN SICH SEHNT, DIE MAN VERWIRKLICHEN MÖCHTE, DANN GIBT ES AUCH KEIN MOTIV, SICH ANZUSTRENGEN.

(Erich Fromm)

Um wirklich nachhaltig an seinen Zielen arbeiten zu können und motiviert zu bleiben, ist es wichtig, das große Ganze im Leben zu sehen.

Wer keine Träume hat und sein Big Picture nicht kennt, wird wahrscheinlich auch nicht sehr motiviert sein, die selbst gesetzten finanziellen Ziele zu verwirklichen. Dabei geht es absolut nicht nur um Geld. Ich meine „Erfolg“ im ganzheitlichen Sinne. Arbeit und Geld sind dabei nur ein Bestandteile.

Gerade für Frauen ist es schwierig, solche Visionen zu entwickeln. Das stelle ich immer wieder in meinen Workshops fest. Traditionell waren Frauen in die passive Rolle als Hausfrau und Mutter gedrängt. Die Realität hat sich jedoch gravierend verändert. Nur das Unterbewusst hat dies noch längst nicht verinnerlicht.

Also warten Sie nicht auf Ihr Unterbewusstsein und nehmen Sie die Sache selber in die Hand. Dafür gibt es in diesem Blog noch einige Anregungen zur Entwicklung Ihrer Lebensvisionen.

 

5. Schritt: Formulieren Sie finanzielle Ziele mit hohen Erfolgschancen

Damit auch die Umsetzung Ihrer Ziele eine realistische Chance hat, gibt es auch dabei einige Aspekt zu beachten. Wie schon erwähnt können Ihre finanziellen Ziele mit anderen Lebenszielen konkurrieren. Das können sowohl Ziele sein, die Ihnen bisher nicht bewusst waren. Das können aber durchaus auch Ziele sein, die Ihnen sehr wohl bewusst sind.

Wenn Sie sich ein hohes Umsatzziel setzen, das nur mit mehr Arbeit und größerem Zeitaufwand zu realisieren ist, kann das unweigerlich mit anderen Zielen im Lebensbereich Familie und Partnerschaft oder sogar im Bereich Vitalität und Gesundheit kollidieren. Deshalb ist es unerlässlich die finanziellen Ziele im Gesamtkontext zu sehen.

Ein anderer Aspekt ist die Verbindlichkeit oder das Commitment, das Sie Ihren Zielen entgegenbringen. Beschränken Sie sich nicht auf vage Formulierungen ohne Zahlen oder Zeitvorgaben. Dann kann sich Ihr Unterbewusstsein sehr bequem ein kleines Hintertürchen offen halten. Damit das Formulieren Ihrer finanziellen Ziel auch von Erfolg gekrönt wird, gibt es auch dazu noch einen Extra-Beitrag im Blog.

Haben Sie konkrete Fragen zur finanziellen Zielplanung?
Welche Schwierigkeiten und Hürden gibt es für Sie?
Wäre eine geschlossene Facebook-Gruppe als geschützter Ort für einen intensiven Austausch für Sie interessant?
Ich freue mich auf alle Fragen, Anregungen und natürlich auch über konstruktive Kritik. 😉

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihren finanziellen Zielen.

Herzlichst
Ihre

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Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft?

Im kostenlosen 20-Minuten-Kennenlern-Gespräch per Telefon oder Skype erhalten Sie alle wichtigen Informationen.

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Die 5-Schritte-Strategie für Ihre Finanzielle Verantwortung

Finanzielle Verantwortung ist für Frauen ein heikles Thema. Dabei ist sie so wichtig, denn die Risiken für Frauen sind groß, wenn Sie finanzielle Verantwortung meiden.

Heute geht es im Blog darum, wie Sie es schaffen können, mehr finanzielle Verantwortung zu übernehmen. Wir Frauen tun uns nämlich immer noch sehr schwer damit. Wir haben die finanzielle Verantwortung  auch nicht gelernt. Von wem auch? Unsere Mütter und Großmütter hatten in finanzieller Hinsicht noch nicht viel zu sagen. Die älteren von ihnen wurden im Dritten Reich geboren. Sie haben damals gelernt, dass die Aufgabe einer Frau darin besteht, Kinder zu gebären, um kleine Soldaten zu produzieren. Leider blieb einiges davon nach 1945 sowohl in den Köpfen als auch im Gesetzbuch haften.

Warum es für Frauen so schwierig ist, finanzielle Verantwortung zu übernehmen

So durften bis 1977 verheiratete Frauen ohne Zustimmung ihres Ehemanns nicht mal einen Arbeitsvertrag abschließen. Bis 1958 hätte dieser den Arbeitsvertrag seiner Ehefrau sogar ohne ihre Zustimmung fristlos kündigen können. Hätte dieser Ehemann seiner Ehefrau gestattet, berufstätig zu sein, dann hätte er ihren Lohn verwaltet. Sie hätte nicht mal ein eigenes Konto eröffnen dürfen. Erst 1962 wurde dies geändert.

Das alles ist heute unvorstellbar. Doch im Unterbewusstsein ist es immer noch präsent. Kein Wunder also, dass da in uns Frauen immer noch die Tendenz schlummert, finanzielle Verantwortung lieber zu meiden. Diese Tendenz wird gespeist aus der Angst vor Ablehnung, vor Fehlern, vor Inkompetenz oder Unweiblichkeit. Auch die Angst vor Mathematik und Zahlen spielt eine große Rolle. Die Liste lässt sich wohl unendlich fortsetzen.

Doch wenn Sie keine Verantwortung übernehmen, können Sie auch nicht steuern. So wie ein Schiff mit ausgefallener Ruderanlage im Sturm den Wellen hilflos ausgeliefert ist, sind auch Sie dann ausgeliefert. Deshalb ist es auch in Krisenphasen ganz wichtig, den Zustand der finanziellen Selbstverantwortung schnellst möglich wieder herzustellen.

Aus eigener Erfahrung und aus zwanzig Jahren Beratungspraxis habe ich die 5-Schritte-Strategie zusammengestellt, die ich als hilfreich und nützlich empfinde. Ob das auch für Sie die richtige Strategie ist, ist letztendlich immer eine Einzelfall-Entscheidung. Sie kann in dem einen Fall richtig und in dem anderen Fall vielleicht gerade nicht die optimale Lösung sein. Solche Empfehlungen sind letztendlich immer nur Denkanstöße und Möglichkeiten. Was Sie jetzt gerade brauchen und Ihnen am besten hilft, kann dann im Zweifelsfall nur in einem Einzelgespräch geklärt werden. Dafür stehe ich Ihnen dann gerne telefonisch, persönlich oder über Skype zur Verfügung.

Die 5-Schritte-Strategie für Ihre finanzielle Verantwortung

1. Schritt: Standortanalyse

Mit der Standortanalyse meine ich in erster Hinsicht eine Bedarfsanalyse. Leider erlebe ich im Finanz Coaching immer wieder, dass Klientinnen sich primär mit Ihren Fehlern und scheinbaren Inkompetenzen, mit unangenehmen Erfahrungen und den vermeintlich unlösbaren Problemen befassen. Das ist durchaus nachvollziehbar und auch verständlich. So wurden wir Frauen in aller Regel noch erzogen. Es ist folglich eine absolut normale Reaktion. Doch leider ist sie absolut nicht hilfreich!

Wenn Sie sich primär mit Ihren Problemen, mit der Vergangenheit und Ihren eigenen Fehlern befassen, geraten Sie leicht in eine Art Problem-Trance. Das ist ein bisschen vergleichbar mit dem Versinken im Treibsand. Sie strampeln und rudern. Doch statt sich zu befreien, wühlen Sie sich immer tiefer ein.

Deshalb geht es bei der Standortanalyse immer darum, nach vorne zu blicken. Beim Blick nach vorne geht es dann um die Frage, was oder wer würde Ihnen weiterhelfen? Wie könnte die Lösung Ihres Problems aussehen? Welche Ziele inspirieren Sie, um mehr finanzielle Verantwortung zu übernehmen?

Hilfreiche Fragen:

  • Welchen Nutzen kann ich aus mehr finanzieller Verantwortung ziehen?
  • Wer würde außer mir noch davon profitieren?
  • Wie könnte die Situation aussehen oder sich anfühlen, wenn ich erfolgreich finanzielle Verantwortung übernehme?
  • Wann habe ich schon einmal finanzielle Verantwortung wahrgenommen in meinem Leben und wie habe ich das damals gemacht?

Standpunkt wechseln …

Sehr hilfreich bei Ihrer Standortanalyse kann auch ein Standpunktwechsel sein. Manchmal reicht es, einen Schritt zur Seite zu treten, dreimal tief durchzuatmen und dann die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Im Finanz Coaching bitte ich meine Klientinnen manchmal, mit mir den Platz zu tauschen. Ich ermutige Sie dazu, sich in meine Position zu versetzen und nun aus der Coach-Position die eigenen Probleme zu betrachten. Erstaunlicherweise fällt es dann viel leichter, Ideen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Anschub-Unterstützung oder selber machen?

Zur Standortanalyse gehört natürlich auch eine finanzielle Analyse. Wie hoch sind Ihre Einnahmen und Ausgaben? Wie sieht es mit der Vorsorge und Ruhestandsplanung aus? Wo finden Sie Antworten oder wer kann Ihnen helfen?

Wenn Sie mit finanzieller Verantwortung ohnehin gerade ein Problem haben, ist es fraglich, ob Sie diese Dinge alle selbst und alleine regeln sollten. Vielleicht könnte eine „Anschub-Unterstützung“ in Form von Finanz Coaching oder Ruhestands- und Finanzplanung hilfreich sein. Zum Thema Ruhestandsplanung gibt es demnächst im neuen Vermögen & Zukunft Blog auch noch weitere Informationen.

2. Schritt: Ziele formulieren

Die eigenen Ziele sind sehr maßgeblich und entscheidend für das, was Menschen im Leben erreichen. Das Verrückte an der Sache ist, dass gewisse Ziele nicht bewusst sind. Manchmal sind die wahren Ziele im Unterbewusstsein vergraben . Das kann mit einer verstrickten Geld-Beziehung oder negativen Erfahrungen zusammen hängen. Manchmal sind es negative Glaubenssätze , die unsere wahren Ziele definieren.

Unbewusste Ziele aufdecken

In einem meiner Vorträge meinte mal eine Zuhörerin, Geld sei „ … das Grundübel des Kapitalismus“. Es war nur ein Vortrag und kein Coaching. Deshalb verkniff ich mir die Frage, „Wenn Geld das Grundübel des Kapitalismus ist, wer bist du dann, wenn du Geld hast?“

Sehen Sie das Problem?

Diese Frau hätte als Coach durchaus gerne mehr Geld verdient, aber dann wäre sie sehr schnell in die Nähe des „Grundübels“ gerückt. Davor wollte ihr Verstand sie natürlich schützen. Deshalb ist es wichtig, auch die unterbewussten Ziele aufzudecken.

