Feng Shui für die Finanzen

Aufräumen und Entrümpeln

buddha-611566_640Umzüge sind bekanntlich eine gute Gelegenheit für das Ausmisten und Entrümpeln. Und während ich so mit dem Umräumen und Einräumen vor, während und nach meinem Büro-Umzugs beschäftigt war, fiel mir auch prompt ein Büchlein wieder in die Hand mit dem Titel „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston.

Das passte haargenau und das Happening auf dem Recyclinghof an einem sonnigen Samstag morgen war total befreiend.

Was für materielle Dinge gilt, sollte natürlich auch genauso für die Finanzen gelten. Denn gerade nach einem Umzug ist so manches überflüssig oder anpassungsbedürftig. Also machte ich mich auch gleich noch in diesem Punkt an die Arbeit. Eine alte Hausratversicherung, die teurer war als die neue mit doppelt so hoher Fahrrad-Diebstahl-Deckung, zwei überflüssige Tagesgeldkonten, die sowieso keine Zinsen mehr bringen und ein paar anderer Verträge fielen der Entrümpelungsaktion zum Opfer.

Ein wirklich erhebendes Gefühl!

Aller Anfang ist schwer

Chaotischer ArbeitsplatzAm Anfang der Feng Shui-Finanz-Entrümpelungsaktion steht meistens erstmal die Papierkram-Entrümpelung. In zwanzig Jahren Finanzberatung habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass allein das Sortieren und Abheften von Versicherungs-, Bank- und Depotunterlagen doch sehr viele meiner Kundinnen und Kunden vor einige Probleme stellte. Da wird das Ausmisten, Loslassen und Entsorgen „gefühlt“ ganz schnell zum existenziellen Sicherheitsrisiko.

In den Briefkästen finden sich oft Pakete mit Beitragsrechnungen durchmischt von Werbeangeboten für neue Versicherungen, Änderungen der Geschäftsbedingungen, Online-Nutzungsbedingungen, Versicherungsbedingungen und so weiter und so fort.

„Sicherokratie“ bis zur Orientierungslosigkeit: Warum weniger manchmal mehr ist

In unserem modernen Staat, in dem jede Sicherheitslücke durch noch mehr Bürokratie und damit auch Papierkram geschlossen werden muss, wird aus der staatlich auferlegten „Sicherokratie“ für Bürgerinnen und Bürger leicht Orientierungslosigkeit.

Wenn Sie also Unsicherheit verspüren hinsichtlich dessen, was Sie aufheben müssen und was Sie getrost entsorgen können, holen Sie sich lieber fachlichen Beistand, bevor Sie gänzlich den Überblick verlieren.

Kein Grund für Schamgefühle

meditation-338446_640Auf alle Fälle besteht kein Grund dazu, Schamgefühle zu entwickeln. Denken Sie immer daran, dass große Banken und Versicherungen gut daran verdienen, Sie in Unsicherheit und Unwissenheit zu halten und deshalb viel dafür tun, diesen Zustand zu erhalten. Auch die Politik trägt leider nur sehr wenig dazu bei, dass Finanzkonzerne das viele „Kleingedruckte“ im Sinne der Barrierefreiheit lesbar und verständlich gestalten. Und dabei auch noch etwas Papier einsparen, um unsere Umwelt zu schonen.

Ich frage mich in letzter Zeit oft, wer den Kundinnen und Kunden bei diesen Aufgaben zukünftig beistehen wird, wenn alles nur noch „online“ und „direkt“ abläuft. Ich – für mein Teil – sitze jedenfalls doch recht häufig mit meinen vor allem älteren Kundinnen beisammen und sortiere, erkläre und unterstütze beim Entrümpeln. Also trauen Sie sich! Fragen Sie Ihre Finanzvermittler, Banker und Berater. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es ja auch noch die Honorarberater und die Verbraucherschützer. Die werden Sie gerne dabei unterstützen. Es ist sicherlich sinnvoll für einen guten Rat, mal etwas Geld zu investieren, um sich anschließend gut aufgeräumt mit Durchblick und wahrscheinlich dann auch sicherer zu fühlen.

Und nun an’s Eingemachte

chinese-coins-167824_640 (1)Nachdem Sie erfolgreich Ordnung geschaffen und den formalen Papierkram ausgemistet haben, steht der nächste Schritt an: Feng Shui für Ihre Finanzen

Finanz- und Vorsorge-Entscheidungen werden meistens situativ und bezogen auf bestimmte Lebensphasen und Lebenssituationen getroffen. Manche wurden sogar von anderen, von den Großeltern oder Eltern getroffen und wie ein vererbter Ballast mitgeschleppt. Das können Unfallversicherungen, Lebensversicherungen oder Sparverträge sein, die Ihre Eltern mal in jungen Jahren für Sie abgeschlossen haben und die Sie nun weiter bedienen. Manchmal machen solche Dinge gar keinen Sinn mehr oder entsprechen überhaupt nicht Ihren Vorstellungen und Ihren Werten.

Von den Erblasten befreien

Ich selbst habe in jungen Jahren eine solche Erfahrung gemacht, als ich nach dem Tod meiner Großmutter ein Aktienpaket erbte. Als ich einer Intuition folgend die Aktien verkaufen wollte, bekam ich von meiner Familie zu hören: „ Du kannst doch das Erbe deiner Großmutter nicht verhökern!“ Der Niedergang des Handelsunternehmens Coop entpuppte sich dann Ende der achtziger Jahre laut Presse als größter Wirtschaftskrimi der deutschen Nachkriegsgeschichte. Und damit war Omas Erbe futsch.

lotus-978659_640Deshalb kann es sinnvoll sein, mit solchen Erblasten aufzuräumen. Da diese Erblasten manchmal gar nicht bewusst sind, muss die Finanz-Feng Shui-Aktion unter Umständen erstmal im Inneren beginnen. Dazu kann ein Finanzcoaching hilfreich sein.

Manchmal sind es auch nur ganz banale Dinge. Eine Kundin hatte quasis die Unfallversicherung von ihren Eltern geerbt. Da diese auch immer noch den Beitrag zahlten, wollte sie auch nicht daran rühren. Als ich bei der Versicherungsgesellschaft nachfragte, erfuhr ich, dass es sich noch immer um den Kindertarif handelte und sie gar keinen Versicherungsschutz mehr hatte. Man hätte die Versicherung umstellen können, aber darüber mochte sie auch nicht mit ihren Eltern reden. Also redete ich erst einmal länger mit ihr, bis sie dann mit ihren Eltern redete.

Das können schon mal sehr schmerzhafte Prozesse sein, die finanziellen Erblasten zu entrümpeln. Karen Kingsten schreibt in Ihrem Feng Shui Buch über den geerbten Krempel:

buddha-167966_640„Von wem auch immer Sie ihn bekommen haben, nun ist derjenige in der geistigen Welt, wo es keine Anhaftung an das Materielle und keinen Krempel mehr gibt! Deshalb werden die Verstorbenen Ihr Bedürfnis verstehen, ihn loszuwerden.“

Ich bin überzeugt, das gilt für den finanziellen Krempel mindestens genauso. Also dürfen Sie nun das Vermächtnis Ihrer Vorfahren als Grundsteinlegung und Ermächtigung ansehen, um erfolgreich Ihr eigenes Ding zu machen.

Das Buch „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston ist bei rororo erschienen. Außerdem empfehle ich unbedingt auch Karens Blog.

In diesem Sinne:

Viel Erfolg bei Ihrer
Finanz-Feng Shui-Frühjahrs-Entrümpelungs-Aktion!

Herzlichst

Ihre

Kornelia Rendigs

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Ausbildungskosten: Vorsicht vor der Schuldenfalle

04Immer mehr Menschen sind heutzutage nach dem Abschluss einer Ausbildung oder eines Studiums hoch verschuldet, oft im fünfstelligen Bereich. Wenn dann hinterher das Einkommen nicht entsprechend hoch ist, wartet unter Umständen die lebenslange Schuldenfalle.

Mortar board and diploma isolated on white.

Ausbildungen kosten Geld, oft sogar viel Geld. Außer bei einer betrieblichen Ausbildung, die – glücklicherweise- in Deutschland so organisiert ist, dass die Auszubildenden ein Ausbildungsgehalt bekommen.  Alle anderen Ausbildungen und Fortbildungen müssen bezahlt werden und der Lebensunterhalt kommt noch oben drauf.

Selbst das BaföG für Studentinnen und Studenten ist seit den 80gern keine echte Förderung mehr,  sondern nur noch ein Darlehen, das Sie irgendwann zurück zahlen müssen.

Für alle diejenigen, die nicht von Ihren Eltern unterstützt werden, beginnt dann das Berufsleben in aller Regel mit Schulden. Vielleicht gehören auch Sie dazu oder stehen noch ganz am Anfang und vor dieser Entscheidung.

Deshalb ist es wichtig ein paar grundlegende Überlegungen anzustrengen, damit die Ausbildung oder das Studium später nicht in der Schuldenfalle endet:

1. Wozu wollen  Sie diese Ausbildung oder dieses Studium machen? Was motiviert Sie?

Ich habe ein ZielDas ist ein ganz wichtige Frage, die oft vernachlässigt wird. Leider erlebe ich im FinanzCoaching immer wieder, dass die Ziele und damit der eigentlich Zweck einer Aus- oder Fortbildung oder eines Studiums im Vorfeld viel zu wenig  berücksichtigt werden.

Sicherlich ist in jungen Jahren der Berufsweg noch nicht ganz klar, aber mal ganz ehrlich: Wenn Sie das Reisen und das Leben aus dem Koffer, das Abenteuer und ungewisse unregelmäßige Einkünfte hassen wie die Pest, ist es dann wirklich sinnvoll, dass Sie sich beispielsweise für ein Archäologie Studium hoch verschulden?

