Warum Frauen lieber Schuhe kaufen als für das Alter zu sparen

Früher habe ich mich als Finanzberaterin gemeinsam mit Kolleginnen häufig über den Schuh-Tic meiner weiblichen Artgenossinnen lustig gemacht, natürlich nicht ohne eine gewisse Selbstironie, denn auch ich fühlte mich zeitweilig diesem Laster Frau mit vielen Schuhen zur Auswahlverfallen. Was uns  gänzlich unverständlich erschien, war die Tatsache, dass für solche Schuhkäufe und andere Konsumausgaben scheinbar immer genug Geld vorhanden ist, während es für ein paar Euro monatliche Rücklage für die Altersvorsorge meist nicht reicht.  Da ja nun seit längerem bekannt ist, dass die gesetzliche Vorsorge nicht ausreicht und viele Frauen zudem auch noch bedingt durch Kindererziehung, lange Ausbildungszeiten oder Arbeitslosigkeit geringe und unregelmäßige Einzahlungen geleistet haben, erschien mir das doch ziemlich irrational.

Im Rahmen meiner Ausbildung zum FinanzCoach und meiner Recherchen zum Thema Geld, fand ich dann heraus, dass dieses Verhalten vielleicht nach unseren heutigen Bewertungsmaßstäben nicht mehr „normal“ ist, aber absolut „natürlich“. Denn Geld ist gar  keine so  rationale Sache, wie wir es gerne aus ökonomischer Sicht immer darstellen.

Durch die Auswertung ethnologischer und kulturgeschichtlicher Schriften aus aller Welt hat W. Gerloff bereits 1553 überzeugend nachgewiesen, „daß der Ursprung des Geldes nicht in der Suche nach einem allgemeinen Tauschmittel liegen könne. Die Entstehung jewelry storedes Geldes sei vielmehr auf andere Wurzeln zurückzuführen, die in der Psyche der menschlichen Natur gegeben sind, nämlich im Geltungsstreben und im Schmuckbedürfnis des Menschen. Der Trieb, sich zu schmücken und sich dadurch vor anderen Artgenossen hervorzutun, sei eines der ursprünglichsten und zugleich stärksten Bedürfnisse des Menschen…“ Dieser regelrechte Schmuckdrang lässt sogar bei Menschenaffen bereits beobachten.“ *

Die Schlussfolgerung, die Gerlach aus seinen Beobachtungen zog, lautete:

„Die Frau erfand den Schmuck; der Mann machte das Geld daraus.“

Er begründete diese, wie ich finde doch recht gewagte These der Rollenverteilung, mit der Erklärung, dass „…das männliche Geschlecht einen stärkeren Besitz- und Sammeltrieb aufweise als das weibliche.“  (bezogen auf Geld)

Machen Sie sich also keine Sorgen, meine Damen, es ist absolut natürlich, dass Sie sich lieber Schuhe kaufen als in eine private Altersvorsorge zu investieren, dass Sie sich lieber schmücken als zu Schuhe12sparen. So wie der Bote mit den Schuhkartons bei den Frauen im TV-Werbespot  hysterische Begeisterungsausbrüche hervorruft, ist dies eine ganz natürliche Reaktion.  Es ist nur heutzutage nicht normal, weil der politische Wille etwas anderes von uns fordert und weil wir dann später, wenn uns im Alter die schönen Schuhe auch nicht mehr helfen, ein Problem haben werden. Aber dennoch ist es ein ganz natürliches Bedürfnis uns zu schmücken und das haben zumindest die Werbespychologen recht gut erkannt. Die Frage ist nur, wie wir mit unseren natürlichen Bedürfnissen umgehen oder uns von ihnen beherrschen lassen oder ob wir diese Thesen zur Psychologie des Geldes doch lieber als chauvistischen Blödsinn abtun sollten……..

Es hilft alles nichts, wie können uns dem Thema Geld nicht entziehen oder zumindest schaffen das nur ganz wenige. Konsumsucht oder monetäre Verweigerung sind also nicht die Lösung. Eine gute Möglichkeit, sein Geldverhalten zu reflektieren bietet unser Geldworkshop. Die nächsten Termin finden Sie unter dem Menüpunkt „Workshops„.

Haben Sie hierzu Fragen? Wollen Sie wissen, wie Finanzcoaching in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
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Herzlichst,
Ihre Kornelia Rendigs

* gelesen in Schmölders,G.  : Psychologie des Geldes, München 1982