Viel problematischer finde ich jedoch, dass viele Frauen keine finanziellen Ziele haben. Das höre ich jedenfalls in der Beratung sogar des öfteren. Darin sehe ich eine große Gefahr. Ohne konkrete Ziele können Sie nicht vernünftig für die Zukunft planen. Sie sind viel leichter manipulierbar und damit ein potenzielles Opfer von Finanzbetrügern, wenn Sie nicht wissen, was Sie wollen. Deshalb ist es wirklich wichtig, dass Sie sich mit Ihren Zielen befassen und planen.

Mein 1. Tipp für finanzielle Verantwortung: Schreiben Sie 100 finanzielle Ziele auf. Klick um zu Tweeten

Ich finde das ist eine sehr interessante Übung.  Vor allem ist sie nicht ganz einfach. Ich bin inzwischen bei Ziel Nr. 79 angekommen. Ich will mich aber auch nicht unter Zeitdruck setzen.  🙂 Viel Erfolg dabei!

3.Schritt: Eine Strategie entwickeln

Eine Strategie zu haben, ist immer sinnvoll. Zum einen haben Sie dann einen roten Faden, an dem Sie sich entlang hangeln können. Zum anderen lassen Sie sich nicht so leicht verunsichern.

Mit Gegenwind kalkulieren

Gerade das ist unter Umständen ein wichtiger Aspekt. Es könnte nämlich sein, dass nicht alle Menschen jubeln und „Hurra“ schreien, wenn Sie nun plötzlich Verantwortung übernehmen wollen. Vielleicht war es in der Vergangenheit für andere ganz bequem, dass Sie keine finanzielle Verantwortung übernommen haben. Sie hatten ja in finanzieller Hinsicht keine Ahnung, keine Meinung und vor allem keine Widerworte. Das hat Sie höchst wahrscheinlich zu einer angenehmen und bequemen Zeitgenossin gemacht. Dies würde sich nun ändern. Es könnte also passieren, dass Sie Gegenwind bekommen. Dafür brauchen Sie eine Strategie.

Familien-Finanz-Strategie entwickeln

Andererseits gibt es womöglich auch Menschen, die es sehr begrüßen, wenn Sie nun zukünftig mehr finanzielle Verantwortung übernehmen. Vielleicht ist Ihr Partner oder Ihre Partnerin dankbar, wenn Sie sich endlich ein bisschen mehr interessieren und ein bisschen mehr kümmern. Dann können Sie die Strategie am besten gleich gemeinsam entwickeln. Vereinbaren Sie einen gemeinsamen Termin und lassen Sie sich die Familienbuchhaltung erklären.

2. Tipp für finanzielle Verantwortung: Fragen stellen! Klick um zu Tweeten

Manchmal kann es auch hilfreich sein, mit einer neutralen Person zu reden. Aufschreiben ist ebenfalls hilfreich. Sie können ein Mindmap oder eine To do Liste erstellen. Egal was auch immer Sie tun, Sie sind dann im Prozess. Das ist schon mal ein erster Schritt und vielleicht sogar ein Meilenstein. Weiter so!

4. Schritt: Umsetzung mit der Salami-Technik

Wenn es dann an die Umsetzung geht, kommt die nächste Herausforderung. Ich erlebe oft, dass Klientinnen gerne finanzielle Verantwortung übernehmen wollen. Sie wissen aber einfach nicht, wo sie anfangen sollen. Finanzielle Verantwortung ist ein komplexes Thema, vor allem wenn es neu ist. Dann erscheint der Berg riesengroß und unüberwindbar.

Genau hier kommt nun die Salami-Technik ins Spiel. Versuchen Sie, den großen Haufen an Aufgaben und Herausforderungen in möglichst kleine Teilaufgaben-Scheibchen zu zerkleinern. Je kleiner Ihre Teilaufgaben sind, desto schneller werden Sie bei der Umsetzung Erfolge erzielen.

Mein 3. Tipp für finanzielle Verantwortung: Die Salami-Technik nutzen. Klick um zu Tweeten

Aus meiner Sicht ist es auch immer wieder lohnenswert, ein bisschen herum zu probieren. Sind Sie beispielsweise eher der Haushaltsbuch-Typ und schreiben alles in ein schönes Büchlein oder sind Sie eher der Tabellen-Typ und arbeiten lieber am PC. Ich selbst arbeite seit Jahren mit STARMONEY und habe da viele Regeln und Automatismen installiert, die mir genau diese ungeliebte Arbeit erleichtern. Allerdings erfordert das erst einmal einen relativ hohen Aufwand an Zeit und Arbeit. Doch das lohnt sich aus meiner Sicht.

Ruhestandsplanung und Salami-Technik

Wenn Sie das Thema Ruhestandsplanung allein angehen wollen, müssen Sie Ihre Salami in ziemlich viele Scheiben schneiden. Ich habe im Frühjahr anlässlich eines Finanzworkshops zum Internationalen Frauentag versucht, die Ruhestandsplanung anhand frei verfügbarer Rechentools im Internet zu erstellen. Das habe ich dann den Teilnehmerinnen im Workshop präsentiert. Leider hatte ich die meisten Teilnehmerinnen dann auch nach fünfzehn Minuten verloren.

Schade, aber nachvollziehbar. Es hat mich schließlich Jahre meines Lebens gekostet, mein Wissen zusammen zu tragen. Trotzdem muss ich ständig am Ball bleiben in Sachen Weiterbildung. Kein Fall ist wie der andere und ständig ändern sich die Gesetze. Deshalb empfehle ich Ihnen, gerade beim ersten Mal die Ruhestandsplanung in Auftrag zu geben.

Zusammenfassend würde ich in Sachen Salami-Taktik sagen: Wenn Sie wirklich dauerhaft finanzielle Verantwortung übernehmen wollen, ist es ungemein wichtig, dass Sie sich selber kennen lernen und herausfinden, was Ihnen liegt und Ihrem Typ am meisten entgegenkommt. Dann stehen Ihre Chancen gut, dass es funktioniert und Sie auch durchhalten.

5.Schritt: Controlling

Auch ein funktionierendes Controlling-System gehört zwingend dazu, wenn Sie finanzielle Verantwortung übernehmen wollen. Zum einen ist es wichtig, regelmäßig einen Selbst-Check vorzunehmen, um zu schauen was gut und was weniger gut funktioniert. Zum anderen brauchen Sie ein Controlling-System für Ihre Finanzen.

Natürlich ist das regelmäßige Pflegen der Zahlen bereits die halbe Miete. Dann haben Sie meistens schon einen guten Überblick. Doch häufig reicht es nicht, wenn Sie Ihre Zahlen fein säuberlich in Tabellen eintragen, ohne diese zu hinterfragen oder auszuwerten. Außerdem besteht die Gefahr, in eine Art Betriebsblindheit zu geraten. Auch hier heißt es deshalb: Wachsam sein!

Delegieren oder selber machen?

Um die Ruhestandsplanung im Blick zu behalten, müssen Sie in Sachen Controlling einen ziemlich hohen Aufwand betreiben. Durch die ständigen Gesetzesänderungen kann sich ganz schnell eine Lücke in Ihrer Planung ergeben. So wie die Einführung der Rentenbesteuerung oder die Einführung der Krankenkassen-Beitragspflicht für Betriebsrenten für viele Menschen ein tiefer Einschnitt für die Ruhestandsplanung war.

Die Erfahrungen mit meinem Finanz-Workshop haben mir außerdem gezeigt, dass viele Frauen damit schlichtweg überfordert sind. Es ist schwierig, den Bedarf im Ruhestand einzuschätzen. Dazu kommt, dass von der Rente auch noch Steuern und Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen. Das alles einzeln zu berechnen, ist äußerst mühsam.

An die Inflation gewöhnen

Was unser menschliches Gehirn jedoch völlig überfordert, ist die Sache mit der Inflation. Die Vorstellung, was Inflation für Auswirkungen hat und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, ist für das Gehirn eine absolute Überforderung. Wissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen auch als „Geldillusion“. Deshalb ist es so wichtig, sich immer wieder und vor allem früh genug, mit den Zahlen auseinander zu setzen. Sie müssen ja nicht selber rechnen. Ich denke, dass das Delegieren in diesem Fall der bessere Weg ist Geben Sie die Finanzmathematik in die Hände einer Expertin.

Damit Sie nun auch richtig durchstarten können, geht es nächste Woche weiter mit der Standort-Analyse. Welche Fragen dabei wichtig sind  und worauf Sie achten sollten, verrate ich im nächste  Blog.

In diesem Sinne viel Erfolg! Bis nächsten Donnerstag 🙂

 

 

Herzlichst
Ihre

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3 strategische Tipps für kluge Finanzentscheidungen

Kluge Finanzentscheidungen zu treffen, ist eine große Kunst. Wir alle treffen tagtäglich und ständig Finanzentscheidungen. Viele von diesen Entscheidungen werden oft sehr schnell getroffen. Bei manchen Finanzentscheidungen lassen wir uns länger Zeit.

Zu den schnellen Finanzentscheidungen gehören häufig Konsumentscheidungen wie  neue Schuhe, Kleidung  oder Fast Food im Supermarkt.

Kennen Sie dieses Gefühl von Reue oder Schuldgefühlen nach einer schnellen und vielleicht falschen Kaufentscheidung?

Bei kleineren Summen ist es noch zu verschmerzen, aber bei größeren kann es richtig weh tun. Bei einer Geldanlage, die zu großen Verlusten oder sogar einem Totalverlust geführt hat, tut es dann richtig weh.

Wie kommen solche Entscheidungen zustande?

Schnelles und langsames Denken – das Dilemma

Der Nobelpreisträger Daniel Kahneman hat bei seinen Forschungen die These vom schnellen und langsamen Denken entwickelt. Das schnelle Denken erfolgt intuitiv, automatisch, emotional und unbewusst. Das langsame Denken dagegen erfolgt anstrengend, logisch, berechnend und bewusst.

Die Gefahr von übereilten Kaufentscheidungen und schlechten Gefühlen, kann deutlich verringert werden, wenn Sie vom schnellen in den langsamen Modus wechseln. Aber das funktioniert nicht wirklich gut, wenn Sie gerade unter Stress stehen und Zeitdruck haben.

Gerade wenn Sie bei Frustkäufen in Stressphasen Wiederholungstäterin sind, kann langsames Denken in solchen Situationen sehr schwierig umsetzbar sein. Es hilft, wenn Sie sich mit den Ursachen befassen und erforschen, wie es immer wieder dazu kommt.

Ist langsames Denken immer der bessere Weg?

Auch langsames Denken ist nicht immer der Königsweg. Die Finanzkrise 2008 war ein drastisches Beispiel dafür. Auch langsam gedachte finanzmathematische Modelle können ins Leere laufen, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Die Welt und insbesondere die Welt der Finanzmärkte ist viel zu komplex, um alle möglichen Entwicklungen vorausberechnen zu können. Ähnlich wie bei der Wettervorhersage, lässt sich eine Entwicklung an den Aktienmärkten oder sogar an den Immobilienmärkten kaum mehr als ein paar Tage vorhersagen.