(Und wenn Sie diese Frage jetzt sehr plausibel beantworten können, dann weiß ich: Sie sind auf dem richtigen Weg, denn Sie haben sich mit diesen Fragen schon auseinander gesetzt. Glückwunsch!)

Als Anregung für Ihre Zielplanung oder Ihren Selbstfindungsprozess habe ich die folgenden Fragen zusammen gestellt:

  • Was haben Sie für Pläne nach dem Studium oder der Ausbildung?
  • Was wollen Sie damit anfangen?
  • Ist es eine Investition in Ihre berufliche Zukunft, die sich dann auch finanziell auszahlen könnte?
  • Oder dient es eher der persönlichen Weiterentwicklung?
  • Gibt es Alternativen, die vielleicht weniger kostspielig sind?
  • Was könnten Sie sonst noch unternehmen, um Ihr Berufsziel zu erreichen, ohne sich hoch verschulden zu müssen?
  • Wie stark „brennen“ Sie wirklich für diesen Beruf?
Achtung Denkfalle:

Wenn Sie sich für eine teure Ausbildung verschulden, nur um irgendjemand etwas zu beweisen, kann Sie das teuer zu stehen kommen. Ich meine nicht nur die finanzielle Belastung durch einen Studienkredit. Viel schlimmer ganz es sein, wenn Sie danach Ihr Leben lang einen Job machen müssen, der Ihnen keinen Spaß.

2. Ist Ihre Lebensplanung kompatibel mit der geplanten Ausbildung und Berufsrichtung?

Vermögensaufbau für FrauenNatürlich ist Ihre Lebensplanung mit Anfang zwanzig noch nicht so klar und festgeschrieben, dass Sie diese Frage schlussendlich konkret beantworten können. Aber manche Sachen sind vielleicht doch schon klar, zum Beispiel ob Sie mal Kinder haben möchten. Das ist gerade für Frauen bei manchem Berufen schwierig. Wenn der Beruf mit Reisen und Auslandsaufenthalten verbunden ist, könnte es schwierig sein,  ihn mit der Familienplanung unter einen Hut zu bringen. Dann ist es gut einen Plan B zu haben und sich zumindest schon mal im Vorfeld Gedanken zu machen, wie der Studienkredit getilgt werden kann.

4. Wie groß ist Ihre Motivation?

motivation-361782_640Während die anderen Absolventinnen durchstarten und Geld verdienen können, müssen Sie vielleicht noch Ihre BaföG Schulden oder Ihren Studien-Bankkredit tilgen. Das kann sehr demotivierend sein.

Geldschulden können für manche Menschen sehr belastend sein, vor allem wenn die Perspektiven nicht so rosig sind, sie irgend wann zurück zahlen zu können. Manchmal kann es lange dauern und das ursprünglich Ziel kann nur auf Umwegen erreicht werden. Oder es wird ganz verworfen, weil andere Dinge in den Vordergrund treten.

Sind Sie bereit, auch Durststrecken auszuhalten und trotzdem den Studienkredit abzahlen zu müssen? Gibt es sonst vielleicht andere Optionen, z.B. ein Abendstudium oder alternative Ausbildungsgänge mit geringeren Kosten und kürzerer Studien- oder Ausbildungsdauer?

4. Wie seriös ist der Ausbildungsträger?

school-543041_640Kaum eine Branche in Deutschland boomt so derartig wie der Ausbildungs- und Fortbildungs-markt. Private Ausbildungsträger erfinden ständig neue Ausbildungen. Vor allem im Bereich der persönlichen Weiterentwicklung und der spirituellen Heilung erscheint mir das Angebot ständig zu wachsen. Gerade in diesem Feld ist es ganz wichtig genau hinzuschauen, ob die Ausbildungskosten wirklich gerechtfertigt sind, welche Intention Sie dabei verfolgen und ob es Alternativen gibt. Gerade in diesem Bereich gibt es häufig problematische Vertragsbedingungen und unklare Zahlungsmodi. Was ist, wenn Sie die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen oder abbrechen müssen? Wann und wie müssen die Ausbildungskosten gezahlt werden?

Ein seriöses Ausbildungsinstitut hat kein Problem damit, Ihre kritischen Fragen zu beantworten. Das sollten Sie sich in jedem Fall wert sein.

5. Wie sieht Ihr Finanzplan aus?

Genauso wichtig wie die eigene Lebensplanung ist, mit der Ihr Vorhaben kompatibel sein sollt, ist natürlich die Finanzplanung. Das gehört ebenso die Finanzierung der Studien- und Ausbildungskosten wie auch im Anschluss die Tilgung des Kredits, den Sie unter Umständen aufnehmen mussten.

Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass es unglaublich schwierig und hart sein kann, ein Studium aus eigener Kraft zu finanzieren. Dazu bedarf es einer hohen Motivation, einer großen Portion Ehrgeiz und eines langen Atems. Es ist aus meiner Sicht deshalb ganz wichtig, dass Sie sich im Vorfeld genau überlegen, wie hoch ihr finanzieller Bedarf während der Ausbildung oder Studienzeit ist. Wie können Sie ihn decken? Wie viele Stunden müssen Sie dafür nebenbei arbeiten? Welches Einkommen können Sie dabei erzielen? Und lässt sich das überhaupt mit dem Lernen vereinbaren?

Sicherlich können Sie nicht alles im Vorfeld bis ins letzte Detail klären, doch es kann hilfreich sein, wenn Sie diese Fragen schon mal im Geist alle durchgegangen sind. Wenn Sie jetzt schon Antworten auf die wichtigsten Fragen haben und wenn Ihre Ziele klar sind, dann werden Ihnen auch leichter Antworten einfallen, falls mal nicht alles so läuft wie geplant.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg!

Herzlichst

Ihre

Kornelia Rendigs

 

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„Finanzielle Freiheit“

1. Teil der Geldillusionen: Die „Finanzielle Freiheit“

In den nächsten des Ausgaben des Geld-Blogs und Newsletters möchte ich Sie auf ein paar Phänomene aufmerksam machen, die ich  unter der Rubrik „Geldillusionen“ als beachtenswert identifiziert habe.

Seitdem ich mich sehr intensiv mit der Frage befasse, „Was ist Geld überhaupt?“ läuft mir ständig die Wortkreation Finanzielle Freiheit“ über den Weg.

Happy young business woman relaxing sitting in her office under money rain making money dollar bills cash falling down. Stress free time management good earnings profit concept

Besonders häufig findet sie Verwendung in Büchern und Vorträgen, die ich  unter dem Motto „Wie werde ich reich?“ subsumieren würde. Vor allem Multi-Level-Marketing Unternehmen und Strukturvertriebe scheinen diesen Begriff gerade zu vergöttern.

„Schaffen Sie sich ein passives Einkommen. Erschaffen Sie sich finanzielle Freiheit!“

 

Klingt ja wirklich zu schön um wahr zu sein. Kann das funktionieren? Wie denken Sie darüber? Und wenn ja:

  1.  Was lässt Sie glauben, dass Geld oder genug Geld oder noch mehr Geld Sie frei sein lässt?
  2. Wie steht es wirklich um Ihre „finanzielle Freiheit“? Kann das funktionieren?

Bei meinen intensiven Recherchen bin auf Felix Martins Buch: „Geld, die wahre Geschichte/Über den blinden Fleck des Kapitalismus“ gestoßen und habe fasziniert seine wirklich spannenden Ausführungen zur Geschichte des  Geldes verfolgt. Seiner Meinung nach diente Geld dazu, die traditionelle Klassengesellschaft zu überwinden. Bei den Griechen konnten plötzlich arme Bauern mit Hilfe des Geldes zu Status und Ansehen gelangen.

War das wirklich so?

Oder interpretieren wir das vielleicht nur so?

Werden vielleicht Historiker in 1000 Jahren sagen, die sexuelle Befreiung in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts verdanken wir den langen Haaren?

Hippie middle-aged peaceful man wearing red headband, sunglasses and blue denim shirt while making the victory sign and holding a white handmade heart shape, portrait on spiral colorful background

Da wir heute nicht wissen, wie die später ticken, können wir auch nicht ahnen, was die später für Schlussfolgerungen ziehen. Aber werden die dann noch wissen, wie wir heute ticken?

Heute heißt „Finanzielle Freiheit“, dass Menschen nicht arbeiten müssen. Sie können von Ihren Zinsen leben.

Wobei das auch immer schwieriger wird bei Zinsen, die gegen Null tendieren.Es könnte auch heißen, dass Menschen nicht mehr angestellt arbeiten müssen. Die Frage ist nur: Was fangen diese Menschen dann mit Ihrer Zeit an?

Viele Menschen die arbeitslos sind, vermissen doch gerade Ihre Arbeit, Ihren Job, die Kollegen und vor allem auch

das geregelte Leben.

Hamster rusoDas Problem an der Sache ist, dass Geld uns keine „Finanzielle Freiheit“ schenken kann. Die Sache mit der „Finanziellen Freiheit“ ist nur eine Projektion. Wer sich nicht frei fühlt, wird sich auch mit 5 Milliarden Dollar auf dem Konto noch immer unfrei fühlen wie ein Hamster im Rad.

Wann immer eine Summe X erreicht worden ist, wird wieder eine „Gap“ , eine Lücke da sein. Der Verstand versucht immer, die Lücke zu schließen und deshalb muss weiter gerackert werden  auf dem niemals enden wollenden Weg zur

„Finanziellen Freiheit“

Es ist das selbst erschaffene innere Gefängnis, das Menschen auf dem Weg zur „Finanzielle Freiheit“ in die selbst gewählte Sklaverei führt und sie nicht mehr ruhen und rasten lässt.

Deshalb seien Sie wachsam!

Schauen Sie erst einmal was Sie „unfrei“ sein lässt und wie Sie sich gedanklich oder materiell aus diesem Gefängnis befreien können. Wenn Sie dann wieder frei sind, haben Sie die aller besten Chancen finanziell erfolgreich zu sein.