Wie lösen Sie das Dilemma, um kluge Finanzentscheidungen zu treffen?

Das Dilemma aufzulösen, ist nicht ganz einfach. Auch Rückfälle sind wahrscheinlich vorprogrammiert. Gerade wenn es um emotionale Entscheidungen und automatisierte Verhaltensmuster geht, wird es ohne langsames Denken und ein bisschen Arbeit auch nicht funktionieren. Wollen Sie sich in Zukunft mit Ihren Finanzentscheidungen behaglicher fühlen und bessere Ergebnisse erzielen? Dann wird sich das langsame Denken nicht vermeiden lassen.

Dazu habe ich ein drei Tipps für Sie:

Tipp 1: Selbstreflexion als Basis für kluge Finanzentscheidungen

Bevor Sie sich mit vielen Informationen und Ratschlägen zum Thema Geld und Finanzen befassen, beschäftigen Sie sich erst einmal mit sich selbst.

  • Was ist   I H N E N   wirklich wichtig in Ihrem Leben und welche Rolle spielt Geld dabei?
  • Was denken Sie über sich – ganz allgemein und speziell in bezug auf Geld?
  • Welche Bedürfnisse befriedigt Geld kurzfristig und welche Funktion erfüllt es bei typischen Verhaltensweisen?
  • Welche Werte sind Ihnen wichtig im Leben und wie stehen diese mit Ihren Finanzen und mit Geld im Einklang?
  • Wie sahen Ihre Erfahrungen mit Geld aus? Wie waren dann Ihre Schlussfolgerungen? Welche positiven oder negativen Vorbilder haben Sie, wenn es um das Thema Finanzen und Geld geht?
  • Wie sehen andere Sie, wenn es um das Thema Geld geht?

Solche Überlegen können sehr hilfreich sein, um sich selbst auf die Schliche zu kommen. Decken Sie Ihre typischen Verhaltensmuster auf und forschen Sie nach den Ursachen.

Auch wenn es manchmal weh tut, kann eine schmerzhafte Erkenntnis oft eine sehr wertvolle Information sein. Fast jeder Mensch hat den ein oder anderen Fleck. Wichtig ist aber, dass Sie sich nicht dafür geißeln oder rechtfertigen, sondern das Optimierungspotential darin sehen. Nur so können Sie alte Verhaltensmuster ändern und kluge Finanzentscheidungen treffen.

Tipp 2: Ziele formulieren und visualisieren

Wie ich in meinem Beitrag über die guten Vorsätze zum Neuen Jahr berichtet habe, sind Ziele sehr wichtig. Sie sollten positiv formuliert, realistisch und vor allem motivierend sein. Je nachdem, was Sie wirklich motiviert und was dann am Ende als Ergebnis stehen kann, stellen Sie Ihrem Gehirn eine Belohnung in Aussicht.

Nach Meinung der Gehirnforscher streben Menschen nach Belohnungen, in dem Sie Ereignisse herbeiführen, die mit positiven Gefühlszuständen verbunden sind. Lösen positive Zahlen auf Ihrem Kontoauszug auch positive Gefühle aus? Wenn nicht, ist es wichtig, Ihre Motive und Bedürfnisse zu erforschen. Was motiviert Sie wirklich? Was macht Sie glücklich und zufrieden?

Sonst besteht die große Gefahr, dass Sie aufgrund des emotionalen „schnellen“ Denkens immer wieder Belohnungskäufe tätigen oder andere emotionale Finanzentscheidungen treffen. Danach ärgern Sie sich und brauchen quasi zum Trost die nächste Belohnung.

Was auch immer Sie als Zielsetzung formulieren, überfordern Sie sich nicht. Planen sie realistische Ziele und planen Sie Teilziele auf dem Weg dorthin, um gegebenenfalls nachjustieren zu können. Bei allem, was Ihr Verstand per se für unerreichbar hält, wird er sonst wahrscheinlich die Vermeidungshaltung einnehmen oder Sie verschwenden viel Zeit für hoffnungslose Unterfangen.

Tipp 3 : Die richtige Strategie

Eine gute Strategie ist eine sehr wertvolle Basis, um kluge Finanzentscheidungen zu treffen. Ihre Strategie sollte aus möglichst einfachen Regeln bestehen, die einfach, logisch und nachvollziehbar sind. Nur wenn Sie selbst von Ihren Regeln und Ihrer Strategie überzeugt sind, wird es Ihnen auch gelingen, diese umzusetzen.

Zu dieser Strategie kann auch ein passender äußerer Rahmen gehören. Wenn Sie sich nicht gerne um Ihre Finanzen kümmern, kann eine angenehme Atmosphäre hilfreich sein, um das Belohnungszentrum zu aktivieren. Zünden Sie sich doch einfach mal eine Kerze an und kochen Sie sich einen leckeren Tee, bevor Sie den Rechner einschalten oder sich vor die Kontoauszüge und Unterlagen setzen. Das kann manchmal schon Wunder bewirken.

Überlegen Sie sich Alternativen, bevor Sie der nächste Frustkauf befällt. Was könnte sonst noch Ihre Stimmungslage bessern? Was ist realistisch umsetzbar?

Auch bei Ihren Geldanlagen sollten Sie kluge Finanzentscheidungen treffen und sich eine passende Strategie überlegen. Wie sehen Ihre finanziellen Ziele aus und mit welcher Strategie lassen diese sich umsetzen? Mit welcher Verteilung zwischen sicheren und risikoreicheren Anlagen fühlen Sie sich gut? Was schützt Sie für spekulativen Transaktionen oder Panikverkäufen?

Schreiben Sie Ihre Strategie auf und setzen Sie Ihre Unterschrift darunter. Eine Unterschrift steht für Verbindlichkeit und Commitment. Ziel ist es, dass Sie sich selbst und Ihrer Strategie  treu bleiben, auch wenn der Wind mal aus einer anderen Richtung weht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Strategie und kluge Finanzentscheidungen.

Herzlichst
Ihre

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Investition oder Spekulation? – Meine 5 Kriterien für diese wichtige Unterscheidung

Investition oder Spekulation ? – Diese Frage hat sich für mich als ungemein wichtige Entscheidungsgrundlage und Hilfe heraus gestellt.

Warum ist das so wichtig und mit welchen 5 Kriterien entscheide ich das?

Die Mehrzahl der Entscheidungen, die Sie tagtäglich treffen, sind gleichzeitig auch finanzielle Entscheidungen. Oft sind diese Entscheidungen mit einem scheinbaren Nutzen verbunden, der im ersten Moment gar nicht bewusst ist. Manchmal geht es darum, geliebt oder  gemocht zu werden oder um Anerkennung oder einfach nur um Aufmerksamkeit zu bekommen. Das ist finanziell meistens nicht sehr vorteilhaft. Danach kommen häufig Ärger und Frust.

Deshalb ist es wichtig, einen Unterschied zu machen. Dann kann Geld  sogar richtig glücklich machen.

Dazu hatte ich ja im letzten Blog  „Hat Geld Sie schon einmal glücklich gemacht?“ schon geschrieben.

Das wacklige Fundament der Spekulationen

Ich denke, dass Spekulationen sehr verbreitet sind. Gerade Frauen investieren häufig viel Zeit, Arbeit und Energie in Dinge, von denen Sie hoffen, dass andere Menschen Sie zu schätzen wissen.  Häufig sind diese Spekulationen oder Hoffnungen nicht mal bewusst.

Der teure Friseurbesuch in der Hoffnung, ein Kompliment zu erhaschen oder das neue Kleid, das „er“ dann leider nicht einmal bemerkt. Davon lebt die gesamte Kosmetikindustrie.

Auch Fortbildungen werden häufig unter spekulativen Erwägungen gemacht. Es wird darauf spekuliert, dass der Abschluss die Karriere-Chancen verbessert. Doch was passiert, wenn sich die Erwartungen nicht erfüllen? Oft geht die Arbeit nach einer Ausbildung weiter oder dann erst richtig los. Wie geht es Ihnen damit? Sind Sie dann enttäuscht oder ärgerlich? Geben Sie den anderen die Verantwortung oder gar die Schuld dafür? Werfen Sie dann die Flinte ins Korn, weil Sie eine vermeintliche Fehlinvestition getätigt haben?

Genau hier liegt das Problem. Spekulationen werden meist nicht lange durchgehalten, weil dafür die Geduld und der lange Atem fehlen. Bei Spekulationen fehlt in aller Regel eine starke Motivation und vor allem fehlt die Geduld. Deshalb:

Investition oder Spekulation - eine ganz entscheidende Frage Klick um zu Tweeten

Woran erkennen Sie eine Investionen?

Eine wahre Investition wird meistens anders gesehen und betrieben. Es gibt eine starke Motivation und ein starkes Ziel. Dementsprechend ist auch das Durchhaltevermögen größer. Selbstverständlich verläuft das Leben nicht immer geradlinig. Auch wenn Sie aus einer starken Motivation heraus, in sich selbst oder Ihre Zukunft investieren, können Ihnen Rückschläge widerfahren. Doch trotzdem werden Sie sich wahrscheinlich nicht so leicht von diesem Weg abbringen lassen.

So wie Sie eine Ausbildung oder ein Studium als Investition in Ihre Zukunft und in sich selbst sehen sollten, sollten Sie auch eine Finanzentscheidung als Investition betrachten. Ein guter Anfang dabei wäre, dass Sie sich Fragen überlegen:

  • Welches Ziel will ich verfolgen?
  • Wozu soll die Entscheidung mir dienen?
  • Welchen Traum will ich mir erfüllen oder welche Werte will ich dabei verfolgen?

Leider werden jedoch gerade Finanzentscheidungen in der Praxis eher spekulativ betrieben. Es wird darauf spekuliert, dass ein gewisser Ertrag dabei herauskommt und eine bestimmte Rendite erzielt wird. Möglichst sollte auch kein Risiko eingegangen werden. Deshalb erscheint ein garantierter Zins erheblich sicherer als eine Aktieninvestition, denn Aktienkurse können schwanken. Selbst wenn die Zinsen unterhalb der Inflation liegen und das Vermögen ständig an Wert verliert, erscheinen die versprochenen Zinsen sicherer.

Langfristigkeit und Geduld

Egal, ob Sie in eine Ausbildung oder in eine Geldanlage investieren, sollten Sie sich gut überlegen, ob diese Investition zu Ihnen passt. Spiegelt diese Investition Ihre persönlichen Werte wieder? Haben Sie das Durchhaltevermögen, Ihre Zeit, Ihre Arbeitskraft und Energie zu investieren? Wie sieht es mit Ihrer Geduld aus? Inspiriert Sie das Ziel so sehr, dass Sie auch abwarten können, bis sich der Erfolg einstellt?