In diesem Sinne: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Nächste Woche geht es dann weiter mit der „Finanziellen Sicherheit“. In diesem Sinne

Herzlichst

Ihre

Kornelia Rendigs

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Gute (Finanz)-Vorsätze: 5 Tipps zum besseren Gelingen

Finanzpsychologie: So treffen Sie gute Finanzentscheidungen und erzielen bessere Ergebnisse

 

Kalender gute VorstzeGehören Sie auch zu den Menschen, die an Silvester beim Bleigießen in Sektlaune gute Vorsätze für das Neue Jahr formulieren und Sie Mitte Januar schon wieder vergessen haben?

Trösten Sie sich. Sie stehen nicht allein da. Regelmäßig im Januar sind die Medien voll von Beiträgen zu diesem Thema. Die einen mit Tipps zum besseren Gelingen und die anderen mit den neusten Ergebnissen irgend welcher Studien mit den neuesten Erkenntnissen, die aber irgendwie auch nicht viel Neues bringen.

Leider sind die meisten Vorsätze dann aber Mitte Januar bereits wieder verworfen. Also heute oder spätestens morgen.

Über gute Vorsätze zum Thema Geld und Finanzen, wird eher selten berichtet.  Doch es gibt sie!

Damit Ihre Vorsätze von mehr Erfolg gekrönt sind und Sie nicht im Dezember 2016 auf den letzten Drücker noch wichtige Finanzentscheidungen mit wenig Zeit zum Überlegen treffen müssen, habe ich diese wichtigen Tipps für Sie:

Tipp 1: Finden Sie heraus, was Sie motiviert im Leben und wie Sie diese Motivation für Ihre Finanz-Vorsätze nutzen können

Ein großes Manko bei den guten Vorsätzen ist häufig, dass Sie mit „ich muss“ oder schlimmer noch „ich müsste“ oder „ich sollte“ beginnen.

Das kann nicht funktionieren!

Wer den Konjunktiv wählt, hat das „Hintertürchen“ im Unterbewusstsein schon dazu gebucht und sicherlich auch eine passende Rechtfertigung, wie „keine Zeit“ oder „ich kann’s mir nicht leisten“.

Aktivieren Sie Ihr Belohnungszentrum im Gehirn!

motivation-361782_640Was motiviert Sie im Leben? Ist es Anerkennung? Sind es gute soziale Bindungen? Ist es materielle Sicherheit?  Oder sind Sie ein sehr leistungsorientierter Typ?

Wie können Sie das für Ihre finanziellen Angelegenheiten nutzen und welche Rolle spielt Geld dabei? Ist es für Ihre gefühlte Sicherheit wichtig, den Überblick zu haben? Fühlen Sie sich sicherer, wenn Sie die größten Risiken bestmöglich versichert haben? Liegt Ihnen die Sicherheit Ihrer Familie besonders am Herzen? Ist es Ihnen wichtig, dass Ihre Kinder eine gute Ausbildung bekommen? Oder träumen Sie schon lange von einer Reise zu Ihrem Traumziel?

All das könnten Beweggründe sein, dass Sie sich mit Ihren Finanzen befassen. Fangen Sie einfach dort an, wo Ihre Motivation am größten ist oder fangen überhaupt einfach an. Werden Sie aktiv.

Tipp 2: Definieren Sie positive Ziele

Überlegen Sie sich Ziele, die Sie wirklich motivieren und die realistisch sind. Wenn möglich, sollten diese Ziele auch noch messbar sein und ein Datum bekommen.

Wenn Sie Probleme haben, Ihre Ziele zu formulieren oder durch checkered-flag-309862_640häufige Misserfolge im Leben immer wieder demotiviert wurden, suchen Sie sich Unterstützung. Manchmal können ein paar Coaching-Sitzungen ware Wunder bewirken, damit Sie Ihr Licht wieder leuchten lassen und Selbstvertrauen und Zuversicht finden, um eigene Ziele zu formulieren. Gönnen Sie sich die Unterstützung auch, wenn nicht gleich alles auf Anhieb klappt.

Tipp 3: Visualisieren Sie Ihre Ziele

sunset-787826_640Wenn es um ein Sparziel geht, überlegen Sie sich wie Sie dieses genießen werden. Überlegen Sie sich, wie Sie Ihren Ruhestand erleben wollen. Was wollen Sie unternehmen oder welches Hobby möchten Sie noch beginnen? Und dann malen Sie ein Bild davon. Malen Sie Ihre Traumreise oder Ihr Traumhaus oder machen Sie eine Collage aus zusammengesuchten Bildern. (Das muss keinem hohen künstlerischen Anspruch genügen. Es ist nur für Sie.)

Auch wenn sich das jetzt „esoterisch“ finden, probieren Sie es doch einfach mal aus. Solche Visualisierungen habe eine große Wirkung für die innere Programmierung. Ein Bild zu malen, ist nun wirklich kein allzu großes Risiko. Sie müssen es ja den anderen nicht zeigen und können mit dem Malen warten, bis die Familie aus dem Haus ist.

Tipp 4: Suchen Sie sich Unterstützung

Aus der Gesundheitspsychologie ist bekannt, das soziale Unterstützung wichtig ist, wenn Menschen etwas in Ihrem Leben verändern wollen. Suchen Sie sich Menschen, die bereit sind Ihre Erfahrungen mit Ihnen zu teilen ohne Ihnen Ratschläge zu erteilen.

Vermögensaufbau für FrauenOder suchen Sie sich eine gute Finanzberatung und zahlen Sie  ein Honorar dafür. Das reduziert das Risiko an unseriöse Produktverkäufer zu geraten. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzten und scheuen Sie sich nicht, Fragen zu erstellen.

Sie wissen doch: Es gibt eine dummen Fragen, nur dumme Antworten.

Tipp 5: Vereinbaren Sie Termine

Termine oder auch „Deadlines“ sind wichtig, um Vorhaben zu konkretisieren und nicht aus den Augen zu verlieren. Vereinbaren Sie deshalb unbedingt Termine mit sich selbst, mit Ihrer Finanzplanerin oder Coach, Steuerberaterin oder wer auch immer gerade an der Reihe ist, damit Sie einen gewissen Handlungsdruck haben. Das hilft ungemein gegen Prokastination. (Das ist das Fremdwort für Aufschieberitis.)

Und wenn Sie wirklich mal einen Termin nicht halten könnten, greifen Sie zum Telefon und verschieben ihn einfach. Das ist kein Grund vor lauter Scham im Boden zu versinken. Auch Beraterinnen sind ja nur Menschen und haben dafür Verständnis.

Und noch ein Extra-Tipp:

possible-410241_640Lassen Sie sich nicht entmutigen. Weder durch anfängliche Misserfolge noch durch die negativen Äußerungen Ihrer Mitmenschen oder die Beiträge in den Medien. Mit schlechten Nachrichten lässt sich leider nun mal gutes Geld verdienen.

Und hören Sie nicht auf alle klugen Ratschläge und Finanztipps. Was für andere gut und richtig ist, muss für Sie noch lange nicht passen. Die einschlägigen Verbraucherschutz-Medien haben nämlich hilfsweise den „Otto-Normalverbraucher“ kreiert.

Finden Sie, dass wie „Otto-Normalverbraucher“ aussehen?

Wichtig ist, dass Sie wieder Vertrauen und Zuversicht in Ihre eigenen Entscheidungen entwickeln und Ihre Intuition stärken. Los geht’s

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen für Ihre Ziele, Pläne, Vorhaben und Maßnahmen viel Erfolg und gutes Gelingen.

Herzlichst

Ihre

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

Die Sicherheitsillusion mathematischer Modelle oder wie Sie bessere Finanzentscheidungen treffen

Das tiefe Sicherheitsbedürfnis

In Zeiten von Flüchtlingskatastrophen, Terroranschlägen und  wirtschaftlichen Krisen wird das Bedürfnis nach Sicherheit bei den Menschen besonders groß. Das gilt auch für die Ersparnisse. Besonders den Deutschen wird ein großes finanzielles Sicherheitsbedürfnis nachgesagt.

Gehören Sie auch zu den Menschen, die Aktien für Teufelszeug halten?

Horten auch Sie Ihr Geld auf Sparbüchern, Tagesgeldkonten und in anderen vermeintlich sicheren Anlageformen, um ja keinen Cent zu verlieren?

Und sind frustriert, weil es keine Zinsen mehr gibt?

Glauben Sie, Ihr Geld ist dort in Sicherheit?
Was ist eigentlich wirklich sicher?

Mit Mathematik die Vergangenheit fortschreiben

Wegweiser Sicherheit RisikoIn kaum einer Branche und Wissenschaft bemühen sich  Experten mehr um todsichere Prognosen wie in der Finanzwirtschaft und in der Wirtschaftswissenschaft.  Risikovermeidung ist das oberste Gebot –  Ja kein Geld verlieren das Ziel. Dafür werden Algorithmen programmiert, mathematische Modelle konstruiert und Computergestützte Risikomodelle implementiert.

Genau hier beginnen die Probleme: Da füttern Menschen die Computer mit Daten, um Risiken berechnen zu können. So als könnten Sie dann in die Zukunft schauen. Kann das funktionieren? Können Experten wirklich vorhersagen, wie sicher eine Geldanlage ist? Wie machen Sie das?

Ist das nicht ein bisschen wie Alchemie?

Value at Risk (VaR)

ball-862122_640Ein sehr beliebtes Mathematisches Modell ist die Value at Risk (VaR) oder Wert im Risiko Methode. Das von JP Morgan in den Neunzigern entwickelte Modell nutzt die Statistik, um das Risiko für eine Finanzposition zu errechnen, beispielsweise für ein Portfolio von Wertpapieren. Der VaR gibt an, welche Verlusthöhe (Maximalverlust) innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.

Das könnte so lauten: Zu 95 Prozent der Fälle wird dieses Portfolio aus Aktien, Renten und Rohstoffen im Wert von 100 Millionen Euro in einem Zeitraum von einem Monat einen maximal erwarteten Verlust von fünf Millionen Dollar aufweisen.

Klingt gut oder?

Das Angenehme daran ist, dass diese hoch komplexe Computerberechnung, die mit vielen Daten, Zahlen und Fakten aus der Vergangenheit gefüttert wurde, dann doch letztendlich nur eine Zahl ausspuckt, nämlich den erwarteten Maximalverlust.

sunset-787826_640„Das verstehen auch Banker, die sich mehr mit ihrem Golfhandicap als mit höherer Mathematik beschäftigen.“,

so schrieb zumindest das Handelsblatt.

 

Von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen

Problematisch ist die Grundannahme, die der ganzen Sache zugrunde liegt: Wahrscheinlichkeitsrechnung auf Basis der Statistik setzt voraus, dass die Zukunft genauso oder zumindest sehr ähnlich wie die Vergangenheit wird.

cube-689618_640Das mag ja bei einem Würfel noch funktionieren. Der hat sechs Seiten und ob sie ihn nun hundert Mal oder tausend Mal durch die Gegend kullern, ändert nicht viel an der Wahrscheinlichkeit eine sechs zu würfeln. (Es sei denn, Sie feilen an ihm herum…)

Doch in der Finanzwelt sieht es anders aus. Selbst wenn Sie einen Computer hätten, der so groß ist wie die ganze Erde, wäre das Ergebnis nicht sehr sicher, denn die Welt ändert sich ständig. Da kann das Fortschreiben der Vergangenheit zu großen Fehlern führen. Das hat auch die letzte Finanzkrise sehr deutlich gezeigt. Da gingen die Ratingagenturen weiterhin von der Annahme steigender Immobilienpreise aus, um die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen im amerikanischen Hypotheken-Sektor zu berechnen. Dass auch die Immobilienmärkte keine Einbahnstraße sind, schienen diese Experten nicht auf dem Schirm zu haben.

Der Faktor Mensch

Es bleibt auch immer ein unkontrollierbarer Faktor: der Mensch. Menschliches Verhalten – und um nichts anderes handelt es sich bei dem Ausbruch einer großen Wirtschaftskrise -, lässt sich nicht mit mathematischer Präzision voraussagen.

Genauso absurd ist die Erwartung, mit dem VaR-Modell die Verlustverteilung in einem Portfolio mit 95-prozentiger Sicherheit für einen längeren Zeitraum berechnen zu können. Das wäre ungefähr so, als würden die Meteorologen das Wetter für die nächsten 365 Tage prognostizieren. Beim Wetter erwartet das kein Mensch, aber bei den Entwicklungen an den Finanzmärkten wird   von dieser Annahme ausgegangen.

Wie sicher ist denn nun Ihr Geld auf dem Sparkonto?

Kontoauszug, Kontoauszüge, Bank, Postbank, Papier, Kreditinstitut, Soll, Haben, Saldo, Guthaben, Girokonto, Bankgeschäfte, bargeldloser Zahlungsverkehr, SEPA, Wertstellung, IBAN, BIC, Kontonummer, Euro, EUR, Dispositionskredit, Dispo, Zinssatz, Überziehung, geduldete Überziehung, Umsatz, Umsätze, Zinsen, Sparen, Sparkonto, Buchung, Finanzstatus, Geld, Kontostand, Minuszins, Minuszinsen, Negativzins, Negativzinsen, Negativverzinsung, Unschärfe, Hamburg, Januar 2015, Bild Nr.: N49207

Die Modelle waren ursprünglich auf kurze Zeiträume ausgelegt. Gerechnet wurde für einen Handelszeitraum von einem Tag oder einem Monat. Vor allem gaben sie nicht vor, fast hundertprozentige Sicherheit zu erreichen. Das geschah erst, als sich die Aufsichtsbehörden dazu entschlossen, VaR zum Präzisionsinstrument für die Messung von Risiken im Kreditportfolio einer Bank für die Dauer eines Jahres zu machen. Doch gerade in einer Krise wie der Subprime-Krise 2008 erwiesen sich die Parameter als höchst unzuverlässig, denn viele der Parameter verhielten sich ganz anders als dies in den Modellen angenommen wurde.

Auch deutsche Banken verwenden Value-at-Risk-Modelle zur Berechnung der bankaufsichtlichen Eigenmittelunterlegung für die Marktpreisrisiken des Handelsbuchs. Zwar sind die Auflagen seit der Krise noch einmal verschärft worden. Doch vom Grundsatz her hat sich nicht viel geändert.

Wie sicher nun die Überlebensfähigkeit unserer deutschen Banken in der nächsten Krise sein wird, ist eine andere Frage. Doch bisher war das Geld dort sicher.

Könnte das eine Sicherheitsillusion sein, der Sie unterliegen?

Die Truthahn-Illusion

Turkey in the saucepanDie Truthahn-Illusion ist ein Begriff aus der Verhaltsökonomik, der Risikointelligenz berschreibt. Aus Sicht des Truthahns wird die Wahrscheinlichkeit, gefüttert und umsorgt zu werden und in Sicherheit zu sein von Tag zu Tag größer, da er keinerlei andere Erfahrung macht. Mit jeder Fütterung steigt sein Vertrauen und seine gefühlte Sicherheit, bis plötzlich Thanksgiving vor der Tür steht. Der Mann, der ihn solange umsorgt hat, kommt plötzlich nicht mit dem Futter sondern mit dem Messer .

Genauso unterliegen immer wieder Menschen dieser Truthahn-Illusion . Wer konnte sich schon vorstellen, dass eine Bank wie Lehman Brother pleite macht. Sogar die Experten gingen ja von weiterhin steigenden Immobilienpreisen aus vor der Subprime-Finanzkrise.

Wie gewinnen Sie Sicherheit bei Ihren Finanzentscheidungen?

Eine Sache ist absolut sicher: Sie wissen nicht mit 100 %iger Sicherheit, was morgen passiert. Jedenfalls nicht bis ins letzte Detail. Sie können vielleicht eine 95 %ige Wahrscheinlichkeit erreichen, wenn Sie nicht aus dem Haus gehen, nicht die Tür öffnen, auf keinen Fall den Gasherd betätigen und am besten den ganzen Tag im Bett bleiben.

Trotzdem könnte theoretisch immer noch das Haus über Ihnen zusammen brechen!

Genaus so sieht es mit Ihren Finanzentscheidungen aus.

Wenn Sie Ihr Geld zu 100 % auf dem Tagesgeldkonto parken oder alles immer nur ins Eigenheim stecken, ist das so , als ob Sie das Haus nicht mehr verlassen, aber trotzdem nicht wirklich sicher sind. (Sie wissen zumindest nicht sicher, ob Sie so das Risiko der Altersarmut verhindern können.)

Bei dieser Frage geht es also nie darum, wie Sie jeglichen Verlust vermeiden.

Es geht vielmehr um die Frage,

  • wie Sie mit überschaubaren Risiken Ihr(e) Ziel(e) erreichen,
  • wie Sie Ihre Zahlen im Blick haben und wissen, an welchen Stellschrauben Sie drehen können oder müssen,
  • wie Sie (wieder) selbst das Steuer in die Hand nehmen und sich dadurch sicher und weniger ausgeliefert fühlen.

Mehr Entscheidungskompetenz für mehr Entscheidungssicherheit

Statt sich auf die Aussagen anderer und die Berechnungen mathematischer Entscheidungsmodelle zu verlassen und dann vielleicht verlassen zu sein, trainieren Sie Ihre Finanz-und Entscheidungskompetenz. Gehen Sie auch mal ein (überschaubares) Risiko ein und machen Sie sich bewusst, welche Risiken Sie unbewusst schon eingegangen sind.

  • Lassen Sie sich von Ihrer Finanzplanerin oder Ihrem Finanzplaner ausrechnen, wie Sie Ihr(e) Finanz-Ziel(e), beispielsweise die gewünschte Rentenhöhe,  erreichen können.
  • Lassen Sie ausrechnen, wie viel Geld Sie monatlich dafür zurücklegen müssen je nach angenommener Rendite und Besteuerung?
  • Ermitteln Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft und entscheiden Sie dann, wie viel Risiko Sie eingehen wollen.
  • Machen Sie sich zur Gewohnheit, diese Zahlen alles zwei bis drei Jahre überprüfen zu lassen
  • Treffen Sie klare Entscheidungen, wofür Sie sparen und trennen Sie diese „Töpfe“
  • Überprüfen Sie Ihre Finanzanlagen hinsichtlich der angestrebten Ziele und der eingegangenen Risiken regelmäßig mindestens einmal pro Jahr
  • Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es am Anfang noch nicht so klappt oder Sie noch nicht den Zielerreichungs-Betrag zurücklegen können, aber verlieren sie die Sache nicht aus den Augen

Laut Professor Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung helfen mathematische Modelle in einer Welt der Unsicherheit nicht weiter, da die zugrunde gelegten Parameter und Daten viel zu gering sind um realistische Aussagen zu treffen. Stattdessen brauchen Menschen bei Finanzanlagen einfache Regeln  und vor allem eine solide Basis an Wissen und gefühlter (Selbst-)Sicherheit mit den Finanzthemen.

Wer könnte diese Regeln besser festlegen und umsetzen als Sie selbst?

Was tun wenn es nicht so klappen will?

Wie FinanzCoaching die Intuition stärken kann

Job interview or business meeting under two woman sitting at desk: adviser and customer.

Manchmal klappt es nicht so mit dem Geld und den Finanzen wie erhofft. Obwohl Sie sich doch die aller größte Mühe geben.

Woran kann das liegen?