Eine wahre Investition wird meistens anders gesehen und betrieben als eine Spekulation. Es gibt eine starke Motivation und ein starkes Ziel. Genau deshalb ist auch das Durchhaltevermögen größer.

Es ist schwierig,  gute Finanzentscheidungen zu treffen, wenn Sie nur eine spekulative Absicht dabei verfolgen. Auch wenn Geld Ihre Bedürfnisse befriedigen soll, wie Ihr Bedürfnis nach Sicherheit, Anerkennung oder Unabhängigkeit verfolgen Sie spekulative Absichten. Sie spekulieren darauf, dass Sie sich irgendwann sicher fühlen, wenn Sie genug Geld haben oder wenn Sie kein Geld verlieren. Dabei kann Geld Ihnen die Entscheidungen nicht abnehmen, ob oder wann Sie sich sicher fühlen. Diese Entscheidungen können Sie nur selber treffen. Geld ist dabei nur das Werkzeug.

Meine 5 Kriterien, wie ich Investitionen von Spekulationen trenne

Für mich war es wichtig, mir klare strukturierte Regeln und Grundsätze zu überlegen, wonach ich Investitionen und Spekulationen trennen kann. Egal, ob das eine Investition am Finanzmarkt, eine Fortbildung oder eine Werbemaßnahme ist.

Bei Spekulationen geht es eher um Wetten und Vorhersagen. Wie wird sich der DAX oder der Dow Jones entwickeln? Wann ist der günstigste Einstiegs- und wann der günstigste Ausstiegszeitpunkt? Viele Finanzprodukte funktionieren nach solchen oder ähnlichen Prinzipien. Die Auswahl vieler Finanzprodukte wird häufig ähnlich getroffen, wie Wetten bei Pferderennen. Man schaut sich eine Zeit lang die Pferde und Ihre Erfolge in der Vergangenheit an. Dann setzt man auf sie.

Nun sind Pferderennen zumindest bei uns doch etwas aus der Mode gekommen. Doch bei der Auswahl von Investmentfonds funktioniert es leider häufig noch ganz ähnlich. Fondsmanager werden häufig wie hoch gekürte Rennpferde gefeiert. Leider sind die Erfolge der Vergangen keine Garantie für die Zukunft. Auch Spitzengäule können irgendwann einmal straucheln. In 25 Jahren Anlageberatungspraxis habe ich das schon einige Male erlebt. Deshalb  sind für mich klare Auswahlregeln und Kriterien so ungemein gemein wichtig. Dazu gehören:

1. Eigene Ziele formulieren

Ziele zu haben, ist eine wichtige Voraussetzung, um Investitionen von Spekulationen zu unterscheiden. Wenn Sie sich nur etwas erhoffen, ohne genau zu wissen, wie Sie es erreichen können, handelt es sich meist um eine Spekulation. Es ist manchmal schwierig, sich über die eigenen Ziel klar zu werden. Dabei kann ein Coaching sehr hilfreich sein.

2. Eine Strategie haben

Die Begriff Strategie stammte ursprünglich mal aus Griechen und aus dem militärischen Bereich. Er bedeutete so viel wie Feldherrenkunst.

Vielleicht ist der Begriff Strategie gerade bei Frauen deshalb nicht besonders beliebt. Doch häufig verfolgen auch Frauen klare Strategien, nur sind sie sich über deren Konsequenzen nicht immer bewusst. Viele Strategie werden unterbewusst verfolgt und äußern sich in Selbstsabotage und beim Thema Finanzen in Altersarmut. Wenn Sie unterbewusst die Strategie verfolgen, von anderen geliebt zu werden und deshalb Ihre Ziele vernachlässigen, kann so etwas leicht passieren. Deshalb ist es wichtig, die eigene Strategie zu kennen und zu überdenken.

Um meine Kundinnen im Coaching oder bei der Geldanlage richtig und gut zu beraten, mache ich mir auch über meine eigene Strategie immer wieder Gedanken und überdenke sie immer wieder neu. Gerne unterstütze ich auch Sie dabei.

3. Langfristigkeit

Investitionen sind für mich Anlagen und Engagements jeglicher Art, von denen ich langfristig einen Nutzen, einen Vorteil oder eine gute Rendite erwarte. Haben Sie bei Ihren Entscheidungen auch den Nutzen im Blick, wenn Sie Zeit, Arbeit oder Geld investieren?

Für mich ist diese Frage sehr wichtig, damit ich weiß, ob ich auch das Durchhaltevermögen habe.

4. Werthaltigkeit statt Gewinnchancen

Für mich war Werthaltigkeit schon immer ein wichtiger Aspekt. Werthaltigkeit hat natürlich etwas mit Werten zu tun. Ich schaue mir sehr genau an, was angeboten wird. Egal ob es sich um eine Fortbildung, einen Online-Kurs oder eine Finanzmarktinvestition handelt. Ich schaue auch sehr genau hin, ob dieses Angebot mit meinen Werten überstimmt und ob es mich überzeugt.

Wie sieht es mit Ihren Werten aus und was sind Sie selbst sich wert?

5. Verständlichkeit

Dazu gehören Angebote und  Produkte, die ich selbst verstehe und meinen Kundinnen erklären kann. Das setzt natürlich auch voraus, Dinge überhaupt verstehen zu wollen. Sonst wird der Satz, „Ich verstehe das alles nicht“, zum Vorwand und zum Killerargument.

Gerade Frauen lassen sich bei Finanzentscheidungen leicht mit Scheinargumenten abspeisen, weil sie nicht den Mut haben, kritisch nachzufragen. Trauen Sie sich Fragen zu stellen, wenn Sie ein Angebot nicht verstehen, egal ob es ein Online-Kurs oder eine Finanzanlage ist.  Deshalb: Trauen Sie sich zu fragen oder trauen Sie sich, sich Fragen stellen zu lassen für Ihre  glückliche Geld-Beziehung!

Es ist manchmal schwierig, sich von alten Zöpfen zu verabschieden, wenn die alten Muster und Überzeugungen noch wirken.

Dazu bietet der nächste Geldgeflüster-Workshop in Bremen eine super Gelegenheit.

Ich freue mich, wenn Sie dabei“

In diesem Sinne viel Erfolg bei Ihren Investitionen!

Herzlichst
Ihre

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Kornelia Rendigs ist Diplom-Ökonomin und arbeitet seit 23 Jahren als freie Anlageberaterin hauptsächlich – aber nicht ausschließlich – für und mit Frauen. Seit Januar 2016 ist sie die erste zertifizierte FCM Finanz Coach®. Als Finanz Coach unterstützt sie Menschen bei allen finanziellen Fragen und Problemen und ist darauf spezialisiert, dysfunktionale Glaubenssätze und Projektionen zum Thema Geld aufzudecken und aufzulösen.

Weitere Informationen zu Kornelia Rendigs und Kontakt:
Tel. 0421-408 99 440
www.finanzcoaching-bremen.de
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Wie einfache Regeln helfen, wenn Ihr innerer Macher die Altersvorsorge sabotiert

Kennen Sie diese Frage auch? Ganz ehrlich: Es ist nicht vernünftig und doch unglaublich menschlich. Außerdem möchte ich behaupten, dass diese Frage in uns allen schlummert.

Renten BerechnungDie Rentenkassen leer sind und es haben bereits einige Nullrunden in Sachen Rentenerhöhung stattgefunden. Trotzdem fällt es immer noch vielen Menschen schwer,  für das Alter Vorsorge zu treffen. In meinen Beratungsgesprächen fällt mir immer wieder auf, dass gerade jüngere Frauen unter 40 das Thema Altersvorsorge noch gar nicht auf dem Schirm haben. Deshalb machen sich Ökonomen und Verhaltenswissenschaftler seit längerem Gedanken über die Ursachen und forschen nach Lösungen.

Die Theorie vom Homo-Oeconomicus

Die Ökonomen gingen lange Zeit davon aus, dass Menschen rational denkende und handelnde Wesen sind. Sie prägten dann das Bild vom „Homo Oeconomicus“. Das wurde in mathematischen Modellen wie dem Lebenszyklus-Modell der Konsum- und Sparentscheidungen zum Ausdruck gebracht. Dafür erhielt Franco Modigliani 1954 den Nobelpreis . Man ging davon aus, dass Menschen ihre Konsum- und Sparentscheidungen langfristig treffen und dass sie während ihres Arbeitslebens entsprechend Vermögen aufbauen. Um später im Alter den Konsum wie gewohnt beibehalten zu können, wird das Vermögen dann entsprechend abgebaut. Ökonomen lieben mathematische Modelle. Doch offensichtlich passte diese Theorie nicht so ganz.

Theorie und Realität: Arme Rentner in der US-Wirklichkeit

Mann hlt sich Mund und Augen zuEmpirische Ergebnisse zeigen, dass Menschen sich längst nicht so ökonomisch und im mathematischen Sinn optimal verhalten, wie es erforderlich wäre. In den USA sind die Menschen für Ihre Rente selbstverantwortlich. Die Realität zeigt, dass viele Rentner ihren Konsum ganz drastisch einschränken müssen, weil sie nicht genug gespart haben als Arbeitnehmer. Viele Rentner müssen sogar bis ins hohe Alter arbeiten. Deshalb setzen sich die Verhaltenswissenschaftler inzwischen, verstärkt mit der Frage auseinander, wie es dazu kommt.

Die Wissenschaftler Shefrin und Thaler haben nun das verhaltenswissenschaftliche Lebenszyklusmodell entwickelt. Dabei wird angenommen, dass Menschen grundsätzlich der Versuchung widerstehen müssen, dass sie ihr heutiges und zukünftiges Einkommen nicht sofort verkonsumieren.

Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust….

…wusste schon Goethe den inneren Zwiespalt zu beschreiben, der bei Entscheidungskonflikten auftritt, wenn die vernünftige und die leichtsinnige innere Stimme im Konflikt miteinander streiten. Genauso wird in dem neuen Modell von Shefrin und Thaler die Entscheidung über den heutigen und den zukünftigen Konsum auch als ein „intrapersonales Entscheidungsproblem“ definiert. Dabei wird nun die Annahme getroffen, dass jeder Mensch quasi zwei unterschiedliche Egos in sich hat.

Wie der innere Planer und der innere Macher Ihre Entscheidungen beeinflussen

Innerer Planer und innerer Macher im KonfliktDas gute Ich ist der „Planer„. Er denkt planvoll, zukunftsorientiert und vorsorgend. Seine Stimme flüstert Ihnen leise ein: „Solltest du nicht lieber…..später tut es dir leid.“ oder „Denk lieber an deine Rente, bevor du das jetzt wieder kaufst“.

Das schlechte Ich ist der „Macher„. Er flüstert Sätze wie „Ich will aber heute leben“ oder „Wer weiß, was später ist und ob ich dann noch lebe.“ Manchmal sagt er sogar Sätze wie „Ich werde nicht alt. In meiner Familie ist keiner alt geworden.“

Kennen Sie diese Stimmen? 