Haben Sie schon einmal negative Erfahrungen mit Geld oder Finanzthemen gemacht? Dann geht es Ihnen wie viele Menschen. Oft werden negative Erfahrungen in die Zukunft fortgeschrieben oder bestimmte Verhaltensweisen, negative oder positive Eigenschaften werden auf Geld projiziert. Auch das findet meist unterbewusst statt und kann die eigene Finanzentscheidungskompetenz sehr lähmen oder schwächen.

Auch negative Emotionen und Erfahrungen können dazu führen, dass Sie vielleicht unterbewusst nichts mit Finanzthemen zu tun haben wollen, sich nicht genug kümmern oder fast zwanghaft immer wieder die falschen Finanzentscheidungen treffen.

Solche unterbewussten Projektionen, Denkblockaden oder „Erfolgshemmer“ können Sie durch Finanzcoaching auflösen und wieder selbst – bewusst und intuitiv – mit und ohne Geld – das Steuer in die Hand nehmen.

Dafür stehen wir – Lothar Schmidt in Landau und Kornelia Rendigs in Bremen – gerne zur Verfügung. Übrigens: Finanzcoaching funktioniert auch ganz prima als Telefoncoaching.

Nächste Woche wird Lothar Schmidt dann über Finanzentscheidungen in der Partnerschaft berichten und wie sie als Paar auf einen gemeinsamen Nenner kommen können.

Dieser Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

Kennen Sie Ihr finanzielles Risikoprofil?

Wer Geld anlegt oder Kredite aufnimmt, dem geht es, wie im Verkehr. Er muss mit jeder Lage klar kommen. Sowohl an den Märkten wie auch in unserem Leben herrscht mal freie Fahrt, mal Stau und mal Chaos.

Wer sich selber richtig einschätzen kann, vermeidet Kurzschlussreaktionen. Es bringt wenig ständig, die Spur zu wechseln. Und es ist äußerst ungesund, in voller Fahrt aus einem fahrenden Auto zu springen.

In Stress-Situationen zeigen wir oft unser wahres Ich. Dafür müssen wir uns nicht schämen. Wer sich selber gut einschätzen kann, der hat ein solides Fundament und kann mit solchen Situationen souverän umgehen.

Risikoprofil

Es ist gut, sein Risikoprofil zu kennen:

 

Die eigene Risikobereitschaft richtig einzuschätzen.

Die Risikowahrnehmung zu steuern

Die eigene Situation richtig einzuschätzen:

Welches Risiko kann ich tragen ohne zu viel auf’s Spiel zu setzen (Risikotragfähigkeit)?

Oder umgekehrt:

Welches Risiko muss ich eingehen, um überhaupt eine Chance zu haben, mein Ziel erreichen zu können (benötigtes Risiko)?

Sich selber gut einschätzen: Finanzielle Risikobereitschaft

 

Stress Level 1

 

Der Umgang mit Risiko löst Emotionen aus. Unsere Risikobereitschaft wird in der Kindheit geprägt. Auch wenn in Familien gilt „Über Geld spricht man nicht.“, so sind Kinder doch hervorragende Beobachter. Vieles, was uns heute prägt im Umgang mit Geld, haben wir uns von unseren Eltern abgeschaut.

Es gelingt uns selten, unsere finanzielle Risikobereitschaft selber gut einzuschätzen. Das hängt damit zusammen, dass wir falsche Schlüsse ziehen: Wer vom Zehnmeter Brett springt kann trotzdem ein sehr vorsichtiger Anleger sein. Und das unsere Einschätzung von unserer Wahrnehmung verzerrt wird. Das Phänomen, Risiken zu über- oder unterschätzen haben wir bereits an anderer Stelle ausgeführt.

 

Angstfrei in der Risiko-Komfortzone

 

Finanzielle Risikobereitschaft – auch Risikotoleranz genannt – zeigt nicht nur Ihre Fähigkeit mit Risiko umzugehen, sondern auch das Ausmaß von Ängsten.

Risikotoleranz lässt sich definieren,
als das Ausmaß in dem Personen bereit sind Risiken einzugehen, in Erwartung eines besseren Ergebnisses.

Finden Sie für sich die richtige Balance. Wir sprechen hier von Ihrer Risiko-Komfortzone.

Zu geringes Risiko bedeutet: Sie lassen Chancen aus.
Zu hohes Risiko bedeutet: Angst, womöglich Panikreaktionen.

Finanzielle Risikobereitschaft messen

 

Unsere finanzielle Risikobereitschaft ist ein relativ konstantes Merkmal Ihrer Persönlichkeit. Gewöhnlich bleibt sie ein Leben lang gleich, mit der Tendenz im Alter etwas zu sinken.

Es lohnt sich für Sie, Ihre finanzielle Risikobereitschaft zu kennen. Sie lässt sich messen. Ihren Wert können Sie mit dem anderer Anleger vergleichen. Dazu dient die Normalverteilungskurve. Mittlere Werte sind relativ häufig, aber auch extreme Werte sind ganz „normal“. Denn es ist „normal“, dass wir Menschen unterschiedlich sind. Es ist klug, dies bei der Anlage zu berücksichtigen.

Risiko-Profil

 

Was bringt Ihnen wissenschaftlich fundiertes Risikoprofiling?

 

Es bedarf fundierter Kenntnisse in Psychometrik, vieler Testergebnisse und großer Erfahrung, um valide und verlässlich zu messen. Weltweit führend ist der australische Anbieter FinaMetrica.

„Wie leicht können Sie sich anpassen, wenn finanziell etwas schief läuft?“

„Wenn Sie an das Wort „Risiko“ denken, welches Wort fällt Ihnen als erstes ein?“

„Um wieviel dürfte der Gesamtwert Ihrer gesamten Investitionen sinken, bis Sie sich unwohl fühlen?“

Die Antworten auf diese und weitere Fragen ergeben ein Gesamtbild. Ihr Finanzberater kann überprüfen, wie realistisch Ihre Erwartungen sind. Die Antworten auf die Fragen sind gute Anknüpfungspunkte für ein vertieftes Gespräch.

Aufgabe Ihres Finanzberaters ist es, Ihnen ein Portfolio vorzuschlagen, dass Ihrer finanziellen Risikobereitschaft und Ihren Ertragserwartungen entspricht. Bevor es an die Umsetzung geht, sollten Sie und Ihr Finanzberater einen Blick auf Ihre konkrete Situation werfen.

Risikoprofil

Die Eigene Situation richtig einschätzen

 

Risikotragfähigkeit

Wieviel Risiko kann ich mir leisten?

Im Kontext Ihrer Finanzen: Können Sie sich das Risiko leisten, ohne dass es Sie stark beeinträchtigt:

  • Sie Ihren Lebensstandard einschränken müssten
  • Kredite nicht mehr zurückzahlen könnten
  • Sie auf die Hilfe anderer angewiesen wären

Meist besitzen wir ein gutes Gefühl dafür, was nicht passieren darf.

 

Aber auch die umgekehrte Frage nach dem benötigten Risiko ist zu stellen:

Wieviel Rendite (und damit Risiko) benötigen Sie, um Ihr Ziel zu erreichen?

Dahinter steckt die Erkenntnis, dass je höher die angestrebte Rendite, je höher das Risiko.


Die Vermögensformel:
Vermögen (Ziel) = Kapital x Zeit x Zins


Können Sie nicht mehr Geld zur Seite legen oder länger sparen, bleibt Ihnen ggf. nur noch das Risiko zu erhöhen, wenn Sie Ihr Ziel nicht gleich aufgeben wollen.

So ermitteln Sie Ihr persönliches Risikoprofil:

In vier Schritten zu einer angstfreien Anlage

  1. Schritt

Ermitteln Sie zunächst Ihre finanzielle Risikobereitschaft mit einem wissenschaftlich fundierten Risikoprofiling-Test.

  1. Schritt

Werfen Sie mit Ihrem Finanzberater einen Blick auf Ihre konkrete Situation. Prüfen Sie Ihre Risikotragfähigkeit bzw. Ihr benötigtes Risiko.

  1. Schritt

Wählen Sie ein konkretes Portfolio und ausgehend von 1) und unter Berücksichtigung von 2). Es sollte in Ihrer Komfortzone

4.Schritt

Steuern Sie Ihre Wahrnehmung. Schauen Sie regelmäßig, aber nicht zu oft auf die Kurse. Relevant ist nicht, wie sich jedes einzelne Wertpapier entwickelt, sondern Ihr Vermögen in Summe. Meiden Sie den „Nachrichtenlärm“.

Ihr Risikoprofil hilft Ihnen, sich und andere besser zu verstehen. Gerade, wenn Sie gemeinsam mit einem Partner und/oder einem Finanzberater Finanzentscheidungen treffen, ist Risikoprofiling besonders wertvoll. Hierzu mehr im nächsten Artikel in vierzehn Tagen.

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
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Von Angsthasen und Helden

BLOG-Serie: Risiken verstehen und besser entscheiden

Wussten Sie eigentlich, dass die Risikobereitschaft bei unterschiedlichen Menschen auch sehr unterschiedlich ausgeprägt ist?

O.k. das war jetzt eher eine rhetorische Frage.

Hase Kaninchen Vektor von der SeiteJa natürlich kennen wir alle die „Angsthasen„, die sich früher nicht mal trauten, vom Startblock zu springen und die „Tollkühnen„, die gleich auf den Fünfer kletterten. Die  „Mutigen“ waren meist solange die „Helden“ bis sie sich mal wehgetan hatten. Dann waren sie plötzlich nur noch die Leichtsinnigen oder …… – was auch immer.

Schwarz-Weiss Denken

Offensichtlich lieben wir Menschen Schubladen, Kategorien und Extreme. Das macht das Leben einfacher. Und wir neigen ein bisschen zu Schwarz-Weiß-Malerei. Kennen Sie das auch? Ich will mich davon nicht frei sprechen. Das scheint in den Genen zu stecken. Wahrscheinlich war das in der Steinzeit wichtig, um blitzschnell lebenswichtige Entscheidungen treffen zu können.

Angst und Gier

vector illustration of a smiling financial shark and a frightened piggy bank

So ähnlich ist es nun auch bei der Geldanlage.  Auch da gibt es vemeintlich „ängstliche“ und „mutige“ Anlegerinnen. Gewinner sind meistens die Mutigen, weil sie höhere Renditen erzielen. Meistens –  nicht immer. Wenn Sie eine  Bauchlandung machen, dann heißen sie schnell die „Gierigen“.

Denn an der Börse wird zwischen „Angst“ und „Gier“ unterschieden. Obwohl da auch noch ganz andere Faktoren zum Tragen kommen. Das hatte ich in meinem Artikel zum Herdentrieb bereits beschrieben. Menschen laufen mit der Herde, weil sie sich dort sicher fühlen, nicht nur aus Gier.

Der blinde Fleck

Von Angst zum Mut als Konzept auf einem Straßenschild

Doch zwischen „schwarz“ und „weiß“ oder“ Angst“ und „Mut“ oder wie auch immer Sie es nennen , liegen viele verschiedene Nuancen. Und genau hier liegt der blinde Fleck. Die Risikobereitschaft – auch die finanzielle – ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Sie ist quasi angeboren, wie die Augen- oder Haarfarbe oder das Temparament.

Deshalb können Sie sich auch eine höhere Risikobereitschaft nicht antrainieren. Das wäre so, als wollten Sie sich eine andere Haarfarbe antrainieren. Das würde bei der Haarfarbe auch niemand von Ihnen erwarten. Bei Geldanlagen sieht das etwas anders aus. Vom Verbraucherschützer über Bank- und Finanzberater bis zu den Medien, erzählen Ihnen alle, was Sie tun müssten und was Sie lassen sollten. Doch ist das auch, was Sie wollen und brauchen?

Der kleine Unterschied

Rope jumping.Dazu kommt noch ein anderer Aspekt. Ob ein Mensch todesmutig von einem Berg springt, sagt überhaupt rein gar nichts darüber aus, ob er auch bei seiner Geldanlage eine hohe Risikobereitschaft besitzt. Das sind zwei Paar ganz verschiedene Schuhe. Also schließen Sie nicht einfach von Ihrer körperlichen Risikobereitschaft auf Ihre finanzielle Risikobereitschaft. Das könnte fatale Folge haben, wenn Sie dann bei der nächstbesten Krise Torschlusspanik bekommen und Fehlentscheidungen treffen.

Es gibt auch noch eine soziale, ethische oder unternehmerische Risikobereitschaft. Auch da kann die Ausprägung jeweils ganz unterschiedlich sein und ganz anders als bei der finanziellen Risikobereitschaft. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.

Das Dilemma

Nun fragen Sie sich vielleicht, wozu das alles wichtig ist. Wozu sollten Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft kennen? Eigentlich wollen Sie doch überhaupt gar kein Geld verlieren. Es soll einfach sicher angelegt sein.  Aber was heißt schon sicher?

sinkende ZinsenWenn die Zinsen inzwischen so niedrig sind, dass Sie bei einer vermeintlich sicheren Geldanlage nicht mal mehr den Kaufkraftverlust durch die Inflation ausgleichen können, ist das dann sicher? Es fühlt sich sicher an, weil die Zahlen auf dem Konto die gleichen bleiben. Da steht kein Minus auf dem Kontoauszug. Doch in Kaufkraftverlust sieht das anders aus.

Eigentlich müssten Sie also ein höheres Risiko eingehen, um Ihre finanziellen Ziele für den Ruhestand, die Ausbildung der Kinder oder für andere Ziele erreichen zu können.

Theoretisch wissen Sie ja auch, dass sich die Aktienkurse in der Vergangenheit immer wieder erholt haben und dass die Renditen langfristig höher waren als bei verzinslichen Anlagen. Sie müssen das dann bloß eine Zeit lang aushalten können, wenn es mal nach unten geht.

Die richtige Mischung macht’s

Comfort Zone written on a wooden cube in office deskUnd genau da liegt das Problem. Wenn dieser „gefühlte Verlust“ oder das Minus vor den Zahlen nun so weit außerhalb ihrer Komfortzone liegt, dass Sie jetzt die Panik ergreift und Sie fluchtartig, dass Börsenparkett verlassen bzw. Ihre Aktien oder Fonds verkaufen, dann machen Sie wirklich Verluste. Denn dann geben Sie den Aktien nicht mehr die Chance, sich wieder zu erholen.

Das Problem der Messbarkeit: Wieviel Risikoanteil ertrage ich überhaupt

Deshalb ist es ganz wichtig, dass Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft kennen, damit Sie genau wissen innerhalb welcher Grenzen Ihre Komfortzone liegt und Sie ein Minus auf dem Konto auch mal vorübergehend aushalten können. Auch Ihr Berater oder Ihre Beraterin sollte diese Komfortzone kennen, um Ihnen den geeigneten Anlagevorschlag anbieten zu können.

Doch wie ermitteln Sie Ihre eigene finanzielle Risikobereitschaft? Dafür gibt es ja keine Messlatte und kein Thermometer.

Auch dafür gibt es eine Lösung. Diese verrät Ihnen mein Kollege Lothar Schmidt nächste Woche in der nächsten Ausgabe unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
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Wie Sie Risiko vermeiden ohne sich aller Chancen zu berauben

BLOG-Serie: Risiken verstehen und besser entscheiden

Gastblog von Lothar Schmidt „ls-finanzcoaching.de“

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Ist es nicht erschreckend, wie viele Risiken bei Finanzentscheidungen lauern? Lähmt Sie der Gedanke? Haben Sie Angst, etwas falsch zu machen?

Das muss nicht sein. Sie haben es in der Hand, Risiken zu reduzieren oder gar zu vermeiden.

Risiken gibt es in allen Lebensbereichen. Sie halten uns nicht davon ab,

  • am Straßenverkehr teilzunehmen, trotz Lebensgefahr – ZIEL: von A nach B kommen
  • Wohnungen zu beziehen, trotz Einbruchsgefahr – ZIEL: eigenes zu Hause
  • Sport zu treiben, trotz Verletzungsgefahr – ZIEL: Fitness

Ist das Ziel attraktiv genug, relativieren sich Risiken. Wo ein Risiko ist, ist eine Chance.

Jeder Anfang ist schwer. Doch mit zunehmender Erfahrung weicht Komplexität der Routine. Wir lernen, mit Risiken intuitiv umzugehen. Wir fürchten uns nicht länger, sollten aber aufmerksam bleiben.

Nehmen Sie sich Zeit

Erinnern Sie sich, wie Sie Ihr letztes Handy, den letzten Urlaub oder Ihr Auto ausgesucht haben? Wie viel Prospekte haben Sie gewälzt, wie viele Geschäfte besucht, wie viele Zeitschriften gelesen?

Und wann haben Sie zuletzt mit Ihrem Finanzberater gesprochen? Haben Sie sich da auch so viel Zeit genommen? – Nein? Warum nicht?

War es nicht wichtig?

Oder hat es einfach nicht so viel Spaß bereitet wie Handy, Urlaub oder Autokauf?

War es gar zu wichtig und damit zu überwältigend?

War es zu abstrakt und wenig greifbar?

Portrait Of A Couple Sitting On Couch Enjoying Success

Der Sinn von guten Finanzentscheidungen ist es, Ihnen mehr Zeit und Geld für die Dinge im Leben zu verschaffen, die Ihnen wirklich wichtig sind.

Nehmen Sie sich Zeit. Investieren Sie diese Zeit in Ihren Entscheidungsprozess.

  • Fragen Sie sich, was Sie konkret brauchen, um entscheiden zu können.
  • Definieren Sie erst Ihr konkretes Ziel bevor Sie eine Lösung suchen.

Vermeiden Sie Unklarheiten

 

Sind Sie sicher, dass Ihr Gesprächspartner das Gleiche unter „Risiko“ versteht wie Sie?

Halb leer - halb voll - Alles Ansichtssache

Ist Ihnen bewusst, was Sie selber unter „Risiko“ verstehen?

Ist Ihnen bekannt, was Ihr Gesprächspartner unter „Risiko“ versteht?

Was, wenn Ihr Partner oder Finanzberater mit dem gleichen Wort „Risiko“ etwas ganz anderes meinen: Gefahr – Chance – Ungewissheit – Ereignis – Gefühl …?

Gleichen Sie im Gespräch Ihre Sichtweisen ab. Suchen Sie eine Lösung mit der alle Seiten leben können. Nutzen Sie wissenschaftlich fundiertes Risikoprofiling als Basis für Ihr Gespräch.

Bedenken Sie die Folgen

Spekulieren Sie nicht, wie wahrscheinlich ein Ereignis eintritt. Oftmals sind Sie ohnehin befangen. Ein Drittel aller Ehen wird geschieden, doch die wenigsten Menschen glauben, dass es ihnen passieren wird.

Konzentrieren Sie sich auf die Auswirkungen.

Was bedeutet eine Scheidung für Ihr Familienwohnheim und den Kredit? Verlieren Sie Ihr Haus, nur, weil Sie sich nicht einig sind? Kann ein Ehevertrag das verhindern?

Welche Erbschaftssteuer löst Ihr Tod aus und sind Ihre Erben in der Lage diese zu bezahlen?

Woher beziehen Sie Ihr Einkommen, wenn Sie nicht mehr arbeiten? Woraus können Sie Ihren Lebensunterhalt bestreiten? Sind Sie bereit sich einzuschränken?

Halten Sie die Auswirkungen klein

Die Dosis macht das Gift. Zuviel auf eine Karte setzen kann „tödlich“ sein.