Das ist alles völlig menschlich. Doch was tun, damit im Ruhestand die Rente reicht?

Drei Regeln die Ihnen helfen, Ihre Finanzplanung zu verwirklichen

Wenn Sie im Alter also nicht unter einer Brücke schlafen oder zumindest Ihren Konsum massiv einschränken möchten, müssen Sie den Planer unterstützen. Dazu gibt es ein paar Tricks.

Aus der Psychologie ist bekannt, dass einfache interne Regeln die Selbstdisziplin unterstützen. Diese Regeln müssen neben Einfachheit auch noch die Eigenschaften dynamische Stabilität und wohl definierte Ausnahmen aufweisen.

Regel 1: Überprüfen Sie Ihr mentales Kontensystem

Mentales Kontensystem prüfenMenschen tendieren dazu, für bestimmte Ausgaben und Einnahmen im Kopf mentale Konten zu bilden. Deshalb werden unterschiedliche Einnahmen auch unterschiedlich bewertet. Das gleiche gilt für Ausgaben. Es macht beispielsweise einen großen Unterschied, ob Sie eine bestimmte Summe im Kasino oder im Lotto gewonnen haben oder ob Sie das Geld als Steuerrückerstattung erhalten. Dementsprechend variiert dann auch die Neigung, dieses Geld zu konsumieren oder zu sparen.

Bei den Ausgaben führt das dazu, dass Menschen bei Konsumausgaben eher auf das laufende Einkommen auf dem Girokonto zugreifen, als auf die langfristigen Ersparnisse auf dem Investmentdepot oder gar auf die Altersvorsorgeverträge.

In der Praxis erlebe ich sogar, dass Kundinnen selbst dann nicht auf die Ersparnisse auf dem Investmentdepot zugreifen, wenn das Girokonto massiv überzogen ist. Das macht natürlich keinen Sinn, denn die Überziehungszinsen sind noch immer hoch.

Wichtig also:

Bilden Sie so früh es irgendwie geht, verschiedene Konten für verschiedene Ziele und Zweck. Dazu kann ein Urlaubs- und/ oder Konsum-Konto, ein Eigenheim-Ansparkonto und eine Ruhestandskonto gehören. Gerade das letzte muss sehr früh eingerichtet werden, damit es im mentalen Kontensystem verankert wird. Sonst wird es später schwierig, Veränderungen vorzunehmen. Das zeigt sich gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase. Viele Menschen, die immer nur auf kurzfristige Verfügbarkeit und Sicherheit im Sinne der Vorhersagbarkeit Ihrer Zinserträge orientiert waren, haben große Schwierigkeiten, sich umzustellen.

Behalten Sie aber trotzdem Ihr Gesamtvermögen im Blick. Es macht ökonomisch keinen Sinn, wenn Sie auf fünf verschiedenen Tagesgeldkonten den größten Teil Ihres Vermögens für diverse Eventualitäten horten. Die Verzinsung liegt momentan durchschnittlich bei 0,1 %. Wenn die Inflation bei ca. 2 % liegt wird ihr Geld real immer weniger. Deshalb empfehle ich dazu unbedingt eine solide Finanzplanung.

Regel 2: Die Ausnahme und die Regel: Definieren Sie klare Ausnahmen

finanzen

Kennen Sie Ihre kleinen und Ihre etwas größeren Schwächen? Der größte Unsicherheitsfaktor bei der Finanzstrategie ist leider der Faktor Mensch. Deshalb sollten Sie unbedingt klare Ausnahmeregeln für Notfälle oder andere Ereignisse definieren und diese auch strikt einhalten.

Gerade bei den Selbstständigen ist das wirklich manchmal schwer umzusetzen. Wenn gerade die Umsätze einbrechen oder etwas Unvorhergesehenes passiert, wird gerne mal die Altersvorsorge geplündert. Deshalb schätze ich persönlich die Basisrente. Da ist die Altersvorsorge auch vor mir selber sicher. Unter Kostenaspekten ist ein Direktbank-Online-Depot vielleicht günstiger, aber unter verhaltenswissenschaftlichen Aspekten hat eine Basisrente deutliche Vorteile für die Selbstdisziplin.  Außerdem ist das Thema keine Entweder-oder-Betrachtung, denn schließlich sollte man niemals alle Eier in einen Korb legen.

Regel 3: Dynamische Stabilität: Bauen Sie Kontroll-Routinen ein

Kontroll-Routine

In meiner Beratung erlebe ich häufig, dass Kundinnen und Kunden sich oft seit Jahren nicht mit Ihren Finanzen befasst haben. Vieles hat sich seitdem verändert. Doch Sie haben es nicht mitbekommen. Vielleicht wollten Sie es auch gar nicht wissen. Die Welt ist ständig im Wandel und die Dynamik wird immer stärker. Vor allem in der Finanzwelt ist das ganz stark spürbar.

Häufig sind die vor Jahren getroffenen Entscheidungen nicht mehr angemessen für die aktuelle Lebenssituation. Deshalb befassen Sie sich regelmäßig mit Ihren Finanzen. Vereinbaren Sie Termine mit Ihrer Finanz- und Steuerberaterin oder ganz einfach mit sich selbst. Lassen Sie sich ausrechnen, was von Ihrer Rente nach Steuern, Krankenversicherung und Inflation übrig bleibt und setzen Sie sich mit der Thematik auseinander. Es ist wesentlich einfacher, wenn Sie für diese Fragen Routinen entwickeln und im Thema bleiben, um sich damit sicher zu fühlen.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Finanzstrategie!

Herzlichst
Ihre

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Geld und Emotionen – Wie bringen Sie Bankkonto und Emotionskonto in Einklang?

Geld und Emotionen gehören zusammen wie Licht und Schatten, denn Geld ist nunmal ein sehr emotionales Thema. Das wurde lange Zeit völlig außer Acht gelassen. Die Ökonomen gingen davon aus, dass der Mensch ein rational handelndes Wesen ist: der Homo Oeconomicus. Bei diesem modellhaften Wesen ging man davon aus, das er stets  rational, kalkuliert und am Nutzen orientiert auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.

Die Realität wurde dabei außen vor gelassen. Aber die Realität sieht nun mal anders aus. Menschen handeln nicht immer rational. Wobei sich auch die Frage stellt: Was ist überhaupt rational? Das kann sich je nach Erkenntnisstand und gesellschaftlichem Meinungsbild relativ schnell ändern.

Der Fühler und der Denker

Optimist vs PessimistIm wesentlichen gibt es in jedem von uns zwei Komponenten: einen Fühler und einen Denker. Das ist ein Team, das sich mit verschiedenen Methoden wechselseitig Ergebnisse liefert. Der Körper ist er für den Fühler zuständig. Er macht die Gefühle oder auch Emotionen genannt. Das Gehirn lässt sich eher dem Denker zuordnen. Es liefert die Erklärungen. Beide funktionieren jedoch nicht unabhängig voneinander. Sie arbeiten wechselseitig und die Unterschiede lassen sich nicht immer eindeutig fassen.

„Sei doch nicht so emotional“

wtüendDa in unserer Kultur der Denker als wertvoller und wichtiger bewertet wird als der Fühler, werden Gefühle zu einer unwichtigen Privatsache erklärt, die man nicht so ernst nehmen sollte. Sie leben in einer Zeit, in der die linke Hirnhemisphäre favorisiert wird. Deshalb füttern Sie diese wahrscheinlich mit immer mehr Wissen, Daten, Fakten, Informationen und Bewertungen. So werden Sie dann mehr und mehr zur Datenträgerin.

„Sei doch nicht so emotional“ oder „du bist aber emotional“,  damit kann man Sie verunsichern zurückweisen oder Ihre Worte infrage stellen.  Es wirkt vielleicht auf Sie, als ob Sie bei einer unanständigen Tat erwischt worden wären. Sie interpretieren womöglich: „So darf ich nicht sein. Das ist nicht richtig. Dann mag man mich nicht.“ Die mögliche Konsequenz: Sie versuchten nach außen, so wenig Gefühlsregungen wie möglich zu zeigen. Unter Umständen nehmen Sie Ihre Gefühle irgendwann selbst nicht mehr wahr.

Sind Geldgefühle esoterisch?

chinese-coins-167824_640 (1)Beim Thema Geld und Finanzen ist das Missverhältnis besonders ausgeprägt. Als ich vor einigen Jahren einen Vortrag über die emotionale Seite des Geldes und seine psychoaktive Wirkung gehalten habe, kam im Anschluss eine Zuhörerin auf mich zu und fragte:

„Machen Sie jetzt auch in Esoterik?“

„Interessant“,  dachte ich, wie fremd  die Vorstellung geworden ist, dass das Thema Geld und Emotionen zusammen hängen.  Doch gerade das Thema Geld hat sehr viel mit Gefühlen zu tun und das ist auch relativ einfach nachvollziehbar.

Das emotionale Konto

Eine Frau mit offenen Rechnungen hat viele Schulden. Arbeitslosigkeit und Privatkonkurs

Stellen Sie sich einfach vor, Ihr emotionales Konto funktioniert so ähnlich wie ihr Bankkonto. Es gibt dabei eine Plus-Seite und eine Minus-Seite. Es gibt außerdem auch Eingänge und Ausgänge. Beim Bankkonto ist die Währung in Euro oder Dollar. Bei ihrem emotionalen Konto ist die Währung Gefühlseinheiten.

Genau wie auf Ihrem Bankkonto, gibt es  praktisch immer nur ein Ergebnis: Entweder ist ihr Konto im Plus oder ihr Konto ist im Minus. Dieses Ergebnis erzeugt dann eine bestimmte Gefühlsregung oder Befindlichkeit. Dieser Zustand ist sogar anhand Ihrer körperlichen Reaktionen messbar. Dabei lassen sich Unterschiede in Ihrer Pulsfrequenz Ihrer Hauttemperatur oder ihrer im Körper befindlichen Hormone messen.

Im Plus-Zustand erleben sie etwas deutlich anderes als im Minus- Zustand. Das macht den Unterschied. Auf ihrem emotionalen Konto wird auf der Plus-Seite Erfolg gesammelt. Sie haben die gewünschten Ergebnisse. Sie erleben das, was in Ihrer Absicht lag und was sie sich gewünscht haben. Deswegen fühlen Sie sich gut.

Auf der Minus-Seite geht es immer um Defizite. Es geht um Mangel und unerfüllte Bedürfnisse. Sind Sie im Minus, ist das ein Handlungssignal. Die biologische Aufgabe wäre dann, etwas zu tun,  um diesen Mangel auszugleichen. Wie auch beim Bankkonto geht häufig schneller etwas vom Konto runter, als dass es aufgefüllt wird. Ausgeben ist leichter als Einnehmen.

Wenn Bankkonto und Emotionskonto nicht im Einklang sind

Probleme entstehen, wenn Ihr emotionales Konto und ihr Bankkonto nicht in die selbe Richtung laufen. Die Buchungen erfolgen dann nicht auf derselben Seite. Ein Eingang auf der Plus-Seite ihres Bankkontos kann auf Ihrem emotionalen Konto auf der Minus- Seite verbucht werden.