Streuen Sie Ihr Risiko indem Sie breit streuen. Bevorzugen Sie Fonds statt Einzelwerte.

Meiden Sie Klumpen-Risiken. Wer bei BASF arbeitet, von BASF eine Betriebsrente bezieht, BASF-Aktien besitzt und BASF-Anleihen und dazu noch ein oder mehrere Immobilien am BASF-Standort, der hat ein Klumpen-Risiko. – Wie anfällig auch Weltkonzerne sind ,erleben gerade die Mitarbeiter bei VW.

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Finanzierung auf Kredit erhöht das Risiko.

Wer nicht liquide ist, hat keine Handlungs-Optionen mehr.

 

Schätzen Sie Ihre Möglichkeiten realistisch ein

Es ist gesunder Menschenverstand gefragt:

Nur was Sie verstehen, können Sie kontrollieren.

Sie sind nicht Warren Buffet oder ein Hedgefonds. Viele Vorbilder haben ganz andere Ressourcen (Geld, Beziehungen, Informationen, Erfahrungen …).

Nehmen Sie sich nichts vor, was Sie nicht leisten können: Regelmäßige Transaktionen, richtiges Timing, permanente Überwachung.

Kalender gute Vorstze

Nur was Sie durchhalten hat die Chance, nachhaltig erfolgreich zu sein. Wie wichtig sind Ihnen Ihre Finanzen? Haben Sie eine Strategie, die Sie motiviert?

Schwankungen und Verluste dürfen nicht dazu führen, dass Sie Ihre angstfreie Zone verlassen. Geraten Sie erst einmal in Panik, besteht die Gefahr aus dem fahrenden Zug zu springen. Das geht selten gut. Testen Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft und stellen Sie Ihre Anlage darauf ab.

Holen Sie sich Unterstützung

 

Immer wenn viel auf dem Spiel steht ist es sinnvoll einen Spezialisten einzuschalten:

Mortar board and diploma isolated on white.

  • Fehlende Übersicht

Ein Finanzplaner zur Standortbestimmung und um Szenarien zu rechnen

  • Ihr gesamtes Vermögen

Ein Notar oder Fachanwalt für Erbrecht hilft Testament, Ehevertrag, Vollmachten aufzusetzen.

  • Ihr künftiges Lebenseinkommen

Eine Maklerin hilft die richtige Berufsunfähigkeits-Versicherung zu finden.

  • Auslandsinvestments

spezialisierte Steuerberater / Anwälte kennen ausländisches Recht (Ferienimmobilie, Beteiligung)

  • Ihre Strategie und Ihr Seelenfrieden

Ein Finanzcoach hilft Ziele zu finden, Risikobereitschaft zu klären, Tun zu reflektieren

 

Weniger ist mehr

 

Perfektionismus ist fehl am Platz

Wir neigen dazu, immer das Beste haben zu wollen. Nicht wenige Menschen zögern, Finanzentscheidungen zu treffen aus Angst, es später zu bereuen. Was, wenn es doch noch eine bessere Möglichkeit gegeben hätte?

Bezüglich der Zukunft herrscht Ungewissheit. Keiner weiß heute mit Gewissheit, welche Anlageform auf Sicht von zehn Jahren die bessere ist. Erst in zehn Jahren werden wir das rückwirkend feststellen. Das ist der Grund warum ich Sie nicht zu einer Anlageform missionieren will, wie so viele Finanzberater. Meine Maxime lautet stattdessen. Tun Sie das, was Sie am meisten motiviert zu sparen. Dann werden Sie in zehn Jahren mehr haben, als der Perfektionist, der sich nicht entscheiden kann oder zwischendurch aus Unsicherheit die Pferde wechselt.

Gras wächst nicht schneller, wenn Sie daran zupfen

Schauen Sie regelmäßig, aber weniger oft hin. Ihr Lohn wird mehr Ruhe und Gelassenheit sein.

 

Sie haben wichtige Eventualitäten durchdacht. Haben ein robustes Portfolio und die gröbsten Fehler vermieden. Machen Sie sich nicht selber nervös. Je öfter Sie nachschauen, je mehr Schwankungen werden Sie sehen, je eher die Gefahr die Ruhe zu verlieren.

Das gleiche gilt für Nachrichten. Wer alle Nachrichten aufnimmt, der verliert leicht die Orientierung. Schalten Sie den Nachrichtenlärm runter, nur dann hören Sie die wichtigen Signale.

So erreichen Sie Ihre Ziele und vermeiden die größten Risiken auf dem Weg dorthin.

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Nächste Woche geht es weiter mit dem Thema Risikobereitschaft und wozu es wichtig ist, die eigene Risikobereitschaft zu kennen.

Herzlichst

Kornelia Rendigs

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„Hilfe die Welt geht unter“: Wie Wahrnehmungs-Risiken den Blick verstellen

BLOG-Serie: Risiken verstehen und besser entscheiden

So wie es unterschätzte Risiken gibt, so gibt es auch überschätzte Risiken.

Gehören Sie auch zu den Menschen, die Aktien für etwas sehr „Gefährliches“ halten und in der ersten Jahreshälfte 2015 fürchteten, der EURO würde untergehen und mit ihm der Rest der Welt?

Das ist nicht weiter verwunderlich. Es ist immer eine Frage der Wahrnehmung, wie Sie ein Risiko bewerten und wie stark Geschäftsmann steht vor leuchtendem Euro-Portal in einer Griechenland-Wandes Ihnen Angst macht und Unbehagen verursacht. Wenn ein Thema so präsent ist in den Medien, dann ist es kein Wunder, dass es Ihre volle Aufmerksamkeit hat. Dazu kommt noch die Macht der Worte. Die Berichterstattung über die Griechenland- und EURO-Krise war ja nicht gerade sachlich. Mit der Angst lässt sich nun mal gutes Geschäft machen. Das wissen auch die Menschen, die ihre Geschichten verkaufen müssen.

Besonders Großereignisse, von denen viele Menschen betroffen sind, erregen besonders unsere Aufmerksamkeit. Obwohl jedes Jahr viel mehr Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr tödlich verunglücken als bei Flugzeugunglücken, wird ein einziger Flugzeugabsturz viel stärker und beängstigender wahrgenommen. Das liegt daran, dass es so viele Opfer auf einmal gibt und dass dies unserer Betroffenheit viel stärker weckt als die über das Jahr verteilten Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang.

Bei den Kursschwankungen an den Aktienbörsen ist es ähnlich. Viele Menschen sind betroffen und die Kursverluste werden dazu noch viel stärker wahr genommen als die Kursgewinne. Alle Medien auf allen Kanälen berichten, als hätte der Weltuntergang bereits begonnen. Kein Wunder also, wenn Sie Aktien für gefährlich halten.

Verlustaversion – loss aversion

collapseBei den Kursschwankungen an den Börsen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Jeder Verlust wird viel stärker wahrgenommen als ein Gewinn. Wahrscheinlich geht es Ihnen auch so, dass Sie sich über Verluste viel mehr ärgern, als Sie sich über Gewinne freuen. Beispielsweise ärgert man sich über den Verlust von 100 € mehr, als man sich über den Gewinn von 100 € freut.

Herausgefunden haben dies der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann und sein Kollege Amos Tversky und als Verlustaversion (englisch: loss aversion) bezeichnet.

Das führt dazu, dass Kursschwankungen an den Börsen gegenüber anderen Verlustrisiken sehr stark überbewertet werden. Obwohl sich die Aktienkurse erfahrungsgemäß wieder erholen, nehmen viele Menschen lieber den inflationsbedingten permanenten Wertverlust in Kauf.

Soziale Risiken

Haben Sie auch schon mal erlebt,  dass Ihnen jemand sehr überzeugend einen Sachverhalt erklärt hat. Und obwohl Sie nichts als „Bahnhof“ verstanden haben,  trauten Sie sich nicht nachzufragen? Sie hatten Angst, „blöde Fragen“ zu stellen, weil Sie befürchteten, dass Sie dann inkompent wirken könnten? Oder Sie hatten Schamgefühle, fühlten sich vielleicht begriffsstutzig?  Gerade bei komplexen Finanzmarktprodukten haben sich in der Vergangenheit viele Anleger nicht getraut, kritisch nachzufragen. Dabei waren die Banker häufig selbst nicht in Lage, diese Produkte richtig zu verstehen, geschweige denn zu erklären.

SchafherdeAuch wenn der Herdentrieb einsetzt wird es häufig problematisch. Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen, als bei einer Geburtstagsfeier in der Nachbarschaft sämtliche Gespräche nur noch um Aktien und Neuemmissionen kreisten. Wer da noch nicht mal ein Aktiendepot besaß und nie eine Emission gezeichnet hatte, stand doch ziemlich blöd dar.  Wie langweilig und von gestern war da  meine Investmentfonds-Philosophie. Ein Jahr später bei der nächsten Geburtstagsparty sprach niemand mehr darüber. Zu groß waren nun die Schamgefühle.

Die Angst, ein soziales Risiko einzugehen, mal nein zu sagen, wenn die anderen wie eine Hammelherde dem Trend nachlaufen oder oder auf einer Party mal die Außenseiterin zu sein, weil die eigene Investment-Philosophie anders aussieht, wird häufig überschätzt. Da funktioniert unser Gehirn häufig noch wie in der Steinzeit, als es den sicheren Tod bedeutet hätte, aus der Horde außengestoßen zu werden. Wenn Sie  Angst haben, Ihren Finanzberater als Freund zu verlieren, wenn Sie mal kritisch nachfragen oder sogar nein sagen, dann könnte es gut sein, dass Sie dieses sozial Risiko in Relation zu möglichen Verlust weit überschätzen. Auch „Nein-Sagen“ ist lernbar und verringert dauerhaft die Angst vor dem sozialen Risiko.

 Das Fehlentscheidungsrisiko

Eine Frau mit offenen Rechnungen hat viele Schulden. Arbeitslosigkeit und Privatkonkurs

Die Angst vor einer Entscheidung, die sich im Nachhinein als falsch erweisen könnte, lässt Menschen häufig so lange abwarten und verharren, dass sie nicht mehr rechtzeitig reagieren können und  zum Opfer der Ereignisse werden. Nicht nur im Finanzdienstleistungssektor wird heutzutage lieber einem mathematischen Modell oder einem Algorithmus das Entscheiden und Handeln überlassen, als selbst eine Entscheidung zu treffen. Dann liegt die Verantwortung bei anderen, wenn es schief geht. Oder der Fehler lag eben im System. Viele Menschen treffen lieber erst gar keine Anlageentscheidung aus Angst vor einem Fehler. Obwohl auch keine Entscheidung zu treffen, ja eine Entscheidung ist, nämlich die Entscheidung dafür, sich zu entscheiden. Deshalb ist das Risiko eine Fehlentscheidung zu treffen in aller Regel völlig überbewertet.

Also treffen Sie ruhig Entscheidungen, lieber viele kleine als gleich die ganz Große, denn wir Menschen lernen hauptsächlich aus unseren Fehlern. Wer viele Fehler macht, lernt auch viel und wer häufig Entscheidungen, gewinnt Entscheidungssicherheit. Nur Mut!

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung

Herzlichst

Kornelia Rendigs

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Achtung: Unterschätzte Risiken bei Finanzen

Unterschätzte Risiken sind besonders heimtückisch. Sie kommen im vertrauten Gewand daher, wie der Wolf im Rotkäppchen.

Lupo Cattivo e Cappuccetto Rosso: l'ombra mostra il pericolo

„Wenn Risiken schleichend daher kommen, sind wir Menschen von der Evolution her außerordentlich schlecht darauf vorbereitet, sie wahrzunehmen und entsprechend zu bewerten. Da sind wir eigentlich immer noch wie Savannenmenschen, für die es lebensnotwendig war, sich schnell und wirksam auf plötzliche Gefahren einzustellen.“

Quelle: Ortwin Renn, “Das Risikoparadox. Warum wir uns vor dem Falschen fürchten”

 

Unsere Wahrnehmung spielt uns manchmal einen Streich. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf einen Aspekt und übersehen den anderen:

 

Wahrscheinlichkeits-Fixierung

 

Wo ist der Unterschied zwischen einer Versicherung gegen Berufsunfähigkeit und einer Versicherung gegen Brillenverlust. Viele Menschen verlieren ihre Brille und viele Menschen werden berufsunfähig. Beides hat eine signifikante Wahrscheinlichkeit.

Der entscheidende Unterschied ist: Wenn Ihre Brille verloren geht, ärgern Sie sich und kaufen sich eine Neue. Wenn Sie berufsunfähig werden, stehen Ihre Karriere und das gesamte künftige Arbeitseinkommen auf dem Spiel. Der Betrag ist nicht selten höher als eine Million Euro. Die Formel lautet: Jahresgehalt x Jahre bis zur Rente. Rechnen Sie das mal für sich.

Das können Sie selber nicht ersetzen. Die Auswirkung: Ihr Leben wäre massiv beeinträchtigt.

Hand-drawn Vector illustration of an Happy Christmas Elf  with big green glasses

 

Nachdenken hilft klar zu sehen.

Ich kenne Menschen, die Ihr Auto für 50.000 Euro Vollkasko versichern, Ihre Arbeitskraft im Wert von 1 Mio. Euro aber nicht.

 

Stabilitäts-Falle

 

Als Gesellschaft sehen wir uns nach Stabilität. Doch unter der Oberfläche brodelt es weiter. Statt der Ursachen bekämpfen wir Symptome.

Es ist üblich starker Schwankung (Volatilität) mit Risiko gleichzusetzen. Ökonomen bestimmen anhand der Volatilität der Vergangenheit das Risiko in der Zukunft. Dabei kennt jeder Seefahrer die Ruhe vor dem Sturm.

Wer auf einem brodelnden Kessel den Deckel drauf hält, um sich und anderen zu suggerieren, alles sei ruhig, der erhöht den Druck im Kessel. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann er ihm um die Ohren fliegt.

Illustration of the angry tea kettle on white background

 

Gewöhnungs-Falle

Geht etwas lange gut, werden wir unvorsichtig. Ob Alkohol am Steuer, steigende Kurse oder Deckel auf dem brodelnden Topf. Fragen Sie den Truthahn. Er war sich ganz sicher, dass der Mensch sein bester Freund ist. Er hat ihn schließlich Tag für Tag verwöhnt. Doch dann kam Thanksgiving.

Turkey in the saucepan

 

Übersteigertes Selbstvertrauen

 

Erste Erfolge machen euphorisch und, umso länger es gut geht, blind für Gefahren. Eine ähnliche Wirkung hat Zuspruch von Dritten.

Junge Männer und Börsenprofis neigen zu übersteigertem Selbstvertrauen (Overconfidence). Sie erhalten nicht nur Bestätigung von Anderen, sondern auch von sich selber. Unser Verstand ist darauf programmiert, kausale Zusammenhänge zu erkennen. So sehen wir Muster und Zusammenhänge, wo keine sind. Wir erklären uns die Welt im Nachhinein so logisch, dass wir das Gefühl haben, es immer schon gewusst zu haben.

Glückliches Kind vor Tafel mit Muskeln aus Kreide dahinter

Aktivismus

 

Aktivismus verstärkt das Gefühl von Kontrolle. Wer seit Auflegung 1988 in den Dax investiert hat, hat seinen Einsatz verzehnfacht. Vorausgesetzt, er hat nicht eingegriffen. Bei starken Einbrüchen schwer auszuhalten. Deshalb neigen wir zu Aktivismus, verkaufen und kaufen. Schließlich wollen wir das Optimum raus holen. Oftmals verschlechtert sich dadurch das Ergebnis massiv (Kosten, Fehlentscheidungen) und dennoch gibt uns zu handeln ein besseres Gefühl als zuzuwarten.

Das ist ähnlich in der Medizin. Gehen Sie zum Arzt, erwarten Sie, dass er etwas unternimmt. Schickt er Sie nach Hause unter Hinweis auf die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers, sind Sie enttäuscht. Dabei haben die Arzneien oft üble Nebenwirkungen und unser Körper ein eingebautes Reparatursystem.

Pharmacist chemist man in pharmacy. Sale of vitamins and medications. Funny cartoon vector simple illustration.

 

Isolierte Betrachtung

 

Betrachten Sie Risiken nicht isoliert. Risiken addieren sich nicht einfach, sie verstärken sich auch gegenseitig. So ist es besonders gravierend, wenn mehrere Risikofaktoren zusammen kommen. Auch das kennen Sie von der Medizin:

  • Rauchen
  • Stress
  • Kein Sport
  • Ungesunde Ernährung

Jeder dieser Risikofaktoren erhöht das Risiko zu erkranken – exponentiell.

  • Aktivismus
  • Übersteigertes Selbstvertrauen
  • Finanzprodukte, die Sie nicht verstehen
  • Keine Übersicht

Jeder dieser Risikofaktoren erhöht das Risiko, Geld zu verlieren – exponentiell.

Bis hin zum:

trauer

 

Schach Matt

 

Zwei Faktoren sorgen dafür, Sie als Finanzentscheider Schach matt zu setzen:

Illiquidität

Nicht liquide zu sein, sein Vermögen nicht oder nur unter großen Verlusten flüssig machen zu können, führt zur Insolvenz.

In jedem Fall führt es in die Sackgasse, keine Optionen mehr zu besitzen. Achten Sie auf Liquidität.

 

Totalverlust

„Totalverlust-Risiko“ finden Sie als Warnung auf Produktinformationsblättern. Doch wie der Hinweis „Rauchen kann tödlich sein“, schreckt es nicht alle vom Kauf ab.

Wer nur einen kleinen Einsatz im Spiel hat, der kann einen Totalverlust verschmerzen. Doch wehe dem, der alles auf eine Karte setzt. Umso mehr erstaunt es, dass es immer wieder Anleger gibt, die wie bei „Lehmann-Zertifikaten“ oder „Prokon-Anteilen“ ihre gesamte Altersvorsorge darauf gesetzt haben.

Rattlesnake cartoon

 

Lassen Sie sich nicht ablenken

 

Unterschätzte Risiken haben viel mit fehlender Aufmerksamkeit zu tun. Alles Neue, plötzliche Bewegungen und mediale Berichterstattung fordern unsere Aufmerksamkeit. So entstehen blinde Flecken, Dinge die wir nicht ausreichend wahrnehmen.

Es ist nicht leicht Risiken richtig wahrzunehmen. Wir unterschätzen einige Risiken, aber wir überschätzen auch manche Risiken. Mit Ihnen beschäftigt sich Kornelia Rendigs von finanzcoaching-bremen.de nächste Woche.

Sie zu erkennen und Ihnen weniger Aufmerksamkeit zu widmen, ist der erste Schritt zur Prävention gegen unterschätzte Risiken.

 

 

Der Artikel ist Teil unseres gemeinsamen Blog-Projekts „Risiken verstehen und besser entscheiden“ von Kornelia Rendigs “finanzcoaching-bremen.de” und Lothar Schmidt Die private Finanzentscheidung.

 

Welche Erfahrung haben Sie mit unterschätzten Risiken gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Fragen.

Haben Sie Fragen zum Finanzcoaching oder zur Finanzplanung? Wollen Sie wissen, wie es in der Praxis und im Detail genau abläuft? Dann rufen Sie mich an
Tel. (0421) 408 99 440 oder (0160) 28 48 646 oder schicken mir eine E-Mail: kr@vermoegenundzukunft.de.

 

 

 

KORNELIA RENDIGS Finanzberatung und Coaching