Wie kann das passieren?

Geld und Emotionen - Mädchen mit TaschengeldNehmen wir einmal beispielhaft an,  Sie wären ein Kind und hätten zum ersten Mal in Ihrem Leben Taschengeld bekommen. Sie würden sich vielleicht fürchterlich darüber freuen, nun endlich Taschengeld bekommen zu haben. Dementsprechend würden Sie diese Erfahrung ganz enthusiastisch auf der Plus-Seite als Erfolg und positives Erlebnis buchen. Ihr Körper würde auf diesen Erfolg mit den emotionalen Signalen Zufriedenheit und Freude reagieren und die entsprechenden Hormone ausschütten.

Bei einem anderen Kind könnte dieselbe Erfahrung zu einer ganz anderen Reaktionen führen. Wenn alle anderen Kinder in der Schule erheblich mehr Taschengeld bekommen oder wenn sich dieses Kind einem Geschwisterteil gegenüber benachteiligt fühlt, kann es sein, dass dieser Geldeingang auf der Minus-Seite des emotionalen Kontos gebucht wird. Geld und Emotionen können also je nach Interpretationen ganz unterschiedlich bewertet werden.

Wie „alte Buchungen“ auf dem Emotionskonto das Bankkonto beeinflussen

sparschwein_rissDas Fatale an den Buchungen auf dem emotionalen Konto liegt darin, dass diese Buchungen im Gehirn abgespeichert werden. Das ist von der Evolution so vorgesehen, damit Menschen Lerneffekte erzielen können, in dem sie sich vor zukünftigen negativen Gefühlen schützen. Dementsprechend kann es sein, dass auch im Erwachsenenalter Eingänge auf dem Bankkonto irgendwie komische negative Gefühle erzeugen.

Da negative Gefühlserfahrungen  zu einer Vermeidungshaltung führen, werden zukünftige Buchungen auf der Plus-Seite des Bankkontos wahrscheinlich eher vermieden als angestrebt werden.

Noch fataler daran ist, dass diese Vermeidungshaltung oft gar nicht bewusst und die eigentliche Ursuche oft nicht mehr bekannt ist.

Was also tun?

Controlling auf dem Emotionskonto

Um die Ergebnisse auf dem Bankkonto zu ändern, ist es hilfreich erst einmal Controlling auf dem Emotionskonto vorzunehmen. Dabei werden die Fehlbuchungen der Vergangenheit gesucht. Das Ziel dabei ist, Umbuchungen auf dem Emotionskonto vorzunehmen, um zukünftig positive Gefühle zu erzeugen und die Vermeidungshaltung zum Positiven zu verändern.

Das hört sich jetzt ganz einfach an, ist es aber leider in der Praxis nicht immer. Je nachdem wie stark die negativen Gefühle in der Vergangenheit waren, sträubt sich der Körper nämlich im wahrsten Sinne mit Händen und Füßen.

Das erfordert ein behutsames Vorgehen und manchmal auch die Unterstützung anderer.

Kalkulation auf dem Emotionskonto

Wie Sie nach erfolgreichem Controlling in Sachen Emotionskonto nun die nächsten Schritte planen und sich dabei auch entsprechend motivieren, dazu habe ich im letzten Blog  „5 Tipps, damit es nicht „so schwer sein muss“ mit den Finanzen“ schon einige Hinweise gegeben.

Für die Umsetzung finden Sie außerdem Anregung im Beitrag „Die 10 wichtigsten Schritte um Durchblick bei Ihren Finanzen zu bekommen“.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ganz viele positive Buchungen auf der Plus-Seite!

Herzlichst
Ihre

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5 Tipps, damit es nicht „so schwer sein muss“ mit den Finanzen

Warum die innere Finanzverweigerung eher schadet als nützt

Eine Frau mit offenen Rechnungen hat viele Schulden. Arbeitslosigkeit und Privatkonkurs

Kürzlich hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einer Kundin, die Fragen zu Ihrem Bausparvertrag hatte. Ihr aktueller Bausparvertrag war inzwischen angespart  und sie überlegte, einen neuen abzuschließen. Ich fragte sie mit welcher Zielsetzung sie einen neuen Bausparvertrag abschließen wollte. Denn ich hatte den Eindruck, dass es ihr nicht um das zinsgünstige  Bauspardarlehen ging.

Sie stimmte mir zu. Worauf ich sie fragt, ob ein Fonds-Sparplan dann im Hinblick auf so einen langen Zeitraum nicht vielleicht die bessere Variante wäre. Denn damit könnte sie langfristig sicherlich mehr Rendite erzielen.

“Mit so‘m Schweinkram will ich Nix zu tun haben“,

antwortete sie sehr spontan und sehr entschieden.

Da war ich erstmal sprachlos – ehrlich.

Diese Einstellung gegenüber bestimmten – meist unbekannten – Finanzthemen habe ich in den letzten 23 Jahren Finanzberatung gerade bei Frauen schon häufiger beobachtet: Innere Verweigerung, wenn etwas moralisch nicht vertretbar erscheint oder vielleicht auch nicht verstanden wird. Doch ist das wirklich hilfreich?

Der Trugschluss

Mann hlt sich Mund und Augen zuLeider bewirkt diese Haltung keinerlei Veränderung der Rahmenbedingungen. Denn Unternehmen leben nicht davon, dass Sie oder andere Anlegerinnen oder Anleger in deren Aktien investieren sondern davon, dass Sie die Produkte dieser Unternehmen kaufen.

Wir alle –  auch Sie! – sind an der Wirtschaft beteiligt und damit ein Teil der Wirtschaft.

Sie kaufen und konsumieren Markenprodukte und Dienstleistungen. Auch Finanzdienstleistungen wie Girokonto, Sparbuch, Tagesgeldkonto oder Bausparvertrag gehören dazu. Meistens sind es die Produkte börsennotierter Unternehmen. Ihr „Konsumieren“ ist für große Unternehmen viel wichtiger als Ihr „Investieren“.

Fatale Konsequenzen der finanziellen Verweigerung

Mit der finanziellen Verweigerung ist es ähnlich wie mit einer

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ehelichen Verweigerung. Sie werden Ihren Partner niemals ändern können, wenn Sie sich ihm dauerhaft verweigern. Verweigerung führt leider meistens in eine Abwärtsspirale. Wenn keine und keiner auf die oder den anderen zugeht, dann geht man meistens irgendwann auseinander.

So ähnlich verhält sich dann auch mit dem Geld. Die Konsequenzen folgen meistens später, wenn das Geld knapp ist, weil beispielsweise die Rente kaum reicht. Dann kann die Uhr nicht mehr zurück gedreht werden .

Was also tun?

Überprüfen Sie Ihre Absichten

Auch wenn Ihre Absichten Ausdruck einer lobenswerten ethisch, moralisch und sozialen Haltung sind, kann es sein, dass Sie sich letztendlich damit selber schaden. Deshalb ist es sinnvoll, dass Sie Ihre Absichten – auch die unterbewussten – überprüfen.

  • Ist das Verhalten, das aus Ihren Absichten resultiert zweckmäßig?
  • Oder steht es Ihren Zielen vielleicht sogar im Weg?
  • Gibt es vielleicht sinnvollerer und nützlichere Möglichkeiten und Methoden, um Ihre Werte zu leben?
  • Gibt es vielleicht noch andere Absichten, die „eigentlich“ viel stärker wirken?

Die Überprüfung der eigenen Absichten ist ein sehr intensiver innerer Prozess, der häufig nicht ohne Unterstützung stattfinden kann. Denn es ist sehr schwierig, sich selber auf die Schliche zu kommen. Bestimmt gibt es auch in Ihrem persönlichen Umfeld Menschen, die Sie dabei gerne unterstützen. Und wenn nicht, dann gibt es glücklicherweise Menschen, die sich auf solche Themen spezialisiert haben und Sie ganz professionell dabei unterstützen. Das kann den Prozess natürlich sehr beschleunigen.

Klarheit schaffen

Hand-drawn Vector illustration of an Happy Christmas Elf with big green glasses

Verschaffen Sie sich Klarheit über ihre Werte und Motive und darüber hinaus über Ihre unterbewussten Glaubenssätze. Denn häufig lassen wir Menschen uns von unserem Unterbewusstsein sehr viel stärker beeinflussen als von unserem Bewusstsein. Sichtbar wird das an den Ergebnissen. Die innere Geldverweigerung äußert sich in schlecht verzinsten Sparverträgen, einer unzureichenden Ruhestands- und Vorsorgeplanung und natürlich auch in ungeplanten Geldausgaben, die nicht selten zu einem schlechten Gewissen und zu Schuldgefühlen führen.

Nach dem Prinzip „Hab ich’s doch gleich gewusst“, funktionieren diese Ergebnisse wiederum als Verstärker der eigenen Glaubenssätze und der inneren Verweigerung.

Leben Sie Ihre Werte

Kompass mit dem Wort WERTENach den eigenen Werten zu leben, ist weitaus gesünder – auch für Ihre Finanzen – als ständig die Kämpfe der inneren Verweigerung auszufechten und immer wieder dieselben oder ähnliche Erfahrungen zu machen. Egal ob beim Investieren oder beim Konsumieren lohnt es sich hinzuschauen, ob und inwieweit Sie Ihre Werte leben. Dabei kann es durchaus auch mal zu inneren Konflikten kommen, die dann einen Prozess der inneren Auseinandersetzung erfordern. Denn besser als ein Kompromiss, der leider häufig gefühlt ein „fauler Kompromiss“ sein kann, ist in jedem Fall eine klare Entscheidung.

In 23 Jahren Finanzberatung habe ich häufig fasziniert beobachtet, wie einige meiner Kundinnen klar und kompromisslos Ihre Werte gelebt haben. Sie haben sich aus ethischen, sozialen und ökologischen Gründen für Nachhaltigkeitsfonds entschieden und haben an Ihrer Strategie festgehalten. Egal ob die Börsen bebten oder die Finanzkrisen tobten, diese Kundinnen haben eisern durchgehalten und ausgehalten. „Lieber ein paar Prozent weniger als in Rüstung, Kinderarbeit oder Gentechnik investieren“, waren häufig die Beweggründe. Das Erstaunliche daran war, dass der Erfolg Ihnen Recht gab. Obwohl die Risiken als auch die Kosten der Nachhaltigkeitsfonds häufig höher waren, als bei anderen Portfolios sahen die Renditen häufig ähnlich wenn nicht sogar besser. Ich denke, dass es vor allem daran lag, dass diese Kundinnen bei Ihren Finanzentscheidungen ganz klar Ihren Weg gewählt hatten und ihn auch konsequent weiter gegangen sind, während einige andere aus Verunsicherung ein wenig vom Weg abgekommen waren.

Was mir vor allem jedoch aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass diese Kundinnen weitaus weniger unzufrieden waren, wenn es mal nicht so gut lief. Und dass sie alles in allem überhaupt zufriedener wirkten und immer noch wirken, weil sie konsequent Ihre Werte gelebt haben.

Keine faulen Kompromisse

Was meiner Wahrnehmung nach jedoch ganz und gar nicht funktioniert, sind Kompromisse, die den eigentlich Werten entgegenstehen. Das passiert häufig, wenn wichtige Werte zugunsten der „Sicherheit“ vernachlässigt werden.

Die vermeintliche „Sicherheit“ ist häufig nur eine sehr irrationale Wahrnehmung und Einschätzung der Unvorhersehbarkeit der Zukunft in Ermangelung geeigneter Alternativen. Die Entscheidung, sein Geld „auf der Bank verschimmeln zu lassen“, wie kürzlich eine Freundin so treffend formulierte, ist viel häufiger Ausdruck einer „inneren Kündigung“ mit dem Finanzsystem, der Wirtschaft, der Gesellschaft, der Politik und manchmal auch mit der aktiven Teilnahme am eigenen Leben. Oder es fehlen einfach nur die Kenntnisse und Informationen über andere Finanzthemen und Möglichkeiten um andere Alternativen beurteilen zu können.

Deshalb ist es wichtig, sich mit einer neuen Situation konstruktiv auseinander zu setzen. Wer seine eigenen Werte  und Absichten kennt und ganz bewusst lebt, kann selbstbewusst Fragen stellen und Entscheidungen treffen.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Aufgabe der inneren Finanzverweigerung für mehr finanziellen und inneren Reichtum.

Herzlichst
Ihre

Kornelia Rendigs

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Feng Shui für die Finanzen

Aufräumen und Entrümpeln

buddha-611566_640Umzüge sind bekanntlich eine gute Gelegenheit für das Ausmisten und Entrümpeln. Und während ich so mit dem Umräumen und Einräumen vor, während und nach meinem Büro-Umzugs beschäftigt war, fiel mir auch prompt ein Büchlein wieder in die Hand mit dem Titel „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston.

Das passte haargenau und das Happening auf dem Recyclinghof an einem sonnigen Samstag morgen war total befreiend.

Was für materielle Dinge gilt, sollte natürlich auch genauso für die Finanzen gelten. Denn gerade nach einem Umzug ist so manches überflüssig oder anpassungsbedürftig. Also machte ich mich auch gleich noch in diesem Punkt an die Arbeit. Eine alte Hausratversicherung, die teurer war als die neue mit doppelt so hoher Fahrrad-Diebstahl-Deckung, zwei überflüssige Tagesgeldkonten, die sowieso keine Zinsen mehr bringen und ein paar anderer Verträge fielen der Entrümpelungsaktion zum Opfer.

Ein wirklich erhebendes Gefühl!

Aller Anfang ist schwer

Chaotischer ArbeitsplatzAm Anfang der Feng Shui-Finanz-Entrümpelungsaktion steht meistens erstmal die Papierkram-Entrümpelung. In zwanzig Jahren Finanzberatung habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass allein das Sortieren und Abheften von Versicherungs-, Bank- und Depotunterlagen doch sehr viele meiner Kundinnen und Kunden vor einige Probleme stellte. Da wird das Ausmisten, Loslassen und Entsorgen „gefühlt“ ganz schnell zum existenziellen Sicherheitsrisiko.

In den Briefkästen finden sich oft Pakete mit Beitragsrechnungen durchmischt von Werbeangeboten für neue Versicherungen, Änderungen der Geschäftsbedingungen, Online-Nutzungsbedingungen, Versicherungsbedingungen und so weiter und so fort.

„Sicherokratie“ bis zur Orientierungslosigkeit: Warum weniger manchmal mehr ist

In unserem modernen Staat, in dem jede Sicherheitslücke durch noch mehr Bürokratie und damit auch Papierkram geschlossen werden muss, wird aus der staatlich auferlegten „Sicherokratie“ für Bürgerinnen und Bürger leicht Orientierungslosigkeit.

Wenn Sie also Unsicherheit verspüren hinsichtlich dessen, was Sie aufheben müssen und was Sie getrost entsorgen können, holen Sie sich lieber fachlichen Beistand, bevor Sie gänzlich den Überblick verlieren.

Kein Grund für Schamgefühle

meditation-338446_640Auf alle Fälle besteht kein Grund dazu, Schamgefühle zu entwickeln. Denken Sie immer daran, dass große Banken und Versicherungen gut daran verdienen, Sie in Unsicherheit und Unwissenheit zu halten und deshalb viel dafür tun, diesen Zustand zu erhalten. Auch die Politik trägt leider nur sehr wenig dazu bei, dass Finanzkonzerne das viele „Kleingedruckte“ im Sinne der Barrierefreiheit lesbar und verständlich gestalten. Und dabei auch noch etwas Papier einsparen, um unsere Umwelt zu schonen.

Ich frage mich in letzter Zeit oft, wer den Kundinnen und Kunden bei diesen Aufgaben zukünftig beistehen wird, wenn alles nur noch „online“ und „direkt“ abläuft. Ich – für mein Teil – sitze jedenfalls doch recht häufig mit meinen vor allem älteren Kundinnen beisammen und sortiere, erkläre und unterstütze beim Entrümpeln. Also trauen Sie sich! Fragen Sie Ihre Finanzvermittler, Banker und Berater. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es ja auch noch die Honorarberater und die Verbraucherschützer. Die werden Sie gerne dabei unterstützen. Es ist sicherlich sinnvoll für einen guten Rat, mal etwas Geld zu investieren, um sich anschließend gut aufgeräumt mit Durchblick und wahrscheinlich dann auch sicherer zu fühlen.

Und nun an’s Eingemachte

chinese-coins-167824_640 (1)Nachdem Sie erfolgreich Ordnung geschaffen und den formalen Papierkram ausgemistet haben, steht der nächste Schritt an: Feng Shui für Ihre Finanzen

Finanz- und Vorsorge-Entscheidungen werden meistens situativ und bezogen auf bestimmte Lebensphasen und Lebenssituationen getroffen. Manche wurden sogar von anderen, von den Großeltern oder Eltern getroffen und wie ein vererbter Ballast mitgeschleppt. Das können Unfallversicherungen, Lebensversicherungen oder Sparverträge sein, die Ihre Eltern mal in jungen Jahren für Sie abgeschlossen haben und die Sie nun weiter bedienen. Manchmal machen solche Dinge gar keinen Sinn mehr oder entsprechen überhaupt nicht Ihren Vorstellungen und Ihren Werten.

Von den Erblasten befreien

Ich selbst habe in jungen Jahren eine solche Erfahrung gemacht, als ich nach dem Tod meiner Großmutter ein Aktienpaket erbte. Als ich einer Intuition folgend die Aktien verkaufen wollte, bekam ich von meiner Familie zu hören: „ Du kannst doch das Erbe deiner Großmutter nicht verhökern!“ Der Niedergang des Handelsunternehmens Coop entpuppte sich dann Ende der achtziger Jahre laut Presse als größter Wirtschaftskrimi der deutschen Nachkriegsgeschichte. Und damit war Omas Erbe futsch.

lotus-978659_640Deshalb kann es sinnvoll sein, mit solchen Erblasten aufzuräumen. Da diese Erblasten manchmal gar nicht bewusst sind, muss die Finanz-Feng Shui-Aktion unter Umständen erstmal im Inneren beginnen. Dazu kann ein Finanzcoaching hilfreich sein.

Manchmal sind es auch nur ganz banale Dinge. Eine Kundin hatte quasis die Unfallversicherung von ihren Eltern geerbt. Da diese auch immer noch den Beitrag zahlten, wollte sie auch nicht daran rühren. Als ich bei der Versicherungsgesellschaft nachfragte, erfuhr ich, dass es sich noch immer um den Kindertarif handelte und sie gar keinen Versicherungsschutz mehr hatte. Man hätte die Versicherung umstellen können, aber darüber mochte sie auch nicht mit ihren Eltern reden. Also redete ich erst einmal länger mit ihr, bis sie dann mit ihren Eltern redete.

Das können schon mal sehr schmerzhafte Prozesse sein, die finanziellen Erblasten zu entrümpeln. Karen Kingsten schreibt in Ihrem Feng Shui Buch über den geerbten Krempel:

buddha-167966_640„Von wem auch immer Sie ihn bekommen haben, nun ist derjenige in der geistigen Welt, wo es keine Anhaftung an das Materielle und keinen Krempel mehr gibt! Deshalb werden die Verstorbenen Ihr Bedürfnis verstehen, ihn loszuwerden.“

Ich bin überzeugt, das gilt für den finanziellen Krempel mindestens genauso. Also dürfen Sie nun das Vermächtnis Ihrer Vorfahren als Grundsteinlegung und Ermächtigung ansehen, um erfolgreich Ihr eigenes Ding zu machen.

Das Buch „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston ist bei rororo erschienen. Außerdem empfehle ich unbedingt auch Karens Blog.

In diesem Sinne:

Viel Erfolg bei Ihrer
Finanz-Feng Shui-Frühjahrs-Entrümpelungs-Aktion!

Herzlichst

Ihre

Kornelia Rendigs

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Die Sicherheitsillusion mathematischer Modelle oder wie Sie bessere Finanzentscheidungen treffen

Das tiefe Sicherheitsbedürfnis

In Zeiten von Flüchtlingskatastrophen, Terroranschlägen und  wirtschaftlichen Krisen wird das Bedürfnis nach Sicherheit bei den Menschen besonders groß. Das gilt auch für die Ersparnisse. Besonders den Deutschen wird ein großes finanzielles Sicherheitsbedürfnis nachgesagt.

Gehören Sie auch zu den Menschen, die Aktien für Teufelszeug halten?

Horten auch Sie Ihr Geld auf Sparbüchern, Tagesgeldkonten und in anderen vermeintlich sicheren Anlageformen, um ja keinen Cent zu verlieren?

Und sind frustriert, weil es keine Zinsen mehr gibt?

Glauben Sie, Ihr Geld ist dort in Sicherheit?
Was ist eigentlich wirklich sicher?

Mit Mathematik die Vergangenheit fortschreiben

Wegweiser Sicherheit RisikoIn kaum einer Branche und Wissenschaft bemühen sich  Experten mehr um todsichere Prognosen wie in der Finanzwirtschaft und in der Wirtschaftswissenschaft.  Risikovermeidung ist das oberste Gebot –  Ja kein Geld verlieren das Ziel. Dafür werden Algorithmen programmiert, mathematische Modelle konstruiert und Computergestützte Risikomodelle implementiert.

Genau hier beginnen die Probleme: Da füttern Menschen die Computer mit Daten, um Risiken berechnen zu können. So als könnten Sie dann in die Zukunft schauen. Kann das funktionieren? Können Experten wirklich vorhersagen, wie sicher eine Geldanlage ist? Wie machen Sie das?

Ist das nicht ein bisschen wie Alchemie?

Value at Risk (VaR)

ball-862122_640Ein sehr beliebtes Mathematisches Modell ist die Value at Risk (VaR) oder Wert im Risiko Methode. Das von JP Morgan in den Neunzigern entwickelte Modell nutzt die Statistik, um das Risiko für eine Finanzposition zu errechnen, beispielsweise für ein Portfolio von Wertpapieren. Der VaR gibt an, welche Verlusthöhe (Maximalverlust) innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.

Das könnte so lauten: Zu 95 Prozent der Fälle wird dieses Portfolio aus Aktien, Renten und Rohstoffen im Wert von 100 Millionen Euro in einem Zeitraum von einem Monat einen maximal erwarteten Verlust von fünf Millionen Dollar aufweisen.

Klingt gut oder?

Das Angenehme daran ist, dass diese hoch komplexe Computerberechnung, die mit vielen Daten, Zahlen und Fakten aus der Vergangenheit gefüttert wurde, dann doch letztendlich nur eine Zahl ausspuckt, nämlich den erwarteten Maximalverlust.

sunset-787826_640„Das verstehen auch Banker, die sich mehr mit ihrem Golfhandicap als mit höherer Mathematik beschäftigen.“,

so schrieb zumindest das Handelsblatt.

 

Von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen

Problematisch ist die Grundannahme, die der ganzen Sache zugrunde liegt: Wahrscheinlichkeitsrechnung auf Basis der Statistik setzt voraus, dass die Zukunft genauso oder zumindest sehr ähnlich wie die Vergangenheit wird.

cube-689618_640Das mag ja bei einem Würfel noch funktionieren. Der hat sechs Seiten und ob sie ihn nun hundert Mal oder tausend Mal durch die Gegend kullern, ändert nicht viel an der Wahrscheinlichkeit eine sechs zu würfeln. (Es sei denn, Sie feilen an ihm herum…)

Doch in der Finanzwelt sieht es anders aus. Selbst wenn Sie einen Computer hätten, der so groß ist wie die ganze Erde, wäre das Ergebnis nicht sehr sicher, denn die Welt ändert sich ständig. Da kann das Fortschreiben der Vergangenheit zu großen Fehlern führen. Das hat auch die letzte Finanzkrise sehr deutlich gezeigt. Da gingen die Ratingagenturen weiterhin von der Annahme steigender Immobilienpreise aus, um die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen im amerikanischen Hypotheken-Sektor zu berechnen. Dass auch die Immobilienmärkte keine Einbahnstraße sind, schienen diese Experten nicht auf dem Schirm zu haben.

Der Faktor Mensch

Es bleibt auch immer ein unkontrollierbarer Faktor: der Mensch. Menschliches Verhalten – und um nichts anderes handelt es sich bei dem Ausbruch einer großen Wirtschaftskrise -, lässt sich nicht mit mathematischer Präzision voraussagen.

Genauso absurd ist die Erwartung, mit dem VaR-Modell die Verlustverteilung in einem Portfolio mit 95-prozentiger Sicherheit für einen längeren Zeitraum berechnen zu können. Das wäre ungefähr so, als würden die Meteorologen das Wetter für die nächsten 365 Tage prognostizieren. Beim Wetter erwartet das kein Mensch, aber bei den Entwicklungen an den Finanzmärkten wird   von dieser Annahme ausgegangen.

Wie sicher ist denn nun Ihr Geld auf dem Sparkonto?

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Die Modelle waren ursprünglich auf kurze Zeiträume ausgelegt. Gerechnet wurde für einen Handelszeitraum von einem Tag oder einem Monat. Vor allem gaben sie nicht vor, fast hundertprozentige Sicherheit zu erreichen. Das geschah erst, als sich die Aufsichtsbehörden dazu entschlossen, VaR zum Präzisionsinstrument für die Messung von Risiken im Kreditportfolio einer Bank für die Dauer eines Jahres zu machen. Doch gerade in einer Krise wie der Subprime-Krise 2008 erwiesen sich die Parameter als höchst unzuverlässig, denn viele der Parameter verhielten sich ganz anders als dies in den Modellen angenommen wurde.

Auch deutsche Banken verwenden Value-at-Risk-Modelle zur Berechnung der bankaufsichtlichen Eigenmittelunterlegung für die Marktpreisrisiken des Handelsbuchs. Zwar sind die Auflagen seit der Krise noch einmal verschärft worden. Doch vom Grundsatz her hat sich nicht viel geändert.

Wie sicher nun die Überlebensfähigkeit unserer deutschen Banken in der nächsten Krise sein wird, ist eine andere Frage. Doch bisher war das Geld dort sicher.

Könnte das eine Sicherheitsillusion sein, der Sie unterliegen?

Die Truthahn-Illusion

Turkey in the saucepanDie Truthahn-Illusion ist ein Begriff aus der Verhaltsökonomik, der Risikointelligenz berschreibt. Aus Sicht des Truthahns wird die Wahrscheinlichkeit, gefüttert und umsorgt zu werden und in Sicherheit zu sein von Tag zu Tag größer, da er keinerlei andere Erfahrung macht. Mit jeder Fütterung steigt sein Vertrauen und seine gefühlte Sicherheit, bis plötzlich Thanksgiving vor der Tür steht. Der Mann, der ihn solange umsorgt hat, kommt plötzlich nicht mit dem Futter sondern mit dem Messer .

Genauso unterliegen immer wieder Menschen dieser Truthahn-Illusion . Wer konnte sich schon vorstellen, dass eine Bank wie Lehman Brother pleite macht. Sogar die Experten gingen ja von weiterhin steigenden Immobilienpreisen aus vor der Subprime-Finanzkrise.

Wie gewinnen Sie Sicherheit bei Ihren Finanzentscheidungen?

Eine Sache ist absolut sicher: Sie wissen nicht mit 100 %iger Sicherheit, was morgen passiert. Jedenfalls nicht bis ins letzte Detail. Sie können vielleicht eine 95 %ige Wahrscheinlichkeit erreichen, wenn Sie nicht aus dem Haus gehen, nicht die Tür öffnen, auf keinen Fall den Gasherd betätigen und am besten den ganzen Tag im Bett bleiben.

Trotzdem könnte theoretisch immer noch das Haus über Ihnen zusammen brechen!

Genaus so sieht es mit Ihren Finanzentscheidungen aus.

Wenn Sie Ihr Geld zu 100 % auf dem Tagesgeldkonto parken oder alles immer nur ins Eigenheim stecken, ist das so , als ob Sie das Haus nicht mehr verlassen, aber trotzdem nicht wirklich sicher sind. (Sie wissen zumindest nicht sicher, ob Sie so das Risiko der Altersarmut verhindern können.)

Bei dieser Frage geht es also nie darum, wie Sie jeglichen Verlust vermeiden.

Es geht vielmehr um die Frage,

  • wie Sie mit überschaubaren Risiken Ihr(e) Ziel(e) erreichen,
  • wie Sie Ihre Zahlen im Blick haben und wissen, an welchen Stellschrauben Sie drehen können oder müssen,
  • wie Sie (wieder) selbst das Steuer in die Hand nehmen und sich dadurch sicher und weniger ausgeliefert fühlen.

Mehr Entscheidungskompetenz für mehr Entscheidungssicherheit

Statt sich auf die Aussagen anderer und die Berechnungen mathematischer Entscheidungsmodelle zu verlassen und dann vielleicht verlassen zu sein, trainieren Sie Ihre Finanz-und Entscheidungskompetenz. Gehen Sie auch mal ein (überschaubares) Risiko ein und machen Sie sich bewusst, welche Risiken Sie unbewusst schon eingegangen sind.

  • Lassen Sie sich von Ihrer Finanzplanerin oder Ihrem Finanzplaner ausrechnen, wie Sie Ihr(e) Finanz-Ziel(e), beispielsweise die gewünschte Rentenhöhe,  erreichen können.
  • Lassen Sie ausrechnen, wie viel Geld Sie monatlich dafür zurücklegen müssen je nach angenommener Rendite und Besteuerung?
  • Ermitteln Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft und entscheiden Sie dann, wie viel Risiko Sie eingehen wollen.
  • Machen Sie sich zur Gewohnheit, diese Zahlen alles zwei bis drei Jahre überprüfen zu lassen
  • Treffen Sie klare Entscheidungen, wofür Sie sparen und trennen Sie diese „Töpfe“
  • Überprüfen Sie Ihre Finanzanlagen hinsichtlich der angestrebten Ziele und der eingegangenen Risiken regelmäßig mindestens einmal pro Jahr
  • Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es am Anfang noch nicht so klappt oder Sie noch nicht den Zielerreichungs-Betrag zurücklegen können, aber verlieren sie die Sache nicht aus den Augen

Laut Professor Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung helfen mathematische Modelle in einer Welt der Unsicherheit nicht weiter, da die zugrunde gelegten Parameter und Daten viel zu gering sind um realistische Aussagen zu treffen. Stattdessen brauchen Menschen bei Finanzanlagen einfache Regeln  und vor allem eine solide Basis an Wissen und gefühlter (Selbst-)Sicherheit mit den Finanzthemen.

Wer könnte diese Regeln besser festlegen und umsetzen als Sie selbst?

Was tun wenn es nicht so klappen will?

Wie FinanzCoaching die Intuition stärken kann

Job interview or business meeting under two woman sitting at desk: adviser and customer.

Manchmal klappt es nicht so mit dem Geld und den Finanzen wie erhofft. Obwohl Sie sich doch die aller größte Mühe geben.

Woran kann das liegen?

Haben Sie schon einmal negative Erfahrungen mit Geld oder Finanzthemen gemacht? Dann geht es Ihnen wie viele Menschen. Oft werden negative Erfahrungen in die Zukunft fortgeschrieben oder bestimmte Verhaltensweisen, negative oder positive Eigenschaften werden auf Geld projiziert. Auch das findet meist unterbewusst statt und kann die eigene Finanzentscheidungskompetenz sehr lähmen oder schwächen.

Auch negative Emotionen und Erfahrungen können dazu führen, dass Sie vielleicht unterbewusst nichts mit Finanzthemen zu tun haben wollen, sich nicht genug kümmern oder fast zwanghaft immer wieder die falschen Finanzentscheidungen treffen.

Solche unterbewussten Projektionen, Denkblockaden oder „Erfolgshemmer“ können Sie durch Finanzcoaching auflösen und wieder selbst – bewusst und intuitiv – mit und ohne Geld – das Steuer in die Hand nehmen.

Dafür stehen wir – Lothar Schmidt in Landau und Kornelia Rendigs in Bremen – gerne zur Verfügung. Übrigens: Finanzcoaching funktioniert auch ganz prima als Telefoncoaching.

Nächste Woche wird Lothar Schmidt dann über Finanzentscheidungen in der Partnerschaft berichten und wie sie als Paar auf einen gemeinsamen Nenner kommen können.

Dieser Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

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